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Studie zum Geschlechterdiskurs – Desaster, Teil 1

Vermutlich geht es allen neuen politischen Kräften so, daß sie von den etablierten Spielern zunächst ignoriert, dann verdammt und nach ihrem Erstarken als Kooperationspartner akzeptiert werden. Der Maskulismus befindet sich meiner Beobachtung nach in der Verdammungsphase. Nun liegt eine neue Studie von Johannes Meiners und Christine Bauer-Jelinek vom Februar 2015 vor, die sich unter anderem mit dem Maskulismus beschäftigt und beansprucht, aus nicht-feministischer Perspektive, ein Bild davon zu zeichnen, wie der Maskulismus im Moment aufgestellt ist und wie sein Verhältnis zum Feminismus aussieht. Dieser post analysiert die Langversion dieser Studie, die Kurzversion bringt im Vergleich dazu nichts anderes.

I. Einleitung

Von einer Einleitung erwartet man, daß die Autoren unserer Studie dem Leser einen Überblick über das Gebiet des Themas verschaffen, ihn orientieren, mit den wesentlichen Grundbegriffen versorgen und erklären, welchen Anspruch sie mit welchen Mitteln im Text zu erfolgen gedenken. Aus diesem Grund legen die Autoren auch ihr Motiv offen, aus dem sich der auf eine Initiative von Rupert Riedl zurückgehende Vienna Circle sich mit Feminismus und Maskulismus beschäftigt:

  • (1) „Offen und aus heutiger Sicht nicht zu beantworten ist, welches Gesellschafts- und Sozialmodell, welche Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern sich längerfristig als erfolgreich erweisen wird. Diese Frage wird erst die Evolution entscheiden, die nicht nur durch Historizität, sondern auch durch Emergenzen, dem Auftauchen neuer Eigenschaften, die sich durch neue Wechselbeziehungen bilden können, gekennzeichnet ist.“ (p.4)

Was die Studie in durchaus aufklärerischer Intention beansprucht, ist:

  • (2) „Diese Arbeit soll einen Überblick über den Einfluss bieten, den Frauen und Männer in Vergangenheit und Gegenwart auf die Entwicklung der Geschlechterrollen genommen haben bzw. den sie aktuell geltend machen.“ (p.6)

Die Prämissen dieser Studie sind allerdings nicht so unvoreingenommen, wie ich das gerne hätte:

  • (3) „Wir bemühen uns um eine differenzierte Einschätzung und folgen nicht dem heute oft verwendeten Muster “Männer sitzen an den Hebeln der Macht – Frauen werden seit Jahrhunderten unterdrückt.“. Dabei gehen wir von der Tatsache aus, dass zwar nach wie vor auch in unserem Kulturkreis wesentlich mehr Männer über öffentliche Macht verfügen als Frauen, dass jedoch gleichzeitig wesentliche Problemlagen der Männer nur wenig Resonanz finden.“ (p.7)

Es wird damit expressis verbis zweierlei angenommen: Wirtschaft, Gesellschaft und Wissenschaft – die ja zweifellos zum Kulturkreis gehören – lassen sich durch den Machtbegriff adäquat analysieren, was definitiv eine poststrukturalistische Prämisse ist, an der ich hier bereits beträchtliche Zweifel gesäht hatte. Zweitens wird ein Machtüberschuß der Männer postuliert, was eine empirische, feministische Prämisse darstellt. Welche Folgen diese empirische Annahme hat, zeigt sich sofort, denn die Autoren fahren fort:

  • (4) „Wenn nämlich Männer nur Politik für Männer machten und Frauen Politik für Frauen, dann wären die Spaltung der Gesellschaft und Grabenkämpfe um Ressourcen unvermeidlich. Wir sind jedoch der Überzeugung, dass es eine gemeinsame Anstrengung beider Geschlechter braucht, um brauchbare Lösungen […] zu entwickeln und umzusetzen.“ (p.7)

Besonders erhellend scheint (4) zunächst nicht zu sein: Ich sehe kein grundsätzliches Hindernis für eine Frau, vernünftige Männerpolitik oder für einen Mann, vernünftige Frauenpolitik zu machen. Entsprechend spielt das Geschlecht keine Rolle und es braucht nicht die besondere, von den Autoren eingeforderte Kooperation der Geschlechter, um die Probleme zu lösen. Wer sie dennoch für unumgänglich hält, vertritt den Standpunkt, daß das Geschlecht bei der Zugänglichkeit von Personen für Gründe eine nicht vernachlässigbare Rolle spielt und kann es damit nicht vermeiden, das Gebiet der feministischen Sozialepistemologie zu betreten:

