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Frauenpräferenzen und maskulistische filter-bubbles

Daß ich den linken Maskulismus in Sachen Männlichkeitskonzeption für impotent halte, weil ihm – wie jedem anderen Feminismus auch – ein positiver Freiheitsbegriff fehlt, ist seit den Diskussionen [1, 2, 3] bei LoMi, der mit seinen jüngsten posts zum neuen Marktplatz maskulistischer Diskussionen [4, 5, 6, 7, 8] zu avancieren scheint, kein Geheimnis. Doch auch auf einem anderen Terrain, daß sich anschickt, zu versprechen, die Kernkompetenzen linker Maskulisten deutlich werden zu lassen, mußten wir jüngst Enttäuschungen einstecken: Das Verhältnis von Männern und Frauen wird längst nicht so transparent diskutiert, wie man es von Leuten erwarten sollte, die versuchen, anderen Männern nützlich zu sein. In diesem post werden wir zwei Beispiele dazu diskutieren, die zeigen, daß es auch bei Maskulisten an der Tagesordnung ist, anderen nicht zuzuhören, sondern die alten, bekannten Geschichten immer neu wiederzukäuen – und deshalb das Wesentliche zu verpassen.

Übersicht:


quality : good

I. Gibt es den Alpha-Softie?

Jüngste Umfragen beanspruchen, nachgewiesen zu haben, welche Wünsche 88% der Frauen 2014 an ihren Traummann richten: Er soll

  • 1. die Spülmaschine einräumen, 2. die Hosen anhaben, 3. beruflich erfolgreich sein, 4. die Kinder richtig erziehen können, 5. zärtlich, 6. lieb, 7. wild, 8. charmant, 9. intelligent, 10. lustig sein, 11. emotionale Kompetenzen, 12. soziale Kompetenzen haben und die 13. materielle Versorgung der Frau sichern, 14. kinderlieb und 15. Frauenversteher sein.

Im Originalartikel wird das als männliches Dilemma inkonsistenter Erwartungen an Männer bezeichnet: Der Mann soll Macho und Softie zugleich sein und es wird insinuiert, daß dies unmöglich sei – ohne das dabei spontan einsichtig wäre, warum.

  • (1) Nehmen wir mal an, wir wüßten über die Gründe für die Anziehung der  Geschlechter nicht mehr als dieses Alpha-Softie-Modell. Dann erklären wir uns das single-Dasein einer Frau dadurch, daß sie zu hohe Ansprüche hat und das single-Dasein eines Mannes dadurch, daß er den Ansprüchen nicht genügt. Wir wollen diese Eigenschaft von Modellen in diesem post als femizentriert bezeichnen.

Aber mal ehrlich, wieviele Rollen für Männer werden im Alpha-Softie-Modell eigentlich beschrieben? Ich sehe de facto nur eine halbe, und zwar eine für einen Mann gegenüber einer Frau – aber welche genau?

Denn erstens ist ein Macho jemand, der Weiblichkeit verachtet, ihren Einfluß und Handlungsraum zu beschneiden versucht, um dadurch selbst Vorteile zu haben.

  • (2) Denn weder gehört es zur Rolle des Machos, soziale und emotionale Kompetenzen gegenüber Frauen auszuspielen, noch ein Frauenversteher zu sein. Auch die materielle Versorgung der Frau gehört eher nicht zur Macho-Rolle, der ja meint, sich aufgrund seiner Männlichkeit bei der Frau nicht beliebt machen zu müssen. Wild im Bett zu sein, mag ein Indiz auf die Macho-Rolle sein, doch angesichts der emotionalen, sozialen und finanziellen Vollversorgung für die Frau, die der o.g. Katalog enthält, ist darunter vermutlich nicht zu verstehen, daß die Frau an regelmäßigen Orgien mit mehreren Männern teilnimmt, in denen der Mann seine Potenz und Geilheit unter Beweis stellt: Keine Frau wünscht sich sexuelle Konkurrenz im Bett.

Die Rolle des Macho wird daher offenbar im Usprungsartikel nicht beschrieben.

Und zweitens ist ein Softie als das Gegenteil des Machos definiert, i.e. ein Mann, der Weiblichkeit als dominierendes Prinzip ansieht, dessen Führung er akzeptiert und dessen Weisungen er Folge leistet.

  • (3) Das Letzte, was ein softie daher braucht, sind eigene Kompetenzen. Die braucht man nämlich nur, wenn man Probleme eigenständig und damit eigenverantwortlich lösen will. Auch der berufliche Erfolg überläßt der softie der stärkeren Frau und die Hosen anzuhaben, erscheint dem softie gänzlich unangemessen. Insbesondere Intelligenz wird nur von denen gefordert, von denen man verlangt, langfristig größere Katastrophen in ihrem Leben zu vermeiden und sich in einer immer undurchsichtigeren Welt mit Gewinn durchzusetzen.

Die Rolle des Softies wird daher offenbar ebenfalls nicht beschrieben.

  • Verwunderlich ist das nicht: Daß Daten zur Bestätigung von Vorurteilen herangezogen werden, die de facto gar nichts über sie Aussagen, ist in den mainstream-medien an der Tagesordnung.

Was sagen andere blogger und Kommentoren? Auf dem Forum AllesEvolution ist der post ebenfalls diskutiert worden und es gibt dort eine neue Diagnose:

  • „Es ist eher der Alpha mit dem Herz aus Gold.“
  •  Der Mann „soll also nicht in jeder Situation ‚Alpha-Softie‘ sein, sondern es geht eher darum zu erkennen, in welchen Situationen man welche dieser beiden Punkte (Komfort und Attraktion) bedient.

Attraktion bedeutet hierbei:

  • Von anderen Frauen für gut befunden, Anführer anderer Menschen, Beschützer von ihm Nahestehenden, In der Lage gesunde Gefühlsbindungen einzugehen

Komfort meint hier:

  • Passion/Purpose, Seeing her the way she wants to be seen, Hot/Cold, Future Projections, Emotional Honesty, Whirlwind Courtship, The feeling that both of you are bound for greatness and you are on the same path

Das Resultat des postes lautet: der Mann „soll kein Softie sein. Er soll ein Alphamann mit Herz sein. Rumjammern ist nach wie vor nicht sexy, Gefühle zeigen wegen einer wichtigen Sache kann hingegen eine tiefere Bindung bewirken und auch zeigen, dass man zu solchen Bindungen in der Lage ist.“ – jenachdem, was gerade gefragt ist.

