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Blogstöckchen: Was wäre wenn? Rückblicke

Das letzte hier abgearbeitete und im Netz ziemlich populäre blogstöckchen hatte vom Thema her eine gewisse Brisanz, weil es um Empathie mit dem eigenen Dasein und dem des anderen Geschlechtes ging. Teilgenommen haben:  Anke Domscheit-Berg, Mama arbeitet, Robin Urban, Onyx, Wolke Rosa, Tom, Breakpoint, Schwulemiker, Familie rockt, AllesEvolution, Der Jüngling, 40-something, krachbumm, Sascha, Graublau, Mrs Chaoslife, ehrlich gesagt, munichs-working-mom, Falk Schreiber, Nic, Miria, Luzia Pimpinella, Papa rockt, Charis, Anne Wizorek, tempovoyager, berlinmittemom, Kaiserinnenreichmama-notes, die schlimme helena, Nicole, Fee, Sonea, Carolin, Große Köpfe, Inka, Hans, Nora, nike, littlebinhh, Linkshänderin, rosarood. Auf allen blogs finden wir – mit mir zusammen – 34 Frauen und 11 Männer: allesamt entweder als Hobby (alle Männer und einige Frauen) oder hauptberuflich (3 Frauen) mit Geschlechterfragen beschäftigt, Experten möchte man sagen, denen man etwas mehr awareness und Durchblick zutrauen würde, als unbedarft durchs Leben gehenden Menschen. Ihre Aussagen dürfen wir also besonders ernst nehmen, wenn es auch für eine Statistik nicht reichen wird.

Ok – was hat die Sache unterm Strich gebracht? Eine Bilanz dazu gibt es bereits – und ich kann ihr in keiner Weise zustimmen.

Übersicht:


quality : good

I. „Zwischenbilanz“ revisited

Die sog. Zwischenbilanz des Blogstöckchens kommt von dem Allie Sascha Verlan, den ich als „feministisch getauft“ charakterisieren würde. Insofern verwundert es nicht, daß er zu Beginn seines postes Antifeministen und Maskulisten als stumpfe Egoisten hinstellt, bei denen man bass erstaunt sein müsse, daß sie sich überhaupt für Frauen interessieren. Damit werden Antifeministen mal wieder als Frauenhasser diffamiert, obwohl sie doch letztlich Metaphysikkritiker sind. Doch soviel scheint Sascha von Feminismus dann doch nicht zu verstehen. Ebensowenig verwundert es, daß von ihm Antifeministin und Maskulisten wegen ihrer angeblichen Rede von „DER Frau“ und „DEM Mann“ gescholten werden – als könne man über Mengen von Personen gar nichts Wahres, Faires oder Moralisches sagen, weil das immer Geschlechterstereotypen reproduziere und man sich daher immer auf Individuen beschränken müsse. Doch das scheint mir nur der übliche Hofknicks vor seiner feministischen filterbubble zu sein, in der Sascha etwas gelten möchte. Wir sollten ihm diese einleitenden Diffamierungen daher nachsehen und nicht überbewerten.

  • Doch was dann passiert, ist wirklich erstaunlich, dann von einer Zwischenbilanz erwartet man, daß der Autor sich ansieht, was die Masse der posts zu den einzelnen Themen vorbringt – eine Aufgabe zu der Sascha einfach gar nichts abliefert.

Denn Sascha ist beschäftigt, mit etwas anderem, etwas, das auch schon Christine Bauer-Jelinek – die Feministin und Mitautorin der sagenhaft schlechten Studie über Feminismus und Maskulismus – sowie die feministische power-troll-in lightyear2000 so eifrig betrieben haben: Werbung zu machen für einen Waffenstillstand zwischen Feminismus und Maskulismus.

  • a) Christine Bauer-Jelinek und lightyear2000 haben unlängst geltend gemacht, daß die Auseinandersetzung der Geschlechter im Vergleich zum Kampf gegen den Neoliberalismus heutzutage eigentlich unwichtig sei und Maskulisten nicht nur eine moralische Verantwortung hätten, nicht gegen Feminismus vorzugehen, sondern auch eine weitere, sich mit allen kapitalismuskritischen Kräften gegen den viel bedrohlicheren Neoliberalismus zu stellen – in völliger Verkennung der Tatsache, daß der gegenwärtig vorherrschende Genderfeminismus mit Neoliberalismus völlig kompatibel ist.
  • b) An diesem Kreuzzug gegen den Neoliberalismus nimmt Sascha jedoch nicht teil. Seine Mission gilt einem angeblich medial konsequent wiederholten Geschlechterstereotyp eines egoistischen, knallharten, kritikunfähigen, gefährlichen und gewalttätigen Mann, welches er als gemeinsamen Leidquell für Allies, Antifeminsten und Maskulisten identifiziert, das er selbst durchlitten haben will.

Letzteres ist wichtig, denn nach dem Konzept des situated knowlegde von Donna Haraway garantieren nur gleiche Erlebnisse auch Beurteilungskompetenz. Diese Beschreibung seiner Erlebnisse ist hier zu finden und seltsamerweise passen sie nur wenig zu dem von ihm beschworenen Geschlechterstereotyp:

  • 1) Als Mann hat er sich nie gefragt, wie Kinder groß werden und erst als Vater gemerkt, daß es Zeit kostet und kinderlose Arbeitnehmer daher gelegentlich bevorzugt werden – was ich nur schwer glauben kann, denn Kinder sind wie ein zweiter Job und zwei Jobs sind naheliegenderweise belastender als einer.
  • 2) Als Mann fühlt er sich sozialen Situationen unsicher und inkompetent, seine Mutter hat die sozialen Dinge erledigt, von ihm hat das keiner verlangt – was ich mir auch schwer vorstellen kann, denn nicht alle Männer sind so wie er sich selbst beschreibt oder verlangen nichts von ihren Freunden. Schicksalsgemeinschaften mögen auf solche Dinge keine Wert legen, aber Männer verlangen durchaus von ihren Freunden, sozial verträglich zu sein – zu zweit, in Gruppen und Frauen lernt man auch nicht kennen, wenn man eine gewisse Geschmeidigkeit vermissen läßt.
  • 3) Als Mann ist er ein Besserwisser, der die Schuld immer bei anderen sucht – eine Sache, über die ich mir kein Urteil erlauben kann.
  • 4) Als Mann fühlt er sich durch das von Eltern praktizierte Klischee von Männern als Pädophile beeinträchtigt – was ich nachvollziehen kann, aber nichts über das zum Geschlechterstereotyp gehörende Verhältnis von Männern und Frauen aussagt.
  • 5) Als Mann wird er eher weniger von anderen belehrt – was mich wundert, da das seiner eigenen in 2) geschilderten Erfahrung nach höchstens für Bemerkungen seitens der Männer gelten kann, so daß erneut nichts über das Verhältnis von Männer zu Frauen gesagt wurde.
  • 6) Als Mann schließt er Geschäfte mit Männer allein aufgrund von name dropping und Stichworten ab – was ich leider gar nicht glauben kann, denn kein Unternehmen kann es sich erlauben, erst nach Übernahme einer Zahlungsverpflichtung über die Bedingungen und die Art der zu entgeltenden Leistung zu reden.

Daß speziell Frauen sich rassistisch und sexistisch gegenüber Männern verhalten, indem sie es als Merkmal ihrer Weiblichkeit ansehen, sich feindselig gegenüber Männern zu benehmen, sie pauschal ablehnen und schlimmster Neigungen verdächtigen – wie von EvoChris und Matze beschrieben – kommt hier nicht besonders klar heraus: Eigentlich denkt Sascha, daß seine Männlichkeit überall gut ankommt, Vorteile bringt und daß Eltern Angst vor Pädophilen haben … na ja … ist ja irgendwo auch normal, die machen sich ja immer Sorgen. Also: Mann=GEIL, durchlitten hat Sascha eigentlich wenig – jedenfalls schreibt er darüber nichts.