  • In der Erkenntnistheorie hat man sich seit Platon für die Frage interessiert, unter welchen Bedingungen unsere Meinungen auch Wissen darstellen: Internalisten denken dabei über Bedingungen nach, die das erkennende Subjekt für Wissen erfüllen muß, etwa die Verfügbarkeit von speziellen Methoden zur Begründung für Meinungen oder Kohärenz mit anderen wahren Meinungen. Externalisten hingegen verlangen von Wissen, daß die betreffenden Meinungen auf eine verläßliche oder rationale Weise erzeugt wurden, sie verzichten darauf, daß das erkennende Subjekt Argumente für seine Meinungen auch verstanden hat. Seit Ende der 1980iger werden jedoch auch völlig andere Ansätze diskutiert, nach denen Begriffe wie Wahrheit oder Rationalität generell nutzlos sind, so daß die Wissensproduktion allein von der Beschaffenheit der Gemeinschaft, der Kultur oder dem Kontext abhängt. Auf analytischer Seite wurde dieser Aspekt zum ersten Mal von dem Wissenschaftshistoriker Thomas Kuhn geltend gemacht und später – ausgehend von Philosophy and the Mirror of Nature (1979) – von Richard Rorty voll entfaltet. Nimmt man in der Erkenntnistheorie aber mehr als nur ein erkennendes Subjekt ins Visier, gibt es in der Frage nach den Bedingungen von begründetem Wissen traditionell zwei Ansätze: Interessiert man sich für den Erwerb wahrer Meinungen, so untersucht man ein Einfluß sozialer Gewohnheiten auf die Wahrheit der von erkennenden Subjekten gehegten Überzeugungen. Interessiert man sich für die Rechtfertigung oder Rationalität gehegter Meinungen, konzentriert man sich auf Kriterien, nach denen die Übernahme fremder Meinungen akzeptabel ist (vgl. Alvin Goldman: Knowledge in a Social World, 1999).

In der Epistemologie wird die feministische Grundintuition der Verstrickung von Personen in soziale Beziehungen von Feministen so zugespitzt, daß ein Machtgefälle in diesen Beziehungen Konsequenzen für Begriffe wie Rechtfertigung, Evidenz, Begründung und Theorienkonstruktion hat: Es gibt nur noch situated knowers, so daß gute Wissenschaft in den Augen von Feministen nicht mehr wertfrei sein kann. Stattdessen gibt es plötzlich gender-gerechte Normen dafür.

  • Die soziale Epistemologie wird von Feministen der dritten Welle daher vor allem dann interessant gefunden, wenn sie mit Ansätzen kombiniert wird, nach denen Begriffe wie Objektivität, Wahrheit oder Rationalität nicht mehr unabhängig von den erkennenden Subjekten festgestellt wurden, sondern höchstens noch relativ zu einer Sprache, einer Kultur, ihren Normen oder einer Theorie: In der analytischen Philosaphie spricht man in diesem Fall von Relativismus, der von Tatsachen, Begründungen und rationalen Erklärungen geltend gemacht werden kann. Und feministische Sozialepistemologen wie z.B. Sandra Harding (The Science Question in Feminism, 1986) oder Merrill Hintikka (Discovering Reality: Feminist Perspectives on Epistemology, Metaphysics, Methodology and Philosophy of Science, 1983) untersuchen die Rolle des Geschlechtes für diese Art von Relativismen. Die Leitidee dabei ist, daß unterschiedliche Erfahrungen zu unterschiedlichen Perspektiven auf ein Thema führen, was seinerseits Konsequenzen für den Wissenerwerb hat: Auf den Standpunkt des Subjektes kommt es für sein Fähigkeit, Wissen zu haben, auf einmal an. Die Folge ist, daß in einer nach dem sozialen Geschlecht strukturierten Gesellschaft die Erfahrungen von Männern und Frauen unterschiedlich und folglich die Kategorie des Geschlechtes epistemisch relevant sein muß.

Und genau aus diesem Grund machen Geschlechter in (4) nur für ihr eigenes Geschlecht relevante Politik und aus demselben Grund wird es für die Autoren geradezu revolutionär gewesen sein, zu behaupten, daß die Brauchbarkeit von Lösungen von einer Geschlechterkooperation abhängt: Wer von feministischer Theorie keine Ahnung hat, kann den grenzüberschreitenden Anspruch dieser Studie gar nicht erkennen. Leider lassen die Autoren der Studie nicht durchblicken, ob sie das selbst verstanden haben.

Vor diesem feministischen und postrukturalistischen Hintergrund – den zu verlassen die Autoren eigentlich versprochen hatten – starten die Autoren ihr Projekt, den Feminismus im A-Teil der Studie, den Maskulismus im B–Teil der Studie zu charakterisieren und im C-Teil ihre Bestandsaufnahme noch einmal selbst zu kommentieren.

II. A-Teil: Feminismus

Erfreulicherweise sind die Autoren im A-Teil der Studie in der Lage, die organisierte Frauenbewegung vom Feminismus zu unterscheiden, deren Beginn sie in die französische Revolution legen. Doch anders als versprochen, gehen sie bei der Frage, was diese Frauenbewegung eigentlich tut, nicht empirisch vor, sondern sie postulieren:

  • (5) „Der Begriff Frauenbewegung (oder auch Frauenrechtsbewegung) beschreibt eine politische und soziale Bewegung, die sich für die Rechte von Frauen im Sinne der Gleichberechtigung gegenüber Männern einsetzt.“ (p.9)

Doch bei einer vom Feminismus verschiedenen Frauenbewegung ist alles andere als klar, was sie eigentlich tut – obwohl das natürlich eine spannende Frage wäre. Und die Autoren wissen oder verstehen auch nicht, daß dadurch

