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Können Männerrechtler Heterophobie erkennen?

Normalerweise ist das Tagesgeschäft ja kein Thema auf diesem blog. Karsten Mende hat mich jedoch auf eine Publikation der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Baden-Würtemberg mit dem Titel Lesbische und schwule Lebensweisen – ein Thema für die Schule (2013) aufmerksam gemacht, die – euphemistisch gesprochen – menschenverachtend ist. Wie sie zu verstehen ist, darüber hat er sich hier mit Adrian auch ausführlich gestritten. Herausgegeben wurde die Broschüre vom GEW Baden-Württemberg, AK Lesbenpolitik des Vorstandbereichs Frauen, die offen feministisch sind. Wenn ich mich recht erinnere, ging die badenwürtembergische Initiative bereits durch die Medien. Dieser post weicht nicht nur vom mainstream ab, indem er sich für einen selbstverständlichen und vor allem respektvollen Umgang mit männlicher Heterosexualität stark macht: Homophobie durch Heterophobie zu ersetzen, ist einfach der falsche Weg.

Übersicht:


quality: good

I. Einleitung

Der erste Satz des Vorwortes lautet:

  • (1) „In einer demokratischen und die Würde aller Menschen achtenden Gesellschaft sollte es selbstverständlich sein, dass jede einzelne Person in ihrer Individualität und Einzigartigkeit so angenommen wird, wie sie ist.“

Ihren selbstdefinierten Auftrag legen die Autoren ebenfalls am Ende des Vorworts offen:

  • (2) „Nur umfassend informiert und gebildet können letztendlich alle Pädagoginnen und Pädagogen Heranwachsende in ihrer Persönlichkeitsentwicklung unterstützen und fördern. Nur so kann in der Auseinandersetzung mit den verschiedenen Lebensweisen jenseits enger Normen der Horizont junger Bürgerinnen und Bürger erweitert und psychische Not Jugendlicher in der Phase ihrer sexuellen Orientierung abgebaut werden.“

Das Problem ist:

  • (3) „Das Suizidrisiko bei lesbischen und schwulen Jugendlichen ist viermal so hoch wie bei heterosexuellen Jugendlichen.“

Und ich seh das auch so, daß das ein Problem ist. Das Mittel der GEW-BW soll Aufklärung und in meinen Ohren hört sich das alles erst mal ganz vielversprechend an: Diese Leute nehmen das allgemein etwas irreführend Homophobie genannte Problem ernst und insofern scheint erst mal alles den richtigen Weg zu gehen und das Problem der Schwulendiskriminierung ist eines der Anliegen in der linken Männerrechtsbewegung. Die Autoren beschreiben ihre Ziele so:

  1. Der Diskriminierung Einhalt gebieten
  2. Auseinandersetzung mit der Frage, was „normal“ ist
  3. Autonomie fördern

Das klingt vernünftig, doch leider steckt der Teufel im Detail und ich persönlich habe mich als erstes über Folgendes gewundert:

  • (4) „Viele Lehrerinnen und Lehrer vermitteln in ihrem Unterricht, sei es Sexualkunde, Mathematik oder ein anderes Fach, den Eindruck, Heterosexualität sei das „Normale“.“

Ist das so? Mein Sexualkundeunterricht war in der Grundschulde und wir haben dort gelernt, wie Babys gemacht werden und wie eine Schwangerschaft abläuft. Im Biologieunterricht lernten wir die den Eisprung steuernden Hormonkreisläufe, über Spermienproduktion lernten wir nichts. Im Mathematikunterricht war Geometrie daran, Algebra, Wahrscheinlichkeitsrechnung und einfache Analysis, aber über Heterosexualität wurde nicht geredet. Letzteres kommt mir ziemlich als die Norm vor und welche Meise muß man eigentlich haben, um im Ernst zu behaupten, daß Mathematiklehrer Propaganda gegen Schwule machen – als Lehrstoff? Ehrlich – die Vorliebe meines Französischlehrers für pubertierende Mädchen war da deutlich auffälliger und nervtötender.

