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Biological Borderline

Das Bild von Pferd und Reiter ist eine von Biologisten gern benutzte Metapher, um anzudeuten, wie sie sich das Verhältnis der biologischen und sozialen Anteile bei der Hervorbringung sozialer Phänomen vorstellen. Die Hausbiologisten des linken Maskulismus benutzen ein ähnliches Bild: Die Metapher von Elefant und Reiter soll andeuten, daß biologische und evolutionäre Anteile – beides wird von ihnen fröhlich durcheinander geworfen – in einem unerklärten Sinn dominieren. Vulgärbiologisten sehen anders als Biologisten auch kein Problem darin, nicht zu wissen, wo die Erklärungskompetenz der Naturwissenschaften bei sozialen Phänomenen endet: Man fühlt sich in pubertären Allmachtsphantasien generell zuständig und man fühlt sich wohl: Sollen doch andere nachweisen, daß man irgendetwas nicht kann. Und im Grunde ist das nicht mal besonders schwer. Dieser post zieht – nach begrifflicher Vorarbeit – zwei Grenzlinien, die sich erfreulicherweise bei der Erklärung einzelner Handlungen einsetzen lassen.

Übersicht:


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Man kann nicht abstreiten, daß die Biologie eine Naturwissenschaft ist. Ihr Gegenstand sind aus diesen Grund natürliche Ereignisse und Prozesse. Vermutlich ist es nicht sehr gewagt, zu sagen, daß Ereignisse Veränderungen sind, die Koordinaten im Raum und in der Zeit haben. Prozesse können Ereignisse sein, die durch kausale Beziehungen zusammenhängen oder zeitliche Abfolgen von Zuständen. Einleuchtend zu definieren, was als Zustand gelten kann, ist vermutlich nicht so einfach, aber in diesem post soll ein Zustand einfach jeder zeitabhängige Sachverhalt sein, der mindestens eine Invarianz aufweißt. Kausale Beziehungen sehen wir in diesem post als natürliche Abhängigkeiten zwischen Ereignissen an, die auch dann bestehen, wenn Menschen nicht von ihnen wissen.

Die Wechselwirkung von Menschen mit den Ereignissen und Prozessen in der Natur erfolgt zweifellos über ihre Tätigkeiten, denn Tätigkeiten haben meistens Veränderungen zur Folge:

  • (1) Mit Tätigkeiten ist jeder vertraut: Jeder ist schon mal im Meer geschwommen, hat einen Spaziergang gemacht oder eine Kastanie weggekickt.

Doch nicht immer haben Tätigkeiten auch Erfolg, denn manche Schrauben können wir einfach nicht lösen – egal, wieviel Kraft wir auch aufwenden. Physiker wissen das sehr gut und jeder Physikstudent lernt, daß das zweite Newton’sche Gesetz nur eine hinreichende Bedingung für das Vorkommen einer Kraft lehrt. Nichtsdestoweniger haben Tätigkeiten eine Position im Raum und in der Zeit.

Fragen wir uns, ob das für den Erfolg einer Tätigkeit auch gilt, hat der Erfolg jeder Tätigkeit eine Position im Raum und in der Zeit? Wenn das der Fall ist, dann wird es jede angeblich soziale Komponente des intentionalen Verhaltens schwer haben, sich nicht in naturwissenschaftliche Beschreibungen von Ereignissen oder Zustandsveränderungen in einem übertragenen Sinne aufzulösen. Ist es aber nicht der Fall, dann entzieht sich die Beschreibung des Tätigkeitserfolges jeder Reduktion auf  die angetretenen Naturwissenschaften – seien es nun Neurophysiologie, Physik, Darwinismus oder sonst was.

  • (2) Vulgärbiologisten denken bekanntlich nicht so gern, sie rezitieren lieber Studien, von denen sie ihre intuitiven Ansichten bestätigt sehen und daß die Wissenschaft wenig mehr zustande bringt, als ihnen intuitiv schon immer klar war, kommt ihnen weder verdächtig vor, noch sehen sie die Nnotwendigkeit, Studien, die ihre Ansichten widerlegen würden, gehen diejenigen antreten zu lassen, sie ihnen vermeindlich Recht geben – was ein Grund dafür ist, daß man sie Vulgärbiologisten nennt. Entsprechend kann man erwarten, daß im Vulgärbiologismus ganz elementare Dinge schief laufen, die zu klären, keine empirischen Studien erfordert.

Es ist klar, daß der mögliche Erfolg dieses postes in dem Sinne begrenzt ist, als er nichts darüber aussagt, ob die von der naturwissenschaftlichen getrennte soziale Sphäre nicht vielleicht doch in irgendeinem verborgenen Sinne von ersterer determiniert wird. Das ist ein anderes Problem für einen anderen post, in diesem post geht es nur um das Problem der Abgrenzung.

I. Actions are not Events

Daß menschliche Tätigkeiten und ihr Erfolg sich eigenartig windschief zueinander verhalten, kann man sich an einigen Beispielen vor Augen führen. Als erstes „spalten wir die Zeit ab“.

  • (3) Stellen wir uns einen Jäger vor, der im Wald einen Elch aufspürt, auf ihn anlegt, seinen Zeigefinger krümmt und den Schuss auslöst. Dann kann es passieren, daß der Elch zwar tödlich getroffen ist, aber zunächst noch die Kraft hat, wegzulaufen, um schließlich woanders zu verenden. Das kann Stunden später geschehen und ist es logisch nicht unmöglich, daß der Jäger zwischenzeitlich und vor dem Verenden des Elches selbst aus Jagdfieber einen Herzinfakt erleidet, der mittem Wald ohne Hilfe auch tödlich verläuft. Also: Der Erfolg einer Tätigkeit kann zeitlich eintreten, nachdem der Tätige selbst mit der Natur nicht mehr wechselwirken kann.

Doch nicht nur das: Der Erfolg der Tätigkeit liegt auch nicht in allen Fällen in den Händen der Tätigen, denn in (3) könnte sich der Elch auch überraschend erholen und den Jäger auf Dauer überleben – was ein guter Grund dafür ist, zu behaupten, daß eine Tätigkeit nicht dadurch charakterisiert werden kann, daß sie ihren Erfolg kausal herbeiführt.

Spalten wir an nächstes den Ort ab:

  • (4) Ein Arzt, der z.B. alle Ebola-Kranken eines Dorfes überredet, mit ihm 3 Wochen in einer verlassenen Hütte zu bleiben, bis die Gefahr der Ansteckung vorbei ist, führt das Ende der Seuche herbei, indem er dem Virus neue Wirte entzieht. Doch das Ende der Seuche bedeutet, daß keine neuen Kranken mehr auftreten und „keine kranken Menschen“ sind keine Menschen, die sich an einem Ort aufhalten würden. Das Ende der Seuche hat einen Zeitpunkt z.B. die Verbrennung aller Infizierten, aber das Ende der Seuche hat keinen Ort. Einen anderen Ort als die Tätigkeit hat der Tätigkeitserfolg auch z.B. beim Impfen von Wolken mit Silberjodid: Geimpft werden die Wolken bei einer bestimmten Position, aber der Regen kann bei entsprechendem Wind durchaus woanders niedergehen. Also: Der Erfolg einer Tätigkeit kann eintreten weit weg vom Ort der Tätigkeit, der muß nicht mal einen haben.

Spalten wir nun die Körperbewegung des Tätigen selbst ab vom Erfolg ab:

  • (5) Denken wir uns einen Bäcker, der Brot backt. Sauerteig muß bei schwacher Hitze eine Weile gehen und der Bäcker kann in dieser Zeit andere Sachen machen. Also: Auch durch Nichtstun kann man mit der Natur in gewissem Sinne wechselwirken – wenn auch nicht durch Teilchenaustausch.

Spalten wir zuletzt die Position des Erfolges in der Raum-Zeit und den Tätigen selbst vom Erfolg der Tätigkeit ab:

  • (6) Zu sagen, daß die Fußballweltmeisterschaft 2014 in Brasilien stattfand, ist völlig richtig, aber es gibt nicht eine Tätigkeit eines oder vieler Fußballer, deren Erfolg darin gemündet hätte, daß die deutsche Mannschaft den Titel holte. Auch die anderen Tätigkeiten, ihre schwächere Leistung spielt eine entscheidendee Rolle, zumal die deutsche Mannschaft nicht gegen jede anderen 2014 in Brasilien angetretene Mannschaft gespielt hat. Es ist also nicht ein Spieler oder die deutsche Mannschaft, deren kollektive Tätigkeit des Spielen der Grund für den Erfolg war, die Regeln der Fußballweltmeisterschaft sind ebenfalls nötig. Trotzdem wurde der Titel 2014 zweifellos in Brasilien errungen und nicht in China, obwohl die Regeln an keinem Ort existieren. Auch fanden die Spiele an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten statt. Doch weder gab es eine Aggregation der Orte der Spielertätigkeiten zum Erringen des Titels, noch einen einzelnen Punkt, zu dem die Fußballweltmeisterschaft oder das Erringen des Titels stattfand. Selbst wenn das Siegtor im Endspiel natürlich einen Zeitpunkt hatte, der Titel wurde nicht zu diesem Zeitpunkt errungen, denn nach dem Tor wurde weitergespielt. Also: Erfolge von Tätigkeiten ereignen sich nicht immer an Raum-Zeitpunkten und sie sind auch nicht unbedingt die Folge der Summe der Tätigkeiten Einzelner.

Der tiefere Grund für (2) bis (6) liegt – vereinfacht gesprochen – darin, daß der Erfolg einer Tätigkeit eine Tatsache und keine Ereignis ist. Der Unterschied zwischen beiden liegt auf der Hand:

  • (7) Die Ermordung von Julius Caesar ist ein Ereignis, daß gegenwärtig auf den 15. 3. 44 v. Chr. datiert wird, die Tatsache, daß er ermordet wurde, aber besteht noch heute. Tatsachen sind auch keine Ereignisse unter einer bestimmten Beschreibung, da “Brutus ermordete Caesar.“ und “Caesar wurde von jemandem ermordet, von dem er es nicht erwartet hätte“, zwar dasselbe Ereignis, nicht aber dieselbe Tatsache darstellen.