  • Auch dieses Modell nimmt die Umfrageergebnisse als Partnerwahlkriterien für bare Münze. Und das Modell des Alpha mit Herz ist genauso femizentriert wie das in den mainstream-medien immer wieder hervorgekramte und durchgekaute Modell des Alpha-Softies: Solche Umfrageergebnisse habe ich – wie vermutlich jeder – schon in der Pubertät gelesen.

Daß Logik nicht gerade die Stärke von EvoChris ist, ist leider nichts Neues und auch diesmal läßt sie ihn im Stich:

  • (4) Denn wenn einmal die Eigenschaft der Attraktion und mal die Eigenschaft des Komforts eines Mannes von der Frau erwartet wird (nicht aber Attraktion und Komfort gleichzeitig), dann kommt es offenbar nicht auf Attraktion und Komfort selbst für die Frau an, sondern auf das, was darüber entscheidet, ob gerade Attraktion oder Komfort gefragt ist, und wofür Attraktion und Komfort z.B. ein Mittel sind oder einfach nur Gelegenheiten darstellen.

Und das bedeutet, daß Attraktion und Komfort nicht dasjenige charakterisieren, was die wahren weiblichen Präferenzen unter 1.-15. erzeugt und erklärt.

Mit anderen Worten: Den Alpha-Softie mag es in der Realität geben, aber er wird in keinem Sinne von den Frauen verlangt. Das Ganze ist Blödsinn. Stattdessen sollten wir einfach mal zugeben, daß wir vor Umfrageergebnissen stehen, die wir einfach nicht kapieren.

II. Alternative Erklärungen von Präferenzenäußerungen

Was gibt es noch? Von den 15 Kommentatoren, die sich unter diesem post zu dem Thema geäußert haben, haben 4 noch andere und zwar abweichende Ansätze zur Sprache gebracht. Leider ist niemand auf diese interessanten Alternativvorschläge substantiell eingegangen – ein Phänomen, das ich gerade als maskulistische filter bubble bezeichne.

1. Anne Nühm:

  • „Die Aussage ist doch einfach: (Die meisten) Frauen wollen keine Extreme, sondern einen Mann dazwischen, der sich situationsabhängig verhält. Dies trifft wohl ohnehin auf die allermeisten Männer zu.“

Damit hält Anne Nühm die o.g. Liste im Grunde für eine Verlegenheitsantwort und nicht für ernstzunehmende Partnerwahlkriterien: Männer sollen eigentlich gar keine bestimmten Eigenschaften haben, sondern „irgendwie das Richtige“ tun, aber es ist den Frauen einfach nicht klar, wie sie das für alle Situationen in einem Satz pärgnant auf den Punkt bringen sollen. Während die Frau nach dem Modell des Alpha-Softies als maßlos erscheint, ist sie nach diesem Modell eher bescheiden: Wenn ein Mann nur zurechtkommt, dann ist er für eine Frau auch als Partner akzeptabel. Soweit ich sehe, kann man damit gar keine Voraussagen machen, aber eine Sache spricht sehr für diesen Ansatz: 1.-15. sind alles metrische Eigenschaften, d.h. es geht um Dinge, die man besser oder schlechter machen kann und die man immer noch etwas besser machen kann – was dann auch stärker präferiert wird.

2. maddesacht:

  • „Ihr Blickwinkel ist gefragt, ihre Wünsche und Bedürfnisse. Damit wird der Blick der Frauen ja gradezu dort hin gelenkt, was sie so alles wünschen und wollen können, und was sie alles noch nicht haben.“

maddesacht geht noch einen Schritt weiter als Anne Nühm und vermutet, daß die Frauen diese Präferenzen eigentlich gar nicht haben, sondern gewissenmaßen laut überlegen, was zu wünschen bzw. zu haben, sie sich als angenehm vorstellen würden. Das Interessante an dieser Erklärung sind nicht die Voraussagen, die sie nahelegt, sondern was sie präsupponiert. Denn hier wird angenommen, daß Frauen im Großen und Ganzen zufrieden sind und nur, wenn ihre Gier von außen geweckt wird, ihr Charakter nicht ausreicht, ein anderen Menschen zumutbares Maß zu halten – oder aber letzteres gar nicht abschätzen zu können. Dieser Ansatz rät uns, die Präferenzenliste von Frauen mangels sozialer Kompetenz gar nicht ernst zu nehmen.

3. Neuer Peter:

  • „Frauen wählen so gut wie nie nach den Präferenzen, die sie lauthals zu besitzen verkünden.“

Wenn das wahr ist, dann gibt es zwei Möglichkeiten: Frauen sind bei ihren Partnerwahlkriterien unehrlich und nennen sie z.B. nach versteckten Kriterien der sozialen Erwünschtheit oder diese Präferenzen sind für ihre Partnerwahl letztlich nicht dominant. Hier wird nicht die soziale Kompetenz von Frauen bestritten, sondern behauptet, daß sie eine Persönlichkeit vorspielen, die sie in Wahrheit gar nicht sind.

4. only_me:

  • „Das Erstaunliche für mich ist, mit welcher Selbstverständlichkeit viele Frauen anscheinend davon ausgehen, eine Art Anspruch auf diese Utopie zu haben.“

Noch ein völlig anderer Ansatz: Anders als Neuer Peter wird hier nicht vermutet, daß die bekundeten Präferenzen ein bestimmtes Persönlichkeitsbild induzieren sollen, sondern unabhängig von jeder Persönlichkeit ein sexistisches Anspruchsdenken bekräftigt, eine Position im sozialen Miteinander erfochten und verteidigt werden soll, die allein Grundlage für jetzige und weitere zukünftige Ansprüche verstanden wird, die im Moment noch nicht bekannt sind.