Das Nächste, was mich gewundert hat, war, daß von „schwulen und lesbischen Lebensformen“ die Rede ist. So heißt es im Vorwort:

  • (5) „Mit breiter sachlicher Information aller Lehrkräfte sowie dem Bereitstellen von Materialien für einen emanzipatorischen Unterricht wollen wir erreichen, dass lesbische, schwule, bisexuelle und transgender Lebensweisen als gleichberechtigte Lebensformen sichtbar und lebbar werden.“

Lebensformen? Nehmen Sie an, daß Sie schwul sind. Ändern sich, weil Sie auf Männer stehen, deshalb ihre Umgangsformen, ihre Höflichkeitsregeln, haben Sie deshalb eine andere Art, Menschen ihren Respekt auszudrücken, verlieren Sie ihn oder wechseln Sie sonst ihre kulturelle Identität, ihre Zustimmung zu Menschenrechten oder ihr Demokratieverständnis? Verstehen Sie Redewendungen plötzlich anders oder machen Sie sich plötzlich über ganz andere Themen Sorgen, ändern Sie die Art, ihre Entscheidungen zu begründen und orientieren Sie im sozialen Alltag nach völlig neuen Kriterien? Offenbar nicht, oder? Na, dann gibt es auch keine schwulen oder lesbischen Lebensformen, nur weil z.B. eine Frau mit Frauen schlafen will. Das kann sie gerne tun, aber das ist nun wirklich keine große Sache, über die man stundenlang reden könnte. Und mit Schwulen ist das nicht anders.

Was sind die Mittel, die die GEW-BW zur Erreichung ihrer Ziele einsetzen möchte?

  • (6) „Dazu gehört, dass Lesben und Schwule in Aufgabenstellungen, Texten, Lektüren, Schulbüchern, etc. vorkommen. Damit würde dem „heimlichen Lehrplan“ entgegengewirkt, der die Heterosexualität zur nicht hinterfragbaren Norm macht.“

Wirklich? Soweit ich sehen kann, wird die Behauptung, daß der Mond aus grünem Käse ist, auch nicht sehr oft erwähnt. Aber wird dadurch die Behauptung, daß die Farbe des Käses, aus dem der Mond gemacht ist, deutlich heller als grün ist, zum heimlichen Lehrplan, zur unhinterfragbaren Norm? Irgendwie nicht, oder? Falls (6) also mehr als lächerlich sein soll, dann gibt es eine nicht-triviale Argumentation für (6), die hier nicht erwähnt wird. Was an dieser Stelle offenbar gebraucht wird, ist eine Theorie, die erklärt, wie und inwiefern nicht einfach nur die Sprache im wittgensteinschen Sinne den Geist formt, sondern welchen Unterschied die explzite Erwähnung von sexuellen Geschlechtern in allen Kontexten effektiv macht, warum es mich freundlich stimmen soll z.B. gegenüber Lesben, wenn ich in der Schule ständig mit umständlichen Formulierungen genervt werde.

  • Und warum wird diese fehlende Theorie nicht erwähnt? Warum gibt es nicht mal eine Fußnote oder eine Formulierung a la „Der so-und-so-Theorie zufolge …“ ? Die einzig sinnvolle Erklärung ist imho an dieser Stelle die, daß diese Position keine Argumente mehr braucht, um sich durchzusetzen: Sie ist bereits die Norm, die nicht hinterfragt werden darf.

Das zweite Mittel ist Folgendes:

  • (7) „Der traditionelle literarische Schulkanon bedarf dringend der Erweiterung um die Stimmen von Frauen, von Migranten und Migrantinnen, von lesbischen Autorinnen wie Christa Reinig, Janet Winterson, Audre Lorde, Gert Brantenberg, Violette Leduc, Monique Wittig, oder schwulen Autoren wie Lutz van Dijk oder Josef Winkler. Ähnliches gilt für das Fach Kunst.“

Meiner Meinung nach sollte ein Autor gelesen werden, weil er ein gutes Buch geschrieben hat, nicht weil er schwul ist. Dumme Bücher bleiben dumm und die Homosexualität des Autors verwandelt sein Worte nicht in Gold. Das Geschlecht sollte meiner Meinung nach gar keine Rolle spielen, es kommt niemals darauf an, wer etwas sagt, aber immer darauf, was gesagt wird. Und welchen Grund gibt es eigentlich, von dieser offensichtlichsten aller Einsichten abzuweichen?

