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Was ist humanistischer Antifeminismus?

„Antifeminismus“ bedeutet nichts anderes, als gegen Feminismus zu argumentieren. Aber Antifeminismus impliziert praktisch auch eine Position bzgl. Freiheit, Menschenwürde, Aufklärung und Poststrukturalismus. Entsprechend groß ist die allgemeine Unklarheit darüber, worin eigentlich die antifeministische Pointe besteht. Dieser Frage geht dieser post nach und kommt zu einer wenig überraschenden, umfassenden Rehabilitierung des Antifeminismus von einem analytischen Standpunkt aus, da sich Antifeminismus als Konsequenz des theoretischen Humanismus entpuppt. Mit Frauen aber hat dieser humanistische Antifeminismus überhaupt nichts zu tun.

Übersicht:


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tl;dr: Das PR-Problem des Antifeminismus besteht darin, daß er mit der Verweigerung einer vernunftgesteuerten Moralevolution auf eine kulturell höhere Stufe und einer Bejahung pleistozänischer Primitivität und dumpfer Triebhaftigkeit assozisiert wird. Damit wird das öffentliche Bild des Antifeminismus sehr viel mehr vom Bekenntnis zu traditionellen Geschlechterrollen gesteuert, als von einem Verständnis von Feminismus. Dieser post korrigiert das und unterscheidet den von den Linken zu politischen Zwecken eingeführten wüsten Antifeminismus von einem humanistischen Antifeminismus, der aus moralischen Gründen allein die feministische Theorie aufs Korn nimmt, gerade weil er sich einer auf positiver Freiheit beruhenden Menschenwürde verpflichtet fühlt.

I. Was war noch mal Feminismus?

Über diese Frage wird auf allen Seiten heftig gestritten. Der Kern jedes Feminismus geht jedoch auf nur vier basale Intuitionen zurück und ist seit den Zeiten des literarischen Feminismus von Simone de Beauvoir unverändert:

  • (0) Für Frauen bzw. für Weiblichkeit ist der Freiheitsskeptizismus und der harte Determinismus falsch.
  • (1) Das Geschlecht strukturiert die privaten Beziehungen und die Gesellschaft hierarchisch zu Ungunsten der Frauen. Die Befreiung der Frau ist daher die zentrale Aufgabe des Feminismus.
  • (2) Männliche Macht und Herrschaft beruhen auf einem Betrug, dessen Mittel die unberechtigte Abwertung alles Weiblichen ist.
  • (3) Es gibt ein objektiv richtiges und daher für alle verbindliches, moralisches Gebot, die Nachteile von Frauen zu beseitigen und die weibliche Befreiung zu fördern.

(0)-(3) führen die basalen Begriffe gerechter Ausgleich, Norm, Gleichheit, Macht und Objektifizierung implizit ein. Wenn man die sprachliche Bedeutung von (0) – (3) weiter entfaltet, dann gelangt man zu fünf Folgerungen:

  • (4) Der objektiv bestehende, moralische Notstand leidender Frauen berechtigt Frauen und Feministinnen zu einem Geschlechterrevanchismus.
  • (5) Die Art und Weise, als Frau zu leben, muß indirekt informativ sein in Bezug auf die existierenden Herrschaftsverhältnisse zwischen Männern und Frauen.
  • (6) Die objektiv gültigen, moralischen Ansprüche der Frauen auf Befreiung fallen in das politische Aufgabenfeld der Öffentlichkeit, denn das Geschlecht gibt nicht nur privaten Beziehungen Struktur, sondern auch der Gesellschaft.
  • (7) Feministische Theorie kann ohne das Korrektiv der feministischen Praxis und seiner Institutionalisierung, der feministischen Politik, niemals sinnvoll, legitim oder informativ sein.
  • (8) Frauen sind tragisch verstrickt in intransparente, soziale Beziehungen.

Nur optional, aber verbreitet ist die Forderung nach Geschlechtergleichheit. Das Feminismus-Verständnis wird nicht nur durch die Unübersichtlichkeit einer Vielzahl unscharfer Begriffe und Theoriestücke, sondern auch dadurch erschwert, daß sich die feministische Theorie in ihrer gesamten Geschichte nicht an die universitär übliche Bezeichnungsweise für akademische Disziplinen hält.

  • So bezeichnen z.B. „Radikalfeminismus“ oder „Differenzfeminismus“ nicht verschiedene Gattungen von Feminismus, sondern verschiedene und konkurrierende Antworten auf dieselbe, eine metaphysische Frage, wie man sich die geschlechterhierarchische Struktur der Gesellschaft erklären kann – eine Frage, die für jeden Feminismus relevant ist. Daher gibt es keinen Bedarf, herauszufinden, was z.B. Radikalfeminismus, Genderfeminismus und individualistischer Feminismus gemeinsam haben bzw. unterscheidet, um daraus eine brauchbare Feminismusdefinition abzuleiten: So ein Projekt wäre totaler Unsinn.