Dieses Problem mit empirischen Daten ist altbekannt:

  • (5) Wofür Daten sprechen, welche Information sie repräsentieren, verraten sie selbst allein unter keinen Umständen. Anders formuliert: Die Daten und Gott haben eines gemeinsam – sie haben recht und sie schweigen. Daten werden erst dadurch informativ, wenn wir weiteres Wissen über die Datenentstehung hinzunehmen und deshalb auf eine Idee kommen, wie man die Daten analysieren könnte. Genau das tun diese vier Alternativansätze.

Die ersten beiden femizentristischen Ansätze versuchen nicht, die Befragungseergebnisse zu verstehen oder zu evaluieren, sondern bemühen sich lediglich, sie zu klassifizieren – unter Verzicht auf jedes weitere Wissen über ihre Erzeugung. Und weil dabei kein Maß für die Klassifikationsgüte mitgeliefert wird, hat man beim Lesen auch sofort das Gefühl, daß man sich die Alpha-Softie- und Alpha-mit-Herz-Modelle hätte sparen können, weil man einfach keine Ahnung hat, wie weit und inwiefern man ihnen in einer zukünftigen Situation wird trauen können. Die vier, von den Kommentatoren genannten Alternativansätze müssen wir aber im Kopf behalten, wenn die die weiblichen Männerpräferenzen ernsthaft evaluieren wollen.

III.  Abstrakte Frauen verstehen mehr

Wie üblich gibt es nur eine Möglichkeit, an Wissen über die wahren Gedanken und Präferenzen der gegenwärtigen Frauen zu kommen:

  • (6) Man muß ihr Handeln verstehen, ihre Gründe kennen, ihre Intentionen nachvollziehen – kurz: eine Erklärung derjenigen individuellen Rationalität bereitstellen, die darlegt, wie es zu den einzelnen Handlungen der Frauen gekommen ist.

Und offensichtlich können wir das nicht, denn wir sind einerseits nicht beim Leben der befragten Frauen dabei und wir können andererseits ihren Aussagen nicht unbedingt vertrauen. Sind wir deshalb verloren?

Nicht ganz, ein wenig können wir schon tun: Als indirekte Methode können wir die Männer beobachten und verstehen, die mit diesen Frauen leben und inwiefern sie mit ihnen zu tun haben. Wir könnten zum Beispiel versuchen, diejenigen Erfahrungen zu rekonstruieren, die erforderlich waren, damit bestimmte Aussagen und bestimmte Handlungen von Männern möglich werden.

  • (7) Entschlüsse beruhen immer auch auf Wissen und nicht nur auf Wünschen und allgemeinen Rationalitätsstandards. Wünschen mögen individuell sein, ihre Entstehung mag höchst verworrenden Pfaden folgen, aber eine kleine Menge von Wissen ist immer identifizierbar: Diejenigen Überzeugungen, die ein Mann gehabt haben muß, als er sich selbst glaubhaft sein eigenes Verhalten erklärte. Denn da man nicht glauben kann, was man will, gibt es eine Verbindung zwischen den gehegten Überzeugungen und den Tatsachen und das sind gerade diejenigen Gründe, aus denen man seine Überzeugungen für wahr hält.

Im Grunde ist (7) ganz trivial: Wer z.B. sagt, daß er Wasser holen geht, muß glauben, daß er Wasser an einem bestimmten Ort finden kann und das weiß er aus Erfahrung. In Einzelfällen mögen derartige Aussagen falsch sein, aber daß die Masse solcher Aussagen völlig falsch ist, kann man schon dann ausschließen, wenn man weiß, daß man es nicht mit Verrückten zu tun hat. Mit anderen Worten: Wir brauchen jemanden, der Kenntnis davon hat, wie viele Männer sich Frauen im allgemeinen gegenüber verhalten.

  • (8) Prostituierte sind sehr geeignete Kandidaten dafür, denn sie suchen nicht selbst die Männer aus, sondern werden von ihnen ausgesucht und zwar aufgrund des ersten Eindrucks. Männer suchen in Prositutierten die abstrakte Frau, die Persönlichkeit der Prostituierten spielt bei der Auswahl in der Regel keine Rolle – erstens weil man sich zum ersten Mal sieht oder nur ein paar Minuten unterhält und zweitens weil man nur kurz miteinander zu tun hat. Was eine Prostituierte daher an Verhalten ihr gegenüber sieht, stammt stärker als irgendwo sonst aus Motiven der Männer, die aus den Erfahrungen mit anderen Frauen gebildet wurden. Meine These ist daher, daß Prostitutierte grundsätzlich in einer epistemisch privilegierten Position in Bezug auf Männer sind.

Das ist der entscheidende Punkt und natürlich hat diese indirekte Methode ihre Tücken: Da es auf das alltagspsychologische Verständnis der Prostituierten hierbei maßgeblich ankommt, steht und fällt alles mit ihrer Auswahl und der Qualität ihres Berichts.

Glücklicherweise können wir an dieser Stelle auf die Exegese eines Erfahrungsberichtes einer feministischen Prostitutierten aus dem letzten post zurückgreifen und referieren nur noch einmal die wesentlichen Teilresultate, um sie dann in diesem post noch einmal zu benutzen:

  • (9) Keiner-liebt-mich-Freier und Erweckungsfreier instrumentalisieren ihre Sexualität und kultivieren sie als Mittel, um in der Sexualität zu Frauen eine kurzzeitige Unterbrechung ihrer Suche nach Verbindung, Glück, Ekstase und Anerkennung mit Frauen im normalen Leben zu realisieren. Und es gibt gesellschaftliche Gründe, warum Frauen ihnen das verweigern, obwohl diese Männer bereit sind, die Lust der Frauen dabei in den Vordergrund zu stellen und ihre eigene zu vergessen – was Frauen ihrerseits nicht tun und nicht so sehen. Dieser sexuelle Frust ist es, der diese Männer in die Bordelle treibt, ein evolutionären Mangel an sexueller Lust ist nicht der Grund dafür, warum die Sexualität dieser Männer so viel schwungvoller und rastloser ist als die der Frauen: Denn diese Männer leben unabhängig von den Frauen so, daß sie leiden, und ihre Frauen sind nicht mehr bereit, sie ihr Leid vergessen zu machen.
  • (10) Diese Instrumentalisierung raubt den keiner-liebt-mich-Freiern und den Erweckungsfreiern den überwältigenden Teil ihres sexuellen Erlebens – was sie auch hinnehmen. Sie wissen gar nichts von ihrem Möglichkeiten und werden im Bordell insofern 2x betrogen: Um die Erfüllung ihres Wunsches nach Verbindung, Glück, Ekstase und Anerkennung mit einer abstrakten Frauen und um ihre Lust – wofür sie auch noch teuer bezahlen.
  • (11) Die emotionale Bindung der keiner-liebt-mich-Freier und den Erweckungsfreier an ihre Frauen im normalen Leben ist tief asymmetrisch. Während sich männliche Lust dem Streben nach Verbindung, Glück, Ekstase und Anerkennung mit Frauen im normalen Leben unterordnet, ist die weibliche Lust in Bezug auf Männer davon frei.
  • (12) Es gibt Bordelle aus zwei Gründen: Die sozialen Lebensbedingungen der Männer lassen sie erstens anders als Frauen einen derart tiefen Leidensdruck, eine Vereinsamung und emotionalen Kälte spüren, daß sie ihren biologisch gegebenen Geschlechtstrieb im Dienste der Durchbrechung dieses Lebensgefühls instrumentalisieren. Zweitens wissen die Frauen des normalen Lebens nicht mal einen Hauch davon, wie Männer leben müssen und sie sind dumm genug, aus denselben sexuellen Erfahrungen, die sie mit Männern haben und die sie mit Prostituierten teilen, nicht die Schlüsse ziehen, die in diesem post freigelegt wurden – oder sie sind dafür zu gleichgültig. Erst die Kombination beider Umstände treibt bestimmte Männer massenhaft in die Bordelle.
  • (13) Männliche Sexualität ist nach ihrer kulturellen Bearbeitung in der Pubertät deutlich weniger egozentrisch-aggressiv und hedonistisch angelegt als die der Frauen. Männer denken weniger an sich selbst im Bett als Frauen und für sie ist Sexualität deutlich intimer als sie es für Frauen ist. Die feministische Dämonisierung männlicher Sexualität spottet an Dämlichkeit und Realitätsverlust angesichts dieses Interviews einfach jeder Beschreibung.
  • (14) Eine im Moment fehlende sexuelle Würde der Männer kann nur hergestellt werden, wenn diese Entstehung männlicher Sexualität in ihren alltäglichen Manifestationen von Frauen in ihren Reaktionen darauf berücksichtigt wird. So wie Homosexuelle zu Recht Respekt für ihre von der weiblichen Heterosexualität abweichenden Sexualität verlangen, können dies Männer gegenüber Frauen auch tun. Frauen (Feministinnen auch, aber von denen rede ich hier nicht!) hingegen sind gegenwärtig unter keinen Umständen bereit, die Eigenartigkeit männlicher Hetersexualität zu goutieren. Eine bessere Klassifikation für die ungerechtige Verachtung männlicher Sexualität durch Frauen als Sexismus gibt es daher nicht.

Wir werden dieses kursorische und skzizzenhafte Schlaglicht auf diesen Ausschnitt männlichen Lebens später benutzen, um die weibliche Präferenzenliste an Männer zu evaluieren.

IV. Evaluation von Präferenzen

Die Analyse von Präferenzenordnungen hat ihre Eigenarten und es ist unbedingt nötig, Präferenzen von Wünschen zu unterscheiden: Wünsche haben Erfolgs- und historische gewachsene Erfüllungsbedingungen, aber Präferenzen folgt man einfach nur als handlungsleitende Grundsatzentscheidungen z.B. in strategischen Zusammenhängen. Das paradigmatischste Beispiel einer Präferenz realisiert sich im ökonomischen Handeln.

  • (14) Würde die Partnerwahl bei Frauen nur von Präferenzen gesteuert werden, dann könnten Männer Frauen auch außerhalb von Bordellen in einem übertragenen Sinne dadurch kaufen, daß sie ihre Präferenzen erfüllen: Denn erstens wären dann alle übrigen Eigenschaften von Männern, denen gegenüber die Frau keine Präferenzen hat, irrelevant und zweitens wäre die Entwicklung eines persönlichen Kontaktes durch Gespräche und gemeinsam geteilte Erlebnisse völlig überflüssig – was aber so gut wie nie der Fall ist, denn Letzteres schafft standardmäßig gerade eine Folge von Gelegenheiten für die Entstehung von Wünschen in Bezug auf den potentiellen Partner.

An (14) kann man erkennen, daß die o.g. weiblichen Partnerwahlpräferenzen keineswegs hinreichende Bedingungen für die konkrete Aufnahme einer Beziehung mit einem Mann darstellen, sondern entweder Rückversicherungen für Risiken darstellen – dahin geht ja auch der Ansatz von Anne Nühm – oder einem guten Leben mit einem Partner Vorschub leisten sollen. Sie sind keineswegs Zusagen an Männer, keine Anleitungen zum Richtg-Machen, wie wir sie aus Märchen kennen, wo z.B. ein König einem erfolgreichen Helden die Hand seiner Tochter und das halbe Königreich verspricht – und genau dahin geht ja auch der Ansatz von maddesacht.

  • (15) Der erste Ansatz von Anne Nühm und der zweite Ansatz von maddesacht sind also völlig richtige Reflexionen über die pragmatische Rolle, die Präferenzenäußerungen in der Kommunikationssituation der Befragung spielen können. Welche der befragten Frauen dieser Versuchung erlegen ist und welche eine ehrliche Selbstbeschreibung abgegeben haben, kann man im Nachhin natürlich nicht mehr feststellen. Der dritte Ansatz von Neuer Peter und er vierte Ansatz von only_me hingegen behaupten gerade, daß die Liste der weiblichen Männerpräferenzen etwas mit wahren Selbstbeschreibungen von Frauen zu tun haben – genau die der Ansatz von EvoChris es auch tut. Und nur diesen Fall werden wir von jetzt ab weiterverfolgen, er ist der einzige, ernstzunehmende Fall.