  • (1) Weder Antifeministen noch Maskulisten sind mit diesem Blickwinkel auf die soziale Wirklichkeit ausgerüstet. Stattdessen reden sie normalerweise ausführlich über ihre rechtlichen und sozialen Benachteiligungen durch Frauen oder Staatsfeminismus und ich frage mich, wieso Sascha das auf den entsprechenden websites und blogs nicht gefunden hat. Vielleicht liegt es einfach daran, daß er diese Texte nicht gelesen hat – aber wer weiß das schon. Auf diese Weise kann Verbrüderung jedenfalls  nicht funktionieren, aber das Soziale war ja nach Saschas eigener Aussage noch nie seine Stärke – und böse Zungen werden an dieser Stelle darüber vermutlich spekulieren, ob genau das eine notwendige Bedingungen dafür ist, feministischer Allie zu sein.

Als nächstes bemüht sich Sascha darum, Mitstreiter für ein feministisches Kernprojekt zu werben: Die Abschaffung von Geschlechterstereotypen. Und seine Strategie dafür lautet: patriarchy hurts men too. Etwas expliziter geht sein Gedankengang so:

  • i) Wir leben im Patriarchat. Also stehen – wie die Sturmtruppen bei Darth Vader – die Medien unter dem Befehl des Patriarchats. Das Männerbild des Patriarchats, das sie verbreiten, lautet: Der Mann ist egoistisch, knallhart, kritikunfähig, gefährlich, gewalttätig, zeigt niemals Schwächen und was zu schwach ist, gehört ausgemerzt – von Männern.
  • ii) Vor diesem Bild haben die Frauen Angst und darunter leiden sie.
  • iii) Unter demselben Bild leiden die Männer, weil sie es als pauschalierend, diffamierend und ungerecht empfinden.
  • iv) In Wahrheit haben daher Männer und Frauen nicht einander als Feind, sondern einen gemeinsamen: das Geschlechterstereotyp, das ihnen ihre Freiheit nimmt.
  • v) Feministen, Antifeministen und Maskulisten sollten einander im Kampf gegen Klischees daher die Hände reichen und gemeinsam für ihre Freiheit kämpfen.

Obwohl Waffenstillstände, Verbrüderungen aller Art und Rückbesinnung auf Gemeinsamkeiten etwas durchaus Sympathisches und Beschauliches haben, kann ich Saschas Vorschlag dennoch nicht nachvollziehen: Das Bild der Geschlechter, das z.B. Plato zeichnete, wonach Männer in ihrem Leben nach dem Schönen, Wahren und Guten zu streben hätten, weil sie im nächsten Leben sonst zur Frau oder gar zur Pflanze würden, gefällt mir auch nicht und ich halte es für ungerecht. Trotzdem behindert es mich nicht in meiner gegenwärtigen Freiheit, denn es gibt im Grunde niemanden mehr, der diesen Unsinn vertritt.

  • (2) Der andere Punkt an Saschas Argumentation ist schon raffinierter: Er behauptet, daß Erwartungen anderer Menschen die eigene Freiheit beschneiden würden. Oder noch präziser: Einerseits ist es seiner Ansicht nach NICHT so, daß die Fähigkeit, nach Gründen allein zu entscheiden, zu einem selbstbestimmten Leben führt, er lehnt dieses auf Kant zurückgehende, inhaltsneutrale Verständnis von personaler Autonomie ab. Personale Autonomie der Entscheidungen bedeutet nach Saschas Ansicht vielmehr das Fehlen von Einflüssen bei der Entscheidungsentstehung und er teilt die feministische Grundintuition, daß alle Menschen in intransparenten Beziehung zu anderen Menschen verstrickt sind derart, daß eine Internalisierung subpressiver äußerer Werte die menschliche Freiheit in weite Ferne rückt. Feministen bezeichnen das als relationale Autonmie (siehe: MacKenzie / Stoljar, 2000). Und genau das – und nicht z.B. Glück, Gesundheit, Wohlstand oder Kinder  – betrachtet Sasche als so wichtig, so zentral für die menschliche Existenz, daß es sich lohnt, das gesamte Leben so umzubauen, daß eine maximale Abwesendheit von Werten das Geschlecht betreffend gesellschaftsweit erreicht wird. Was Sascha also wirklich versucht, ist Antifeministen und Maskulisten für diese Art metaphysischer Sinngebung menschlichen Handelns zu begeistern. Simpel ausgedrückt lautet Saschas Botschaft: „Existenzialismus für alle!“. Allerdings bezweifle ich, daß Sascha in irgendeiner Weise das Existenzialistische an seiner Position erkennt, das jeder Feminismus der zweiten und dritten Welle Simone de Beauvoir verdankt.

Mit einer Bilanz hat dieser metaphysische Vorstoß von Sascha wohl wenig zu tun. Insbesondere sehe ich anders als Sascha keinen Nachteil darin, daß eine rassistische Ideologie wie der Feminismus von einem ethischen Standpunkt zurückgewiesen und die von ihm verbreiteten Geeschlechterstereotype von einem metaphysikkritischen Standpunkt aus entlarvt werden: Jede menschenrechtliche und humanistische Bilanz würde tief in die roten Zahlen rutschen, würde man dem Feminismus die Hand reichen – zumal Menschen von einer Kritik an einer Ideologie ja auch nur höchst indirekt betroffen wären: Nur der Feminismus kann von Saschas Waffenstillstand profitieren – niemand sonst.

Die Folge ist, daß uns eine Bilanz aus den zahlreichen blogposts immer noch fehlt – obwohl sie angesichts der geballten Expertenkraft sicher spannend sein dürfte. Versuchen wir also, das nachzuholen.

II. Eine Bilanz – diesmal richtig

Bevor wir die Ergebnisse aus den blogs auszählen, müssen wir festlegen, wie wir die Fragen auswerten wollen. Schließlich kann ja jeder schreiben, was er will und ist im Blogstöckchen nicht auf multiple choice festgelegt.

  • (3) Nun würden wir nicht unbedingt erwarten, daß jemand sein eigenes Leben in allen möglichen Details beschreiben kann, aber wir würden immer erwarten, daß er die Probleme, mit denen er ringt, beschreiben kann, denn er muß sie bemerken. Genau diese Probleme können dann auch benutzt werden, um daraus zu schließen, wie es dem anderen Geschlecht geht, wie es lebt, wie sein Lebensgefühl ist, denn daß die blogger für das jeweils andere Geschlecht empathisch sind, ist keineswegs eine Selbstverständlichkeit.
  • (4) Außerdem sollten wir drei Gruppen unterscheiden: Männer, Frauen und jene, deren ökonomische Lebensgrundlage Feminismus ist. Denn das Vertreter eines Betroffenheitsfeminismus dieselbe Perspektive haben wie feministische Ideologen, ist nicht trivial.

Gehen wir nun mit diesen einfachen Regeln die sechs Antworten durch. Nicht immer ließen sich die Aussagen der blogger eindeutig zuordnen. Wo mir die Unterschiede zu den bestehenden Kategrien zu groß waren, habe ich sie lieber überhaupt nicht berücksichtigt, damit das, was am Ende dabei herauskommt, halbwegs zuverlässig ist. Daher fallen die Summen der Antworten zu den Fragen immer etwas anders aus. Mangels Stichprobengröße sind alle meine Aussagen über Geschlechter im Sinne einer Tendenz zu lesen – mehr ist da wohl nicht drin.

(A) Was wäre anders in deinem Leben, in deinem Alltag, wenn du ein Mann/eine Frau wärst?