Doch leider ist genau das als Paradigma des Radikalfeminismus im linken Maskulismus ebenso populär wie falsch.

II. Antifeminismus von LINKS

Feministen haben sich selbst immer – sei es zu Recht oder zu Unrecht – als politisch links verstanden, denn sie teilen die traditionell linken Prioritäten einerseits von universeller Gleichheit vor Recht und Gesetz, die Ablehnung von Hierarchien und andererseits eines Ausgleichs zwischen Ungleichen mit einer zusätzlichen Privilegierung der Schwachen. Es ist daher nicht verwunderlich, daß sie historisch in linken Parteien deutlich mehr und früher Erfolg hatten als bei den rechten. Die Folge ist, daß sie das unter den Linken populäre Vokabular entscheidend geprägt haben: Feministen und Linke benutzen allein (2), um zu definieren, was Antifeminismus eigentlich bedeutet. Das macht Antifeminismus von LINKS zu einem ausschließlich normativen Begriff und erlaubt es den linken Maskulisten sich gegenüber Linken und Feministen als Anti-Antifeministen einzuschmeicheln.

  • Dazu gibt es historische Ausnahmen: Im Fall der freiheitlich-sozialistischen griechischen Schriftstellerin Lily Zografou, die einerseits patriarchatskritische Romane schrieb, sich aber andererseits selbst als “Antifeministin” bezeichnete, insofern sie Radikalfeminismus und Männerfeindlichkeit ablehnte.

Es ist klar, daß (2) für falsch zu halten, zu der irreführenden Interpretation einlädt, die Abwertung von Frauen zuzugeben, sie aber zu befürworten, was die Legitimation einer dem Mann untergeordneten Stellung der Frau sowie die Ablehnung von Frauenrechten nach sich zieht, falls man das Menschenrechtsverständnis von Simone de Beauvoir teilt, die der absurden Meinung war, Rechte würden nach dem Wert von Menschen vergeben.

  • Das macht es natürlich für Linke und Feministen einfach, die Vokabel „Antifeminist“ propagandistisch im Sinne der von ihr umworbenen, politischen Klientel zu mißbrauchen. Und auch simple Frauenhasser bezeichnen sich manchmal selbst als Antifeministen – was ebenso irreführend wie bedauerlich ist.

Andere, die sich selbst als Antifeministen bezeichnen, sind letztlich Konservative, die zwar die traditionellen Geschlechterrollen für beide Geschlechter befürworten, dabei aber Frauen im Rahmen ihrer ideologischen Weltsicht nicht per se einen minderwertigen Status zusprechen.

Wer daher das Wort “Antifeminismus” zum ersten Mal hört, denkt – wie diese feministische bloggerin – vermutlich erst mal an wilde und rohe, frauenverachtende Primitivlinge, die kleine Kinder essen und er glaubt wohl in eine moralische Diskussion einsteigen zu können, die mit dem Hinweis auf Menschenrechte so leicht zu gewinnen ist, daß es sich schon lohnt, aus der Niederwerfung des vermeindlichen Wüstlings eine rauschende show zu machen. Linke und Feministen sind sich daher darüber einig, das Antifeminismus moralisch inakzeptabel ist und linke Maskulisten schließen daraus, daß nicht nur die Position des Antifeminismus, sondern auch das label selbst verbrannt und es zu verwenden, politisch äußerst schädlich ist.

Ich werde dieses Verständnis von Antifeminismus von Links in Zukunft auch einfach den wüsten Antifeminismus nennen. Er ist keineswegs alternativlos: Die Mär vom wüsten Antifeminismus ist im Grunde fast schon eine Gute-Nacht-Geschichte für Linke und es gibt so viele wichtige Gründe für Antifeminismus, daß LINKS zu sein, schon kein Kompliment mehr sein kann. Sehen wir uns einige dieser Gründe genauer an.

III. Menschenwürde und Humanismus

Man erhält natürlich immer einen Antifeminismus im buchstäblichen Sinne, wenn man (0)-(8) in irgendeiner Weise und aus systematischen Gründen heraus bestreitet oder eine vom Feminismus in gravierender Weise abweichende Meinung zu einer der bereits beschriebenen topics maskulistischer Theorie entwickelt. Doch Antifeminismus auf die eine oder andere Weise zu definieren, hieße, seine eigentliche Pointe zu verpassen, denn es gibt ein basales Motiv, gegen den oben beschriebenen Feminismus zu argumentieren – unabhängig davon, wie er realisiert ist.

