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Historisches Fundstück aus der Berliner Morgenpost

Gunnar Kunz hat bei seinen Recherchen zu einem neuen Krimi aus der Weimarer Republik einen historisch interessanten Artikel in der Berliner Morgenpost von 1926 über einen östereichischen Bund für Männerrechte gefunden und mir freundlicherweise zur Veröffentlichung überlassen. 

Darin beschweren sich die Männer über die Bevorzugung der Frauen durch die Behörden und durch die Justiz – eine Tatsache, die nach wie vor für große Ungerechtigkeiten zu Lasten der Männer sorgt. Einige Aussagen dieses Artikels muß man mit der nötigen historischen Distanz lesen und das systematische Interesse dieses Artikels hat sicher Grenzen.

Vom rein historischen Interesse einmal abgesehen, belegt der Artikel jedoch den Verdacht, daß die jüngst durch den Feminismus hier erneut stark gemachte Patriarchatsthese vermutlich schon immer eine grobe Vereinfachung der tatsächlichen Lage gewesen ist.

Wer Interesse hat, kann den Artikel als pdf hier downloaden.

 

 


10 Kommentare

  1. me sagt:

    FWIW: St.Estephe veröffentlicht auf avoiceformen öfter mal Berichte aus früheren Zeiten. Die ersten Jahrzehnte des 20.Jh. waren in Amerika ähnlich misandrisch wie heute.
    http://www.avoiceformen.com/author/robert-st-estephe/

  2. quellwerk sagt:

    Interessant. Alle Zutaten waren damals schon vorhanden: Der Journalist als weisser Ritter, der die Männerrechtler bespöttelt. Eine dänische Feministin, die die Schutzbedürftigkeit der Frau beschwört. Die Forderung nach weitgehender Absicherung der Frau nach der Scheidung. Die vermeintliche Irrelevanz des Problems der Kuckuckskinder. Die Unterstellung, die Frau würde nie liegen. Oh je, Elmar, das ist ja deprimierend – man müsste das irgendwie f u n d a m e n t a le r angehen.

    • „man müsste das irgendwie f u n d a m e n t a le r angehen.“

      Hm …. ich bin für jeden Hinweis oder Tip dankbar, wie man das am besten machen kann.

      Was ich dir gerne verrate, sind zwei Gebiete, wo wir als Fundamentalisten große, begriffliche Lücken haben:

      Zum einen verstehen wir, die normativen Aspekte des ganzen Konfliktes noch nicht: Warum z.B. konkurrieren Feminsten mit den absurdesten Schutzvorschlägen für Frauen darum, möglichst GUTE Feministen zu sein? Und warum gibt es männliche Feministen? Warum wertet der Feminismus die Männer ab, anstatt z.B. sie zu exculpieren, weil ihre böse Natur es den Männern nicht erlaubt, anders als böse zu handeln – was man ja auch behauptem könnte.

      Und zweitens: Bernhard Lassahn hat mich neulich gefragt, warum Feminismus eigentlich funktioniert, warum er populär ist, wem er nützt und inwiefern er mehr als Narzismus ist. Darauf kennen die Fundamentalisten die Antwort auch nicht.

      Vielleicht helfen dir diese Hinweise weiter.

  3. Gunnar sagt:

    Ich teile die Einschätzung von Quellwerk; ich war ja, als ich den Artikel entdeckt habe, selbst verblüfft, dass dieselben Mechanismen damals schon abliefen. Mindestens ebenso interessant finde ich allerdings die Unterschiede zu heute: Der Journalist der MoPo kommentiert zwar, aber bei aller Voreingenommenheit bemüht er sich doch erkennbar, sachlich wiederzugeben, was auf diesem Kongress gesagt wurde. Davon sind wir heute meilenweit entfernt.
    Viele Grüße,
    Gunnar

  4. Der Artikel der Muschimieze war IMHO ziemlich unterirdisch. Hatte die mal in den Kommentaren, braucht kein Mensch…

  5. quellwerk sagt:

    Hallo elmar, ich melde mich mal hier, um meinen Eindruck von der Diskussion bei Christian wiederzugeben. Zuerst: moralische Gesichtspunkte sind auch bei den Gemäßigten konstitutiv. Die Vorstellung, sie würden in einem Kuschelkurs mit Feministen ihre Überzeugungen vorn Bord werfen, ist falsch.
    Dann: Dort herrscht ein hohes Argumentationsniveau, viel Fachwissen. Ein Fundamentalismus, wie er hier entstehen soll, kann auf diesen Sachverstand nicht verzichten.
    Schließlich: eine seltsame Abgeklärtheit, die sich in Positionen, die noch schlecht formuliert sind, nicht einfühlen mag, kein Bestreben, Neuland zu beschreiten. Ältlich akademisch – aber das ist gar nicht so schlecht.