  • (6) „Der häufig verwendete Begriff Emanzipation bezeichnet einen Prozess der Befreiung aus Abhängigkeit und Unmündigkeit sowie der Verwirklichung der Selbstbestimmung, einem
    zentralen Ziel demokratischer Gesellschaften.“ (p.9)

eindeutig ein der Moderne und der kantischen Definition der theoretischen personalen Autonomie zuzuordnendes Konzept von Selbstbestimmung beschrieben wird, daß nur inhaltlich neutrale Struktureigenschaften von Entscheidungen verlangt, sowie daß sie von Gründen allein abhängen. Für ihn ist charakteristisch, daß seine inhaltliche Neutralität es zuläßt, einen Freiheitsbegriff für Personen zu formulieren, der reichhaltig genug ist, um Gestaltungsrechte von Personen zu rechtfertigen, die nicht nur ihre Privatsphäre, sondern auch den öffentlichen Raum betreffen: Die Moderne ist noch offen für einen anspruchsvollen Humanismus, der im späten 18. und 19. Jhr. vom Glauben an einen universalen moralischen Kern beseelt war, der alle Menschen in gleicher und freier Weise verbindet. Doch die gegenwärtigen Phänomene der feministischen Praxis der dritten Welle wie z.B.

lassen sich durch einen kantischen Autonomiebegriff unter keinen Umständen verstehen. Stattdessen benötigt man ein poststrukturalistisches, relationales Verständnis von theoretischer Autonomie für den Feminismus, welches verlangt, daß autonome Personen in ihren Entscheidungen bestimmten – unter Feministen umstrittenen – Idealen nacheifern und dabei ein nur krude ausgearbeitetes Konzept von Würde realisieren müssen [z.B. Andrea Westlund: Rethinking Relational Autonomy, Hypatia 24 (4):26 – 49 (2009)].

  • Die Folge ist: Wer Emanzipation in einem kantischen Sinne zu einem Thema der Frauenbewegung macht (p.10), der trennt inhaltlich endgültig die nach Emanzipation strebende und daher Paternalismus ablehnende Frauenbewegung streng von jedem Feminismus, der sowohl in der 2. wie auch der 3. Welle offen z.B. durch Frauenquoten oder seine Haltung zur Sexarbeit offen paternalistisch bzw. poststrukturalistisch agierte. Insbesondere ist der Feminismus der 3. Welle in dem Sinne antihumanistisch, daß er Konzepte wie „die menschliche Natur“, „Mann“, oder „Menschheit“, als historisch relativ oder metaphysisch zurückweißt.

Doch erstaunlicherweise lassen die Autoren nicht durchblicken, daß ihnen das auffällt, denn für sie ist das alles – bis auf eine Art Vollständigkeitsanspruch – nur eine Frage der Bezeichnung. Sie schreiben:

  • (7) „Der Begriff Feminismus setzte sich im deutschsprachigen Raum erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts durch, davor waren Frauenbewegung oder Frauenemanzipation die geläufigen Bezeichnungen.“ (p.10)

Damit werden die drei feministischen Wellen, die im Grunde nur dem Namen nach gleichen und ansonsten völlig unterschiedlich funktionieren, von vornherein auf irreführende Weise in der Studie homogenisiert und fälschlicherweise mit derselben aufklärerischen Grundintuition in Zusammenhang gebracht:

  • Jeder, der die einschlägigen Wikipediaartikel auch nur anließt, versteht sofort, daß Feminismus der 1. Welle zum großen Teil eine Bürgerrechtsbewegung ohne eigene Sozialtheorie war, für die der Patriarchatsbegriff noch kaum eine Rolle spielte und auch Männerverachtung noch primär nur Teil des Weiblichkeitsideals, nicht aber Teil der feministischen Ideologie war. Diese erste Welle gehörte – wie auch die 2. Welle des Feminismus – zur Moderne. Der im wesentlich literatisch motivierte und auf Simone de Beauvoir zurückgehende, erstmals theoretische Feminismus der 2. Welle entwickelte sich weiter zu einer Ideologie eines guten Lebens für Frauen, die ohne Männerverachtung nicht mehr auskam. Das ist etwas völlig Neues und hat mit Aufklärung oder Bürgerrechten erst mal wenig zu tun.