Um dieses Motiv zu entwickeln, versuchen wir zunächst den Begriff der Menschenwürde zu bestimmen und gehen dazu von einer sehr basalen Annahme aus, der – und das ist entscheidend – der obige Feminismus wegen (2) voll zustimmt:

  • (9) Demütigungen und Verletzungen der Selbstachtung von Menschen sind moralisch verboten [1, 2, 3, 4].

Als nächstes fällt auf, daß Personen zwar gedemütigt werden können, sich aber deshalb nicht gedemütigt fühlen müssen. Dies könnte z.B. dadurch eintreten, daß der Gedemütigte meint, die Demütigung gerechterweise als Buße verdient zu haben und ertragen zu müssen. Da auch die Umkehrung gilt, können wir nur definieren:

  • (10) Eine Demütigung geschieht durch jede Handlung, die einer Person einen Grund gibt, sich in ihrer Selbstachtung verletzt zu sehen – was die Demütigung zu einem objektiven, ethischen Sachverhalt macht, die auf einen Grund, nicht aber auf eine Ursache zurückgeht.

Denn eine solche Demütigung kann u.a. dadurch vollzogen werden, daß grundlegende Rechte einer Person verletzt werden wie z.B. in dem Fall, in dem eine Mutter dem Vater ihres Kindes dieses Kind entfremdet oder eine Frau einem Mann gegen seinen Willen ein Kind anhängt. Doch solche Demütigungen können auch durch Entmündigungen vorgenommen werden, indem man Menschen die Verantwortung für die Abwägung ihrer eigenen handlungsleitenden Gründe abnimmt, entzieht oder nicht zugesteht, so daß sie sich selbst nicht mehr als eigenständig Handelnde einschätzen. In beiden Fällen hängt das Eintreten des Selbstachtungsverlustes davon ab, daß für den Gedemütigten eine Erklärung verfügbar ist, inwiefern ihm Rechte oder Selbstverantwortung vorenthalten werden. Folglich:

  • (11) Wird unter Benutzung einer Erklärung, der Angabe eines Grundes, absichtlich verletzt oder entzogen, was zu den unabdingbaren Voraussetzungen eines selbstbestimmten Lebens gehört derart, daß die Selbstachtung verletzt wird, dann ist auch die Würde der Person als Mensch verletzt. Und die Demütigung ist nur eine unter vielen Möglichkeiten, die Menschenwürde zu verletzen.

Denn die Verletzung der Menschenwürde – und nicht nur die Verletzung von Menschenrechten – bedroht den Status eines Menschen als Person im Sinne eines Gravitationszentrum sozialer Zusammenhänge aufgrund seiner Rolle als freier, selbstverantwortlicher und selbstbestimmter Akteur. Schließlich werden Rechte dadurch zu Menschenrechten, daß sie genau diese Rolle eines Menschen, seine Möglichkeit als dramatisches Zentrum von Entscheidungen, aufzutreten, sichern. Und es ist gewißermaßen nur die andere Seite der Medaille, daß die Forderung nach der Unverletzlichkeit der Menschenwürde als Maxime bei der Begründung der Menschenrechte auftritt.

Das moralische Verbot, die Menschenwürde zu verletzen, als moralisches Verbot, die Selbstachtung von Menschen zu verletzen, auszubuchstabieren, zieht aber auch erhebliche begriffliche Konsequenzen nach sich:

  • (12) Denn zum Einen beruhen Selbstachtungsverletzungen auf einem positiven Freiheitsbegriff, einer Freiheit zu etwas, und zwar präzise derjenigen, Gründe selbst abzuwägen, diese handlungswirksam werden zu lassen und damit letztlich natürlich auch aktiv zu handeln: Das moralische Verbot, die Menschenwürde zu verletzen, schützt damit auch individuelle Gestaltungsrechte von Personen und beschränkt sich nicht auf einen negativen Freiheitsbegriff, d.h. auf die Freiheit, etwas abzuwehren.
  • (13) Zum Anderen wurde durch die Explikation von Menschwürde via Selbstachtung in (11) implizit ein ethisch neutraler, theoretischer Humanismus formuliert. Er lautet: Menschliche Freiheit ist die Fähigkeit, Gründe einzusehen, selbst abzuwägen und der eigenen Abwägung zufolge auch zu handeln. Freiheit wird damit ausgeübt, insofern Rationalität demonstriert wird dadurch, daß eine eigene Handlungserklärung für das selbst kontrollierte Verhalten gegeben wird. Alle Menschen können gar nicht anders, als sich selbst als Wesen zu verstehen, die ihr Handeln an Gründen ausrichten.