    Meiner bescheidenen Meinung nach, ist ein Fundamentalismus, der sich hiervon abhebt, vornehmlich einer, der auf Praxis zielt, auf Konfrontation, Ausformulierung von Gegenpositionen und dabei die Gemäßigten mitnimmt, als Korrektiv. (Oh, je, ob ich es bereuen werde, dies geschrieben zu haben?)

    • @quellwerk

      >ich melde mich mal hier, um meinen Eindruck von der Diskussion bei Christian wiederzugeben.

      Danke, das macht es sicher einfacher.

      >Zuerst: moralische Gesichtspunkte sind auch bei den Gemäßigten konstitutiv.

      Das ist auch mein Eindruck und ich versuchte ja schon in etlichen posts, diese Tendenz sichtbar zu machen. Aber bislang ist es nicht so klar, wie ich mir das wünsche.

      „Die Vorstellung, sie würden in einem Kuschelkurs mit Feministen ihre Überzeugungen vorn Bord werfen, ist falsch.“

      Das haben wir auch nie ernsthaft behauptet.

      >Dort herrscht ein hohes Argumentationsniveau, viel Fachwissen.

      Da bin ich nicht so sicher. Aber ich nehme deine Warnung ernst.

      >Ein Fundamentalismus, wie er hier entstehen soll, kann auf diesen Sachverstand nicht verzichten.

      Ich möchte das eigentlich selbst machen. Denn auf die Biologisten kann man sich nicht verlassen. Aber ich komm nicht dazu, es gibt im Moment so vieles andere in meinem Leben, das vorgeht.

      „Schließlich: eine seltsame Abgeklärtheit, die sich in Positionen, die noch schlecht formuliert sind, nicht einfühlen mag, kein Bestreben, Neuland zu beschreiten. Ältlich akademisch – aber das ist gar nicht so schlecht.“

      Was die Biologisten angeht, kann ich das bestätigen. Was die Fundamentalisten angeht, bin ich etwas ratlos. Kannst du das noch mal umformulieren?

      „Meiner bescheidenen Meinung nach, ist ein Fundamentalismus, der sich hiervon abhebt, vornehmlich einer, der auf Praxis zielt, auf Konfrontation, Ausformulierung von Gegenpositionen und dabei die Gemäßigten mitnimmt, als Korrektiv. “

      Nein, das sehe ich nicht so. Meiner Meinung nach gibt es neben einer Ablehnung von Relativismus und Konstruktivismus wichtige Gerechtigkeitsintuitionen, die den Fundamentalismus von den Gemäßigten unterscheidet. Außerdem gibt es einen gewissen totalitären, moralischen Anspruch, den die Fundamentalisten nicht erheben.

      Aber wenn du die oben beschriebene Rolle einnehmen willst, dann hab ich nichts dagegen. Jede Art von Beitrag ist willkommen und wir verstehen uns nicht als Kaderabteilung, sondern versuchen einfach rauszubekommen, wie der ganze Kram wirklich funktioniert. Das sagen teilweise auch die Gemäßigten, aber sie tun etwas ganz anderes. Für die Biologisten gilt ähnliches, hinter deren Thesen stehen mehr psychologische Motive und mich beeindruckt deren „Fachwissen“ gar nicht.

      >(Oh, je, ob ich es bereuen werde, dies geschrieben zu haben?)
      Keine Ahnung – wie kommst du darauf?

      Was du machst, ist deine Entscheidung. Du kannst dich zum Fundamentalismus bekennen oder nicht – für uns macht das keinen Unterschied, wir reden mit allen. D.h. … es macht natürlich den Unterschied, daß wir dich bei inhaltlchen Fragen zum Fundamentalismus nicht nach deiner Meinung fragen. Aber das ist ja auch ganz klar, daß die Interna dich dann nicht erreichen.

      Nur EvoChris versucht verzweifelt, uns die Wikipedia-Definition von Fundamentalismus anzudichten … soviel zu Argumentationsniveau und Fachwissen.;-) Aber das ist persönliches Versagen, das ist kein systematischer Punkt.

      • quellwerk sagt:

        ich antworte kurz auf deine Fragen. Dann muss ich weg. 🙂

        „Was die Biologisten angeht, kann ich das bestätigen. Was die Fundamentalisten angeht, bin ich etwas ratlos. Kannst du das noch mal umformulieren?“
        Es bezog sich nur auf die Biologisten

        „Oh, je, ob ich es bereuen werde, dies geschrieben zu haben?“
        Eine unerhebliche Gefühlsäußerung von mir.

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