Die weitere Entwicklung des Feminismus war komplizierter: Mit dem Buch von S.J. Kesslers und W. McKennas Gender. An Ethnomethodological Approach (1978) wurde zum ersten Mal die These aufgestellt, daß das soziale Geschlecht eine soziale Konstruktion sei und diskutierte die Frage, wie Menschen ein bestimmtes Geschlecht zugeschrieben bekommen. Sie diskutierten imho auch als Erste die Idee, daß es mehr als zwei soziale Geschlechter geben könnte und glaubten, daß gerade die Annahme zweier Geschlechter szs. automatisch zu einem hierarchischen Verhältnis führen würde. Doch erst die spätere Rezeption von Wissenschaftstheoretikern wie Kuhn, Feyerabend oder Lakatos und postmoderner Autoren wie Lyotard, Foucault und Derrida durch Butler und ihr doing gender haben den bereits existierenden Feminismus der Geschlechtervielfalt zusätzlich poststrukturalistisch werden lassen (J. Flax: Postmodernism and Gender Relations in Feminist Theory, 1987) – einfach, weil er dem Feminismus in seinem damaligen Zustand als strategische Begründung der schon vorher diskutierten Unterscheidung von sex und gender gerade recht kam. Durch den Relativismus des Postrukturalismus verlor sich der Anspruch des Feminismus der 2. Welle, Weiblichkeit als Lebensgestaltungsprinzip durchzusetzen und Butler setzte hier für die Dichtomie der Geschlechter das heterosexuelle Begehren als Quelle der Geschlechterhierarchie ein. Dadurch blieben die Männerverachtung und die Vorstellung einer Geschlechterhierarchie in der 3. Welle erhalten, aber das Ziel einer nicht-paternalistisch zu Werke gehenden und damit rein parodistischen Unterwanderung der Zweigeschlechtlichkeit als Organisationsprinzip der Gesellschaft kommt neu hinzu: Ohne feste Identitäten der Gesellschaftssubjekte kann es keine Geschlechterhierarchien geben. Entsprechend kam es zu einem neuen Verständnis des Patriarchatsbegriffs, das besser an die institutionellen Kontexte und Alltagsphänomene der Frauen angepaßt sein sollte, denen sie ausgesetzt waren. Letzteres bemerken die Autoren, doch sie ziehen keine Schlüsse daraus in Bezug auf die mangelnde Vergleichbarkeit der feministischen Wellen und ihrer Strömungen.

Und obwohl die Autoren richtig erkannt haben, daß Feminismus letztlich immer eine Ideologie ist, machen sie aus ihr etwas angesichts dieser Umstände völlig Überraschendes:

  • (8) „Unter Feminismus bzw. feministischer Theorie sind Denkströmungen zu verstehen, welche die private und öffentliche Stellung der Frau in der Gesellschaft hinterfragen und sie in ihrer historischen und machtanalytischen Bedingtheit zu rekonstruieren versuchen.„(p.10)

Das mag vielleicht der öffentlich zur Schau getragene Anspruch einiger Feministen sein, doch Feminismus war in jeder Welle in Wirklichkeit alles andere als eine Menge von Denkströmungen. Vielmehr ist Feminismus vor allem politisch und revolutionär (Becker-Schmidt, Knapp: Feministische Theorien zur Einführung, 2011). Daher wurden und werden – wie oben dargelegt – von politischen Aktivisten, die sich selbst Feministen nennen und an der einen oder anderen Form der Lobbyarbeit interessiert sind, anderswo erdachte philosophische Konzepte wie etwa Antirealismus, Relativismus, Determinismus und Konstruktivismus, psychologische sowie soziologische Ideen wie z.B. Machtanalyse oder Konflikttheorie für einen Geschlechterkampf verändert, verzerrt und so umgeschrieben, so daß sie als Anscheinslegitimation für eine bestimmte politische Aktivität verwendet werden können. Denn genau das wird von den Gender Studies akademisiert. Hätten sich die Autoren um eine rein empirische Bestandsaufnahme des Feminismus bemüht, statt deren Selbstdarstellung einfach abzuschreiben, wäre ihnen das aufgefallen.

Doch von all diesen Verwicklungen wird in der Studie nichts erwähnt, obgleich die Wellen des Feminismus von den Autoren selbst im Text durchaus mit Hilfe der politischen Aktivitäten von Feministen charakterisiert werden. Warum das unterbleibt, weiß ich nicht, aber das demonstrierte Unverständnis ist schon beträchtlich. Stattdessen bieten die Autoren drei Wege an, um Feminismus zu verstehen:

Zum Ersten geben die Autoren eine theoretische Charakterisierung durch Schilderung der verschiedenen Strömungen des Feminismus: Differenzfeminismus, Gleichheitsfeminismus und marxistischer Feminismus sollen aber im wesentlichen ausreichen, um das Spektrum feministischer Aussagen auszumessen (p.12). Doch natürlich ist das nicht der Fall:

  • (9) Feminismus ist nicht darauf festgelegt, links zu sein: Neben dem marxistischen Feminismus gibt es einen libertären, konservativen, liberalen, anarchistischen Feminismus.
  • (10) Der gelegentlich als maximalistisch bezeichnete, eher liberale Feminismus von Nancy Chodorow versuchte Ende der 1970iger die Aufrechterhaltung der Geschlechterhierarchie psychologisch aus der Beziehung der Mädchen zu ihren Müttern zu erklären, gegen die sich die Söhne jedoch abgrenzen. Und Carol Gilligan verrat Anfang der 1980iger in Abgrenzung zur Arbeit von Lawrence Kohlberg zu Moralstufen und Moralerwerb die These, daß die moralische Entwicklung von Frauen anders als die der Männer zu beurteilen wäre, sie kontextbezogen und narrativ urteilen würden, daher eine andere Moral der Fürsorge und Anteilnahme und folglich eine andere Lebensweise bevorzugen würden. Zeitgenössische Philosophen wie Martha Nussbaum verwalten heutzutage das Erbe dieser Ideen.
  • (11) Auch der Radikalfeminismus und der separatistische Feminismus werden in diesem Zusammenhang interessanterweise gar nicht erst erwähnt wird, obwohl sie bereits vor dem Differenzfeminismus bestanden und alle Elemente einer Sozialtheorie aufweisen, die spätere Versionen des Feminismus auch tragen: das Patriarchat als Frauen mit Hilfe von Geschlechterrollen unterdrückendes Machtsystem, der Anspruch, die Gesellschaft zu revolutionieren, die Sichtweise auf alles Männliche als Norm, während die Frauen marginalisiert werden, die Existenz von Privilegien für die soziale Klasse der Männer, der Zweifel, ob von Männern jemals etwas Gutes zu erwarten sei.