Aus (9), (11), (12) und (13) folgt damit die systematische Pointe dieses Abschnitts:

  • (14) Wenn es zum Moralerbe der Menschheit gehört, daß zum Verlust der Selbstachtung führende Demütigungen moralisch verboten sind, dann beruht dies auf der Unverletzlichkeit einer Menschenrechte begründenden Menschenwürde, die Menschen einen theoretischen Humanismus zugesteht, nach dem sie frei sind, aufgrund selbstgewählter Gründe zu handeln und nicht bloß in Reaktionen äußeren Ursachen zu folgen.

Es ist offensichtlich, daß (10) nach weiteren ethischen Kriterien verlangt, zu entscheiden, ob eine Demütigung oder eine andere Verletzung der Selbstachtung vorliegt: Eine nur gefühlte Verletzung der Menschenwürde muß noch lange nicht real vorliegen. Darüber hinaus wird in (14) ein positiver Freiheitsbegriff benutzt, der sich in einem ethischen Humanismus niederschlägt:

  • (15) Die Ausübung der Autonomie, die Realisation der Freiheit verleiht dem Menschen seine Würde, denn der Mensch ist nicht determiniert und daher nach bestimmten Kriterien moralisch verantwortlich für sein Handeln. Ohne Freiheit gibt es keine Verantwortung. Die Gründe des Handelns lassen sich nicht naturalisieren, d.h. sie sind in keinem Sinne Ursachen des Handelns. Und wäre das menschliche Handeln durch Anderes als durch Gründe dominiert, dann wäre dieses Andere nicht gegeben, bzw. dessen Bedingungen nicht erfüllt.

Das Wesentliche an (15) ist, daß der ethische Humanismus das Moralerbe der Menschheit, d.h. alles was wir an normativen Einstellungen und moralischen Gewohnheiten haben, Anteilnahme, Empathie, Verurteilung, Bestrafung, Bedauern, Schuld, Vergebung, Dankbarkeit etc., de facto durchdringt und strukturiert. Und das ist ein guter Grund, den ethischen Humanismus vorläufig zu akzeptieren.

Damit sind (11), (12), (13), (14) und (15) natürlich nicht abschließend begründet, denn dafür würde man wenigstens eine solide Argumentation zur Sicherung des positiven Freiheitsbegriffes benötigen. Letzteres muß aber auf einen anderen post verschoben werden. Wir leiten nun das zentrale, ethische Motiv für Antifeminismus her.

IV. Humanistischer Antifeminismus

Der Kniff ist folgender: Wenn der Feminismus (9) zustimmt, dann er müßte auch den theoretischen und den ethischen Humanismus akzeptieren – was er aber aufgrund seines existentialistischen Freiheitsbegriffs nicht tun kann. Damit jedoch nimmt sich der Feminismus selbst letztlich die Möglichkeit, dem Verbot der Verletzung der Menschenwürde zu genügen. Die somit moralisch gebotene Korrektur des Freiheitsbegriffes wird gerade durch den humanistischen Antifeminismus durchgeführt. Das gesuchte humanistische Motiv zum Antifeminismus erhalten wir daher schon dann, wenn wir zeigen, daß der Freiheitsbegriff des Feminismus stärker ist, als der in (14) benutzte und daß er mit (14) inkompatibel ist – here we go:

  • i) Sartre verstand den entscheidenden Wesenskern des Menschen, seine Freiheit als Wahlmöglichkeit, als Möglichkeit von Personen, dem eigenen Leben jederzeit eine völlig neue Deutung und eine radikale Wendung geben und sich dabei von seiner Biographie jederzeit komplett psychologisch lösen zu können, indem der Mensch die Abwägung seiner Handlungsgründen oder diese selbst einfach austauscht.
  • ii) Genau dies ist von der feministischen Auffassung der Selbstbestimmung als Theorie relationaler Autonomie übernommen worden, die faktische Beeinträchtigungen dieser existentialistischen Wahlfreiheit aufs Korn nimmt, indem sie zusätzlich – wie Sartre auch – behauptet, daß die eigene Freiheit nicht anders als über eine geeignete Mitwirkung anderer Menschen realisierbar sei.
  • iii) Das feministische Freiheitsverständnis einer bedingungsfreien Wahl kollidiert aber gerade mit dem Gebot der Unverletzlichkeit der Menschwürde: Denn es gehört zu den Gestaltungsrechten anderer Menschen, die ebenfalls vom Gebot der Unverletzlichkeit der Menschwürde verbürgt werden, seinen Mitmenschen gute Gründe zum Handeln zu geben. Dies ist nach (13) keine Freiheitsbeschränkung und damit keine Verletzung der Menschwürde nach (14). Damit ist der in (14) benutzte Freiheitsbegriff schwächer als der vom atheistischen Existentialismus an den Feminismus vererbte.
  • iv) Im Gegenteil: Es liegt intuitiv offenbar eine gute Portion Achtung vor einer Person darin, daß wir ihr nicht mehr als gute Gründe für eine Entscheidung geben und dann darauf vertrauen, daß sie sich davon auch motivieren läßt.
  • v) Und last not least besteht Freiheit nicht darin, etwas zu tun, wozu man weder Grund, noch Anlaß oder Motiv hat, denn genau dann versteht der Handelnde selbst nicht, wofür er sich da angeblich zu ungeheuer frei entscheidet. Sogar Sartre würde sagen, daß ein Mensch auf diese Weise keine Zukunft hat – was aber in Sartres Existentialismus ebenfalls wesentlich für Menschen ist.