Nicht alle blogger scheinen diese Frage verstanden zu haben. Daher kann man ihre Antworten leicht nach Typen einteilen:

  • Nein, das andere Geschlecht lebt – bis auf Kleinigkeiten – genau wie ich.
    Männer: 3/11, Frauen: 3/31, Berufsfeministen: 0/3
  • Ja, das andere Geschlecht hat oder ist nicht, was ich nicht habe oder bin, weil es das andere Geschlecht ist.
    Männer: 1/11, Frauen: 20/31, Berufsfeministen: 2/3
  • Ja, das andere Geschlecht lebt anders als ich gemessen daran, was ich so beobachte, verstehe und konkret beschreiben kann.
    Männer: 7/11, Frauen: 3/31, Berufsfeministen: 0/3

Das belegt nicht nur, daß sich Männer über Frauen sehr viel detaillierter den Kopf zerbrechen und mehr Energie aufwenden, das Leben der Frau zu verstehen als umgekehrt, sondern die Frauen gehen tendentiell auch völlig anders ran an das Problem, das Leben des anderen Geschlechtes zu verstehen: Während Männer erst das Leben der anderen beschreiben, um daraus zu folgern, welche Unterschiede wirklich bestehen, fokussieren Frauen eher auf bestimmte, sie interessierende Aspekte und verzichten auf ein Gesamtbild. Wenn Frauen sich nur von Männern abgrenzen wollen, oder sich nur neidisch vergleichen, genügt das. Jede Empathie mit dem anderen Geschlecht würde mehr erfordern, würde ein Verständnis davon benötigen, wie die Details des Gesambildes des anderen Geschlechtes ineinander greifen und funktionieren. Überrascht? Wait – get’s better …

Alle Berufsfeministen nutzen konsequent den Leseelan der ersten Frage, um ihre Standardbeschwerden zur Sprache zu bringen: Die Vereinbarkeit von Kind und Karriere, die Gläserne Decke im Beruf, das ungerechte Klischee der Rabenmutter, Alltagssexismus, Heteronormativität und so weiter. Aber:

  • Wieviele blogger gibt es, die bemerken, daß sich zwei Jobs (Kind und Karriere) nicht mit gleichen Aufwand abwickeln lassen, wie ein einziger Job?
    Männer: 1/11, Frauen: 0/31, Berufsfeministen: 0/3
  • Wieviele blogger gibt es, die sich darüber beschweren, daß sich zwei Jobs nicht mit demselben Aufwand abwickeln lassen, wie ein einziger Job?
    Männer: 0/11, Frauen: 0/31, Berufsfeministen: 1/3
  • Wieviele blogger gibt es, die sich darüber beschweren, daß Führungspositionen sich nicht optimal mit dem Praktizieren typisch weiblicher Eigenschaften ergattern und verteidigen lassen?
    Männer: 0/11, Frauen: 0/31, Berufsfeministen: 1/3
  • Wieviele blogger gibt es, die in ihrem Leben vor allem auf Selbstverwirklichung und Spaß im Beruf mit netten Kollegen achten und dem den Vorzug vor der Karriere und der finanziellen Unabhängigkeit geben?
    Männer: 0/11, Frauen: 7/31, Berufsfeministen: 0/3

Was berufliche Geltungssucht und Gewinnstreben angeht, unterscheiden sich Berufsfeministen ganz klar von den anderen Frauen, die in ihrem Leben laut eigener Aussage schlicht andere Prioritäten setzen und sich oft auf Teilzeitstellen zurückziehen. Das bedeutet, daß der öffentliche Teil des feministischen Programms (Vereinbarkeit, Gläserne Decke, Quoten, Rabenmütter) an den Bedürfnissen und dem Leben der Frauen vorbeigeht. Berufsfeministen gleichen in dieser Hinsicht eher den Männern, die sich dem Klischee des Versorgers unterordnen.

Wie sieht es nun mit den feministischen Themen aus der Privatsphäre aus?

  • Wieviele blogger gibt es, die berichten, allein aufgrund ihres Geschlechtes Interesse des anderen Geschlechtes zu erfahren?
    Männer: 0/11, Frauen: 11/31, Berufsfeministen? 1/3
  • Wieviele blogger gibt es, die berichten, allein aufgrund ihres Geschlechtes kein Interesse des anderen Geschlechtes zu erfahren?
    Männer: 5/11, Frauen: 0/31, Berufsfeministen: 0/3
  • Wieviele blogger gibt es, die das jeweils andere Geschlecht primär durch ihre Sexualität charakterisiert sehen?
    Männer: 0/11, Frauen: 7/31, Berufsfeministen: 1/3
  • Wieviele blogger gibt es, die glauben, Sex wäre für das andere Geschlecht einfacher, d.h. mit geringerem persönlichem, zeitlichem oder finanziellen Einsatz zu bekommen?
    Männer: 6/11, Frauen: 0/31, Berufsfeministen: 0/3

Offenbar sind Männer wie Frauen in ihrem privaten Leben – nahezu gleich – von den Auswirkung ihrer Geschlechterzugehörigkeit betroffen: Die Frauen bekommen etwas, die Männer wünschen etwas, bekommen aber nichts. Aber nur die Frauen ziehen tendentiell daraus den Schluß, daß die Aufgabe, das andere Geschlecht zu verstehen, durch die Beschreibung der Art und Weise, wie sie von männlicher Sexualität tangiert werden, im wesentlichen gelöst wird. Und letzteres kann wegen (3) nur eines bedeuten: Die Art, wie Frauen mit ihrer eigenen Sexualität umgehen, dominiert die Organisation ihrer anderen privaten Lebensbereiche. Für Männer hingegen gilt das genau nicht.

Doch das Privatleben übersteigt in Umfang und Vielfalt die Sexualität natürlich bei weitem und hier überlassen die Berufsfeminsten interessanterweise das Feld den Frauen und Betroffenheitsfeministen:

  • Wieviele blogger gibt es, die behaupten, das andere Geschlecht wäre in der Erziehung strenger behandelt, härter angefaßt oder unnachgiebiger behandelt worden, als das eigene?
    Männer? 0/11, Frauen: 3/31, Berufsfeministen: 1/3
  • Wieviele blogger gibt es, die bestätigen, daß das jeweils andere Geschlecht mehr mit körperlicher Gewalt z.B. in der Armee oder sonst im Leben konfrontiert ist?
    Männer: 0/11, Frauen: 9/31, Berufsfeministen: 0/3
  • Wieviele blogger gibt es, die bestätigen, daß das jeweils eigene Geschlecht mehr mit körperlicher Gewalt z.B. in der Armee oder sonst im Leben konfrontiert ist:
    Männer: 3/11, Frauen: 0/31, Berufsfeministen: 0/3
  • Wieviele blogger gibt es, die behaupten, das eigene Geschlecht wäre in der Erziehung strenger behandelt, härter angefaßt oder unnachgiebiger behandelt worden als  das andere?
    Männer: 3/11, Frauen: 0/31, Berufsfeministen: 0/3
  • Wieviele blogger gibt es, die glauben, daß in der Gesellschaft bestimmte Verhaltensweisen nur beim eigenen Geschlecht repressiv und negativ bewertet werden?
    Männer? 3/11, Frauen: 8/31, Berufsfeministen: 1/3
  • Wieviele blogger gibt es, die berichten, allein aufgrund ihres Geschlechtes Opfer von Mobbing geworden zu sein?
    Männer: 0/11, Frauen: 3/31, Berufsfeministen: 0/3
  • Wieviele blogger gibt es, die glauben, alles am anderen Geschlecht würde aufgrund des Geschlechtes besser bewertet werden?
    Männer:  0/11, Frauen: 11/31, Berufsfeministen: 2/3
  • Wieviele blogger gibt es, die das Leben ihres eigenen Geschlechtes praktisch, unkompliziert und von Kooperation dominiert erleben?
    Männer: 5/11, Frauen: 0/31, Berufsfeministen: 0/3
  • Wieviele blogger gibt es, die sich darüber beschweren, daß Aggressivität für ihr Geschlecht als unpassend empfunden wird?
    Männer: 0/11, Frauen: 1/31, Berufsfeministen: 1/3

Tendentiell stimmen Männer, Frauen und Berufsfeministen darin überein, daß Männer härtere, äußere Bedingungen beim Erwachsenwerden treffen. Zugleich haben beide Geschlechter Anlaß, sich über ihre eigenen Schwierigkeiten zu beschweren. Doch nur Frauen berichten von speziellen psychologischen Hürden in ihrem Leben und das kann wohl nur eines heißen: Das traditionelle Ideal von Weiblichkeit in psychologischer Hinsicht, das die vom Feminismus immer wieder thematisierten Geschlechterstereotype generiert, ist nicht nur sehr viel konkreter ausformuliert als das traditionelle Ideal der Männlichkeit, es läßt sich auch schlechter messen, schlechter überprüfen. Und nur bei Frauen ließt man von einem seltsamen Bewerten ihrer Person, mit dem Männer überhaupt nicht konfrontiert zu sein scheinen.