Zum Zweiten schildern die Autoren die von Feministen selbstformulierten Ansprüche, versuchen aber nicht, diese mit ihren politischen Projekten oder ihren Argumentationsgewohnheiten zu vergleichen, was diesen Teil der Studie wenig aussagekräftig macht. Die Autoren erkennen zudem keine Begründungstypen feministischer Positionen (konstruktivistische, ethnomethodologische, psychologische) und es gibt weder eine Definition des von Feministen der 3. Welle neu eingeführten und gerne bemühten Strukturbegriffs, noch wird erläutert, wie sich die anfängliche moralische Forderung nach Gleichberechtigung in eine verschwörungstheoretische Forderung nach Gleichstellung transformieren konnte oder was zur Ausbreitung feministischer Ideen oder ihrer politischen Akzeptanz effektiv geführt hat. Nicht mal Literaturhinweise werden zu diesen Punkten gegeben. Erfreulich ist jedoch, daß die Autoren – im Gegensatz zu den linken Maskulisten – verstanden haben, daß konstruktivistische Feminismen im Kielwasser von Kessler, McKenna, Lyotard, Foucault und Butler normative Theorien sind. (p.14)

Zum Dritten bieten die Autoren unter dem Titel „Weitere Gruppierungen und Phänomene des aktuellen Feminismus“ eine Art Glossar für in Geschlechterdiskussion häufig verwendeten Vokabeln an (p.32), wo sie mehr kursorisch als gründlich Bemerkungen z.B. zu Femen, #aufschrei, queer, Staatsfeminismus, diversity management, gender mainstreaming, slut walk, rape culture oder lila Pudel verlieren. Von diesen Stichworten möchte ich zwei herausgreifen:

  • Postfeminismus: Darunter verstehen die Autoren einen radikal dekonstruktivistischen Feminismus. Die von den Autoren zitierte Feministin Antje Schrupp benutzt diese Vokabel anders. Sie versteht darunter Autoren wie Sheryl Sandberg oder Bascha Mika, die Frauen auffordern, bereits gegebene Möglichkeiten der Emanzipation konsequenter zu nutzen. Dies stimmt überein mit dem, was wir auf wikipedia finden: „post-feminists believe that women have achieved second wave goals while being critical of third wave feminist goals.„. Eine andere Bedeutung liegt in einer Strömung, die Feminismus für die gegenwärtige Gesellschaft generell für irrelevant hält. Judith Butler als Hauptvertreterin des Postfeminismus a la wikipedia (p.36) zu bezeichnen, dürfte angesichts dessen mehr als irreführend sein. Warum die Autoren die Standardbezeichnungen verändern, bleibt unklar.
  • Radikalfeminismus: Obwohl der Radikalfeminismus – wie oben dargelegt – eine zentrale Rolle bei der Entwicklung der feministischen Sozialtheorie spielte, wird er von den Autoren der Studien ignoriert und so getan, als wäre das label lediglich ein Kampfbegiff anderer Radikaler, die man in ihren Irrationalitätsvorwürfen an den Feminismus nicht ernst nehmen müßte – eben weil sie radikal und häufig auch rechts seien. Mir fehlt jede Erklärung für dieses verzerrende Reinwaschen feministischer Entwicklungsgeschichte.

So – eher schlecht als recht – gerüstet, treten die Autoren ihre Kritik an zeitgenössischer Gleichstellungspolitik an (p.48):

  • Prüfungsergebnisse von Frauen beim östereichischen Medizinertest werden seit 2012 geschlechtsbedingt pauschal aufgewertet.
  • Handel und Vergnügungseinrichtungen bewerben „Damentage“, die Frauen ausschließlich an bestimmten Tagen Preisnachlässe einräumen.
  • Gender Studies werden in Hochschulen für immer mehr Studienfächer zu Pflichtkursen, bei denen kein nach allen Richtungen offenes Erkenntnisinteresse im Vordergrund steht, sondern oftmals nach politisch-normativen Vorgaben a priori festgelegte Grundannahmen.
  • Universitäten liefern immer neue Vorschläge für gendergerechte Sprache.
  • In vielen Zügen der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) gibt es seit 2003 Frauenabteile, so daß Männern insgesamt weniger als die Hälfe des Platzes zusteht.
  • In New York wiederum soll Männern vorgeschrieben werden, wie sie in der Öffentlichkeit sitzen sollen – nämlich mit geschlossenen Beinen, weil Frauen breites Sitzen als Provokation empfinden würden.
  • Feministische Entwürfe für den neuen Sexualkundeunterricht an Grundschulen zu Polygamie, Samenspende, Leihmutterschaft, Regenbogenfamilie, Bordellkonzeptionen und Sexualpraktiken verbreiten sich, welche die Schamgrenzen der Kinder bewußt verletzen.
  • Steuererhöhung für Männer bei gleichzeitiger Steuersenkung für Frauen
  • Die Um- und Neubenennung von Straßen mit Frauennamen wird systematisch vorangetrieben, um die Sichtbarkeit der Frauen zu erhöhen.