Interessanterweise kann man die o.g. Präferenzen außerdem ganz unterschiedlich bei der Partnerwahl benutzen, was man erkennt, wenn man sich an Verhaltensvorhersagen versucht. Zur Illustration nehmen wir dafür an, daß eine Frau z.B. die Präferenz hat, einen reichen Mann zu finden:

  • (16) indirekter Gebrauch: Dann kann sie sich zum Beispiel teure Hobbies suchen wie z.B. Segeln in der Hoffnung, dort einen Mann ganz klassisch kennenzulernen und in Bezug auf ihn Wünsche zu entwickeln, der ihre Präferenzen aufgrund des gemeinsam geteilten Hobbies ohnehin erfüllt. Die Entstehung der emotionalen Bindung hängt dann nicht von der Erfüllung der o.g. weiblichen Präferenzen ab.
  • (17) direkter Gebrauch: Sie kann aber auch die Entscheidung z.B. zwischen zwei Männern mit Hilfe – say – von deren Steuererklärungen fällen.

Und nichts kann es apriori verbieten, daß die verschiedenen Präferenzen von derselben Frau direkt und indirekt benutzt werden oder daß verschiedenen Frauen dieselbe Präferenz direkt oder indirekt benutzen. Nur die Lebenswirklichkeit der Männer kann uns letztlich hierüber Auskunft geben.

  • (18) Aus (16) und (17) folgt übrigens, daß sich die Partnerwahl im Fall indirekter Benutzung von Präferenzen nicht evolutionär erklären läßt, denn die Evolution schaut nur auf das Ergebnis der Genverteilung in der nächsten Generation. Bei der indirekten Präferenzenbenutzung kann man aber nicht entscheiden, was evolutionär und was kulturell bedingt ist. Daraus folgt, daß es Frauen geben könnte, deren Partnerwahlkriteren evolutionär bedingt sind und andere, bei denen das nicht der Fall ist. Und die Frage kann der Biologismus nicht unterscheiden von Frage, ob Partnerwahlkriterien überhaupt evolutionär bedingt sind oder nicht.

Wegen (15) können wir jetzt die Präferenzenliste als Auswahlen behandeln. Bei Wünschen geht das als historische Gemütsbewegung natürlich nicht. Dann aber dürfen wir fragen: „Warum gibt es keine anderen Präferenzen von Frauen an Männer?“ 88% der Frauen wünschen sich nicht, daß

  • Männer ihre sexuelle Selbstbestimmung respektieren sollen. Stattdessen sollen sie charmant sein. Können wir daraus schließen, daß diejenigen Männer, die diese Frauen kennengelernt haben, respektieren und sich nicht so um diese Frauen bemühen, wie sie es sich wünschen?
  • Manner ihre Menschlichkeit, Entscheidungen und ihren Willen respektieren und höflich sein sollen. Stattdessen sollen Männer lustig sein. Können wir daraus schließen, daß diejenigen Männer, die diese Frauen kennengelernt haben, das längt tun und es ihnen an Mut gegenüber Frauen fehlt, den jede Lustigkeit nun einmal verlangt?
  • Männer nicht die Hosen anhaben soll. Stattdessen sollen sie wild sein. Können wir daraus schließen, daß diejenigen Männer, die diese Frauen kennengelernt haben, die Hosen anzuhaben, den Frauen überlassen und sich in Gegenwart von Frauen selbst vergessen?

Denn normalerweise wünscht man sich Sachen, die man genau nicht hat. Und das charakterisiert einerseits den, der diese Präferenzen hat und andererseits den, der versucht, diesen Präferenzen zu genügen. Genau darauf sind Neuer Peter und only_me gekommen.

Vorab kann man natürlich zwei Präferenzen aussortieren:

  • (19) Beruflich erfolgreich zu sein oder intelligent zu sein, sind Eigenschaften des Mannes, die nicht die Befähigung zur Partnerschaft betreffen. Stattdessen sind sie Merkmale, die einer Frau die Bewunderung Anderer einbringen können, daß sie einen so tollen Mann, der auch ganz andere Frauen haben könnte, bei sich halten kann. Einen solchen Mann selbst zu verlangen, präsupponiert, daß diese Frauen sich so einen Mann zutrauen: Es ist ein Kompliment an sich selbst. Wer es sich versagt, gibt zu verstehen, daß er an sich zweifelt, so daß die Präferenzen Nr. 3 und Nr. 9 zu propagieren, Kriterien der sozialen Erwünschtheit genügt – wie es der Ansatz von Neuer Peter nahelegt.

Wir werden zeigen, daß die Evaluation von Präferenzen auch etwas darüber lehrt, wie man auf sie reagieren könnte.

V. Erwartungen über weibliche Präferenzen

Setzen wir nun sequentiell unter der Bedingung von (15) und (19) die Teilergebnisse aus IV und V für die verbliebenen Präferenzen zusammen: (9)-(14) werden Aussagen über Erwartungswerte von weiblichen Männerpräferenzen zulassen.