(B) Was tust du nur deshalb, weil du eine Frau/ein Mann bist?

Es gibt zwei Möglichkeiten, diese Frage im Hinblick auf Soziales zu beantworten: Eine besteht darin, sich über Nachteile zu beklagen oder mit Privilegien zu brüsten. Die zweite besteht darin, die Binnenperspektive des eigenen Handelns zu skizzieren, soweit sie hinter dem instrumentellen Charakter des sozialen Handeln verschwindet. Man kann sich natürlich auch um die Antwort durch Aufzählen von Äußerlichkeiten drücken und nicht wenige blogger haben das getan.

  • Wieviele blogger gibt es,  die sich um die Antwort drücken?
    Männer: 5/11, Frauen: 13/31, Berufsfeministen: 1/3
  • Wieviele blogger gibt es,  die sich über Nachteile beklagen?
    Männer: 0/11, Frauen: 9/31 Berufsfeministen: 1/3

Eine besondere Ehrlichkeit oder einen besonderen Drang dazu, das andere Geschlecht über das eigene Selbstverständnis zu informieren, zeigt hier kein Geschlecht. Aber die Männer beschweren sich wenigstens nicht über ihr Los. Im Einzelnen sehen die Bekenntnisse so aus:

  • Wieviele blogger gibt es, die aufgrund ihres Geschlechtes Interesse an Feminismus haben?
    Männer: 0/11, Frauen: 4/31, Berufsfeministen: 2/3
  • Wieviele blogger gibt es, für deren geschlechtliches Selbstverständnis Kinder wesentlich sind?
    Männer: 3/11, Frauen: 12/31, Berufsfeministen: 0/3
  • Wieviele blogger gibt es, die sich darüber beschweren, daß sie sich um ihre Kinder kümmern müssen?
    Männer: 0/11, Frauen: 3/31, Berufsfeministen: 1/3
  • Wieviele blogger gibt es, die sich immer und vorrangig für die Familie verantwortlich fühlen?
    Männer:  0/11, Frauen: 10/31, Berufsfeministen: 1/3
  • Wieviele blogger gibt es, die dem geschlechtsinternen Wettbewerb als solchem nicht widerstehen können oder Kompetenzbeweise reizvoll finden?
    Männer: 1/11, Frauen: 1/31, Berufsfeministen: 0/3
  • Wieviele blogger gibt es, die den geschlechterinternen Konkurrenzkampf nicht mögen?
    Männer: 1/11, Frauen: 2/31, Berufsfeministen: 0/3
  • Wieviele blogger gibt es, die über ihre eigenen Grenzen aus eigenem Antrieb hinausgehen?
    Männer: 2/11, Frauen: 1/31, Berufsfeministen: 0/3
  • Wieviele blogger gibt es, die sich mit der Rolle des Geschlechtes für ihr persönliches Leben beschäftigen:
    Männer: 0/11, Frauen: 11/31, Berufsfeministen: 3/3
  • Wieviele blogger gibt es, die zugeben, das andere Geschlecht für sich arbeiten zu lassen, einfach nur aufgrund des Geschlechtes?
    Männer: 1/11, Frauen: 3/31, Berufsfeministen: 0/3
  • Wieviele blogger gibt es, die gegenüber dem anderen Geschlecht den old-school-gentlemen geben?
    Männer: 1/11, Frauen: 0/31, Berufsfeministen: 0/3

Frauen nehmen ihr Geschlechterstereotyp sehr viel ernster als Männer, und sie wollen gute Frauen sein. Männer schlampen in der Hinsicht eher rum und lassen 5 auch mal gerade sein.

(C) Was tust du nicht / welche Dinge lässt du lieber, weil du ein Mann/eine Frau bist?

Die Wahl des Antworttyps ist hier besonders interessant, weil sie wegen (3) direkt zeigt, welcher Freiheitsbegriff von den bloggern in ihrem Alltag jeweils verwendet wird.

  • Wieviele blogger gibt es, die sich freiwillig selbst beschränken, weil sie dadurch ein besseres Gefühl haben?
    Männer: 0/11, Frauen: 22/31, Berufsfeministen: 2/3
  • Wieviele blogger gibt es, die sich selbst beschränken müssen, weil de facto andere Menschen sie willkürlich mit Nachteilen bedrohen, ohne daß ihre eigene emotionale Verfassung geltend gemacht werden würde?
    Männer: 4/11, Frauen: 0/31, Berufsfeministen: 0/3
  • Wieviele blogger gibt es, die auf Kontakt zum anderen Geschlecht in Intensität oder Häufigkeit freiwillig verzichten?
    Männer: 1/11, Frauen: 1/31, Berufsfeministen: 1/3
  • Wieviele blogger gibt es, deren Kontakt zu Kindern de facto durch repressive Geschlechterstereotype eingeschränkt ist?
    Männer: 6/11, Frauen: 0/31, Berufsfeministen: 0/3
  • Wieviele blogger gibt es, die bemerken, daß ihr eigener Zugang zu Kindern im Gegensatz zum anderen nicht eingeschränkt ist?
    Männer: 0/11, Frauen: 3/31, Berufsfeministen: 0/3
  • Wieviele blogger gibt es, die sich darüber beschweren, daß ihnen ihre früheren Lebensentscheidungen den gegenwärtigen Kontakt zum anderen Geschlecht schwerer machen?
    Männer: 0/11, Frauen: 1/31, Berufsfeministen: 1/3
  • Wieviele blogger gibt es, die sich darüber beschweren, daß ihre Mitmenschen über ihre eigene Sexualität verfügen und diese ohne fremde Erlaubnis in die Gestaltungsrechte ihres eigenen Soziallebens einbauen?
    Männer: 0/11, Frauen: 8/31, Berufsfeministen: 1/3
  • Wieviele blogger gibt es, die ihre Persönlichkeit und Probleme, Kriterien der sozialen Erwünschtheit folgend, lieber für sich behalten?
    Männer:  2/11, Frauen: 0/31, Berufsfeministen: 0/3
  • Wieviele blogger gibt es, die stolz darauf sind, sich über geschlechtsspezifische Erwartungen hinwegzusetzen und berichten, davon auch zu profitieren?
    Männer: 0/11, Frauen: 14/31, Berufsfeministen: 1/3
  • Wieviele blogger gibt es, die sich über die soziale Seite des Patriarchats beschweren?
    Männer: 0/11, Frauen: 6/31, Berufsfeministen: 2/3
  • Wieviele blogger gibt es, die glau9ben, daß Frauen die Welt dominieren und Männer und als Randfiguren vorkommen?
    Männer: 1/11, Frauen: 1/31, Berufsfeministen: 0/3
  • Wieviele blogger gibt es, die aufgrund ihres Geschlechtes nicht so gerne um Hilfe bitten?
    Männer: 1/11, Frauen: 0/31, Berufsfeministen: 0/3

Seltsamer hätten die Antworten an dieser Stelle eigentlich gar nicht ausfallen können. Sehen wir uns das Ergebnis näher an:

Wenn es ein Patriarchat geben würde, dann müßten Frauen mit dem Verstoß gegen Geschlecherklischees Probleme haben oder welche bekommen und wegen (3) darüber auch berichten. Diejenige Freiheit, die sie aber wirklich vermissen, ist nicht die in ihrem äußeren Leben, was tun zu können, was sie wollen, sondern die Abwesendheit unangenehmer Gefühle dabei – was zweifellos ein Luxusproblem ist, insofern es sich bei Männern genau umgekehrt verhält. Wenn aber die Frauen ihre angeblich repressiven Geschlechterstereotype durchbrechen, dann werden sie nicht dahin zurückgeknüppelt, sondern sie profitieren sogar davon – was zu äußerem, patriarchalischem Zwang überhaupt nicht paßt. Vergleichbares gilt für die Sexualität: Nur Frauen beschweren sich darüber, daß Männer in ihrem Leben auch in sexueller Hinsicht ihre Gestaltungsrechte wahrnehmen und nicht erst die Erlaubnis der Frauen einholen, wenn sie über sich und ihr eigenes Leben verfügen. Interessanterweise führt das aber nicht dazu, daß die Geschlechter im Alltag dem Trend nach einander nun konsequent meiden würden. Mit einer Herrschaft der Männer ist dieser Befund schlicht unvereinbar und das wiederholt sich auch, wenn man sich ansieht, worunter die Geschlechter wirklich leiden.