Es können daher im allgemeinen nicht zwei Leute über dieselbe Tatsache informiert sein, ohne bei einem Vergleich ihrer Informationen deren Identität zu bemerken. Hingegen können zwei Personen von demselben Ereignis wissen, ohne zu wissen, daß es dasselbe Ereignis ist, selbst dann, wenn sie ihre Informationen vergleichen.

  • (8) So kann der eine Astronom die Bahn des Morgensterns protokollieren und ein anderer die des Abendsterns. Und selbst wenn sie ihre Protokolle vergleichen, folgt daraus allein nicht, daß sie denselben Stern beobachtet haben: Der Morgenstern könnte den Abendstern verdecken – oder umgekehrt. Daß in beiden Fällen die Venus beobachtet wurde, weiß man durch die Protokolle allein nicht.

Zusätzlich kann es Tatsachen nicht ohne Sprache geben:

  • (9) So kann z.B. das Radiergummi nicht links neben der Teetasse liegen, wenn es keine Sprache gibt, in der die Relation “links von“ mit ihren merkwürdigen Orientierungseigenschaften erklärt ist. Zwar kann man Augenzeuge von Tatsachen sein, aber wer etwas Grünes sieht, der hat in keinem Sinne etwas Grünes im Auge.

Mit anderen Worten: Tatsachen sind abhängig von ihrer Darstellung im Satz, Ereignisse nicht, so daß Tatsachen äquivalent sein können, Ereignisse, als lokale, datierbare und daher unwiederholbare Einzeldinge aber nicht. Denn falsche Tatsachen gibt es nicht und eine Tatsache ist immer “eine Tatsache, daß p.“, wobei “p“ als Variable für einen ganzen Satz verwendet wird.

Die Sperenzchen, die sich der Erfolg unserer Tätigkeiten herausnimmt, ist der Grund dafür, daß man Tätigkeiten und Handlungen unterscheidet: In (3) hat der Jäger selbstverständlich den Elch erlegt auch dann, wenn er vor dem Elch stirbt und diese Klassifikation ist kein Widerspruch zu den Naturgesetzen, sondern einfach die Folge einer begrifflichen Tatsache:

  • (10) Handlungen werden durch Tatsachen identifiziert, nicht aber durch die Identitätsbedingungen von Ereignissen.

Handlungen sind – salopp formuliert – Abstraktionen, an denen bereits unser Verstand beteiligt ist. Sie existieren nicht wie Ereignisse unabhängig von uns und ohne, daß wir von ihnen wissen. Nur das macht es möglich, daß wir Unterlassungen selbst als Handlungen ansehen.

Selbstverständlich ist (10) keine Definition einer Handlung, sondern nur eine Adäquatheitsbedingung einer solchen Definition. Andere Adäquatheitsbedingungen sind nötig, denn niemand würde z.B. einen körperlichen Reflex bei Bewußtlosigkeit als Handlung einer Person ansehen. Offenbar benötigt man die Intention des Tätigen für das Vorliegen einer Handlung und dieses neue Element erzeugt weitere Komplikationen:

  • (11) Denn während es begrifflicher bullshit ist, zu sagen, daß man Tätigkeiten unabsichtlich ausführt, kann ein U-Boot-Kapitän sehr wohl versehentlich kontrproduktiv handeln und seinen eigenen Geleitzug torpedieren. Also: Gehandelt wird immer intentional und zwar unter einer bestimmten Beschreibung z.B. einer Tätigkeit, die etwas zu tun haben muß mit dem Inhalt der Intention des Tätigen. Das Vorkommen einer Körperbewegung, einer Tätigkeit – mit welcher Zusatzbedingung auch immer – ist keine hinreichende Bedingung für das Vorkommen absichtlichen Handelns.

Nicht-Biologisten merken an dieser Stelle vermutlich sofort, daß (11) ein Quantsprung auf der nach oben offenen Skala der Ärgernisse ist. Der erste Grund dafür ist der, daß (10) und (11) zusammen dafür sorgen, daß Erklärungen intentionalen Verhaltens keine Kausalerklärungen sind – weshalb die Naturwissenschaften prima facie nichts zu ihnen zu sagen haben. Und das liegt an dreierlei Tatsachen:

  • (12) Handlungsgründe treten nicht in der Rolle der Ursache auf.

Denn nicht etwa die Tatsache, daß ein Akteur eine Überzeugung hat, spielt eine Rolle für den Grund einer Handlung, sondern höchstens dasjenige, was geglaubt wird. Denn nur wenn wir die Überzeugungsinhalte der Akteure als Bestandteile einer Erklärung in Anschlag bringen, werden wir auch diejenigen Argumente finden, die wir in der Praxis verwenden können, um Akteure in ihrem intentionalen Verhalten zu korrigieren. Gründe hängen mit Handlungen daher nicht über empirische, physikalisch präparierbare Kausalrelationen, sondern über begriffliche Beziehungen zusammen. Die physikalische Geschlossenheit der externen Welt macht es auch schwer verständlich, wie Überzeugungsinhalte allein in kausalen Relationen zu Veränderungen stehen könnten.

  • (13) Handlungen aus Gründen treten nicht in der Rolle der Wirkung auf.

Denn man kann nicht bestreiten, daß Akteure ihr intentionales Verhalten danach auslegen, was sie selbst wissen, wie sie die Zusammenhänge um sich herum verstehen und ihre Chancen beurteilen. Diese Meinungen mögen falsch sein, aber wir können das Verhalten der Akteure nicht rationalisieren, wenn wir ihre Meinungen im Zusammenhang mit der Handlungserklärung überhaupt nicht berücksichtigen. Falsche Meinungen der Akteure tun einer Handlungserklärung aber in keiner Weise Abbruch. Denn wenn der Aktuer A sich über eine Tatsache im Zusammenhang mit seinen Handlungsgründen geirrt hat, folgt weder, daß A tatsächlich aus ganz anderen Gründen handelte, noch, daß “A tat x, weil er glaubte, daß p.“ eine andere Erklärung erzeugt, als ‚A tat x, weil p.“. Denn die schwächere Formulierung bringt lediglich zum Ausdruck, daß für A eigentlich gar kein Grund zum Handeln vorgelegen haben könnte, spricht aber nicht über einen zweiten Grund. Schließlich weiß A im Moment seines Handelns nicht, dass seine Annahmen unzutreffend sind, und daher kann dies auch keinen Unterschied dafür ergeben, wie diese Handlungen erklärt werden. Ursachen von Ereignissen hingegen müssen tatsächlich in der externen Welt vorgelegen haben und zu ihren Wirkungen in beschreibungsunabhängigen Kausalrelationen gestanden haben. Denn vermeindliche Ursachen haben klaererweise überhaupt keine Wirkungen.

  • (14) Handlungsgründe stehen zu Handlungen nicht in denselben Relationen wie Ereignisse als Ursachen zu Ereignissen als Wirkungen stehen.

Handlungsgründe sind ihrer Natur nach lediglich vernünftige Betrachtungen, nicht aber Veränderungen des zeitlichen Ablaufs von Ereignissen, die ihre Konsequenzen für alle Personen dieser Welt in der gleichen Weise entfalten und auf die jeder in dergleichen Weise epistemischen Zugriff hat: Es gibt keine Garantie, daß ich die Handlungsgründe eines Anderen jemals verstehen werde. Vielmehr sind Handlungsgründe gut oder schlecht, verständlich oder unsinnig, niemals aber unter einem Gesetz stehend oder einen Zusammenhang zwischen Ereignissen widerlegend.

Wenn aber Handlungen, die aus Gründen erfolgen, zu intentionalem Verhalten in begrifflichen, nicht aber in beschreibungsunabhängigen Kausalrelation stehen, können wir dann folgern, daß Handlungsgründe Handlungen in irgendeiner Weise determinieren?

  • (15) Dafür unterscheiden wir den Fall, daß ein G ein Grund für A zu einer Handlung ist, von dem Fall, in dem G lediglich irgendein guter Grund zu derselben Handlung ist. Im letzteren Fall haben wir im Sinn, daß $G$ irgendwie eine vernünftige, vorteilhafte Sache ist, im ersten Fall aber eine Aussage über die mentale Vergangenheit von A. Wenn wir dies unterscheiden, dann würden wir aber bejahen, daß die Akteure anders entschieden hätten, wenn sie andere Gründe zum Zeitpunkt ihrer Entscheidung gehabt hätten. Denn das besagt, daß die Menge von gehegten Gründen einen spezifischen Einfluß auf die Auswahl der Handlung hatte selbst dann, wenn es schlechte oder eigentlich ungeeignete Gründe waren. Also: Gründe sind begrifflich hinreichend, zu determinieren, unter welcher Beschreibung unser Verhalten intentional ist.

Damit haben wir den zweiten Grund gefunden, aus dem (11) ein Quantsprung auf der nach oben offenen Skala der Ärgernisse ist: Zwar hatten wir die Naturwissenschaften mit (10)-(14) so schön in ihre Schranken gewiesen, doch (15) bringt sie uns zurück, wenn niemand wäre so verrückt, zu leugnen, daß nur das Gehirn und nichts sonst den Geist und damit auch alle Handlungsgründe erzeugt. Doch wie das angesichts von (10) klappen kann, ist mehr als rätselhaft, denn eines ist klar: Jeder neurophysiologische Zustand und jedes Ereignis im synaptischen Spalt haben einen Ort und eine Zeit und können in diesem Sinne lokal genannt werden.

  • (16) Vorsichtige Biologisten nehmen dieses sog. Problem der mentalen Verursachung durchaus ernst und einige halten ihm die evolutionäre Psychologie entgegen. Der Witz an dieser Strategie besteht darin, daß man die Inhalte des Bewußtseins und damit die Handlungsgründe lokal durch das Gehirn erzeugt und die Rolle der Sprache auf eine facon de parler, eine epiphänomenale Umschreibung der Gehirnaktivität reduzierr, der keinerlei konstitutitve Rolle für irgendwas zukommt.

Genau an dieser Stelle rächt sich aber das Bemühen der Biologisten, gute Naturwissenschaftlier zu sein und alle Rätsel allein empirisch zu lösen. Denn wenn man etwas nachdenkt, dann merkt man, daß unsere Handlungsgründe und insbesondere Wünsche, wie sie hier erläutert wurden, keinen Ort im Kopf haben können.