Alles andere halten sie offenbar für unkritisch. Doch die wahren Probleme des gegenwärtigen Feminismus bleiben unerwähnt z.B.:

  • (12) Wenn Wahrheit und Wissenschaft nur ein Machtspiel sind, wodurch unterscheidet sich dann die feministische Politik bzw. Theorie von den von ihr kritisierte Machtspielen?
  • (13) Wie kann der Feminismus noch ungerechte Privilegien bekämpfen, wenn weder die Geschlechter eindeutig definiert sind, noch Hautfarben oder Klassenunterschiede, so daß nicht zweifelsfrei festgestellt werden kann, wem welche Privilegien eigentlich angeblich zukommen?
  • (14) Kann der zeitgenössische, postrukturalistische Feminismus seiner eigenen Auffassung nach überhaupt einen über die Sprache hinausgehenden Effekt oder glaubhaften, politischen Anspruch haben, die gesellschaftliche Realität zu verändern?

Vollens mißlungen ist den Autoren ihr Abschnitt über weiblichen Antifeminismus (p.53), da sie unterschiedliche Kritiken an Frauen z.B. bei Esther Vilar ebenso für eine Kritik am Feminismus halten, wie eine Kritik an einer Schlechterbehandlung der Männer. Diese implizite These „Antifeministen sind generell gegen Frauen.“ ist auch Teil des weltanschaulichen Inventars des Linken Maskulismus. Gleichfalls als Antifeminismus bezeichnen die Autoren aber irritierenderweise auch die Abwehr paternalistischer Initiativen von Feministen wie z.B. Frauenquoten z.B. durch die Töchter der Freiheit. Als dritte und immerhin einsichtige Variante von Antifeminismus werden die Thesen von Women against feminism, Birgit Kelle und Anja Langlois (Die missverstandene Emanzipation, 2014) genannt. Doch keine Sachargumente zählen interessanterweise letztlich für die Autoren, um ihre Einschätzung des Antifeminismus zu begründen, sondern die politische Provenienz. Die Autoren schreiben auf p. 56:

  • „Die Recherche der weiblichen antifeministischen Strömungen zeigt auf, dass diese überwiegend aus dem konservativen bis politisch rechten Lager kommen, während sich links der Mitte von der Sozialdemokratie über Grüne bis hin zu Linken und Kommunisten der Feminismus vor allem radikalisiert. Ein antifeministischer linker Flügel wie bei den Männern (siehe Arne Hoffmann, Maskulismus, nächstes Kapitel) konnte bei den Frauen nicht gefunden werden.“

Ab p.57 beschäftigen sich die Autoren mit historischen Fakten zu den Themen Frauen im Nationalisozialismus, die Rolle der Frauen im Krieg, häusliche Gewalt, Frauenwahlrecht, gender pay gap, Opfer der Frauenbewegung, Kriminalität unter Frauen und weibliche Erwerbsarbeit. Die meisten ihrer Aussagen decken sich mit den Aussagen innerhalb der Männerrechtsbewegung. Ebenso interessant wie unklar wird es wieder ab p.66, wo die Autoren ihr resumee des Feminismus beginnen:

  • Ob und wann der zur Zeit hegemoniale Gleichheitsfeminismus sich wandeln wird, lässt sich noch nicht abschätzen. Es stellt sich auch die Frage, ob es überhaupt noch einen Feminismus zur Vertretung der Fraueninteressen und zur Lösung der gesellschaftlichen Probleme braucht. Zu beobachten ist, dass sich auf der einen Seite VertreterInnen der Frauenbewegung radikalisieren. Sie reaktivieren den Generalverdacht gegen „die“ Männer als Täter, sowie die Umdeutung des Patriarchats zu einem Unterdrückungssystem von Frauen und forcieren über die Political Correctness strenge Verhaltensregeln vor allem für Männer.“

An dieser Stelle rächt sich die niedrige Niveau der Studie: Wenn in dem Zitat der Gleichheitsfeminismus (Genderismus) von p.14, nicht aber der Equityfeminismus von p.35 gemeint ist, dann bezeichnen die Autoren die antibiologistische Vorstellung, daß weibliche oder männliche Verhaltensweisen, das soziale Geschlecht „gender“, allein durch disziplinierende Normen im Laufe der personalen Sozialisation nach Vorgabe dominanter Heterosexualität entsteht und alle Eigenschaften von Personen nicht natürlich, sondern soziale Konstruktionen seien, als hegemonial.