Insgesamt kann man sagen, daß Freiheit, verstanden als Streuerung der Handlungsgründe, nicht dadurch verloren geht, daß diese Steuerung ihre Grenzen, Tücken oder Mühen hat. Und nur darauf kommt es hier an. Damit ist die Konstruktion des gesuchten Motivs abgeschlossen und es folgt die konditionale Existenzbehauptung des humanistischen Antifeminismus:

Nehmen wir einmal an, ein positiver Freiheitsbegriff für Menschen wäre haltbar. Dann gilt: Weil in einem vorangegangen Artikel gezeigt werden konnte, daß die konzeptionelle Achillesferse jedes Feminismus

  • (16) in der theoretischen Unsicherheit darüber besteht, wie personale Autonomie mit den sozialen Beziehungen der Freiheit beanspruchenden Person zusammenhängt, welche äußeren Einflüsse als beschränkend und welche als Voraussetzungen der Ausübung gradueller Selbstbestimmung angesehen werden müssen,

muß es eine der Menschenwürde aus (11) verpflichtete Theorie geben, die in Verfolgung des theoretischen Humanismus aus (13) und des ethischen Humanismus in (15) nachzuweisen versucht, daß der Feminismus infolge seines Freiheitsbegriffs menschenunwürdig und damit unmoralisch ist.

  • (17) Wir nennen diese Theorie den humanistischen Antifeminismus.

Offensichtlich folgt aus (17) sofort, daß kein Widerspruch in der Annahme besteht, als humanistischer Antifeminist den hier geschilderten, theoretischen Antifeminismus konsistent zu verfolgen und sich als Humanist für die Selbstbestimmung der Frauen einzusetzen oder diese für wichtig und wünschenswert zu halten:

  • (18) Humanistischer Antifeminismus ist menschen- und damit frauenfreundlich.

Die Methoden eines humanistischen Antifeminismus aus (10) und (11) müssen aber aufklärerisch sein, denn die Menschenwürde aus (11) hängt direkt von einer epistemische Kontrolle eines Menschen über seine Handlungsgründe ab. Mit anderen Worten:

  • (19) Humanistischer Antifeminismus ohne Aufklärung ist leer.

Damit ist jeder humanistische Antifeminismus aus begrifflichen Gründen zugleich anti-poststrukturalistisch und versucht, gegen die Postmoderne eine Lanze für das überwunden geglaubte Paradigma der Moderne zu brechen – eine ideengeschichtliche Pointe, die nichts mit Maskulismus oder maskulistischer Theorie zu tun haben kann.

  • (20) Biologisten, die große begriffliche Probleme zu haben, nicht konservativ zu sein, geraten ebenso leicht in den Verdacht, Antifeministen zu sein, wie man Antifeministen verdächtigt, Biologisten zu sein. Doch humanistische Antifeministen sind Aufklärer, Biologisten hingegen treibt die metaphysikgeschwängerte Sehnsucht an, dem Feminismus in Sachen Frauen-Verstehen naturwissenschaftliche Konkurrenz zu machen.

Auch der ethische Humanismus in (15) hat Konsequenzen für den humanistischen Antifeminismus aus (17) – und zwar in politischer Hinsicht.

1) Die erste politische Aufgabe:

Denn der Geschlechterrevanchismus beruht nur auf einer unplausiblen Vermutung und ist daher erstens ungerecht und zweitens gesellschaftszerstörerisch, da er den Rachedurst auf beiden Seiten des Geschlechterkonfliktes nur noch mehr anstachelt. Die erste Intention des humanistischen Antifeminismus ist der Geschlechterfrieden.

2) Die zweite politische Aufgabe:

  • (22) Widerstand gegen das von Feministen geförderte Totschweigen der gesellschaftlichen und sozialen Benachteiligungen der Männer.