II. How do we learn to want?

Erinnern wir uns an die hier abgeleiteten phänomenologischen Merkmale zur Differenzierung von Pro-Einstellungen:

  • Definition 1: Diejenigen Pro-Einstellungen, die
    a) nur Erfolgsbedingungen haben, nennen wir Bedürfnisse.
    b) sowohl Erfolgsbedingungen als auch Erfüllungsbedingungen aufweisen, nennen wir Wünsche.
    c) lediglich Verhaltensbedingungen haben, nennen wir Präferenzen.

Die Pointe dieses Abschnitts wird darin liegen, daß Bedürfnisse im Kopf sein können und nichts Unsinniges an der Idee ist, daß zumindest einige Bedürfnisse in dem Sinne biologischen Ursprungs sind, insofern mal sie als lokal vom Gehirn erzeugt ansehen kann. Andere Pro-Einstellungen sind komplexer: Wünsche haben einen Inhalt und dieser Inhalt sorgt – so werden wir sehen – dafür, daß Wünsche nicht wie Bedürfnisse im Kopf sind. Wenn das stimmt, dann gibt es Handlungen aus Bedürfnissen heraus, die wir uns biologisch erklären können und wir brauchen keine unscharfen soziologischen Ansätze zu bemühen, um sie zu verstehen. Das gros der Handlungen hingegen erklären wir im Zusammenhang mit Wünschen und für sie bleibt das Problem der mentalen Verursachung trotz evolutionärer Psychologie ungelöst.

  • (17) Es macht den Biologismus vulgär, daß er das nicht versteht, sondern für jedes Verhalten biologische Anteile ausmacht – freilich ohne jemals diese Anteile von den zugestanden sozialen Anteilen abzulösen. Die Überlegenheit meines Ansatz besteht darin, daß er diese Rede der Anteile fallen läßt und stattdessen Typen von Tätigkeiten und Handlungen einführt, für die mal eher die biologische, mal eher die sozialen Perspektivee allein adäquat ist. Denn der Hauptfehler des Biologismus ist sein Historizismus, den er von einer Determinismusvariante ableitet, die nur von völligem Unverständnis der Naturwissenschaften hervorgebracht werden kann: Vulgärbiologisten sind einfach schlechte Naturwissenschaftler. Doch das kann erst in einem späteren post gezeigt werden.

Um zu zeigen, daß das Problem der mentalen Verursachung kein Scheinproblem ist, müssen wir den Inhalt von Wünschen dingfest machen und dann zeigen, daß er in keinem Sinne im Kopf ist. Dafür wollen wir festlegen, daß Sätze der semantischen Form „Ich φ, daß p.“ mit φ als Variable für Verben wie glauben, hoffen, wünschen, bezweiflen, vermuten, befürchten Einstellungssätze heißen. Dann können wir für folgende Behauptung argumentieren.

  • (18) Der Inhalt eines Wunsches ist der propositionale Gehalt desjenigen Einstellungssatzes, der den Wunsch ausdrückt.

Wir zeigen für (18), daß es keinen Anlaß gibt, den Inhalt des Wunsches und den propositionalen Gehalt [p] des Wunsches zu trennen. Dafür erinnern wir daran, daß wir hier bereits dafür argumentiert haben, daß mit einem Wunsch eine die persönliche Perspektive von der Person A auf das Gewünschte enthaltene de-dicto Beschreibung verbunden ist, die wir zugleich als das individuierende Merkmal der Erfüllungsbedingungen ansehen wollen. Dann gilt:

  • i) Täuschen wir andere Personen über unsere Wünsche, dann führt das nicht dazu, daß wir gar nichts mehr wünschen. Also: Auch die Erfolgsbedingungen spezifizieren auf noch ungenannte Weise den Inhalt des Wunsches.
  • ii) Täuschungen über Wünsche sind aber nur via Propositionen möglich. Also: Zum Haben eines Wunsches mit Inhalt gehört daher ein in Sätzen darstellbarer propositionaler Gehalt [p].
  • iii) Identifiziert man allein die Erfolgsbedingungen eines Wunsches mit seinem Inhalt, dann kann man sich weder den intensionalen Charakter, den die mit dem Wunsch verbundene Beschreibung des Wunsches nach sich zieht, erklären, noch das Auftreten einer persönlichen Perspektive von A auf das Gewünschte. Also: Erfolgsbedingungen werden in der sogenannten de-re Beschreibung eines Wunsches angegeben und schöpfen nicht dessen Inhalt aus, sondern es werden zusätzlich die Erfüllungsbedingungen dafür gebraucht, die in sogenannten de-dicto Beschreibungen des Wunsches spezifiziert werden. Da aber gerade über sie getäuscht wird, müssen sie zugleich [p] festlegen.
  • iv) Angenommen der propositionale Gehalt des Wunsches würde nicht die Erfolgsbedingungen des Wunsches umfassen. Dann könnte man nicht aufgrund der Tatsache, daß man weiß, in welcher Weise man das Gewünschte wünscht, unterscheiden zwischen einem Ereignis oder Sachverhalt, daß auf eine noch unbekannte Weise den ersehnten Zustand herbeiführt und denen, die das nicht tun. Doch was anderes als die Kenntnis des propositionalen Gehaltes des Wunsches sollte uns sonst dazu in die Lage vesetzen? Also: Der propositionale Gehalt des Wunsches muß die Konjunktion aller de-re und de-dicto Beschreibungen des Wunsches von A, von denen A weiß, umfassen.
  • v) Anders als bei Bedürfnissen kann man Wünsche wie auch Präferenzen, von denen man nichts weiß, aber nicht haben. Denn eine Gemütsbewegung zu haben, impliziert nichts darüber, ob sie gerichtet ist und nur Wissen über das Gewünschte kann die Hinsicht spezifieren, in der etwas für A wünschenswert ist. Also: Die Selbstzuschreibung eines Wunsches impliziert daher eine Meinung über die Erfolgsbedingungen: „Ich will einen Apfel essen, aber das wird mich nicht zufriedenstellen.“ ist irritierend, paradox und eher ein Grund dafür, zu glauben, daß der Begriff des Wunsches nicht erfaßt wurde, als normal oder gar selbstverständlich.
  • vi) Die Erfolgsbedingungen können an Wünsche lediglich mit epistemischer Notwendigkeit gekoppelt sein. Denn wäre die Kopplung begrifflich, dann würden äquivalente, aber nicht-synonyme de-re Beschreibungen von Wünschen bei gleichen de-dicto Beschreibungen den gleichen Wunschinhalt nach sich ziehen. Also: Die Meinung, einen Wunsch in de-re Beschreibung zu haben, hängt mit epistemischer Notwendigkeit mit den Erfolgbedingungen des gehegten Wunsches zusammen und Wünsche kann man nur empirisch erwerben.

Also: Weil Erfüllungsbedingungen begrifflich und Meinungen über Erfolgsbedingungen mit epistemischer Notwendigkeit mit dem Haben eines Wunsches zusammenhängen sowie als propositionaler Gehalt die Konjunktion
aller Erfolgs- und Erfüllungsbedingungen gelten kann, von denen A weiß, gibt daher keinen Anlaß, den Inhalt des Wunsches vom propositionalen Gehalt des den Wunsches ausdrückenden Einstellungessatz zu trennen. Damit hängen der Wunsch und sein via Erfüllungsbedingungen intendierter Erfolg selbst nur noch kontingent, i.e. empirisch, die Meinungen darüber jedoch mit epistemischer Notwendigkeit zusammen. Das macht es erklärlich, inwiefern man nicht spontan mit allen seinen Wünschen Erfolg hat, sondern erst im Laufe der Zeit lernt, etwas zu wünschen, weil man der Meinung ist, es sei erfüllend, sowie das Verhalten, daß dazu führt: Oft beruhen Wünsche auf Ansichten darüber, was erfüllend wäre. Nur ein mixture model der Wünsche wie das hier vorgeschlagene kann das erklären.

Worum wir uns jetzt nur noch zu kümmern haben, sind die Inhalte der Einstellungssätze. Und es wird sich zeigen, daß diese in keinem Sinne im Kopf sind.

III. Nothing’s in your head

Im letzten Kapitel wurde gezeigt, daß Wünsche durch die Erfolgs- und Erfüllungsbedingungen derjenigen Einstellungssätzes adäquat charaktierisiert werden, die solche Wünsche ausdrücken. Damit zählen sie zu den intentionalen Zuständen des Geistes. Wir definieren:

  • (19) Intentionale Zustände als mentale Zustände mit Inhalt, auch geistige Zustände genannt, haben einen semantisch charakterisierbaren Gehalt und sind daher entweder mit Wahrheits- oder mit Erfüllungsbedingungen verknüpft.

Unsere nachfolgende Argumentation gilt für alle intentionalen Zustände und nicht nur für propositionale Einstellungen, sondern auch für Gedanken, falls Gedanken als geistige Zustände und nicht als Denkepisoden auffaßt: Denn nan kann z.B. auch dann der Meinung sein, daß die Erde einen Mond hat, wenn man nicht gerade daran denkt und dies in stummen Worten vor sich hinspricht. Darüberhinaus benötigen wir eine weitere Annahme

  • (20) Nur solche mentalen Zustände, die sinnvoll in Handlungserklärungen vorkommen können, sind geistige Zustände.