(D) Durch welches Klischee fühlst du dich persönlich beeinträchtigt?

Man hätte auch fragen können, was sich die blogger unter den speziell jeweils für sie geltenden Umständen am meisten wünschen. Glücklicherweise wurde das nicht so formuliert, denn dann hätten vermutlich viele einfach nur geschrieben, was sie am stärksten präferieren. Doch das ist nicht das Gleiche.

  • Wieviele blogger gibt es, die sich darüber beschweren, daß ihre Mitmenschen eine Meinung über ihr Aussehen haben?
    Männer: 0/11, Frauen: 7/31, Berufsfeministen: 1/3
  • Wieviele blogger gibt es, die sich darüber beschweren, daß das andere Geschlecht über dessen Leben verfügt, und dadurch Konsequenzen für das eigene Leben erzeugt, ohne dafür auch die eigene Erlaubnis einzuholen?
    Männer: 0/11, Frauen: 2/31, Berufsfeministen: 1/3
  • Wieviele blogger gibt es, die nicht den Versorger spielen wollen?
    Männer: 3/11, Frauen: 0/31, Berufsfeministen: 0/3
  • Wieviele blogger gibt es, die sich darüber beschweren, vom anderen Geschlecht als gefährlich angesehen zu werden?
    Männer: 7/11, Frauen: 0/31, Berufsfeministen: 0/3
  • Wieviele blogger gibt es, die sich beklagen, vom anderen Geschlecht als inkompetent angesehen zu werden?
    Männer: 2/11, Frauen: 16/31, Berufsfeministen: 0/3
  • Wieviele blogger gibt es, die beklagen, daß das eigene Geschlecht fälschlicherweise als sexuell korrumpierbar behandelt wird?
    Männer: 3/11, Frauen: 0/31, Berufsfeministen: 0/3
  • Wieviele blogger gibt es, die beklagen, daß das andere Geschlecht ihr Verhalten zu unrecht sexualisiert?
    Männer: 4/11, Frauen: 1/31, Berufsfeministen: 0/3
  • Wieviele blogger gibt es, die sich darüber beschweren, daß das andere Geschlecht sich beschwert, vom eigenen Geschlecht abgelehnt zu werden?
    Männer: 0/11, Frauen: 1/31, Berufsfeministen: 1/3
  • Wieviele blogger gibt es, die sich darüber beschweren, auf ihre Leistungsfähigkeit hin geprüft zu werden und die solche Überprüfungen als leistungsmindernden Stress betrachten?
    Männer: 0/11, Frauen: 4/31, Berufsfeministen: 1/3
  • Wieviele blogger gibt es, die eine hypoagency des anderen Geschlechtes beklagen?
    Männer: 2/11, Frauen: 0/31, Berufsfeministen: 0/3
  • Wieviele blogger gibt es, die glauben, daß ihr Geschlecht zu Unrecht häufiger für zickig gehalten wird?
    Männer: 0/11, Frauen: 6/31, Berufsfeministen: 1/3
  • Wieviele blogger gibt es, die sich darüber beschweren, daß das andere Geschlecht ihre Worte nicht ernst nimmt oder übergeht oder Kritik grundsätzlich ablehnt?
    Männer: 0/11, Frauen: 4/31, Berufsfeministen: 2/3
  • Wieviele blogger gibt es, die sich über den sog. gender pay gap beschweren?
    Männer: 0/11, Frauen: 3/31, Berufsfeministen: 0/3
  • Wieviele blogger gibt es, die sich über Genderklischees, die im Produktmarketing beschweren?
    Männer: 0/11, Frauen: 2/31, Berufsfeministen: 0/3

Offenbar gilt: Wenn Frauen nicht darunter leiden, daß sie nicht allen Menschen vorschreiben können, was sie zu tun und was sie zu denken haben, dann leiden sie am meisten darunter, daß man sie nicht für so voll nimmt und kompetent hält, wie sie das selbst gerne hätten. Daß Männer sich aber von den Qualitäten der Frauen selbst überzeugen, ist auch nicht wirklich nach dem Geschmack der Frauen. Handfesteres haben da die Männer vorzuweisen: Sie möchten nicht immer allein alle Verantwortung tragen, ihr Leben nicht allein der Versorgung von Frauen oder der Familie widmen, sie möchten von Frauen als Personen wahrgenommen und von Frauen nicht auf ihre Sexualität reduziert werden – einfach, weil diese für Männer generell weniger Themen und Orientierungshilfe im Leben bietet als für Frauen. Außerdem möchten sie nicht von Frauen als gefährlich oder sozial inkompetent verunglimpft und generell abgelehnt werden: Luxusprobleme sind das nicht.

(E) Erzähle von einer Situation, in der du bemerkt hast, dass es von Vorteil ist, zur Gruppe der Frauen/Männer zu gehören.

Wir hatten bereits festgestellt, daß die Geschlechter, was die Aufklärung über ihr eigenes Geschlechterverständnis angeht, nicht gerade mit Ehrlichkeit brillieren. Was können wir daher zu dieser Frage erwarten? Vermutlich werden hier Positionen aufgeführt werden, deren Vorteile die Geschlechter jeweils glauben, verteidigen zu können.

  • Wieviele blogger gibt es, die berichten, ihnen würde weniger Belastung zugemutet werden als dem anderen Geschlecht?
    Männer: 2/11, Frauen: 8/31, Berufsfeministen: 1/3
  • Wieviele blogger gibt es, die berichten, ihnen würde mehr Belastung zugemutet werden als dem anderen Geschlecht?
    Männer: 9/11, Frauen: 0/31, Berufsfeministen: 0/3
  • Wieviele blogger gibt es, die über politische oder ökonomische Vorteile aufgrund ihres eigenen Geschlechtes berichten?
    Männer: 2/11, Frauen: 6/31, Berufsfeministen: 1/3
  • Wieviele blogger gibt es, die über politische oder ökonomische Nachteile aufgrund ihres eigenen Geschlechtes berichten?
    Männer: 1/11, Frauen: 8/31, Berufsfeministen: 1/3
  • Wieviele blogger gibt es, die bestätigen, aufgrund ihres Geschlechtes mehr wert zu sein, als das jeweils andere Geschlecht?
    Männer 0/11, Frauen: 2/31, Berufsfeministen: 1/3
  • Wieviele blogger gibt es, die bestätigen, von dem jeweils anderen Geschlecht beschützt zu werden?
    Männer: 0/11, Frauen: 9/31, Berufsfeministen: 1/3
  • Wieviele blogger bestätigen die Existenz von Frauenseilschaften oder eine besondere Frauensolidarität?
    Männer: 1/11, Frauen: 7/31, Berufsfeministen: 0/3
  • Wieviele blogger gibt es, die glauben, aufgrund ihres Geschlechtes sozial, moralisch oder menschlich kompetenter zu sein, als das andere Geschlecht?
    Männer: 0/11, Frauen: 11/31, Berufsfeministen: 0/3
  • Wieviele blogger gibt es, die glauben, aufgrund ihres Geschlechtes weniger kompetent zu sein, als das andere Geschlecht?
    Männer: 1/11, Frauen: 0/31, Berufsfeministen: 0/3
  • Wieviele blogger gibt es, die sich vom anderen Geschlecht angenehm umworben fühlen?
    Männer: 0/11, Frauen: 4/31, Berufsfeministen: 0/3
  • Wieviele blogger gibt es, die sich vom anderen Geschlecht angenehm umsorgt fühlen?
    Männer: 0/11, Frauen: 11/31, Berufsfeministen: 0/3
  • Wieviele blogger gibt es,  die berichten, dem anderen Geschlecht wesentliche Einsichten zu verdanken?
    Männer: 0/11, Frauen: 2/31, Berufsfeministen: 0/3
  • Wieviele blogger gibt es,  die die Möglichkeiten der Mode und des Schminkens als Vorteil ansehen?
    Männer: 0/11, Frauen: 1/31, Berufsfeministen: 0/3
  • Wieviele blogger gibt es,  die ihr eigenes Geschlecht generell als das ästhetischere einstufen?
    Männer: 0/11, Frauen: 2/31, Berufsfeministen: 0/3