  • (15) Doch der Umstand, daß eine Auseinandersetzung mit dem Biologismus in dieser Studie fehlt, erlaubt es nicht, zu entscheiden, ob gemeint ist, daß der Genderismus sich hegemonial gegenüber konkurrierenden biologischen, philosophischen, soziologischen oder psychologischen Theorien zu Eigenschaften der Geschlechter verhält, weil er medial am präsentesten oder machtvollsten ist, oder ob gemeint ist, daß der Genderismus unter den Feminismusvarianten am populärsten ist. Denn beides ist wahr. Was die Autoren glauben, folgt daraus aber nicht.
  • (16) Desweiteren unterscheiden die Autoren auf p.10 zwischen einer vom Emannzipationsgedanken getragenen Frauenrechtsbwegung und einem normativen Feminismus, der beansprucht, die private und öffentliche Stellung der Frau in der Gesellschaft in ihrer historischen und machtanalytischen Bedingtheit zu verstehen – um diese Unterscheidung auf derselben Seite wieder zu verwischen. Nun kommen sie auf diese Unterscheidung zurück und fragen nach der gegenwärtigen Relevanz des Feminismus für die Frauenbewegung, ohne deren Verhältnis jemals thematisiert zu haben.
  • (17) Sodann behaupten sie, daß sich im Moment die Frauenbewegung radikalisiert, nicht der Feminismus – und zwar durch Rückbesinnung auf die Sozialtheorie eines Radikalfeminismus, den es nach Ansicht der Autoren gar nicht gibt, weil er nur in der umnebelten Phantasie rechtsradiakler Spinner existiert. Abgesehen davon, daß das nicht recht einleuchtet, wurde diese Radikalisierung nirgends empirisch nachgewiesen – genauso wenig wie die kontinuierliche Mäßigung des Genderismus, für dessen Charakterisierung gerade mal wikipedia benutzt wurde, nicht aber die Empirie seines Publikationsverhaltens.

Mit anderen Worten: Selbst wenn man diese Zusammenfassung verstehen könnte, es bleibt unklar, wie sie mit den Inhalten der Studie zusammenhängt. Ungeachtet dessen fahren die Autoren fort:

  • Viele Menschen, die nicht hauptsächlich mit diesem Thema befasst und/oder feministisch geprägt sind, empfinden die Geschlechterdiskussion als irritierend und lehnen diese oft auch als manipulativ ab.

Wenn deutlich würde, daß die Masse der Menschen Feminismus rundweg ablehnen, wäre das in einer Demokratie, die sich dem gender mainstreaming verschrieben hat, ein interessanter Punkt. Leider führt die Studie keinerlei empirischen Belege dafür an.

  • Vielmehr werden sie mit paradoxen Argumentationen konfrontiert: Von denselben Personen wird einmal die Gleichheit und ein anderes Mal die Verschiedenheit der Geschlechter als Begründung für Maßnahmen zur Unterstützung von Frauen angeführt. Einmal können Frauen alles besser als Männer (Männer sind destruktiv, Frauen sind konstruktiv, das bessere Geschlecht), ein anderes Mal müssen sie besonders geschützt und gefördert werden (als Ausgleich für ihre Unterdrückung im Patriarchat).

Meiner persönlichen Erfahrung nach gibt es dieses Phänomen tatsächlich, doch die Autoren versuchen im bisherigen Teil der Studie nicht, es zu verstehen. Dabei liegt es auf der Hand, daß Feministen hier offenbar Vorstellungen eines traditionellen Weiblichkeitsideals, wie sie z.B. von Kucklick thematisiert werden, mit feministischen Intuitionen aus dem literarischen Feminismus von Simone de Beauvoir kombinieren. Das ist ein offener Widerspruch, so daß entweder das analytische Instrumentarium der Feministen nicht ausreicht, diesen zu erkennen, oder Teile der feministischen Thesen reine Propaganda sein müssen. Doch den Autoren kommt keiner dieser beiden Ideen. Dabei zitieren die Autoren Kucklick in ihrer Studie mehrfach.

Doch urteilen wir nicht über diese Studie, bevor wir uns hier auch ihre anderen Teile angesehen haben.

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6 Kommentare

  1. quellwerk sagt:

    Ich rekapituliere, wenn ich darf, kurz deinen Text.

    Die Autoren der Studie sind sich über die Voraussetzungen, die im Untersuchungsgegenstand Feminismus stecken, kaum bewusst.

    Sollte eine Studie diese Begriffsarbeit nicht übernehmen? Sie hätten „Macht“ nicht unreflektiert als wirkende Ursache übernehmen dürfen. Die beschworene Notwendigkeit der Kooperation der Geschlechter impliziert ihre Gegnerschaft. Das „Erarbeiten brauchbarer Lösungen“ setzt eine geschlechtsspezifische Sicht auf die Welt voraus oder noch schlimmer: eine durch gender vermittelte Weltsicht. Das „Erarbeiten“ ist notwendig, weil es keine gültigen Kriterien der Einsicht (Logik) mehr gibt, sondern nur noch kontextbezogenes und –erworbenes Wissen, durchgewalkt von genderspezifischen Einflüssen. Interessant, wie du die Usurpierung der (kantischen) Autonomie durch den Begriff der feministischen Emanzipation darstellst, wobei Emanzipation nur das Verfolgen von Idealen und die Erhaltung der Würde bedeuten soll. Hm. Autonomie ohne Selbstverpflichtung, nicht wahr? Oder ist etwa die Würde der anderen gemeint? Die relationale Autonomie des Feminismus ist eine Negativ-Definition und betont nur, dass die Unabhängigkeit des Kantischen Subjekts illusorisch sei. Feminismus ist gegen alles und jedes, was auch nur Ansätze von Freiheit hat. Wichtig ist dein Hinweis, dass der Feminismus explizit antihumanistisch sei, weil Humanismus metaphysisch und damit männlich. Der Männerhass entstand erst mit der dritten Welle des Feminismus? Mit der Postmoderne? Der Genderismus als Infrastruktur für die Abwertung des Männlichen. Auch richtig: das Ende der Weiblichkeit mit Einsetzen der Postmoderne. Ende der Frau – nicht: Ende des Mannes. Der Patriarchatsbegriff des Feminismus ist den jeweiligen feministischen Wellen angepasst worden: der Feminismus konstruiert damit seinen Untersuchungsgegenstand. Der Radikalfeminismus bestand vor dem Genderismus und erlebt durch ihn seine Widerauferstehung. Neu für mich, dass Patriarchat, Privilegien,etc. alles schon im Radikalfeminismus erdacht wurde.
    Verstehe ich dich richtig, den Feminismus begrifflich von der Vertretung von Fraueninteressen zu trennen? Ist der Feminismus nach deiner Auffassung immer radikal (revolutionär)? Ist die Ausblendung des Radikalfeminismus in dieser Studie ein Zeichen für das Nichtverstehen des Feminismus seitens der Autoren?