Die basale Idee zu unserem Argument ist etwa folgende: “No entity without identity.“. Denn jede Entität – und das ist alles, was überhaupt Eigenschaften haben kann – gehört zu einer Sorte Um die Argumentation aufzunehmen, nehmen wir zunächst an, daß die Relation “hat denselben Zustandstyp wie“ transitiv ist und bezeichnen diese Annahme mit (21). Mit Hilfe von (19),(20) und (21) verläuft die Argumentation nun wie folgt:

Betrachte A in einer Welt ω0, der in einem bestimmten geistigen Zustand Φ mit dem Merkmal F sei. A habe für alle Zeitpunkte in jeder von n möglichen Welten ωi  je einen physiologischen Doppelgänger Ai, der für einen beliebig gewählten Zeitpunkt mit A0 mental identisch sei. Weiter gebe es für jeden Doppelgänger Ai von A0 in ωi genau einen mentalen Doppelgänger Bi, von dem wir sagen können, daß er nach Meinung der Experten in der jeweiligen Welt ωi und den dort gültigen Erklärungsmaßstäben mit Ai für einen beliebigen, aber festen Zeitpunkt sich im selben geistigen Zustand Φ befindet, aber kein physiologischer Doppelgänger von Ai sein muß: Eine lokale Erzeugung eines intentionalen Zustand durch das Gehirn muß bedeuten, daß zerebrale Unterschiede auch Unterschiede in den geistigen Zuständen nach sich ziehen. Die Umkehrung muß hingegen nicht gelten. Wegen (21) ist jeder mentale Doppelgnger Bi damit im selben intentionalen Zustand Φ mit dem Merkmal F wie A0. Das aber hat Folgen:

  • i) Da die physiologischen Doppelgänger Ai von A0 auch je untereinander physiologischen Doppelgänger sind, folgt, daß sich auch alle ihre mentalen Doppelgänger Bk, die sich ja in verschiedenen Welten befinden und keine physiologischen Doppelgänger je voneinander sind, im geistigen Zustand Φ befinden können, obwohl vielleicht in zwei völlig verschiedenen Welten derselbe Zustand Φ mit völlig anderen Gründen und Methoden nachgewiesen wird. Daher ist es nicht ausgeschlossen, daß zwei Welten ωi und ωk so beschaffen sind, daß das komplette, neurophysiologisch gesteuerte Verhalten von Bi von ωk aus gesehen sehr wohl verständlich und sinnvoll ist, aber in ωi den klassischen Beleg für einen mit Φ absolut unverträglichen Zustand darstellt. Das aber ist ein Widerspruch zur These der lokalen Erzeugung intentionaler Zustände, denn sie impliziert die Forderung nach lokaler Identifikation geistiger Zustände.
  • ii) Durch jeden neuen Bk könnte in jeder neuen möglichen Welt ωk ein weiteres Merkmal des geistigen Zustandes von A0 der Definition seines Φ-Zustandes in ω0 hinzugefügt werden, da die Bk untereinander keine physiologischen Doppelgänger sein müssen: Da jede Verifikationmethode von Φ in jeder Welt ωk, in der es Φ überhaupt gibt, etwas anders ausfallen kann, führt dies unter der Annahme der Transitivität zu einer Erweiterung des Phänomenbereichs des Φ-Zustandes in jeder weiteren Welt ωk. Daher erhält Φ auf diese Weise eine unbeschränkte Menge von Merkmalen, so daß sich Φ in ω0 letztlich von keinem in ω0 möglichen geistigen Alternativzustand Ψ mehr unterscheiden würde. Das aber wäre ein Verstoß gegen die These, daß zerebrale Unterschiede mentale Unterschiede nach sich ziehen.

Wenn aber (21) die Quelle allen Übels ist, dann könnte man auf die Idee kommen, (21) einfach aufzugeben. Doch dann passiert das:

  • (22) Wenn mentale Identität unter den Bk von irgendeiner beliebig wählbaren, aber festen Welt aus nicht transitiv ist, so ist mit der Annahme, daß A0 im selben Zustand ist wie jeder Bk und alle Bk sich im gleichen Φ-Zustand von B1 befinden, ebenfalls die Tatsache verträglich, daß A0 zwar im selben Zustand ist wie Bk, nicht aber im selben Zustand wie B k+1. Das ist nicht nur ein Widerspruch zur Definition der Bk, wir würden auch aufgeben, Identität als Äquivalenzrelation zu definieren, was inakzeptabel wäre.

Also: Man kann m.a.W. die Identität eines intentionalen Zustands nicht feststellen, wenn man nur das Gehirn eines Akteurs untersucht. Einen intentionalen Zustand zu haben, ist daher nichts Psychisches. Das bedeutet nichts anderes, als daß die Inhalte der intentionalen Zustände eines Akteurs nicht in seinen intrinsischen, i.e. neurologischen, biologischen oder psychischen Eigenschaften bestehen, sondern in seinen externen, z.B. sozialen Eigenschaften – wie immer wir das letztlich auch auszubuchstabieren haben: Wünsche, Gedanken, Überzeugungen, Hofnungen, Befürchtungen – sie alle sind in keinem Sinne im Kopf und daher auch nicht lokal erzeugt.

Welche Art von Folgerungen aus dieser Art von Beispielen für die Frage der mentalen Verursachung zu ziehen sind, wird diskutiert, seit Hilary Putnam in The Meaning of Meaning (1975) und Tyler Burge in Individualism and Psychology (1986) das Problem des sozialen Externalismus in voller Breite entfaltet haben. Simple Lösungen, die dieses Problem ignorieren, sind aber seitdem ausgeschlossen.

IV. Answering Biologists

Wenn intentionale Zustände und damit auch Wünsche nicht lokal vom Gehirn erzeugt werden, dann lehrt das etwas über die tiefere Natur des Mentalen: Intentionale Zustände sind nicht Privates, nichts, was man mit sich herumträgt. Verhalten sich Personen irrational, so kommen wir zwar manchmal mit nur einer einzigen Menge von zeitlich relativ konstanten Wünschen und Überzeugungen nicht mehr aus, um jene im Vergleich zu anderen Personen zu charakterisieren. Daher neigen wir dazu, so daß ein aus Alternativmengen bestehendes Unbewußtes zu bilden ist, d.h. versteckte, womöglich intelligente interne Persönchen vermutet werden müssen, die, indem sie der bewußten Person neue Wünsche soufflieren, sowohl Änderungen in den Überzeugungen, als auch solche Handlungen verursachen können, von denen man normalerweise die Finger lassen würde.

  • (23) Doch daraus folgt nicht, daß diese als unbewußt angenommen Wünsche existieren wie Schätze, Schmetterlinge oder Gewitter. Sie sind und bleiben immer von Menschen erfundene Hilfsmittel, um das intentionale Verhalten von Personen zu verstehen und sie werden abstrakt postuliert in einem Raum des Verstehens und des Wissens über Personen.

Die vulgärbiologistische Idee einer Rückkopplung und impliziten Selektion von Wünschen durch i.S.d. Evolution suboptimales Verhalten wird daher durch die Tatsache, daß intentionale Zustände nicht lokal erzeugt werden, schlicht wiederlegt, denn Pro-Einstellungen mit Inhalt sind keine Bestandteile der Natur, sondern epistemische Postulate. Das gilt nicht für alle Pro-Einstellungen, denn z.B. Bedürfnisse sind ohne hinhalt und können problemlos lokal erzeugt werden.

Vulgärbiologisten werfen den Sozialwissenschaften gerne vor, daß sie zur Erklärung intentionalen Verhaltens nichts zu sagen oder beizutragen hätten. Dieser post zeigt jedoch, unter welchen Bedingungen Sozialwissenschaftler sehr wohl substanzielle Beiträge leisten – jedenfalls solange das Problem der mentalen Verursachung nicht gelöst ist. Denn wenigstens solange das so ist, werden wir soziale Phänomene nach wie vor dadurch erklären, daß wir in Handlungserklärungen nach der Rationalität fragen, die durch fraglichen intentionalen Handlungen realisiert wird. Und das ist kein empirische Frage – was Vulgärbiologisten aber einfach nicht verstehen.

  • Die argumentative Bringschuld liegt daher bei den Biologisten, die darlegen müssen, wie Nicht-Lokales, d.h. Handlungsggründe, lokal erzeugt werden können. Und es macht den Biologismus vulgär, daß ihn das überhaupt nicht kümmert oder ihm diese Sache Sorgen macht. Insbesondere ist nicht einzusehen, wie „optimal i.S.d. Vererbungswahrscheinlichkeit eines einzelnen Gens“ ausschöpfen könnte, was wir unter praktischer und epistemischer Rationalität verstehen.

Dagegen gibt dieser post keine Antwort auf die Frage, ob mentale Vorkommnisse nicht vielleicht durch ihre unbestrittene biologische Erzeugung inhaltlich determiniert sind. Denn selbst wenn die Rationalität der Akteure kein Thema irgendwelcher Naturwissenschaften ist, so könnte doch naturwissenschaftlich begrenzt sein, was wir darunter verstehen oder in unserem Handeln anstreben: Selbst wenn wir als Personen autonom sind, so ist es immerhin nicht undenkbar, daß diese Autonomie in irgendeinem Sinne gelenkt ist. Und es ist natürlich eine wichtige Frage, ob eine solche Lenkung personale Autonomie ausschließt oder nicht. Doch das wird ein einem anderen post geklärt und im Moment ist das letzte Wort über den Biologismus noch nicht gesprochen.

 


15 Kommentare

  1. „Die vulgärbiologistische Idee einer Rückkopplung und impliziten Selektion von Wünschen durch i.S.d. Evolution suboptimales Verhalten wird daher durch die Tatsache, daß intentionale Zustände nicht lokal erzeugt werden, schlicht wiederlegt, denn Pro-Einstellungen mit Inhalt sind keine Bestandteile der Natur, sondern epistemische Postulate. “

    Wenn Forschung zeigt, dass das entgegen all deiner schönen Gedankengänge leider dich der Fall ist, dann wären deine Theorien logischerweise falsch oder?

    • Zitiere bitte diese Forschungen – falls sie existieren.

      • Der Nachweis bleibt einem weiteren Artikel vorbehalten 😉
        Ich nehme das aber mal als Ja?

        Und noch ein paar weitere Fragen:

        Verstehe ich es richtig, dass diese Ansicht mit dem „integrated Model“ nicht in Einklang zu bringen ist, dass also das eine falsch sein muss, wenn das andere richtig ist?

        Und in Hinblick hierauf:

        „Wünsche haben einen Inhalt und dieser Inhalt sorgt – so werden wir sehen – dafür, daß Wünsche nicht wie Bedürfnisse im Kopf sind. Wenn das stimmt, dann gibt es Handlungen aus Bedürfnissen heraus, die wir uns biologisch erklären können und wir brauchen keine unscharfen soziologischen Ansätze zu bemühen, um sie zu verstehen. Das gros der Handlungen hingegen erklären wir im Zusammenhang mit Wünschen und für sie bleibt das Problem der mentalen Verursachung trotz evolutionärer Psychologie ungelöst.“

        Wäre Homosexualität ein reines Bedürfnis mit einer bestimmten Person zu schlafen oder wäre es eher der Wunsch mit einem bestimmten Geschlecht zu schlafen?