Was hat die Irrationalität der von der GEW-BW vorgelegten Broschüre nun eigentlich mit Heterophobie zu tun? Der erste Gedanke daran kam mir auf Seite 9 der Broschüre. Dort heißt es:

  • (8) „Im Idealfall heißt dies: Jede zehnte Person ist homosexuell.“

Was ist daran ideal? Ich dachte, Hetereosexuelle und Homosexuelle sollen gleichberechtigt miteinander leben? Nein? Verlieren wir etwas, wenn es weniger oder gar keine Homosexuellen mehr gibt? Wenn ich (7) so ansehe, wird unsere Kultur schlechter oder langweiliger, wenn es keine Schwulen mehr gibt oder keine Frauen, die Männer sein wollen? Sind Homosexuelle aufgrund ihrer sexuellen Orientierung lustiger, origineller oder interessanter? Sind Heterosexuelle von Natur aus dröge, dumm oder riechen sie streng? Lesen wir dazu die Broschüre auf Seite 12 im Abschnitt Kompetenzen:

  • (9) „Die Schüler/innen lernen Gemeinsamkeiten und Unterschiede hetero- und homosexueller Lebensweisen kennen. Sie setzen sich mit dem Minderheitenstatus auseinander und thematisieren Vorurteile und Einstellungen gegenüber Lesben und Schwulen.“
  • (10) „Die Schüler/innen erkennen, dass Unterschiede nicht nur unentbehrlich sind für eine Gesellschaft, sondern immer auch eine Bereicherung.“

(9) finde ich sinnvoll. Da ich generell der Meinung bin, daß wir zu einer Verteilungsgesellschaft hin entwickeln sollten, bin ich auch für eine systematische Einwanderungspolitik. Und es ist banal, daß verschiedene Kulturen mit verschiedener Geschichte nicht einfach friedlich und ohne Konflikte nebeneinander leben. Da macht es Sinn, auf Vorurteile gegenüber Migranten, Moslems, Roma, Lesben oder Transen etc. hinzuweisen. Das kann ich mir als Thema im Sozialkundeunterricht sehr gut vorstellen.

Aber bei (10) hört mein Verständnis auf. Es kann durchaus sein, daß eine Kultur interessant ist und eine Bereicherung, aber sie ist nicht deshalb eine Berecherung, weil sie nicht meine ist. Die Nazis hatten auch eine Vorstellung von Kultur und sie war keine Bereicherung. Und es gibt Menschen, deren Sexualität anders als die normale und zwar gewalttätig ist. Muß ich hier wirklich erklären, warum das keine Bereicherung ist? Schwule, Transsexuelle und Lesben können gerne unter den Heterosexuellen leben und ich bin absolut dafür, ihnen ohne pejorative Vorurteile zu begegnen, ihnen die gleichen Rechte, denselben Status und was-weiß-ich noch alles zu geben. Aber sie sind eben nur genau dann eine Bereicherung, wenn sie interessante Menschen sind, nicht weil sie schwul oder sonst was sind. Denn wären sie schon deshalb eine Bereicherung, dann müßten wir ja konsequent etwa so reagieren:

  • (11) „Oooohhhh … du bist nur heterosexuell? Schade, ich hatte mir mehr von dir versprochen.“

DAS ist sexuelle Diskriminierung – da beißt die Maus keinen Faden ab. Ich bin heterosexuell und das ist gut so und wer damit ein Problem hat, manövriert sich ins moralische Abseits. Klar soweit?