    • „Die Autoren der Studie sind sich über die Voraussetzungen, die im Untersuchungsgegenstand Feminismus stecken, kaum bewusst.“

      Das ist nur eine mögliche Interpretation. Ließt man sich den Rest der Studie durch, kommt einem die Idee, daß die Studie weniger wissenschaftich als vielmehr einen politischen Effekt haben soll, viel plausibler vor. Du wirst das sehen, wenn ich den zweiten Teil online stelle.

      „Sollte eine Studie diese Begriffsarbeit nicht übernehmen?“

      Auf jeden Fall.

      „Das „Erarbeiten brauchbarer Lösungen“ setzt eine geschlechtsspezifische Sicht auf die Welt voraus oder noch schlimmer: eine durch gender vermittelte Weltsicht.“

      Ja.

      „Oder ist etwa die Würde der anderen gemeint?“

      Es ist etwas komplizierter, ich werde bald darüber bloggen, brauche aber eine bestimmte Reihenfolge der posts.

      „Wichtig ist dein Hinweis, dass der Feminismus explizit antihumanistisch sei, weil Humanismus metaphysisch und damit männlich.“

      Das Problem von Freiheit und Humanismus wird im Maskulismus ebenfalls noch nicht ernst genommen.

      „Der Männerhass entstand erst mit der dritten Welle des Feminismus? Mit der Postmoderne?“

      Nein, aber er bekam durch Butlers Vorstoß eine neue Richtung und der sexnegative Feminismus neuen Aufwind.

      „Der Patriarchatsbegriff des Feminismus ist den jeweiligen feministischen Wellen angepasst worden: der Feminismus konstruiert damit seinen Untersuchungsgegenstand. Der Radikalfeminismus bestand vor dem Genderismus und erlebt durch ihn seine Widerauferstehung.“

      So ist es.

      „Verstehe ich dich richtig, den Feminismus begrifflich von der Vertretung von Fraueninteressen zu trennen? “

      Auf jeden Fall muß man das machen.

      „Ist der Feminismus nach deiner Auffassung immer radikal (revolutionär)?“

      Nicht unbedingt radikal, aber immer revolutionär. Sieht Antje Schrupp übrigens auch so:
      https://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2015/maerz/raus-aus-der-defensive

      „Ist die Ausblendung des Radikalfeminismus in dieser Studie ein Zeichen für das Nichtverstehen des Feminismus seitens der Autoren?“

      Hat vermutlich eher politische Gründe.

  2. […] post setzt meine Rezension aus dem letzten post der letzten Studie des Vienna Circle über den Geschlechterdiskurs von Johannes Meiners und […]

  3. Jan Deichmohle sagt:

    Eine grundlegende Widerlegung des Feminismus aller feministischen Wellen, der Annahmen, Methoden und Kampagnen wird jetzt, nach Jahrzehnten ohne Verleger, veröffentlicht. Zugleich finden sich auch zahlreiche Spuren für angerichtete Schäden, sowie Hinweise, wie diese behoben werden können.

    Ideologiekritik am Feminismus.
    Feminismus: Krieg gegen Mann, Natur und Kultur
    http://www.amazon.de/Ideologiekritik-Feminismus-Leseprobe-Kultur-Geschlechter-ebook/dp/B00VB2LKJQ

    Kultur und Geschlecht
    Feminismus: Großer Irrtum – schwere Folgen
    http://nexx-verlag.de/?product=kultur-und-geschlecht-feminismus-grosser-irrtum-schwere-folgen

    Die Bücher bilden Band 1 und 2 meiner Reihe „Die beiden Geschlechter“.

    Jedes Buch möge neue Überraschungen bescheren, den Geschlechterdiskurs vom Kopf auf die Füße stellen.

    Jan

  4. […] auch schon Christine Bauer-Jelinek – die Feministin und Mitautorin der sagenhaft schlechten Studie über Feminismus und Maskulismus – sowie die feministische power-troll-in lightyear2000 so […]

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