        Kann es ein Bedürfnis geben, sich nach bestimmten Geschlechterrollen zu verhalten oder ist das zu weitgehend?

        • „Verstehe ich es richtig, dass diese Ansicht mit dem “integrated Model” nicht in Einklang zu bringen ist, dass also das eine falsch sein muss, wenn das andere richtig ist?“

          Am integrated model ist meiner Ansicht nach die Modularitätsthese falsch. Die anderen Punkte sind zu grob formuliert, als das ich das so mal eben sagen könnte. Aber vermutlich wird am ehesten Konflikte mit folgenden Punkten geben:

          i) evolved psychological mechanism – vermutlich nicht nachweisbar, selbst wenn es sie gibt.
          ii) constrained by universal human nature – vermutlich auch falsch.

          Bei den anderen Punkten müßte man mehr Infos haben.

          „Wäre Homosexualität ein reines Bedürfnis mit einer bestimmten Person zu schlafen oder wäre es eher der Wunsch mit einem bestimmten Geschlecht zu schlafen?“

          Vermutlich gibt es Homosexualität als Bedürfnis nach einem bestimmten Geschlecht, Aber ich sehe keinen Grund, warum man nicht auch später den Wunsch danach erwerben können soll.

          „Kann es ein Bedürfnis geben, sich nach bestimmten Geschlechterrollen zu verhalten oder ist das zu weitgehend?“

          Ich bin sicher, daß es den im Laufe der ersten Jahre erworbenen Wunsch danach gibt. Ein Bedürfnis danach kann es nicht geben, da Bedürfnisse keinen Gehalt haben, eine Geschlechterrolle aber einen recht präzisen Gehalt hat.

          • „Am integrated model ist meiner Ansicht nach die Modularitätsthese falsch“

            Aus den Gründen des Artikels oder anderen Gründen?

            „Aber vermutlich wird am ehesten Konflikte mit folgenden Punkten geben:
            i) evolved psychological mechanism – vermutlich nicht nachweisbar, selbst wenn es sie gibt.
            ii) constrained by universal human nature – vermutlich auch falsch.“

            Ob sie nachweisbar wären, wäre ja ein anderes Thema. Aber schließt sich das mit deiner Argumentation aus?

            „Vermutlich gibt es Homosexualität als Bedürfnis nach einem bestimmten Geschlecht“

            Okay, das prägt ja dann schon recht weitgehend. Das ist ja dann nicht abstrakt, sondern eine Reaktion auf bestimmte Situationen, eben das Treffen eines attraktiven Mannes.
            Ich dachte dein Model läßt da nur recht unbestimmte Bedürfnisse zu, aber nichts, was Einfluss auf die konrete Entscheidung hat?

            „Aber ich sehe keinen Grund, warum man nicht auch später den Wunsch danach erwerben können soll.“

            Würde es denn gegen deine Theorien verstoßen, wenn man mit einem bestimmen Wunsch mit Personen eines Geschlechtes zu schlafen geboren wird und das auch nicht zu ändern ist?

            „Ich bin sicher, daß es den im Laufe der ersten Jahre erworbenen Wunsch danach gibt. Ein Bedürfnis danach kann es nicht geben, da Bedürfnisse keinen Gehalt haben, eine Geschlechterrolle aber einen recht präzisen Gehalt hat.“

            Also es gibt erworbene Wünsche. Wie werden die denn abgespeichert und warum geht das, aber bei Bedürfnissen geht es nicht mit dem gleichen Inhalt? Und „Homosexualität“ hat ja auch einen bestimmten Gehalt?

            • „Aus den Gründen des Artikels oder anderen Gründen?“

              Dafür reicht die Argumentation des Artikels nicht aus. Aber im Prinzip weiß ich, wie man das machen müßte.

              „Ob sie nachweisbar wären, wäre ja ein anderes Thema. Aber schließt sich das mit deiner Argumentation aus?“

              Das Modell ist zu für eine zuverlässige Antwort auf deine Frage zu vage formuliert. Aber vermutlich reichen die Argumente des postes nicht aus. Aber auch das wäre kein Problem, es nachzuholen. Kostet nur Zeit.

              “Vermutlich gibt es Homosexualität als Bedürfnis nach einem bestimmten Geschlecht”

              „Ich dachte dein Model läßt da nur recht unbestimmte Bedürfnisse zu, aber nichts, was Einfluss auf die konrete Entscheidung hat?“

              Es gibt noch keine Modell. Ich wundere mich immer, woher du das nimmst. Was ich angelegt habe, sind Strukturen. Kennt man sie, dann weiß man, wonach man suchen mu0. Ob Homosexualität immer schon angelegt sein muß oder sich noch später entwickeln kann, ist eine empirische Frage.

              „Würde es denn gegen deine Theorien verstoßen, wenn man mit einem bestimmen Wunsch mit Personen eines Geschlechtes zu schlafen geboren wird und das auch nicht zu ändern ist?“

              Nein.

              „Also es gibt erworbene Wünsche.“

              Wünsche sind immer erworben.

              „Wie werden die denn abgespeichert“

              Im Gedächnis.

              „und warum geht das, aber bei Bedürfnissen geht es nicht mit dem gleichen Inhalt?“

              Befürfnisse haben keinen Inhalt, sie müssen nicht im Gedächnis abgelegt werden, sondern können direkt zerebral erzeugt werden.

              „Und “Homosexualität” hat ja auch einen bestimmten Gehalt?“

              Nein. Der Geschlechtstrieb hat keinen Gehalt.

            • „Das Modell ist zu für eine zuverlässige Antwort auf deine Frage zu vage formuliert. Aber vermutlich reichen die Argumente des postes nicht aus. Aber auch das wäre kein Problem, es nachzuholen. Kostet nur Zeit.“

              Also könnte durchaus Vereinbarkeit bestehen? Entkräftet das nicht die ganze Aussage deines Artikels?

              „Es gibt noch keine Modell. Ich wundere mich immer, woher du das nimmst. Was ich angelegt habe, sind Strukturen. Kennt man sie, dann weiß man, wonach man suchen mu0. Ob Homosexualität immer schon angelegt sein muß oder sich noch später entwickeln kann, ist eine empirische Frage.“

              Wenn Homosexualität angelegt sein kann, dann sehe ich allerdings auch keine schwierigkeiten andere Einstellungen, Vorlieben und Verhaltensweisen als angelegt zu betrachten

              „Im Gedächnis.“

              Wenn sie im Gedächtnis gespeichert werden, dann werden sie ja zwangsläufig in einer biologischen Form gespeichert, warum sollten dann nicht auf den gleichen Weg andere Regeln vorgegeben sein? Alles, was abgespeichert werden kann, kann auch nach genetischen Vorlagen erstellt werden und dann wie eine erkannte Regel in den Denkprozess eingebracht werden.

              „Nein. Der Geschlechtstrieb hat keinen Gehalt.“

              Homosexualität ist aber nicht der Geschlechtstrieb. Es müssen zumindest Regeln enthalten sein, was ein attraktiver männlicher Körper ist und daraus dann ein Ansprechen des Sexualtriebs hergeleitet werden.

              Noch ein paar Fragen:

              Folgt aus deinen Strukturen, dass Gehirnveränderungen, solange sie den Menschen noch logisch denken lassen können, das Verhalten oder Einstellungen ändern?
              Etwa bei einem Tumor, der bestimmte Gehirnbereiche, aber nicht das logische Denken betrifft, oder einer Verletzung?

            • „Folgt aus deinen Strukturen, dass Gehirnveränderungen, solange sie den Menschen noch logisch denken lassen können, das Verhalten oder Einstellungen ändern?“

              das ist mir etwas verrutscht, sollte heißen:

              „Folgt aus deinen Strukturen, dass Gehirnveränderungen, solange sie den Menschen noch logisch denken lassen können, das Verhalten oder Einstellungen nicht ändern können?“

            • “Folgt aus deinen Strukturen, dass Gehirnveränderungen, solange sie den Menschen noch logisch denken lassen können, das Verhalten oder Einstellungen nicht ändern können?”

              Nein.

            • „Also könnte durchaus Vereinbarkeit bestehen?“

              Eher nicht.

              „Entkräftet das nicht die ganze Aussage deines Artikels?“

              Nein. Was der post macht, wird genau gesagt, und warum du es nicht weißt, ist mir unklar. Er zeigt, daß es an zwei Stellen eine präzise Grenze gibt zwischen dem, was Biologie/Evolution höchstens erklären können und dem, was Biologie/Evolution nicht mehr erklären können. Und zwar an Stellen, die dem Biologismus richtig weh tun: Bei Handlungen und bei geistigen Zuständen, die einen in Sätzen ausdrückbaren Gehalt haben. Dazu zählen auch die Wünsche, so daß genau das wegfällt, was für deine Auffassung essentiell ist: die Anpassung von Motivationen an evolutionäre Strukturen.

              „Wenn Homosexualität angelegt sein kann, dann sehe ich allerdings auch keine schwierigkeiten andere Einstellungen, Vorlieben und Verhaltensweisen als angelegt zu betrachten“

              Beweise?

              „Wenn sie im Gedächtnis gespeichert werden, dann werden sie ja zwangsläufig in einer biologischen Form gespeichert, warum sollten dann nicht auf den gleichen Weg andere Regeln vorgegeben sein?“

              Weil das nur dann der Fall wäre, wenn der Speichervorgrang den Inhalt verändern würde oder nur gespeichert werden könnte, was deinen sog, biologischen Regeln genügt. Doch die Menschen verstoßen massenhaft dagegen und machen einfach, was sie wollen.

              „Alles, was abgespeichert werden kann, kann auch nach genetischen Vorlagen erstellt werden und dann wie eine erkannte Regel in den Denkprozess eingebracht werden.“

              Beweise?

              „Homosexualität ist aber nicht der Geschlechtstrieb. Es müssen zumindest Regeln enthalten sein, was ein attraktiver männlicher Körper ist und daraus dann ein Ansprechen des Sexualtriebs hergeleitet werden.“

              Beweise?