Die zweite Intention des humanistischen Antifeminimus lautet: Allen Menschen soll es besser gehen – nicht nur Frauen. Daß Feminismus sich nur für Frauen, aber nicht für Männer interessiert, werfen Maskulisten den Feministen nicht vor. Daß sie aber aus Gier und Mißgunst verhindern möchten, die Lage der Männer zu verbessern, spricht jeder selbsternannten Bewegung moralgesteuerter Kulturevolution Hohn.

3) Die dritte politische Aufgabe:

  • (23) Widerstand gegen die vom Feminismus geförderte und praktizierte Misandrie.

Seine dritte Intention teilt der humanistische Antifeminimus mit dem linken Maskulismus: Antisexismus – womit im Antifeminismus nur die Ablehnung der Chancengleichheit, der Rechtsgleichheit und der geschlechtsspezifischen Vorurteile gemeint ist. Gleichstellung ist kein antifeministischer Begriff.

4) Die vierte politische Aufgabe:

  • (24) Widerstand gegen eine unkooperative Gesellschaft.

Dieser Intention nach ist humanistischer Antifeminismus pazifistisch, weil er auf der Überzeugung gründet, daß eine Gesellschaft nur in Frieden existieren kann, wenn die Menschen Willens sind, zu kooperieren. Und der vom Feminismus künstlich herbeigeredete Geschlechterkampf ist mit diesem Ziel unverträglich.

V. Fazit:

Die Pointe dieses posts besteht darin, daß der aufklärerische, humanistische Antifeminismus moralisch richtig ist, weil Feminismus nicht dem Gebot der Unverletzlichkeit der Menschenwürde genügen kann. Denn weil der Feminismus einen falschen Freiheitsbegriff verwendet, deckt er demütigende Entmündigungen aller Menschen durch Bestreiten von Gestaltungsrechten. Der humanistische Antifeminismus impliziert nicht den Anti-Radikalfeminismus des Paradigmas des Radikalfeminismus wie es vom Linken Maskulismus verfochten wird.

Wenn wir nun diesen und den letzten post so zusammenfassen, daß der humanistischer Antifeminismus den – normativ neutralen – theoretischen Antifeminismus in sein Selbstverständnis aufnimmt, dann gibt es keinen Grund, warum die PR des Antifeminismus so schlecht ist:

Humanistischer Antifeminismus …

… ist gegen: … ist nicht: … handelt von: … handelt nicht von:
 Feminismus  parteipolitisch  Freiheit  Frauen
 Antirealismus  maskulistisch  Autonomie  Männern
 Sozialkonstruktivismus  biologistisch  Aufklärung  Geschlechterrollen
 Konflikttheorie  religiös  Relativismus  Männlichkeit
 Postdemokratie  Paternalismus  sexuellen Vorlieben
 Poststrukturalismus  Determinismus  Rassismus
 Sprachidealismus  Pazifismus  Antisemitismus
 Metaphysik  scientific realism  Faschismus
 Humanismus

und positioniert sich politisch so: Humanistischer Antifeminismus …

… ist für: … ist gegen:
 Libertarismus  Geschlechterrevanchismus
 Geschlechterkooperation  Misandrie / Misogynie
 Antisexismus  Sexismus
 Menschenwürde  Demütigung

today’s video:


16 Kommentare

  1. quellwerk sagt:

    Beindruckend, wie sich der Umfang der von dir verwendeten Begriffe, ihre Abgrenzung, deren Bezug und der sichere Umgang mit ihnen bei dir entwickelt hat. Leider zieht eine berufliche Änderung bei mir zu viel Aufmerksamkeit ab, um den Analysen deiner posts angemessen zu begegnen.