  • Die Spülmaschine auszuräumen, ist eine Präferenz, die durch (9)-(14) nicht auf ihre Echtheit hin getestet werden kann.
  • Wenn Männer bereit sind, selbst ihre Sexualität im Dienst einer Suche nach Verbindung, Glück, Ekstase und Anerkennung mit Frauen instrumentalisieren, dann kommt es ihnen trivialerweise darauf an, daß die Frauen ehrlich sind und aufrichtig und selbstbestimmt mit ihnen kooperieren. Wir können daher erwarten, daß sie nicht die Hosen anhaben werden, denn natürlich wollen sie ihre eigene Intention nicht vereiteln. Also: Präferenz Nr.2, daß Männer die stärker die Hosen anhaben sollen, ist in dem Sinne echt, als sie eine nachvollziehbare Reaktion auf das wirkliche Verhalten statistisch vieler Männer ist.
  • Kinder richtig erziehen zu können und kinderlieb zu sein, sind Präferenzen, die durch (9)-(14) allein ebenfalls nicht auf ihre Echtheit getestet werden können.
  • Wenn Männer ihre Sexualität im Dienst einer Suche nach Verbindung, Glück, Ekstase und Anerkennung mit Frauen instrumentalisieren mit der Folge, daß dies ihr eigenes sexuelles Erleben minimiert, dann erwarten wir, daß sich dies auch ungünstig auf die Lust der Frauen auswirkt: Für alle ist die Lust des Sexpartners ein Gewinn. Wir erwarten daher, daß Frauen, die eine völlig hedonistische und von allen Kautelen befreite Sexualität pflegen, das Fehlen der männlichen Extase bedauern. Also: Präferenz Nr. 7, wild zu sein, ist echt: Statistisch viele Männer sind Frauen nicht wild genug.
  • Wenn Präferenz Nr. 7 echt ist, dann ist Präferenz Nr. 6, lieb zu sein, nicht echt. Denn nut Wünsche können widersprüchlich sein, widersprüchliche Präferenzen verlieren ihren Sinn. Also: Präferenz Nr. 6 ist nicht echt und wegen (19) vermutlich eher die Folge der Präferenz von Frauen im Sinne einer sozialen Erwünschtheit zu antworten. Das gilt analog auch für die Präferenz Nr. 5, zärtlich zu sein.
  • Wenn Männer ihre Sexualität im Dienst einer Suche nach Verbindung, Glück, Ekstase und Anerkennung mit Frauen instrumentalisieren, dann können wir erwarten, daß sie von sich aus zu Frauen charmant sind. Charme-Forderungen von Frauen an Männer sind daher tendentiell eher Ermahnungen, Frauen im Ausleben ihrer Realisierungen des sozial erwünschten Ideals von Weiblichkeit nicht zu kompromittieren. Denn charmant zu sein, ist keine Eigenschaft von Männern, sondern es charakterisiert die Wirkung von Handlungen von Männern auf Frauen. Das gilt auch für das Lustigsein. Also: Die Präferenzen Nr. 8 und Nr. 10 sind nicht echt, sie korrespodieren keinem Verhalten statistisch vieler Männer in der Realität.
  • Präferenz Nr. 11, daß Männer soziale Kompetenzen haben sollen, kann durch sexuelle Erfahrungen kaum auf den Prüfstand gestellt werden, d0ch Präferenz Nr. 12, daß Männer emotionale Kompetenzen haben sollen schon: Wer im Bett eine gemeimsame Extase erreichen will, wer in der Körpersprache Verständigung sucht und in der Art und Weise körperlicher Kooperation Erfüllung, von dem können wir erwarten, daß er sich – einige Übung vorausgesetzt – emotionale Kompetenz erwarbeiten wird. Also: Präferenz Nr. 11 kann nicht getestet werden, aber die Präferenz Nr. 12, ist nicht echt, ihr entspricht kein realer Mangel im männlichen Verhalten.
  • Die Präferenz Nr. 13, die materielle Versorgung der Frau zu sichern, ist eine Präferenz, die durch (9)-(14) nicht auf ihre Echtheit hin getestet werden kann.
  •  (9)-(14) implizieren, daß es Männern gerade darauf ankommt, Frauenversteher zu sein, sie wollen Frauenversteher mit großer Priorität sein. Wir können daher erwarten, daß sie es im Laufe der Jahre auch immer mehr werden. Also: Die Präferenz Nr.15 ist nicht echt, sie korrepondiert keinem erwartbaren Mangel im männlichen Verhalten.

Nicht über alle Präferenzen dieser Liste konnte in diesem post eine Aussage getroffen werden. Das bedeutet nicht, daß ich der Meinung wäre, daß es für diese Präferenzen nicht eine naheliegende Erklärung geben würde oder sie schwer zu durchschauen wären. Ich sage nur, daß man sie nicht mit derjenigen, spezifisch männlichen Sexualität konfrontieren kann, die der Erfahrungsbericht einer feministischen Prostituierten belegt.

VI. Fazit

Vergewissern wir uns noch mal unserer Methode und der Menge der Teilresultate dieses postes. Als erstes rekapitulieren wir die Methode:

  • i) Wir haben eine Liste mit Männerpräferenzen von Frauen, der wir – das haben uns die Kommentatoren auf dem blog AllesEvolution gelehrt – nicht vertauen können.
  • ii) Die wahren Männerpräferenzen von Frauen zeigen sich notwendigerweise im Verhalten der Frauen gegenüber Männern.
  • iii) Indirekter Ansatz: Kennen wir die Reaktionen statistisch vieler Männer auf das präferenzengeleitete Verhalten der Frauen, können wir wenigstens die Erwartungswerte Letzterer rekonstruieren.
  • iv) Diese Reaktionen der Männer verstehen wir, wenn wir Erklärung derjenigen individuellen Rationalität bereitstellen, die darlegt, wie es zu den einzelnen Handlungen gekommen ist.
  • v) Eine Prostituierte hat „statistisch viele“ Kontakte zu nicht selbstausgesuchten Männern, für die sie (noch) nicht als Person erkennbar ist und daher ihnen gegenüber in einem abstrakten Sinne nur als Frau auftritt.
  • vi) „Flaschenhals“ der indirekten Methode: Wenn wir der alltagpsychologischen Klugheit sowie der Ehrlichkeit und Vollständigkeit des Berichtes unserer feministischen Prostituierten vertrauen wollen, dann haben wir 4 Typen von Freiern, von denen sie zwei durch repräsentativen Querschnitt gut kennengelernt hat.
  • vii) Zwar wissen wir nicht, ob alle Männer in Bordelle gehen, aber die Wahrscheinlichkeit, daß die meisten Männer des keiner-liebt-mich-Freiertyps und des Erweckungsfreiertyps dramatisch-überwiegenden Kontakt zu denjenigen 12% der Frauen haben, die von den o.g. Umfrageergebnissen abweichen, ist verschwindend gering. Stattdessen haben die meisten dieser Männer überwiegenden Kontakt zu den 88% – mit großer Wahrscheinlichkeit.
  • viii) Also: Wir können Erwartungswerte über Männerpräferenzen von allen Frauen rekonstruieren aus Berichten über von den Freiern selbstkommentiertem Verhalten gegenüber einer Person, die diesen Männern gegenüber als Frau in einem entpersonalisierten Sinne, sozusagen abstrakten Sinne auftritt.