Belastungen sowie Vor- und Nachteile scheinen in Wirtschaft und Kultur nach den posts des blogstöckchens nicht so wahnsinnig ungleich verteilt zu sein – mit Außnahme der Frauenseilschaften und der Frauensolidarität, deren Vorteile auf Kosten der Männer gehen. Nur im Privaten gibt es große Asymmetrien: Frauen mögen es, von Männern beschützt, umsorgt und umworben zu werden. Von einem vergleichbaren engagement der Frauen wissen die Männer nicht zu berichten.

(F) Gibt es Situationen, in denen das Geschlecht keine Rolle spielt?

  • These: „Das Geschlecht spielt fast immer eine Rolle.“. Zugestimmt haben:
    Männer: 7/11, Frauen: 16/31, Berufsfeministen: 3/3
  • These: „Das Geschlecht spielt dann keine Rolle, wenn die Körper unsichtbar sind.“ . Zugestimmt haben:
    Männer: 0/11, Frauen: 6/31, Berufsfeministen: 0/3
  • These: „Das Geschlecht spielt im Beruf fast immer fast keine Rolle.“. Zugestimmt haben:
    Männer: 2/11, Frauen: 2/31, Berufsfeministen: 0/3
  • These: „Das Geschlecht spielt im Alltag fast immer fast keine Rolle.“. Zugestimmt haben:
    Männer: 2/11, Frauen: 3/31, Berufsfeministen: 0/3
  • These: „Das Geschlecht spielt nur beim Sex eine Rolle“. Zugestimmt haben:
    Männer: 0/11, Frauen: 1/31, Berufsfeministen: 0/3

Die These, daß der Geschlechterunterschied verschwindet, sobald die Körper unsichtbar sind, verlegt den Ursprung der sozialen Dimension des Geschlechterkonfliktes in das heterosexuelle Begehren – eine Idee, die auf Judith Butler zurückgeht. Daß Berufsfeministen sie aufgegeben haben und offenbar direkt die Gesellschafts- organisation als sexistisch klassifizieren, macht ihren auf diese Weise verschlankten Feminismus noch klarer zu einer ökonomischen Initiative.

III. Zusammenfasssung – lectures

Von einem einzelnen blogstöckchen mit 45 Teilnehmern kann man nicht allzuviel erwarten, doch nach den in den blogs vorliegenden Selbstauskünften geschlechtersensibler blogger zu urteilen, haben wir Anlaß zu wenigstens fünf Lektionen:

Die erste Lektion dieser Antworten besteht darin, zu erkennen, daß das Männer, Frauen und Berufsfeministinnen dem Geschlecht – wie immer man es definieren mag – völlig unterschiedliche funktionale Rollen zuschreiben:

  1. Männer halten sich beim Thema Geschlecht an Äußerlichkeiten fest: Welches Geschlecht eine Person hat, hängt nur von den Merkmalen dieser Personen ab und sie sortieren daher ihre Beobachtungen nach dem dokumentierbaren Verhalten der auf diese Weise naturalisierten Geschlechter, betrachten diese als definierende Eigenschaft einer sozialen Klasse und suchen nach statistischen Korrelationen zu anderen Eigenschaften, die andere Klassen bilden. Das Geschlecht ist einfach eine empirische und mengenbildende Eigenschaft ohne selbst direkt in Kausalrelationen vorkommen zu müssen.
  2. Frauen geben dem Geschlecht eine Doppelrolle: Einerseits teilen sie das Verständnis der Männer, aber andererseits sehen sie ihr eigenes Geschlecht als hidden variable, als nicht direkt messbare, sondern versteckt und indirekt wirkende, psychologische Kraft in ihrer Persönlichkeit, deren Symptome und Phänomene sich dynamisch entwickeln und bei keiner Frau wiederholen müssen. Für Betroffenheitsfeministen und Frauen ist das Geschlecht daher real und Teil ihrer Erlebniswelt. Letzteres ist eine ontologische Annahme, die die Männer nicht gemacht haben.
  3. Berufsfeministinnen sehen im Geschlecht eher das, was man in der Statistik eine explantory variable nennt. Von der Auffassung der Männer unterscheidet sich ihre Ansicht dadurch, daß Berufsfeministinnen aus dem Geschlecht alleine keine Prognosen über das Vorkommen sozialer Phänomene ableiten, weil Auffassungen über Geschlecht nicht immer dieselben Unterschiede in der sozialen Praxis zur Folge haben müssen. Das Geschlecht markiert lediglich unterschiedliche Interessen von unterschiedlichen Individuen, Personen unterschiedlich zu behandeln, so daß „Geschlecht“ keine Personen für alle Menschen gleichmäßig einteilende Eigenschaft mehr ist. Von der Auffassung der Betroffenheitsfeministen unterscheidet sich diese Ansicht dadurch, daß das Geschlecht nicht Teil einer sozialen Ontologie ist, denn das Geschlecht ist konstruiert und eine Folge anderer Meinungen und Entscheidungen, die ihrerseits ganz unterschiedlich sein können.

Für Maskulisten spielen diese Unterschiede eine Rolle, insofern nur Berufsfeministen einem verkappten Existenzialismus folgen, während die Frauen den Feminismus weitergehend als Gelegenheit benutzen, um ihre Bequemlichkeiten, die ihnen die Männer traditionell bereiten, mit ideologischen Bevorzugungen ihres Geschlechtes weiter aufzuwerten. Beides ist auf seine Weise falsch.

Die zweite Lektion besteht darin, daß Berufsfeministen erstens erstaunlich meinungs-homogen sind und brav die kanonischen Gemeinplätze des gegenwärtig vorherrschenden Genderfeminismus abarbeiten, aus denen sich ökonomische Forderungen ableiten lassen: Gläserne Decke / Quoten, Vereinbarkeit von Kind und Karriere, Rabermütterklischee. Auch über die Quelle aller Übel sind sie sich einig: Heteronormativität, heterosexuelles Begehren, Alltagssexismus und das böse Tier im Manne. Das alleine wäre noch kein Grund, zu mißtrauen, aber wenn man die heterogenen Meinungen unter den Maskulisten nachvollzieht, dann fragt man sich schon, aus welchem Grund unter Berufsfeministen solche Einigkeit besteht. Aus irgendeinem Grund fehlt Berufsfeministen zusätzlich das Verständnis für die selbstempfundene Lage der Geschlechter: Offenbar macht Feminismus Menschen nicht zu gender-Experten, diese Kompetenz ist klarerweise noch unbesetzt.