              „Folgt aus deinen Strukturen, dass Gehirnveränderungen, solange sie den Menschen noch logisch denken lassen können, das Verhalten oder Einstellungen ändern?“

              Banalerweise ja: Man weiß aus Berichten über Unfallopfer, daß Menschen, deren Hirn verletzt wurde, Fähigkeiten verloren, z.B. die Muttersprache zu sprechen, nur die Fremdsprachen waren noch da und es gibt einen Fall, wo das moralische Empfinden verloren ging. Der Name fällt mir gerade nicht ein, aber der Fall wird immer diskutiert, wenn es um Neuro-Ethik geht -> google.

              Was du hier retten willst, ist die Idee, daß geistige Zustände mit Inhalt auf zerebralen Zuständen supervenieren. Aber man weiß seit 30 Jahren, daß sie das nicht tun. Supervenienz ist kein geeignetes Konzept, um die Entstehung des Geistes zu erklären.

              Was noch schlimmer ist: Du versuchst auch eine Rückkopplung des Geistes in die sexuelle Selektion zu etablieren, indem du propagierst, daß, evolutionär günstiges Motive und entsprechendes Handeln sich auch die Vererbungswahrscheinlichkeit der Gene ausgeübt hat und daher heute nur noch dieselben Motive übrig sind.

              Das Problem ist, daß das schon nach der Standardbiologie nicht viel Sinn macht, wenn man endliche Populationen betrachtet bzw. eine Fragmentierung der Gesellschaft berücksichtigt. -> Buch über Populationsgenetik.

            • „Eher nicht.“

              Du machst da nicht gerne klare Aussagen oder?

              „Nein. Was der post macht, wird genau gesagt, und warum du es nicht weißt, ist mir unklar“

              dann lies dir doch einfach mal ein paar Kommentare durch, die meisten Leute verweisen darauf, dass du extrem schwer verständlich schreibst und daher häufig das, was du sagen willst, gar nicht rüber kommt oder unklar bleibt.

              „Er zeigt, daß es an zwei Stellen eine präzise Grenze gibt zwischen dem, was Biologie/Evolution höchstens erklären können und dem, was Biologie/Evolution nicht mehr erklären können. Und zwar an Stellen, die dem Biologismus richtig weh tun: Bei Handlungen und bei geistigen Zuständen, die einen in Sätzen ausdrückbaren Gehalt haben Dazu zählen auch die Wünsche, so daß genau das wegfällt, was für deine Auffassung essentiell ist: die Anpassung von Motivationen an evolutionäre Strukturen.“

              Wenn Wünsche nicht mit Biologie erklärbar sind, dann kann, wenn Homosexualität ein Wunsch wäre, diese nicht biologisch erklärbar sein.
              Auch dürfte dann die Handlung als Mann mit einem Mann zu schlafen nicht biologisch erklärbar sein. Und auch ein geistiger Zustand wie Liebe dürfte nicht biologisch erklärbar sein.
              Handlungen wie als Junge lieber mit bestimmten Spielzeug zu spielen, sofern bestimmte für jungs typische Hormonstände vorgelegen haben, dürften nicht mit Biologie erklärbar sein.
              Richtig?

              “Wenn Homosexualität angelegt sein kann, dann sehe ich allerdings auch keine schwierigkeiten andere Einstellungen, Vorlieben und Verhaltensweisen als angelegt zu betrachten”
              „Beweise?“

              Beweise bleiben einem weiteren Artikel vorbehalten. Hier geht es erst einmal darum, deine Grundlagen zu untersuchen. Wenn eine Aussage nicht mit den von dir dargestellten Grundlagen vereinbar ist, dann wären deine Grundlagen eben falsifiziert. Mir geht es erst einmal nur darum, eine Aussage zu finden, die du für unvereinbar hältst. Wenn sich auf der Grundlage deiner Grundlage keine überprüfbaren Aussagen herleiten lassen, dann wäre sie ja von vornherein ziemlicher Müll.

              “Wenn sie im Gedächtnis gespeichert werden, dann werden sie ja zwangsläufig in einer biologischen Form gespeichert, warum sollten dann nicht auf den gleichen Weg andere Regeln vorgegeben sein?”

              „Weil das nur dann der Fall wäre, wenn der Speichervorgrang den Inhalt verändern würde oder nur gespeichert werden könnte, was deinen sog, biologischen Regeln genügt Doch die Menschen verstoßen massenhaft dagegen und machen einfach, was sie wollen.“

              Aber der Mechanismus dieser Art, also eine bereits in den Genen eingebaute Regel, die gleichsam einer bewußt erkannten Regel genutzt wird ist aus deiner Sicht denkbar?
              Was ist, wenn diese Regel dann nur eine starke Präferenz auswirft bzw. für das Folgen Glück oder Belohnung verspricht?
              Ein Beispiel: Eine Regel für die Bewertung eines Körpers als attraktiv, wenn er dem eines attraktiven Mannes entspricht, führt dazu, dass Erregung als Handlungsmotivation ausgelöst wird. Zweifellos kann ein schwuler Mann das ignorieren, etwa wenn er sehr christlich ist, und dann in einer Ehe mit einer Frau leben. Deren Körper wirft aber nicht das gleiche Erregungsmuster und eine geringere Handlungsmotivation aus, weswegen zu erwarten ist, dass derjenige eine Entscheidung dafür, mit der Frau zu schlafen weitaus seltener treffen wird.
              Widerspricht ein solches Model deinem Model?

              “Alles, was abgespeichert werden kann, kann auch nach genetischen Vorlagen erstellt werden und dann wie eine erkannte Regel in den Denkprozess eingebracht werden.”

              Wenn es als Erinnerung abgespeichert ist, dann besteht es in Form von bestimmten neuronalen Verbindungen oder? Diese neuronalen Verbindungen kann der Körper anlegen. Warum soll er sie bereits ohne eine Stimulation wachsen lassen können, es muss eben nur die gleiche Struktur sein, die dann entsprechend ausgelesen wird.

              „“Homosexualität ist aber nicht der Geschlechtstrieb. Es müssen zumindest Regeln enthalten sein, was ein attraktiver männlicher Körper ist und daraus dann ein Ansprechen des Sexualtriebs hergeleitet werden.”“
              Beweise?

              Wie soll denn Homosexualität, also die Vorliebe zB von Männern für Männer, existieren, wenn keine Möglichkeit besteht, Männer von Frauen abzugrenzen? Demnach muss Homosexualität notwendigerweise Merkmale enthalten, die zwischen verschiedenen Körperformen unterhalten. Sonst wäre es eine Pansexualität. Wenn Homosexualität auf biologischen Gründen beruht, dann müßten diese Regeln zur Erkennung von Männern=attraktiv bereits in den Genen angelegt sein.
              Wie soll das denn sonst gehen?
              Ob es stimmt, also ob Homosexualität biologisch begründbar ist, wäre eine Frage, die einem weiteren Artikel vorbehalten bleibt, erst einmal geht es darum, wie diese in deine Thesen einzuordnen ist und ob eine biologische Begründung deinen Grundlagen widerspricht.

              „Banalerweise ja: Man weiß aus Berichten über Unfallopfer, daß Menschen, deren Hirn verletzt wurde, Fähigkeiten verloren, z.B. die Muttersprache zu sprechen, nur die Fremdsprachen waren noch da und es gibt einen Fall, wo das moralische Empfinden verloren ging. Der Name fällt mir gerade nicht ein, aber der Fall wird immer diskutiert, wenn es um Neuro-Ethik geht -> google.“

              Mich interessiert nicht, ob es so ist, sondern wie es in deine Grundstrukturen einzuordnen ist. Wenn Verhalten und Wünsche nicht durch Biologie erklärbar sind, warum kann dann eine Veränderung des Verhaltens eintreten, wenn sich die Biologie ändert?

              „Was noch schlimmer ist: Du versuchst auch eine Rückkopplung des Geistes in die sexuelle Selektion zu etablieren, indem du propagierst, daß, evolutionär günstiges Motive und entsprechendes Handeln sich auch die Vererbungswahrscheinlichkeit der Gene ausgeübt hat und daher heute nur noch dieselben Motive übrig sind.
              Das Problem ist, daß das schon nach der Standardbiologie nicht viel Sinn macht, wenn man endliche Populationen betrachtet bzw. eine Fragmentierung der Gesellschaft berücksichtigt. -> Buch über Populationsgenetik.“

              Sicher macht das Sinn. Das menschliche Verhalten ist ja auch sonst relativ gleich, die Aufgaben, dennen sich Menschen in biologischer Hinsicht stellen mussten – finden eines geeigneten Partners, Aufzucht von Kindern, eingehen von Kooperationen etc waren auch über einen sehr sehr langen Zeitraum gleich.

            • „Richtig?“

              Falsch – wie üblich bei dir. Die Quellen von Präferenzen sind unklar, weil Präferenzen nur Verhaltensbedingungen haben. Einige Fälle von Homosexualität mögen daher biologisch erklärbar sein, andere nicht. Das sagte ich alles schon.

              „Beweise bleiben einem weiteren Artikel vorbehalten.“

              Damit hab ich kein Problem – Hauptsache, es ist mal richtig.

              „Aber der Mechanismus dieser Art, also eine bereits in den Genen eingebaute Regel, die gleichsam einer bewußt erkannten Regel genutzt wird ist aus deiner Sicht denkbar?“

              Kannst du das bitte noch mal ausführlicher erklären? Wofür soll diese Regel gelten?

              „Was ist, wenn diese Regel dann nur eine starke Präferenz auswirft bzw. für das Folgen Glück oder Belohnung verspricht?“

              Woher kommt das Versprechen? Präferenen zu folgen, heißt nicht, daß man damit Erfolg hat.

              „Ein Beispiel: Eine Regel für die Bewertung eines Körpers als attraktiv, wenn er dem eines attraktiven Mannes entspricht, führt dazu, dass Erregung als Handlungsmotivation ausgelöst wird.“

              Nein. Wieso sollte es diese Regel geben? Wo ist dein Existenznachweis? Wenn es Beispiele gibt, wo das so ist, warum etabliert das eine Regel? Was soll diese Spekulation?

              „Zweifellos kann ein schwuler Mann das ignorieren, etwa wenn er sehr christlich ist“

              Nein. Wenn er sehr christlich ist, dann wird es Fälle geben, wo er dne Mann nicht erregend findet. Du begehst eine petitio principii.