Unsere Instrumente zur Evaluation des Liste weiblicher Männerpräferenzen aus diesem Artikel sind (9)-(14), die Sehnsucht statistisch vieler Männer mit Frauen Verbindung, Glück, Ekstase und Anerkennung zu erreichen und dafür ihre Sexualität zu instrumentalisieren. Einige weibliche Männerpräferenzen konnten evaluiert werden, andere nicht. Wir können – falls der Bericht der feministischen Prostituierten zuverlässig ist – mit überwiegender Wahrscheinlichkeit Folgendes sagen:

Echte weibliche Männerpräferenzen: Männer sollen

  • die Hosen anhaben
  • wilder im Bett sein

Auf den ersten Blick wirkt das wie die Alpha-Klassifikation der Biologisten. Doch mit dem Merkmal der oben beschriebenen Attraktion hat das ganze natürlich wenig zu tun. Stattdessen geht es klarerweise darum, daß Männer Initiative und Originalität zeigen sollen. Daß sie sie ihren Kopf durchsetzen, ist nicht entscheidend, ja nicht mal gewünscht.

Unechte weibliche Männerpräferenzen: Männer sollen

  • zärtlich sein
  • lieb sein
  • Frauenversteher sein
  • lustig sein
  • charmant sein
  • emotionale Kompetenz haben

Solche unechten Präferenzen werden geäußert, weil es Kriterien der sozialen Erwünschtheit für Frauen gibt, Bedingungen, die zu erfüllen, Frauen zu guten oder wertvollen Frauen macht.

  • (20) Wenn wir dieses Ergebnis von einem etwas theoretischeren Orbit aus beschreiben, haben wir hier – meines Wissens nach zum ersten Mal – den nur von der Zuverlässigkeit des Erfahrungsberichtes einer Feministin abhängigen empirischen Nachweis, daß normale Frauen massenhaft versuchen, einem Ideal der Weiblichkeit zu folgen, diesem zu entsprechen. Aus seiner persönlichen Erfahrung weiß das jeder Mann, aber keiner von uns konnte sicher sein, daß seine Erfahrungen verallgemeinerbar sind. Dieser Mangel ist nun behoben und wir können im nächsten Schritt danach fragen, ob das empirisch nachgewiesene Ideal von Weiblichkeit mit demjenigen übereinstimmt, daß in der Dissertation von Christoph Kucklick aus der schöngeistigen Literatur und angewandten Philosophie zwischen 1750-1850 übereinstimmt.

Was in diesem post gemacht wurde, ist in dem Sinne minimal, als nur eine Person ihre Ideen vorgetragen hat. Würden mehr Leute am selben Thema arbeiten, dann würden mehr Ideen zusammenkommen und mehr Resultate. Aber genau das geschieht offenbar nicht in der Blogossphäre des linken Maskulismus – und (20) zeigt, daß das fatal ist. Immer öfter werden Nachrichten und neue Informationen zu Gelegenheiten degradiert, diejenigen Vorstellungen, die wir schon haben, mit dünner Plausibilität zu ernähren: Anstatt mal zuzuhören und was Neues zu entdecken, haben wir das Gefühl, daß wir unsere alten Theorien über Frauen und Männer immer wieder neu entdecken. Es gibt wohl kein größeres Warnzeichen für das Entstehen einer maskulistischen filter bubble. Und zu der möchte ich nicht gehören.

 


6 Kommentare

  1. „Denn wenn einmal die Eigenschaft der Attraktion und mal die Eigenschaft des Komforts eines Mannes von der Frau erwartet wird (nicht aber Attraktion und Komfort gleichzeitig), dann kommt es offenbar nicht auf Attraktion und Komfort selbst für die Frau an, sondern auf das, was darüber entscheidet, ob gerade Attraktion oder Komfort gefragt ist, und wofür Attraktion und Komfort z.B. ein Mittel sind oder einfach nur Gelegenheiten darstellen“

    Da baust du einen Strohmann auf, weil es in meinem Artikel eben darum geht, wie man es unter einen Hut bringt und nicht um die weitere Verteilung oder die Frage des „Wann“.
    Denn dieser Punkt taucht ja gerade immer wieder auf, indem darauf verwiesen wird, dass es gegenteilige Anforderungen sind, die unvereinbar sind. Das sind sie aber gerade nicht, wenn man es nach Situationen trennen kann.
    Es geht auch nicht darum, dass es nie gemeinsam geht, das kann durchaus der Fall sein.

    Das der AlphaSoftie tatsächlich nicht verlangt wird, dass habe ich auch geschrieben, auch insofern sehr ich niht, wo du den Widerspruch aufnimmst. Es geht eben nicht darum ein Softie zu sein. Sondern ein „Alpha mit Herz“.

  2. Elmar,

    du machst einen großen Fehler, wenn du die Aussagen vieler Frauen an den Aussagen einer Frau zerlegst. Auch wenn ich dir im Kern des Ergebnisses Recht gebe, ist Deine Herleitung – naja, irrelevant. Der logische Schluss aus, wie Du schön gezeigt hast, widersprüchlichen Präferenzen ist schlicht, dass Frauen keine Ahnung haben, was sie wollen. Es ist daher davon auszugehen, dass Frauen Männer wollen, die statt ihrer selbst wissen, was sie wollen.

    Um das zu konkretisieren: Frauen wollen sich – man nehme jede feministische Forderung als Beispiel – bloß nichts tun, aber etwas dafür haben. Das ist (glücklicherweise) nicht bei allen Frauen so extrem, aber als Mann weibliche „Logik“ zu verstehen ist (für mich) sehr, sehr schwer. Dass der folgende Teil daher frauenfeindlich wirken mag, ist mir klar – er ist auch für Männer gedacht und ich weiß, dass Frauen das sicher nicht verstehen werden und evtl. sogar abstreiten, aber das würde ja nur meine These bestätigen:

    1. Frauen wissen nicht, was sie wollen.
    2. Frauen bevorzugen Männer, die wissen, was Frauen wollen.
    3. Frauen wollen das, was Dritte finden, das sie wollen sollten.
    4. Die Dritten sind nicht nur der Mann im leben der Frau.
    5. Frauen wollen damit so ziemlich alles.
    6. Das ist natürlich rational nicht erreichbar,
    7. lässt sich aber einer Frau nicht rational vermitteln, da es kein rationales, sondern ein emotionales Bedürfnis ist.
    8. Daraus folgt für (2), dass es völlig egal ist, was Männer denken, dass Frauen wollen, es reicht, dass Frauen finden, dass sie das wollen, was Männer ihnen geben, was im Prinzip bedeutet, dass
    9. Frauen mit dem Happy sind, mit dem ihre jeweiligen Männer Happy sind.