Die dritte Lektion besteht darin, daß es für Frauen viel wichtiger ist, sich im Alltag kontinuierlich von Männern abzugrenzen und das Besondere der Weiblichkeit zu betonen, herauszustellen und zu praktizieren als für Männer. Und Frauen genießen es sehr, wenn das reibungslos und zu ihrem Vorteil klappt. Andererseits ist Weiblichkeit aber auch schwieriger zu messen als Männlichkeit und sie macht anfälliger gegen eine Abhängigkeit von den Meinungen anderer über Frauen – was irgendwie paradox anmutet angesichts der Tatsache, daß sich Frauen Männern tendentiell menschlich und moralisch überlegen fühlen. Daher kommt es oft vor, daß Frauen Weiblichkeit bedrohende Kritik und Forderungen nach Selbstoptimierung mit der Begründung ablehnen, daß diese Forderungen mit einem antifeministischen Geschlechterstereotyp koinzidieren: So könnte es ja einfach wahr sein, daß eine Frau zu dick ist oder versucht, ständig im Mittelpunkt zu stehen und den Rest der Mannschaft nach ihrer Pfeife tanzen zu lassen. Doch die Ablehnung einer Frau, ein Geschlechterstereotyp zu erfüllen, ist gesellschaftlich dermaßen akzeptiert, daß Frauen mit Hilfe der feministischen Weltanschauung ihre Weiblichkeit gegen berechtigte Kritik immunisieren können: feminism hurts women too.

Die vierte Lektion besteht darin, daß Frauen Männer tendentiell weder verstehen, noch sich für sie interessieren. Männerprobleme scheinen den Frauen nicht so existentiell und sind mehr äußerlich, zwar härter, aber irgendwie unwichtiger und nicht so unangenehm. Umgekehrt ist das Verständnis der Männer von Frauen deutlich besser. Dieses Verständnis fällt den Frauen schon deshalb schwer, weil Männlichkeit zu Weiblichkeit nicht isomorph ist: Weiblichkeit ist für Frauen als Lebensgestaltungs- und als Überlegenheitsprinzip deutlich ergiebiger ist als Männlichkeit für Männer und daß Sexualität für Weiblichkeit eine größere Rolle spielt als für Männlichkeit: Frauen wollen gute Frauen sein, das ist für sie eine ernste Angelegenheit. Daher ist es für Frauen verführerisch, ihr Verständnis von Männern auf deren Sexualität zu beschränken und insoweit Frauen Männlichkeit erfragen, sind sie schnell enttäuscht, wie langweilig das ganze Konzept ist und können nicht verstehen, wie man als Mann so wenig auf Männlichkeit bezogen, so wenig anspruchsvoll in Bezug auf sich selbst, so würdelos sein kann – was Männer in den Augen von Frauen stark entwertet, und sich auch auf die moralischen Positionen und Ansprüche auswirkt, die Männer nach Ansicht der Frauen zu Recht gegen die tradierte, fast schon absolutistische Macht der Frauen im Privaten geltend machen können.

Die fünfte Lektion besteht darin, daß die Ermächtigung der Frauen so sehr vorangeschritten ist, daß Luxusprobleme den gegenwärtigen Befreiungskampf der Frauen dominieren: Der Durst der Frauen nach gefühlter Freiheit trifft sich inzwischen mit dem metyphsischen Existenzalismus der Berufsfeministen und beide tun sich infolge ihrer Geschlechterarroganz schwer damit, Männer und die handfesten rechtlichen und sozialen Probleme der Männer überhaupt ernst zu nehmen. Politischer Pragmatismus wie er der ursprünglichen Position von Sascha entgegenkommen dürfte, wird sich unter diesen Umständen nicht auszahlen: Die Männer müssen sich erst selbst zu einem politischen Schwergewicht heranziehen. Doch davon sind wir noch weit entfernt.

Nachtrag:

Auch emannzer hat dieses blogstöckchen aufgehoben. Seine Antwort wurden in diesem post jedoch nicht berücksichtigt, da sie erst gegeben wurden, nachdem emannzer diesen Rückblick bereits gelesen hatte.


5 Kommentare

  1. quellwerk sagt:

    Habe gerade erst deinen post entdeckt und durchgelesen. Würde gern näher darauf eingehen, muss aber gleich weg.

    Deine Lektionen sind sehr, sehr gut. Insgesamt wirkt dieser Beitrag als Ergebnis einer längeren Entwicklung, in der Fäden wiederaufgenommen werden, reformuliert werden. Sehr gut formuliert wie ich finde, z.b.

    „Personale Autonomie der Entscheidungen bedeutet nach Saschas Ansicht vielmehr das Fehlen von Einflüssen bei der Entscheidungsentstehung und er teilt die feministische Grundintuition, daß alle Menschen in intransparenten Beziehung zu anderen Menschen verstrickt sind derart, daß eine Internalisierung subpressiver äußerer Werte die menschliche Freiheit in weite Ferne rückt.“

    oder

    „Feministen bezeichnen das als relationale Autonmie (siehe: MacKenzie / Stoljar, 2000). Und genau das – und nicht z.B. Glück, Gesundheit, Wohlstand oder Kinder – betrachtet Sasche als so wichtig, so zentral für die menschliche Existenz, daß es sich lohnt, das gesamte Leben so umzubauen, daß eine maximale Abwesendheit von Werten das Geschlecht betreffend gesellschaftsweit erreicht wird. Was Sascha also wirklich versucht, ist Antifeministen und Maskulisten für diese Art metaphysischer Sinngebung menschlichen Handelns zu begeistern.“

    Fehlt hier ein Zwischenschritt in der Argumentation?

    „Jede menschenrechtliche und humanistische Bilanz würde tief in die roten Zahlen rutschen, würde man dem Feminismus die Hand reichen – zumal Menschen von einer Kritik an einer Ideologie ja auch nur höchst indirekt betroffen wären: Nur der Feminismus kann von Saschas Waffenstillstand profitieren – niemand sonst.“

    Auch gut:

    „Aber nur die Frauen ziehen tendentiell daraus den Schluß, daß die Aufgabe, das andere Geschlecht zu verstehen, durch die Beschreibung der Art und Weise, wie sie von männlicher Sexualität tangiert wird, im wesentlichen gelöst wird. Und letzteres kann nur eines bedeuten: Die Art, wie Frauen mit ihrer eigenen Sexualität umgehen, dominiert die Organisation ihrer anderen privaten Lebensbereiche. Für Männer hingegen gilt das genau nicht.“

    Sehr schön:

    „Daher ist es für Frauen verführerisch, ihr Verständnis von Männern auf deren Sexualität zu beschränken und insoweit Frauen Männlichkeit erfragen, sind sie schnell enttäuscht, wie langweilig das ganze Konzept ist und können nicht verstehen, wie man als Mann so wenig auf Männlichkeit bezogen so wenig anspruchsvoll in Bezug auf sich selbst so würdelos sein kann – was Männer in den Augen von Frauen stark entwertet, und sich auch auf die moralischen Positionen und Ansprüche auswirkt, die Männer nach Ansicht der Frauen zu Recht gegen die tradierte, fast schon absolutistische Macht der Frauen im Privaten geltend machen können.“

    Hat das Zeug zu einem Schlüsseltext.

    Ich muss los 🙂

    • @quellwerk

      „Fehlt hier ein Zwischenschritt in der Argumentation?“

      Ja.

      Daß das feministische Konzept relationaler Autonomie systematisch zurückgeführt werden kann auf eine Anwendung des atheistischen Existenzialmus von Sartre auf Geschlechter – was wir im wesentlichen Simone de Beauvoir zu verdanken haben – wäre separat zu zeigen.

      Ich bin ziemlich sicher, daß ich das hinkriege – demnächst auf diesem blog.

  2. […] Der Blog “Jungs und Mädchen” sezierte auch mit einer fundierten Analyse […]

  3. Sascha sagt:

    Lieber Elmar,

    ich fühle mich geehrt, wirklich, dass Du meinem Blogpost und unserer #WasAndersWäre-Aktion so viel Aufmerksamkeit, Gedanken und Lebenszeit widmest. Danke dafür.