II. Praxistauglichkeit

Stellen wir uns eine Testsituation vor: Sie haben zwei Söhne, einer ist schwul und einer ist heterosexuell. Wie können Sie – und es ist nicht übertrieben, anzunehmen, daß sie das wollen – beiden Söhne helfen und sie glücklich machen? Testen wir unter diesen Bedingungen den Vorschlag der GEW-BW, mit ihrem schwulen Sohn über Homosexualität in der folgenden Weise zu reden:

  1. Woher glaubst du, kommt deine Homosexualität?
  2. Wann und warum hast du dich entschlossen, homosexuell zu sein?
  3. Ist es möglich, dass deine Homosexualität nur eine Phase ist und dass du diese Phase überwinden wirst?
  4. Ist es möglich, dass deine Homosexualität von einer neurotischen Angst vor Menschen des gleichen Geschlechtes kommt?
  5. Wissen deine Eltern, dass du homosexuell bist? Wissen es Deine Freundinnen und Freunde? Wie haben sie reagiert?
  6. Viele Kinderbelästiger sind homosexuell. Kannst Du es verantworten, deine Kinder homosexuellen Lehrer/innen auszusetzen?
  7. Was machen Männer und Männer denn eigentlich im Bett zusammen? Wie können sie wirklich wissen, wie sie sich gegenseitig befriedigen können, wo ihnen doch anatomischen Unterschiede dafür fehlen?
  8. Wir wissen, daß Homosexuelle zur Promiskuität neigen. Warum gibt es so wenige langjährige, stabile Beziehungen unter Homosexuellen?
  9. Laut Statistik kommt AIDS bei Homosexuellen am häufigsten vor.  Ist es daher für Menschen wirklich sinnvoll, eine homoxuelle Lebensweise zu führen und so das Risiko tödlicher Krankheiten einzugehen?
  10. In Anbetracht der Überalterung der Menschheit stellt sich folgende Frage: Wie könnte die Menschheit überleben, wenn alle homosexuell wären?
  11. Es scheint sehr wenige glückliche Homosexuelle zu geben; aber es wurden Verfahren entwickelt, die es dir möglich machen könnten, dich zu ändern, falls du es wirklich willst. Hast du schon einmal in Betracht gezogen, eine Elektroschocktherapie zu machen?
  12. Möchtest du, dass dein Kind homosexuell ist, obwohl du die Probleme kennst, mit denen es konfrontiert würde?

Sie finden das tendentiös, abwertend, respektlos und verächtlich gegenüber ihrem schwulen Sohn? Ist es auch. Sie glauben, daß er seine Homosexualität so nie in normaler und natürlicherweise entdecken wird und nie glücklich mit ihr leben wird, wenn Sie ihm diese Absurditäten suggerieren und ihm anhand dieser Fragen eine Orientierung für seine Sexualität mit auf den Lebensweg geben würden? Wird er auch nicht. Und würde sich an Ihrer Einschätzung etwas ändern, wenn Sie in analoger Weise so mit Ihrem heterosexuellen Sohn reden würden? Natürlich nicht – und doch schlägt der GEW-BW genau das auf Seite 20 seiner Broschüre für den Unterricht vor.

Was zum Henker soll diese beschissene Heterophobie? Woher kommt diese Menschenverachtung im Namen des Minderheitenschutzes und warum trauen sich Männerrechtler nicht zu sagen: Heterosexualität ist toll – genauso wie Homosexualität? Und warum sagen sie nicht endlich dies: Daß das Geschlecht für die Erklärung sozialer Zusammenhänge nur eine Nebenrolle spielt und eine einfache Vertauschung der Geschlechter überhaupt nichts ändern würde?

Den aktiven Maskulisten fehlt ein positives Verständnis von Männlichkeit und männlicher Sexualität, sie stellen sich unter der sexuellen Würde einfach gar nichts vor. Und solange das so ist, werden unsägliche Broschüren wie diese auch weiterhin die öffentliche Meinung verseuchen.


25 Kommentare

  1. wollepelz sagt:

    Das mit der erhöhten Selbstmordrate bei Homosexuellen ist zu hinterfragen:
    http://sciencefiles.org/2014/01/21/erhohtes-suizidrisiko-bei-homo-und-bisexuellen/
    http://sciencefiles.org/2014/01/22/homosexuelle-begehen-nicht-haufiger-selbstmord-als-heterosexuelle/

    Der wichtigste Aspekt bei Selbstmorden sollte nach wie vor sein, dass sich der männliche Teil der Bevölkerung mehr umbringt als der weibliche.