    Wie man als Mann (9) genau macht, kann ich nicht sagen; es gibt Tage, da mache ich das offenbar super, und es gibt Tage, da mache ich genau das gleiche und es ist furchtbar. Wissen, was man will und das auch klar rüberzubringen und so ziemlich alles sexuelle ist normalerweise gut (nicht immer), weswegen ich ja auch Deinen Schluss gut finde, aber davon werden wir nie erfahren, was Frauen wirklich wollen – weil sie es selbst nicht wissen.

    Ich möchte auch erwähnen, dass es keine einzige mir bekannte Frauen- oder Feministinnengruppe gibt, die (neben ein paar eigennützigen) nicht völlig realitätsfremde Forderungen stellt und das als Beleg für meine These verwenden: Wenn Frauen nichts wollen, was man ihnen realistisch geben kann / sollte, dann ist die Meinung von Frauen halt schlicht auf rationaler Ebene egal.

    Was in obiger Liste fehlt, ist, dass Frauen, sobald sie etwas, was sie wollten, haben, es normalerweise geringschätzen.

    Sollte irgendeine Frau jetzt sagen wollen, dass sie sehr genau wüsste, was sie will, und nur „Männer wie ich“ ihr dabei im Weg stehen: Das stimmt schlicht nicht. Kümmer dich um deinen eigenen Scheiß. Von mir bekommst du sicher nicht, was du gerade willst. Such dir einen anderen, der es dir gibt, und werd mit dem glücklich. Oder, wenn meine Theorie stimmt, unglücklich. Bist du aber wahrscheinlich schon.

    • @lollipops4equality

      Dieser Umweg, den ich gemacht habe, ist vielleicht doch nicht so irrelevant. Ich würde nicht bestreiten, daß es mindestens eine Frau gibt, die sich genauso benimmt wie du es beschrieben hast. Allerdings sind meine Erfahrungen mit Frauen wirklich total anders.

      Und genau das ist das Problem: Wie kann einer von uns wissen, wessen Erfahrungen repräsentativ sind und welche nicht? Selbst wenn wir zugeben, daß Verfälschungen nicht durch persönliche Filterungen zustande kommen, es ist nicht ausgeschlossen, daß jeder nur über sein soziotop berichtet.

      Ich z.B. bin in einer Kleinstadt aufgewachsen, dann war ich in einem naturwissenschaftlichen Studium, dann Mathe. Da gibt es nur wenige Frauen und die sind schon oft etwas eigen. Und vielleicht war es bei dir genauso.

      Der Trick an den letzten beiden posts ist es, dieses Problem entschärfen zu wollen. Während man normalerweises diese Liste weiblicher Präferenzen entweder nur ganz schlucken oder ganz ablehnen kann, kann ich mit dieser indirekten Methode in die Liste hineingucken, und – die meines Wissens ersten – empirischen und repräsentativ gültigen Hinweise auf eine Theorie der Weiblichkeit, ein Ideal von Frau finden, dem die meisten Frauen nacheifern. Denn auch Frauen müssen sich irgendwie an derjenigen Realität orientieren, die Männer anbieten.

      Das Ergebnis ist einfach was Neues – und darauf kommt es an.

    • Enailu sagt:

      @lollipops4equality

      Ich als Frau kann sagen, dass dein Kommentar nicht frauenfeindlich ist (zumindest für mich), aber er beschreibt nur eine Auswahl – let´s say- Typ von Frauen. Das was du auf einer halben Seite sagst hätte man auch in einem Satz zusammenfassen können, aber Elmar´s post geht noch viel weiter. Ich finde, dass gut und dann kann man vielleicht endlich mal sagen was die weibliche Sexualität von der männlichen unterscheidet oder ob es überhaupt eine „männliche Sexualität“ gibt. Denn ich kann aus meinen eigenen Beobachtungen sagen, dass an den 4 „Alternative Erklärungen von Präferenzenäußerungen“ was wahres dran ist bzw. mir das bekannt vorkommt. Auch wenn ich meine Erfahrung/ Meinung (aus Frauensicht) erzähle ist es doch nur ein kleines Fenster was sich öffnet. Also, müssen wir andere Wege und Methoden finden an die Wahrheit zu kommen…

  3. LoMi sagt:

    „Solche Umfrageergebnisse habe ich – wie vermutlich jeder – schon in der Pubertät gelesen.“

    Ja. Kommt mir sehr bekannt vor und ist daher vermutlich auch als trivial einzustufen. Insofern passt Dein Schluss ganz gut zu dieser Aussage, dass sich in vielen Punkten hier Erwünschtheit äußert und nicht tatsächliche Präferenz.

    „Immer öfter werden Nachrichten und neue Informationen zu Gelegenheiten degradiert, diejenigen Vorstellungen, die wir schon haben, mit dünner Plausibilität zu ernähren: Anstatt mal zuzuhören und was Neues zu entdecken, haben wir das Gefühl, daß wir unsere alten Theorien über Frauen und Männer immer wieder neu entdecken. Es gibt wohl kein größeres Warnzeichen für das Entstehen einer maskulistischen filter bubble.“

    Dem kann ich auch zustimmen. Natürlich ist es recht unterhaltsam, jeden Tag aufs Neue Feminismuskritik zu lesen. Aber da agieren wir wie die Presse, jagen immer der neuesten Skandalgeschichte hinterher. Das hält zwar das Thema am Kochen, sorgt aber nicht unbedingt für neue Einsichten.

  4. […] facto sind, wissen feministische Prostituierte mit Verwunderung zu berichten, die regelmäßig mit Männer auf der Suche nach etwas Menschlichkeit konfrontiert werden. Und die Tatsache, daß es für Frauen im Grunde keinen Markt für die […]

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