    Du scheinst es sehr Ernst zu nehmen mit der Sprache, störst Dich, dass ich meinen Post mit „Zwischenbilanz“ überschrieben habe, die ich dann nicht liefere … vielleicht hätte ich so was wie ‚überraschende erste Eindrücke‘ drüber schreiben sollen, hätte das für Dich was geändert? Ich vermute mal, nein, weil Du auf sprachliche Genauigkeit nämlich nur dort Wert legst, wo es Dir in den Kram passt. Hier deshalb noch einmal der Einstieg in meinen Text im Wortlaut:

    „Wer hätte gedacht, dass sich Maskulisten und Antifeministen für unser Blogstöckchen interessieren? Dass sie es spannend finden, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, was anders wäre in ihrem Leben, wenn sie eine Frau wären. Schade, dass manche in ihren Antworten Häme und Stereotype von DER Frau und DEM Mann an sich verbreiten, denn genau in dem Punkt, nämlich bei der Frage „Durch welches Klischee fühlst du dich persönlich beeinträchtigt?“ sind sich (überraschend?) im Grunde alle einig.“

    Wie Du ausgehend von diesen paar Zeilen zu den folgenden Urteilen kommen konntest, ist mir so schleierhaft, dass ich nur Mutwilligkeit vermuten kann:

    „[…] verwundert es nicht, daß er zu Beginn seines postes Antifeministen und Maskulisten als stumpfe Egoisten hinstellt, bei denen man bass erstaunt sein müsse, daß sie sich überhaupt für Frauen interessieren. Damit werden Antifeministen mal wieder als Frauenhasser diffamiert […]“

    „Ebensowenig verwundert es, daß von ihm Antifeministin und Maskulisten wegen ihrer angeblichen Rede von “DER Frau” und “DEM Mann” gescholten werden – als könne man über Mengen von Personen gar nichts Wahres, Faires oder Moralisches sagen, weil das immer Geschlechterstereotypen reproduziere und man sich daher immer auf Individuen beschränken müsse.“

    „Wir sollten ihm diese einleitenden Diffamierungen daher nachsehen und nicht überbewerten.“

    Über Fairness und Respekt möchte ich hier gar nicht weiter eingehen, und natürlich bist Du frei in Deinen Meinungsäußerungen. Was mir aber fehlt ist Konsistenz, denn Deine Schlussfolgerungen sind weder sprachlich genau noch wissenschaftlich präzise, obwohl Dir Wissenschaftlichkeit wichtig zu sein scheint, belegst Du Deine Aussagen doch stets ausführlich, damit für andere nachvollziehbar wird, wie Du zu Deinen Urteilen kommst. Aber auch hier steckt der Teufel im Detail: Du führst zwar Christine Bauer-Jelinek und lightyear2000 als Belege an, allerdings für etwas, was ich Deiner eigenen Aussage nach ja gar nicht mache:

    „An diesem Kreuzzug gegen den Neoliberalismus nimmt Sascha jedoch nicht teil.“

    Aber schön, dass Du es mit trotzdem an den Kopf geworfen hast als impliziten Vorwurf.

    Schon in meiner Zwischenbilanz und auch jetzt geht es mir nicht darum, Recht zu haben. Recht haben in den allermeisten Fällen beide, auf ihre Weise, von ihrem Standpunkt her gedacht – die eine, einzige Wahrheit gibt es ohnehin nicht. Mich interessieren weniger Zahlen und Verhältnisse, mich interessieren mehr die einzelnen Menschen und ihre Geschichten. Ich stelle Fragen, weil mich die Antworten wirklich interessieren, jede einzelne, nicht um sie in einen Kontext, in einen ideologischen Überbau zu stecken, sondern um ihrer selbst willen.

    Mein Interesse und meine Herangehensweise ist also eher qualitativ als quantitativ, und so fiel mir das gemeinsame Leiden an Rollenklischees auf, wie ungerecht sie für jeden einzelnen sind, wie sehr sie unsere persönliche Freiheit einschränken. Und da sehe ich auch jetzt noch einen Ansatzpunkt, um einmal für einen kurzen Augenblick über die rechthaberischen Grabenkämpfe hinwegzukommen. Vielleicht können auch wir uns da treffen, irgendwo zwischen absoluten Meinungen, Recht und Unterstellung.

    Grüße von Sascha ‚Allie McBeal‘ Verlan

    http://ich-mach-mir-die-welt.de/2015/05/wasanderswaere-eine-zwischenbilanz/#comment-9434

    • Lieber Sascha,

      ich scheine dich enttäuscht zu haben, aber so sind wir Maskulisten nun einmal: Wir nehmen dieses kommische Ding mit der Wahrheit ernst und sie hat nun mal die Unart von den Worten abzuhängen, die dafür benutzt werden. Ich hatte gedacht, daß Feministen dafür Verständnis haben – muß aber offenbar nicht sein.

      Vermutlich hat es dich auch gewundert, daß dein Kommentar einfach so mir-nichts-dir-nichts erschienen ist. Denn auch das ist wahr: Bei uns Maskulisten dürfen alle reden und zwar auch dann, wenn sie nicht unsere Meinung vertreten, denn wir glauben fest daran, daß der Wettstreit der Ideen entschieden wird, indem man den Diskussionen alle Freiheiten gibt, anstatt sie in Ketten zu legen, wie die Feministen das tun.

      Deine Zwischenbilanz fand ich reichlich irreführend, daher habe ich ein wenig nachgebessert, das stört dich sicher nicht.

      „Du führst zwar Christine Bauer-Jelinek und lightyear2000 als Belege an, allerdings für etwas, was ich Deiner eigenen Aussage nach ja gar nicht mache:“

      Ich sehe leider deinen Punkt nicht ganz: Wie explizit geschrieben, unterscheidet ihr euch in eurem Aufruf nach Verbrüderung in der anvisierten Sache. Der Wunsch nach Schulterschluß mit den Maskulisten wird von euch geteilt. Darin liegt kein Vorwurf. Ich würde mich nur nie mit Feminsten zusammentun – aus Gründen.

      „Schon in meiner Zwischenbilanz und auch jetzt geht es mir nicht darum, Recht zu haben.“

      Schade, denn in Diskussionen geht es imimer und genau darum – wer recht hat. Niemand würde diskutieren, wenn es nicht um etwas gehen würde und das Ego aufzupolieren gehört bei Maskulisten nicht dazu. Denn Männer haben Probleme und wir Maskulisten möchten dazu beitragen, sie zu lösen. Zu was anderem kommen wir ganz selten.

      „Recht haben in den allermeisten Fällen beide, auf ihre Weise, von ihrem Standpunkt her gedacht“

      Ja, die feministische Standpunkttheorie ist mir bekannt, aber ich halte sie für falsch, da sie auf einem epistemischen Relativismus beruht, der sich nicht mal im Ansatz halten läßt. Insbesondere kann ich mir schwer vorstellen, dadurch ein wenig recht zu bekommen, daß ich überhaupt etwas behaupte – so wie du es offenbar siehst.

      „Mich interessieren weniger Zahlen und Verhältnisse“

      Das erstaunt mich, denn Kritiker an Rollenklischees gehen doch von einer soziologischen Konflikttheorie aus, nicht? Dein Feminismus ist sowas übrigens – sollte dich also nicht erstaunen.

      „mich interessieren mehr die einzelnen Menschen und ihre Geschichten“

      Dagegen ist nichts einzuwenden, doch ich sehe keinen Grund, warum man nicht zusätzlich aus der Menge der Geschichten lernen sollte.

      „wie ungerecht sie für jeden einzelnen sind, wie sehr sie unsere persönliche Freiheit einschränken.“

      Das ist ein interessanter und auch unter Maskulisten immer wiederkehrender Punkt: Mich haben immer die geradezu magischen Kräfte gewundert, die Feministen den Geschlecherstereotypen zuschreiben, vielleicht kannst du die Gelegenheit benutzen und mal die psychologische Wirkungsweise offenlegen, die diese Dinger deiner Meinung nach haben.

      Maskulisten gehen mit Geschlechterklischees viel entspannter um: Uns interessiert es mehr, wie die Leute darauf reagieren, wenn man gegen gegen sie verstößt. Das kann und muß man kritisieren, die Existenz von Klischees sind nicht wirklich ein Problem.

      „Vielleicht können auch wir uns da treffen, irgendwo zwischen absoluten Meinungen, Recht und Unterstellung.“

      Oh, wir können uns gerne unterhalten. Es müssen auch nicht unbedingt die Themen sein, die ich vorgeschlagen habe. 🙂

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