    • Warst schneller! Zwei Dumme ein Gedanke. Es sollte eigentlich jedem in Fleisch und Blut übergehen, JEDE Behauptung oder Tatsachenvorspiegelung in Femischriften und Worten mit Vorsicht zu begegnen. Traurig, aber isso. 😦

      • wollepelz sagt:

        Na, kennst das doch: Blindes Huhn säuft auch mal Korn! 😉

        Man muss sämtliche Zahlen und angebliche Fakten der Feministinnen hinterfragen. Sie arbeiten ja ausschließlich mit Lügen und Verfälschung. Traurig, aber wahr.

  2. Immer vorsichtig mit Behauptungen, gerade auch von der Femi-Seite. 🙂

    „Das Problem ist:
    (3) “Das Suizidrisiko bei lesbischen und schwulen Jugendlichen ist viermal so hoch wie bei heterosexuellen Jugendlichen.”

    Und ich seh das auch so, …“

    Warum siehst Du das so? Gibt es dieses Problem denn?

    „Tatsächlich ist bis heute unklar, ob eine höhere Suizidrate bei Nicht-Heterosexuellen oder Teilen von ihnen besteht als unter Heterosexuellen, obwohl seit mindestens zehn Jahren hierüber geforscht wird.“

    http://sciencefiles.org/2014/01/21/erhohtes-suizidrisiko-bei-homo-und-bisexuellen/

    • “Tatsächlich ist bis heute unklar, ob eine höhere Suizidrate bei Nicht-Heterosexuellen oder Teilen von ihnen besteht als unter Heterosexuellen, obwohl seit mindestens zehn Jahren hierüber geforscht wird.”

      Danke für den Hinweis: Das wußte ich selbst nicht.

  3. „Testen wir unter diesen Bedingungen den Vorschlag der GEW-BW, mit ihrem schwulen Sohn über Homosexualität in der folgenden Weise zu reden:“

    Die Fragen in der urspränglichen Formulierung zielen ja nicht tatsächlich auf Antworten ab. Sie sollen etwas ganz anderes bewirken, nämlich die Norm „Heterosexualität“ hinterfragen und damit eben gerade deutlich machen, wie sich Homosexuelle fühlen, die immer wieder mit diesen Fragen konfrontiert werden.
    Es geht also gerade darum, den Hetereosexuellen damit zu konfrontieren, dass ein Homosexueller das als unangenehm erlebt und die Fragen für ihn teilweise keinen Sinn ergeben.

    Es ist also eine „Awarnessübung“.

    Damit man sie inhaltlich aufnehmen kann, muss man sie auch als solche besprechen.

    • „Es ist also eine “Awarnessübung”.

      Und? Ist das eine Entschuldigung für Menschenfeindlichkeit? Ich meine, du als Gemäßigter müßtest doch hier mal deinen Prinzipien folgen und zur Mäßigung aufrufen?

      Mir gefällt deine Parteillichkeit immer weniger.

      • Du verstehst meinen Kommentar falsch:

        Natürlich kann man das kritisieren. Aber deine gegenwärtige Kritik geht an dem Inhalt vorbei. Es bringt nichts darauf hinzuweisen, dass ein Homosexueller oder Heterosexueller sich dann unwohl fühlt, wenn das Ziel dieser Übung gerade ist, auf dieses Unwohlsein hinzuweisen.

        Das hat auch nichts mit Parteilichkeit zu tun. Ich habe ja auch einen Artikel zu diesem Programm und finde es schon auf falschen Vorstellungen beruhend. ich würde meinen Artikel verlinken, aber du hast ja angekündigt links zu löschen

  4. „und warum trauen sich Männerrechtler nicht zu sagen: Heterosexualität ist toll – genauso wie Homosexualität? “

    „Den aktiven Maskulisten fehlt ein positives Verständnis von Männlichkeit und männlicher Sexualität, sie stellen sich unter der sexuellen Würde einfach gar nichts vor. “

    Was sollen eigentlich solche generellen Abwertungen, zumal du dir darunter auf mehrmalige Nachfrage selbst nichts konkretes vorstellst, nicht sagen kannst, was Männlichkeit eigentlich definiert und eingrenzt und wodurch sich diese Grenzen bestimmen?