              „Deren Körper wirft aber nicht das gleiche Erregungsmuster und eine geringere Handlungsmotivation aus“

              Nein. Woher weiß du das? Warum kann er sich nicht aus anderen Gründen erregen? Woher weiß man, daß Erregung nur eine Quelle hat? Du argumentierst zirkulär

              „Widerspricht ein solches Model deinem Model?“

              Völlig.

              „Wenn es als Erinnerung abgespeichert ist, dann besteht es in Form von bestimmten neuronalen Verbindungen oder?“

              Nein. Du hast keine Ahnung von Neurophysiologie – wie üblich. Beschäftige dich aml mit chemischer Adaptation im synaptischen Spalt.

              „Warum soll er sie bereits ohne eine Stimulation wachsen lassen können, es muss eben nur die gleiche Struktur sein, die dann entsprechend ausgelesen wird.“

              Das ist unverständlich, bitte formuliere es um.

              „Wie soll denn Homosexualität, also die Vorliebe zB von Männern für Männer, existieren, wenn keine Möglichkeit besteht, Männer von Frauen abzugrenzen?“

              Auch hässliche Männer sind als männlich erkennbar. Sie sind dann spezifisch männlich häßlich.

              „Demnach muss Homosexualität notwendigerweise Merkmale enthalten, die zwischen verschiedenen Körperformen unterhalten.“

              Nein. Viele Schwule stehen auf feminine Männer.

              „Wenn Homosexualität auf biologischen Gründen beruht, dann müßten diese Regeln zur Erkennung von Männern=attraktiv bereits in den Genen angelegt sein.“

              Nein, deine Argumentation ist zirkulär.

              „Wie soll das denn sonst gehen?“

              Das ist nicht mein Problem – was du sagst, ist falsch.

              „Ob es stimmt, also ob Homosexualität biologisch begründbar ist, wäre eine Frage, die einem weiteren Artikel vorbehalten bleibt,“

              Ok, mach mal.

              „erst einmal geht es darum, wie diese in deine Thesen einzuordnen ist und ob eine biologische Begründung deinen Grundlagen widerspricht.“

              Mal ja, mal nein – ist halt nicht immer alles so simpel, wie du es gerne hättest.

              „Wenn Verhalten und Wünsche nicht durch Biologie erklärbar sind, warum kann dann eine Veränderung des Verhaltens eintreten, wenn sich die Biologie ändert?“

              Nein. Du tust so, als würde ich behaupten, daß das Gehirn nicht den Geist erzeugt. Aber das tue ich nicht. Du begeht eine ignoration elenchi.

            • “ Die Quellen von Präferenzen sind unklar, weil Präferenzen nur Verhaltensbedingungen haben. Einige Fälle von Homosexualität mögen daher biologisch erklärbar sein, andere nicht. Das sagte ich alles schon.“

              Okay. Also Verhaltensbedingungen und Biologie sind überhaupt kein Problem?

              “Aber der Mechanismus dieser Art, also eine bereits in den Genen eingebaute Regel, die gleichsam einer bewußt erkannten Regel genutzt wird ist aus deiner Sicht denkbar?”
              „Kannst du das bitte noch mal ausführlicher erklären? Wofür soll diese Regel gelten?“

              Das ist doch recht egal, wenn wir über die Theorie diskutieren. Meinetwegen „wenn jemand do ut des nicht befolgt, dann gebe selbst nicht mehr“

              „Woher kommt das Versprechen? Präferenen zu folgen, heißt nicht, daß man damit Erfolg hat.“

              Glück ist ja auch nichts, was logisch sein muss. Siehe Drogen. Es ist nur eine Folge unser Körperchemie. Theoretisch könnte alles mit der Ausschüttung von Glückshormonen kombiniert werden. Und Erfolg ist auch nicht maßgeblich, wenn eine Regel nur die Wahrscheinlichkeit erhöht. Nehmen wir Angst vor Spinnen. Wenn die Vermeidung von Spinnen vorteilhafter ist als diese zu ignorieren, weil es (zumindest in der evolutionären Vergangenheit viele hochgiftige Spinnen gab) dann muss nicht immer ein Erfolg eintreten, damit die Präferenz für eine Vermeidung dieser Tiere sinnvoll ist. Oder nehmen wir eine Präferenz für Frauen mit Anzeichen für hohe Fruchtbarkeit. Selbst wenn diese die Wahrscheinlichkeit nur erhöht, dass die Partnerin nach Sex schwanger wird ist es eine gute Sache diese Präferenz zu haben

              “Ein Beispiel: Eine Regel für die Bewertung eines Körpers als attraktiv, wenn er dem eines attraktiven Mannes entspricht, führt dazu, dass Erregung als Handlungsmotivation ausgelöst wird.”

              „Nein. Wieso sollte es diese Regel geben? Wo ist dein Existenznachweis? Wenn es Beispiele gibt, wo das so ist, warum etabliert das eine Regel? Was soll diese Spekulation?“

              Nochmal: Es geht nicht darum, ob es diese Regel gibt, sondern nur darum, ob sie gegen deine Grundannahmen verstößt.

              „Nein. Wenn er sehr christlich ist, dann wird es Fälle geben, wo er dne Mann nicht erregend findet.“

              Ob das der Fall ist wäre ja eine andere Frage. Wäre aber so ein Mechanismus im Widerspruch zu deinen Grundlagen?

              „Nein. Woher weiß du das? Warum kann er sich nicht aus anderen Gründen erregen? Woher weiß man, daß Erregung nur eine Quelle hat? Du argumentierst zirkulär“

              Es geht hier nicht darum, ob das konkrete Beispiel so existiert. Sondern nur darum, ob es deine Grundannahmen widersprechen würde

              „Völlig.“

              Okay, darauf kann man ja aufbauen

              „Nein. Du hast keine Ahnung von Neurophysiologie – wie üblich. Beschäftige dich aml mit chemischer Adaptation im synaptischen Spalt.“

              Und die kann in der Wachstumsphase nicht ausgelöst werden? Warum kann nicht das passende Erregungspotential herbeigeführt werden, dass dann die Erinnerung festlegen würde? Oder auch: Wenn die Information auf diese Weise speicherbar ist, warum kann die gleiche Information nicht auch auf andere Weise gespeichert und eingebracht werden? Dem steht dein Denkmodel nicht entgegen oder? (ob das passiert wäre eine andere Frage)

              „Das ist unverständlich, bitte formuliere es um.“

              Wenn die erinnerung im Betrieb des Gehirns abgespeichert wird, warum soll sie dann nicht auch im wachsenden Gehirn abgespeichert werden können? Die erkannte Regel muss ja auch so in speicherbare Information umgewandelt und entsprechend abgelegt werden. Diesen Ablagerungsvorgang kann man zumindest theoretisch auch vorverlagern. (vergleichbar einer Festplatte, die vor Auslieferung mit Daten beschrieben wird).

              „Auch hässliche Männer sind als männlich erkennbar. Sie sind dann spezifisch männlich häßlich.“

              Das setzt dennoch einen Mechanismus für die Erkennung als Mann voraus.

              „Nein. Viele Schwule stehen auf feminine Männer.“

              Aber eben nicht auf Frauen. Sie wollen keine Brüste, keine vagina, keine weiblichen Becken. Sie müssen also einen Mechanismus haben, der auf bestimmte männliche Signale reagiert.
              Aber wir können die Diskussion auch gerne in der Heterosexualität führen, die dann ja auch biologisch sein müsste: Da müssen beim Mann eben Merkmale für weiblich vorliegen.

              “Wenn Homosexualität auf biologischen Gründen beruht, dann müßten diese Regeln zur Erkennung von Männern=attraktiv bereits in den Genen angelegt sein.”

              Nein, deine Argumentation ist zirkulär.

              Das Argument ist nur, dass bei biologischer Homosexualität (ob diese existiert oder nicht) jedenfalls eine Erkennung von „Männlich“ bei schwulen Männern vorhanden sein muss. Wie soll sonst eine biologische Homosexualität funktionieren?

              „Das ist nicht mein Problem – was du sagst, ist falsch.“

              Noch mal: Wenn es theoretisch eine Homosexualität, also eine Vorliebe für Sex mit Männern, geben sollte, dann müsste diese zwangsläufig einen Mechanismus enthalten, indem geregelt ist, was überhaupt Männer sind.

              Das ist ja nun wirklich banal. Wenn ein Gerät kreise aussortieren soll, dann muss sie Kreise von Quadraten abgrenzen können. Wenn ein Mensch auf Männer sexuell reagieren soll, dann muss er Männer von Frauen unterscheiden können. Wenn dieses sexuelle reagieren auf Männer biologisch begründet sein sol, dann muss auch die Unterscheidung biologisch geregelt sein, da sie das wesentliche Merkmal der Sache ist.

              „Nein. Du tust so, als würde ich behaupten, daß das Gehirn nicht den Geist erzeugt. Aber das tue ich nicht. Du begeht eine ignoration elenchi.“

              dann erklär doch mal, wie das in deinem Modell funktionieren soll. Verhalten kann nicht auf Biologe beruhen, eine Veränderung der Biologie führt aber zu einer Änderung des Verhaltens?

            • „Also Verhaltensbedingungen und Biologie sind überhaupt kein Problem?“

              Wieder falsch: Bedürfnisse und Biologie sind kein Problem. Bei Verhaltensbedingung= Präferenzen weiß man nicht, woher sie kommen.

              „Das ist doch recht egal, wenn wir über die Theorie diskutieren. Meinetwegen “wenn jemand do ut des nicht befolgt, dann gebe selbst nicht mehr”“

              Ok, habs nicht verstanden.

              „Glück ist ja auch nichts, was logisch sein muss. Siehe Drogen. Es ist nur eine Folge unser Körperchemie.“

              Ich versteh kein Wort von diesem Durcheinander. Wofür möchtest du hier argumentieren?

              Theoretisch könnte alles mit der Ausschüttung von Glückshormonen kombiniert werden.“

              Welche Theorie?

              „Nochmal: Es geht nicht darum, ob es diese Regel gibt, sondern nur darum, ob sie gegen deine Grundannahmen verstößt.“

              Ja.

              „Ob das der Fall ist wäre ja eine andere Frage. Wäre aber so ein Mechanismus im Widerspruch zu deinen Grundlagen?“

              Ja.