    Der anti-humanistische Freiheitsbegriff Sartres als Quelle des relationalen feministischen Freiheitsbegriffs ist nach meiner Einschätzung richtig. Man sollte hier noch hinzufügen, dass Sartre (wie später auch Foucault) im Alter zum Humanismus tendierte. Dies kann man als Hinwendung zur Metaphysik auffassen, denn den Menschen als Inbegriff der Würde aufzufassen, weil er die Freiheit seines Handelns durch Gründe positiv gestaltet, welche auch seinen Mitmenschen einsichtig sein sollen, hat die Grundbegriffe der Freiheit und Notwendigkeit als Voraussetzung. Diese Begriffe waren schon immer Gegenstand der Philosophie und der Religion. Du lehnst diese beiden Verhaltensweisen zu diesen Grundbegriffen ab, weil daraus Metaphysik entstünde. Gegen die Irrationalität der Metaphysik tritt die Aufklärung an, zu der sich wiederum der Humanismus bekennt. Ich persönlich glaube, dass jede Überzeugung metaphysische Grundlagen hat und tendiere dazu, sie offenzulegen, als sie aus dem Blick zu nehmen. Metaphysische Sichtweisen tendieren zum Dogmatismus und versuchen die Aufklärung zu beschneiden. Bei der strukturale Analyse Deichmohles wird Metaphysik zur Kultur. Deichmohles Ansatz ist insofern aufklärerisch, weil er Kultur evolutionsbiologisch nachzeichnet und rationalisiert, aber gleichzeitig nicht-aufklärerisch, weil er echte Kultur dem bewussten Zugriff entzieht und Voraussetzungen zur ihre Instantiierung schaffen möchte, damit sie unbewusst (positiv) wirken kann. Aber das ist kein wesentlicher Punkt, weil der Humanismus die Metaphysik ablehnen mag, aber einem Metaphysiker den Zutritt zu seiner Weltsicht aus humanistischen Gründen nicht verweigern wird.
    Relevanter ist deine Ablehnung der Beschäftigung mit Geschlechterrollen. Der Grundgedanke ist wohl der, dass die Organisation der Gesellschaft nicht als durch Geschlechterrollen gedacht werden soll, weil dieser Ansatz den Sexismus des Feminismus ermöglicht. Die Ausblendung von Geschlechterrollen ist meiner Ansicht nach nicht antifeministisch, weil hier das Postulat ausgesprochen wird, Geschlechterrollen seien mäßig relevant für die Organisation von Gesellschaft. Dieser Beweis muss erst geführt werden und es spricht vieles gegen diese Annahme, weil der Antifeminismus selbst nur aufgrund der Geschlechterrollen existiert. Wenn das Geschlechterverhältnis im Gegenteil ein grundlegender Bestandteil der Organisation von Reproduktion und Gesellschaft sein sollte, müsste der Antifeminismus dessen Bedeutung innerhalb des Ganzen bestimmen. Ich plädiere für eine positive Bestimmung von Geschlecht und dessen Wechselspiel mit der humanistischen Würde des Menschen. Feminismus lehnt Humanismus ab, weil dessen Freiheitsgendanke zur Autonomie und Verantwortung führt. Diese Tendenz zur Ablehnung verpflichtender Freiheit ist als eigenständiger Faktor zu nehmen. Ein Humanismus kann diese Tendenz verachten, wird aber folgenlos bleiben, wenn er sie nicht verstehend integriert. Ein antifeministischer Humanismus muss die Grundtatsachen feministischer Intuitionen einbeziehen, d.h. sie anerkennen, ihnen aber eine andere Bedeutung geben.
    Insgesamt halte ich Ansätze, wie von dir vorgeführt, für das einzige aussichtsreiche Vorgehen. Wie müssen die Konzepte vom Mensch, Freiheit und Notwendigkeit, Determinismus und Zufälligkeit definiert und zueinander in relative Stellung gebracht werden, so dass sie der unausgesprochenen Meinung der „Eliten“ (also alle die, die sich Gedanken machen) treffen, damit sie sich daraus bedienen und die ausgeleierte feministische Sicht mit guten Gründen entsorgen können. Je mehr und je widersprüchlichere Konzepte integriert werden, umso besser. Ob diese Neujustierung aus metaphysischer oder aufklärerischer Perspektive geschieht ist nebensächlich, weil der Aufklärer immer verdächtigt wird, mit impliziten Grundannahmen zu arbeiten und der Metaphysiker von sich glaubt, dass seine Sicht die Menschen aufklärt.

    • @quellwerk

      „Man sollte hier noch hinzufügen, dass Sartre (wie später auch Foucault) im Alter zum Humanismus tendierte.“

      Bei Sartre scheint mir das ziemlich klar dran zu liegen, weil er auch die menschlichen Beziehungen analysierte und eine etwas seltsame Abhängigkeit der personalen Identität von reflexiver Selbsterkenntnis via sozialer Erfahrung propagierte. Obwohl Sartre nicht den Substanzdualismus von Descartes übernahm, war die personale Identität in ihrem Sein abhängig von Erkanntwerden seiner selbst abhängig und letzteres kann nur gelingen, wenn man erkennt, als welche Eigenschaften einem von außen zugeschrieben werden. Inwiefern das rational rekonstruierbar ist, muß ich erst noch herausfinden.

      Von Foucault weiß ich leider noch zu wenig, denn ich beschäftige mich im Moment nur mit seiner Machtanalyse.

      „Dies kann man als Hinwendung zur Metaphysik auffassen“

      Ja, definitiv: Sartre war hinsichtlich des Personsein Antirealist und das kann man schon als metaphysische Position auffassen.