    • “Was sollen eigentlich solche generellen Abwertungen, ”

      Die Wahrheit zu sagen, wertet niemanden ab. Es braucht schon eine bedeutende Portion Verlogenheit, um das Gegenteil zu behaupten.

      Ich halte Verlogenheit für den praktischen Teil der Mäßigung.

      • „Die Wahrheit zu sagen, wertet niemanden ab. Es braucht schon eine bedeutende Portion Verlogenheit, um das Gegenteil zu behaupten.“

        Ich hatte ja einen Artikel von mir dazu verlinkt, in dem ich genau dies anspreche.
        Ich spreche mich sogar recht häufig für ein positives Verständnis von Männlichkeit und Heterosexualität aus, was ja bei einer Begründung über die Biologie auch nur logisch ist. Ich spreche mich ebenso dafür aus mit Abweichungen jedweder Art positiv umzugehen, was aber nicht bedeutet, dass man Häufungen nicht mehr wahrnehmen darf.

    • Und noch eins:

      Die links, die du überall nur auf deinen blog setzt, sind meistens uniformativ und werden – da sie vor allem zur Selbstbeweihräucherung von dir gesetzt werden – von mir in Zukunft gelöscht.

      Denn in meinem blog gilt:

      PSYCHOSCHEISSE ABLADEN VERBOTEN.
      MÜLLABLADEN VERBOTEN:

      • Uiuiui, jetzt dreht Elmar aber auf 😀
        Und ich dachte schon, diese andauernde Linkschleuderei auf das Blog von Emo-Chris wäre nur mir bisher negativ aufgefallen 😉 Das macht er übrigens auch innerhalb seines Blogs genauso 😀 Irgendwann heißt es dann, dass er zu irgendeinem Thema irgendwann einmal irgendwo in seinem Blog irgendwas geschrieben hat. So kann man natürlich auch Diskussionen derailen, indem man die Leute erstmal ausschließlich mit seinem eigenen Standpunkt abfüttert und von der ursprünglichen Diskussion entfernt.

        Mußte mal gesagt werden…

  5. karstenmende sagt:

    Das ist eine überaus gute Analyse dieser „Publikation“ der GEW. Allerdings möchte ich jetzt endlich mal auf dein Anliegen zurückkommen, Sex „auch“ als Lust zu begreifen und unter diesem Aspekt populärer zu machen. Hast du wirklich den Eindruck, dass an diesem Punkt irgend ein Förderbedarf besteht? Ich habe diesen Eindruck jedenfalls nicht. Mein Anliegen ist lediglich, Sexualität in ihrer primären und gesellschaftlich relevanten Bedeutung zu betrachten. Hier besteht meines Erachtens das Defizit in der öffentlichen Auseinandersetzung. Wenn ein heterosexuelles Paar gezielt Nachwuchs verhütet und ein Nümmerchen des Spaßes wegen schieben will, dann nur zu. Das ist eine private Entscheidung und obliegt nicht dem öffentlichen Interesse. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass sich Sexualität primär über Nachwuchs definiert und alle Nebenaspekte, wie Spaß oder Geilheit nur eine untergeordnete, und – für sich allein – nichtige Rolle bei der Definition von Sexualität spielen. Deswegen ist meine persönliche Meinung absolut unwichtig, wenn ich mich mit der sachlichen und faktischen Definition von Sexualität auseinandersetze. Deswegen noch einmal kurz und knackig:

    Wenn die primären Bedingungen einer jeglichen Definition nicht erfüllt werden, sind jegliche sekundären Aspekte, die diese Definition begleiten, hinfällig. Und das ist grundsätzlich so.

    Ob Sex Spaß macht? Das ist eine Frage, die man auch einem seit 20 Jahren verheirateten Ehepaar stellen kann, dass sich nur noch sporadisch und pflichtgemäß aufeinanderstapelt. 😉

    • „Allerdings möchte ich jetzt endlich mal auf dein Anliegen zurückkommen, Sex “auch” als Lust zu begreifen und unter diesem Aspekt populärer zu machen. Hast du wirklich den Eindruck, dass an diesem Punkt irgend ein Förderbedarf besteht? “

      Ja, irgendwie schon … ich bin nicht völlig sicher, daß es zum Thema gehört, aber viele Frauen gehen mit Männern ins Bett, die sie nicht mögen – sie haben andere Gründe. Die Folge ist, daß sich ihre Sexualität nicht entwickelt und sie der Frau auch keinen Spaß macht – was diese Frauen aber dann den Männern vorwerfen.