              „Und die kann in der Wachstumsphase nicht ausgelöst werden?“

              Was wird da ausgelöst? Adaptation? Das ist ein physiologische Realisation des Lernens. Da wird nichts von Neuronenwachstum ausgelöst und letztes liegt auch nicht in den Genen, wenn es eine Folge äußerer Stimulation ist. Außerdem werden Aufgaben geteilt: Einzelnen Neuronen können für einzelnen Effekte zuständig sein, andere geistige Effekte sind Hrmisphäreneffekte, die nicht von der Selektion einzelner Gene betroffen sind. Intelligenz kann wachsen, obwohl kontinuierlich Neuronen zugrunde gehen – wenn man Intelligenz als operationalisierte Größe versteht.

              „Warum kann nicht das passende Erregungspotential herbeigeführt werden, dass dann die Erinnerung festlegen würde?“

              Weil dann der Inhalt lokal erzeugt wäre.

              „Wenn die Information auf diese Weise speicherbar ist, warum kann die gleiche Information nicht auch auf andere Weise gespeichert und eingebracht werden?“

              Weil dann der Inhalt lokal erzeugt wäre.

              „Dem steht dein Denkmodel nicht entgegen oder?“

              Doch.

              „Wenn die erinnerung im Betrieb des Gehirns abgespeichert wird, warum soll sie dann nicht auch im wachsenden Gehirn abgespeichert werden können?“

              Was hat das mit Vererbung zu tun? Woher weißt du, daß jede Adaptation vererbt wird? Wieder eine zirkuläre Argumentation.

              „Die erkannte Regel muss ja auch so in speicherbare Information umgewandelt und entsprechend abgelegt werden.“

              Ja, und warum soll das alles nicht von Gott kommen. Du spekulierst nur und hast keine Argumente und von deinen Forschungen seh ich auch nichts. Du traust dich ja nicht mal einen Überblick über die Artikel zu bringen, die deinen Ansichten widersprechen.

              „Diesen Ablagerungsvorgang kann man zumindest theoretisch auch vorverlagern.“

              Nach welcher Theorie? Warum soll ich ei Computermodell des Geistes akzeptieren?

              „Das setzt dennoch einen Mechanismus für die Erkennung als Mann voraus.“

              Eben und nicht Attraktivität.

              „Aber eben nicht auf Frauen.“

              Und?

              „Sie müssen also einen Mechanismus haben, der auf bestimmte männliche Signale reagiert.“

              Nein. Wieso? Bring Beweise, nicht nur Spekulationen.

              „Das Argument ist nur, dass bei biologischer Homosexualität (ob diese existiert oder nicht) jedenfalls eine Erkennung von “Männlich” bei schwulen Männern vorhanden sein muss.“

              Und wieso sollte das meiner Theorie widersprechen? Einen Fels von einem Grashalm unterscheiden zu können wird auch von jedem Pferd gelernt, dafür braucht es kein biologisches Programm. Aber genau das mußt du behauptem.

              „dann müsste diese zwangsläufig einen Mechanismus enthalten, indem geregelt ist, was überhaupt Männer sind.“

              Selbst wenn es so wäre, dann muß er nicht biologisch sein, sondern er kann auch später erlernt werden. Deine Argumentation ist zirkulär.

              „dann erklär doch mal, wie das in deinem Modell funktionieren soll.“

              Darauf habe ich schon geantwortet.

              „Verhalten kann nicht auf Biologe beruhen, eine Veränderung der Biologie führt aber zu einer Änderung des Verhaltens?“

              Das ist deine Meinung, nicht meine. Versuch mal zwischen „ist immer so“ und „kann passieren“ zu unterscheiden, dann kommst du dem Inhalt meines postes viel näher.

            • „Wieder falsch: Bedürfnisse und Biologie sind kein Problem. Bei Verhaltensbedingung= Präferenzen weiß man nicht, woher sie kommen.“

              Dann verstoßen ja biologische Modelle dazu nicht gegen deine Theorien. Wie deutlich können denn da die Präferenzen ausgebildet sein? Vieles in der Biologie kann man ja auch als Präferenz bezeichnen, unter extremen Umständen würde man eben etwas anderes machen

              “Das ist doch recht egal, wenn wir über die Theorie diskutieren. Meinetwegen “wenn jemand do ut des nicht befolgt, dann gebe selbst nicht mehr””

              Ok, habs nicht verstanden.

              Eine biologisch abgespeicherte Regel, die bei der Wertung eines Verhaltens eines anderen Menschen schaut, ob dieser reziproken Altruismus praktiziert. Macht er dies nicht, dann stehen verschiedene Optionen zur Auswahl, etwa hinnehmen, wenn er in der stärkeren Position ist, die Zusammenarbeit aufkündigen und ihm auch keine Gefallen mehr tun etc. Eine entsprechende Regel würde das „Genvehikel“ vor Ausnutzung schützen und passt auch zu einigen Daten, etwa warum viele Menschen im Ultimatum-Game in der spieletheorie so viel anbieten und unfaire Angebote bestrafen. Auch bei Affen findet man ähnliche Mechanismen

              „“Glück ist ja auch nichts, was logisch sein muss. Siehe Drogen. Es ist nur eine Folge unser Körperchemie.”“
              „Ich versteh kein Wort von diesem Durcheinander. Wofür möchtest du hier argumentieren?“

              Du gehst anscheinend von einem festen Modell aus, evolution ist aber ein Prozess. Glück zu empfinden folgt nicht zwangsläufig logischen gefühlen, jedes evolutionär vorteilhafte kann theoretisch bei einer entsprechenden Selektion mit einem Glücksgefühl belohnt werden. Insofern war deine Frage, woher das Versprechen kommt, etwas merkwürdig: Glück ist nichts, was der evolutionär veränderbare Körper versprechen muss, es ist etwas, was er erschaffen kann. Weil Glück in dieser Hinsicht nicht objektiv ist, genau wie bei einer Drogensucht. Es ist eine Ausschüttung von Hormonen

              „Welche Theorie?“

              Was soll den (außer einem entgegenstehenden Selektionsdruck) verhindern, dass durch eine Handlung Glücksgefühle eintreten, wenn man es evolutionär betrachtet?

              „Was wird da ausgelöst? Adaptation? Das ist ein physiologische Realisation des Lernens.“

              Du tust so als wäre Lernen etwas abstraktes. Aber das Produkt des Lernens muss ja nun einmal in einen Datensatz umgearbeitet werden und abgespeichert werden. dann muss es einen Lesevorgang geben. Dahinter steht jeweils ein biologischer Vorgang.
              Das Gehirn des Fötus ist bereits aktiv. Es kann auch diese Vorgänge ausführen, wenn es entsprechend in den Wachstumsplänen vorgesehen ist.

              „“Warum kann nicht das passende Erregungspotential herbeigeführt werden, dass dann die Erinnerung festlegen würde?”“
              „Weil dann der Inhalt lokal erzeugt wäre.“

              Er wäre nach Vorlage erzeugt, die aus den Genen stammt. Die wieder aus einem evolutionären Prozess stammen. Das wäre keine lokale Erzeugung.

              „“Wenn die erinnerung im Betrieb des Gehirns abgespeichert wird, warum soll sie dann nicht auch im wachsenden Gehirn abgespeichert werden können?”“
              „Was hat das mit Vererbung zu tun? Woher weißt du, daß jede Adaptation vererbt wird? Wieder eine zirkuläre Argumentation.“

              Du verstehst mich falsch. Es geht mir darum, dass der Speichervorgang biologisch ist. Damit kann der gleiche Prozess einer Informationsabspeicherung nachgebildet werden, wenn eine Wachstumsanleitung dafür vorliegt, die aus den Genen stammt

              „Ja, und warum soll das alles nicht von Gott kommen.“

              Hier reden wir erst einmal darum, ob es eine Möglichkeit besteht, dass man das von dir behauptete Argument, dass es nicht gehen kann, aushebelt. Dafür reicht die theoretische Möglichkeit.
              Gegen einen Gott sprechen andere Argumente.

              „Du spekulierst nur und hast keine Argumente und von deinen Forschungen seh ich auch nichts.“

              Das bleibt einem anderen Artikel vorbehalten. Solange du auf einer theoretischen Ebene bleibst, kann ich das ja wohl auch.

              „Du traust dich ja nicht mal einen Überblick über die Artikel zu bringen, die deinen Ansichten widersprechen.“

              Welche Artikel denn? Klar, stell mir eine Liste zusammen, dann stelle ich sie bei mir als Artikel ein. Habe ich gar kein Problem mit.

              „Nach welcher Theorie? Warum soll ich ei Computermodell des Geistes akzeptieren?“

              Musst du nicht. Nur wenn ein solches Modell durch deine Einwände nicht entkräftet ist, dann sind deine Thesen kein Ausschluss gegen diese Theorien, wie du es behauptest.

              „“Sie müssen also einen Mechanismus haben, der auf bestimmte männliche Signale reagiert.”“
              „Nein. Wieso? Bring Beweise, nicht nur Spekulationen.“

              Noch einmal.
              Mir geht es nicht darum, dass zu beweisen. Mir geht es um folgenden Punkt:
              Angenommen, dass Homosexualität aus biologischen Gründen vorliegen würde. Dann müsste eine solche Theorie dazu weil das der wesentliche Kern der Homosexualität ist, die Merkmale einer homosexuellen Partnerwahl enthalten (sonst wäre es ja keine auf homosexuelle Partnerwahl beschränkte Theorie). Also bei schwulen die Merkmale für die Bewertung sexuelle Attraktivität von Männern.
              Wenn eine solche Theorie nach deinen Grundtheorien nicht möglich ist, da sie konkrete Merkmale enthält, dann wäre ein noch zu führender Nachweis, dass Homosexualität biologisch geregelt ist, eine Widerlegung deiner THeorien

              „Und wieso sollte das meiner Theorie widersprechen? Einen Fels von einem Grashalm unterscheiden zu können wird auch von jedem Pferd gelernt, dafür braucht es kein biologisches Programm. Aber genau das mußt du behauptem.“

              Nein. Ich sage nicht, dass so etwas nur biologisch funktionieren kann, sondern nur, dass es, wenn es biologie wäre ein entsprechendes Erkennungsmerkmal umfassen müsste

              „Selbst wenn es so wäre, dann muß er nicht biologisch sein, sondern er kann auch später erlernt werden. Deine Argumentation ist zirkulär.“

              Nein, du begreifst es nur nicht

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