      „denn den Menschen als Inbegriff der Würde aufzufassen, weil er die Freiheit seines Handelns durch Gründe positiv gestaltet, welche auch seinen Mitmenschen einsichtig sein sollen, hat die Grundbegriffe der Freiheit und Notwendigkeit als Voraussetzung.“

      Bei der Freiheit bin ich mir da sicher, bei der Notwendigkeit nicht so, da dies ein modaler Begriff ist.

      Ich schulde Deichmohle übrigens noch eine Buchrezension, nur – diese ersten Entwicklungsschritte des analytischen Maskulismus mußten vorgehen.

      „Du lehnst diese beiden Verhaltensweisen zu diesen Grundbegriffen ab, weil daraus Metaphysik entstünde.“

      Das Problem an Humanismus ist, daß im immer auch was gegen die Naturalisierung von Handlungsgründen hat, i.e. von diesem Standpunkt aus sind Handlungsgründe niemals Handlungsursachen. Das ist schon eine gewisse Tendenz zum Antirealismus.

      Was ist aber gerne hätte, kann man durchaus als Naturalisierung der Person bezeichnen, aber ich habe im Moment noch keine Ahnung, wie ich den Antirealismus dieses Humanismus überwinden kann.

      „Relevanter ist deine Ablehnung der Beschäftigung mit Geschlechterrollen. Der Grundgedanke ist wohl der, dass die Organisation der Gesellschaft nicht als durch Geschlechterrollen gedacht werden soll, weil dieser Ansatz den Sexismus des Feminismus ermöglicht.“

      Ich lehne das gar nicht ab, mich damit zu beschäftigen, aber ich bin noch nicht der Meinung, im Moment was Kluges dazu sagen zu können.
      Das Problem an Geschlechterrollen scheint mir auch weniger darin zu bestehen, daß sie da sind oder benutzt werden, sondern was passiert, wenn man davon abweicht.

      „Feminismus lehnt Humanismus ab, weil dessen Freiheitsgendanke zur Autonomie und Verantwortung führt.“

      Meine These ist eher, daß Feminismus Humanismus aufgrund seines Geschlechterrevanchismusses ablehnt und diese Ablehnung kommt der hypoagency der traditionellen, weiblichen Geschlechterrolle sehr entgegen.

      „Wie müssen die Konzepte vom Mensch, Freiheit und Notwendigkeit, Determinismus und Zufälligkeit definiert und zueinander in relative Stellung gebracht werden, so dass sie der unausgesprochenen Meinung der „Eliten“ (also alle die, die sich Gedanken machen) treffen, damit sie sich daraus bedienen und die ausgeleierte feministische Sicht mit guten Gründen entsorgen können. “

      Ja, das ist der Plan.

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  5. […] Die Rolle der Menschenwürde im analytischen Humanismus war bisher bestimmt worden, indem es mit einem grundlegenden Demütigungsverbot in Zusammenhang gebracht wurde. Durchbrechungen des Demütigungsverbotes zeigen sich fast immer in einem Selbstachtungsverlust. […]

  6. […] Die unverlierbare Menschenwürde wurzelt in dem zum Moralerbe der Menschheit gehörenden Demütigungsverbot und erzeugt den theoretischen sowie den ethischen Humanismus: Freiheit ist Handeln aus Gründen […]

  7. […] analytische Humanismus ist normativer Natur, da er aus einem simplen Demütigungsverbot als zentralem Teil des menschlichen Moralerbes abgeleitet wird, dem im Grunde alle, Maskulisten wie Feministen, […]

  8. […] moralischer Anker zu schwach und gibt als bloßes Verbot der relativen Ungleichbehandlung nicht mal das Demütigungsverbot […]

  9. […] Lobby und ihre Klientel die feministische Praxis langfristig unterstützen. In diesem Sinne hat humanistischer Antifeminismus durchaus einen anti-neo-liberalen […]

  10. […] Grund dafür liegt in den zur Begründung des analytischen Humanismus herangezogenen Verbote der Demütigung und der Verletzung der Selbstachtung. Denn sowas können nur Menschen empfinden, nicht soziale Klassen, die bekanntlich nur Konstrukte […]

  11. […] Denn weil sie die Menschenwürde als aus einem Demütigungsverbot ableiten, verstehen sie Menschenrechte als unverbrüchliche Ansprüche, ein Leben in Würde zu führen, so […]

  12. […] Kernelemente des aus dem Demütigungsverbot abgeleiteten analytischen Humanismus sind […]

  13. […] Der analytische Humanismus hat bisher nur die soziale Würde aufzubieten, die aus dem Verbot der Verletzung der Selbstachtung […]

  14. […] analytische Humanismus ist normativer Natur, da er aus einem simplen Demütigungsverbot als zentralem Teil des menschlichen Moralerbes abgeleitet wird, dem im Grunde alle, Maskulisten wie Feministen, […]

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