      Zweitens ist der von Frauen präferierte Sex meistens mehr eine Selbstbefriedigung zu zweit, aber nichts Gemeinsames. Schön wird Sex aber vor allem dann, wenn es etwas gemeinsam Geteiltes gibt – wovon viele Frauen aber nichts wissen.

      Drittens wird Sex als Tausch- und Druckmittel gegenüber Männern eingesetzt. Das macht man nur, wenn man selbst keine Lust auf Sex hat oder sich seine Lust woanders holt – also fremdgeht.

      „Das ist eine private Entscheidung und obliegt nicht dem öffentlichen Interesse.“

      Ja.

      „Wenn die primären Bedingungen einer jeglichen Definition nicht erfüllt werden, sind jegliche sekundären Aspekte, die diese Definition begleiten, hinfällig. Und das ist grundsätzlich so.“

      Ja, die konzeptionelle Reinheit deiner Definition hat was – eindeutig.

      Nur bleibt die Frage – was machst du jetzt damit? Was können wir damit erkennen oder verstehen, was wir vorher nicht hatten?

      • karstenmende sagt:

        Das wiederum ist deine konzeptionelle Reinheit des Begriffes Spaß (= Freude), und da muss ich dir recht geben. Nur mangelt es nicht an der Agitation, sondern an der Wahrhaftigkeit und der praktischen Umsetzung. Wenn man das GEW-Pamphlet oberflächlich betrachtet, könnte es einem gutgläubigen Zeitgenossen auch dabei in den Sinn kommen, dass die ungezwungene Art der Auseinandersetzung zu mehr Freude beim Sex führen könnte. So jedenfalls argumentieren die üblichen Verdächtigen auch ganz gern. Das die Absichten andere sind, ist vielen von diesen Toleranz-Aktivisten nicht bewusst. Logisch, dass denen die realen Folgen einer solchen Propaganda völlig abgehen.

        „Zweitens ist der von Frauen präferierte Sex meistens mehr eine Selbstbefriedigung zu zweit, aber nichts Gemeinsames. Schön wird Sex aber vor allem dann, wenn es etwas gemeinsam Geteiltes gibt – wovon viele Frauen aber nichts wissen.“…wollen.

        http://de.wikimannia.org/Datei:Esther-Vilar_Der-Dressierte-Mann.pdf

        Wenn diese Publikation auch schon ein paar Dekaden hinter sich hat; im wesentlichen hat sich kaum etwas zum Guten verändert. Das sind Erfahrungen, die viele Männer täglich machen, ohne sie jedoch zu reflektieren (wahrscheinlich ist das auch ganz gut so 😉 ).

        „Nur bleibt die Frage – was machst du jetzt damit? Was können wir damit erkennen oder verstehen, was wir vorher nicht hatten?“

        Ich halte es eben in einer offenen Debatte über Sexualität für wichtig, erst einmal verstanden zu haben worüber man überhaupt spricht. Das ist doch DIE wesentliche Grundvoraussetzung für eine zielführende Diskussion. Solange es aber Diskussionsteilnehmer gibt, die Analverkehr unter dem Aspekt „Sexualität“ betrachten, kann ich mir eine sachliche Diskussion eigentlich sparen. Die „stick-in-a-hole“-Taktik allein macht diese Praxis noch lange nicht zu Sexualität. Dieses Bewusstsein zu schaffen ist allerdings im heutigen werteverdrehenden Zeitgeist nahezu unmöglich. Leider ist die „anything goes“-Methodik unter der falschen Flagge „Hauptsache es macht Spaß“ nicht ganz unschuldig an diesem Umstand.

        • Hm …. na gut, ich hoffe, du verlierst das Thema nicht aus den Augen, denn mir ist schon klar, daß du deine Karten im Moment noch nicht auf den Tisch legen willst.

          Mußt du ja auch nicht, aber natürlich bin ich weiterhin an deinem Standpunkt interessiert.

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