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Politischer Biologismus, Computer-Biologismus und Anti-Queer-Biologismus

Nachdem EvoChris endlich zugegeben hat, worauf es ihm ankommt und djadmoros eine Rezension zu Kutschera gemacht hat, ist es dringend notwendig, die gebräuchliche Redeweise über Biologismus zu differenzieren.

1) Was wir in der manosphere in Gestalt von AllesEvolution bereits haben, ist eine Form von Biologismus, die die Nähe zur evolutionären Psychologie sucht. Daher ist sein entscheidendes Element die Vorstellung von Gehirn und Geist als eines evolutionär entstandenen, biologischen Computers, auf dem erstens nicht alle Programme laufen können und zweitens die biologische hardware bestimmte mentale Eigenschaften und Tendenzen präferiert.

Ich taufe das jetzt mal „Computer-Biologismus„:

  • Der Computer-Biologismus ist diametral jedem Humanismus entgegen gesetzt, denn er hat im Grunde keine Ahnung vom Treiben der Geschlechter in der sozialen Sphäre.
  • Feministen haben den Computer-Biologismus eigentlich nicht so richtig auf dem Schirm. Sie verstehen seine Pointe nicht und es interessiert sie auch nicht.

2) Wogegen sich Kutschera wendet, ist – neben den Gender Studies – die im Queer-Feminismus verbreitete Vorstellung, daß sexuelle Vorlieben und Geschlecht frei gewählt werden können und sowieso beides irgendwie zusammenfällt, so daß durch sexuelle Vorlieben eigenständige Ethnien gegründet werden. Das nennen die Femininisten der queerfeministischen Variante ebenfalls Biologismus und er ist ihnen in erheblicher Weise ein Dorn im Auge.

Ich taufe das „Anti-Queer-Biologismus„.

  • Der Computer-Biologismus impliziert den Anti-Queer-Biologismus, aber nicht umgekehrt.
  • Der analytische Humanismus, der auf diesem blog entwickelt wird, hat mit dem Anti-Queer-Biologismus überhaupt kein Problem.

3) Darüber hinaus gibt eine Variante des Biologismus, die mit dem Turiner Professor der Gerichtsmedizin und Psychiatrie Cesare Lombroso im 19. Jhr. begann. Lombroso hatte die Vermutung, daß man Verbrecher an ihren biologischen Merkmalen erkennen könnte. Insbesondere war Lombroso kein Freund der Vorstellung eines freien Willen – für den literatischen Feminismus, den Simone des Beauvoir aus Sartres Existenzialismus speziell für Frauen herausgedrechselt hat, ist das eine Zumutung. Lombrosos Ideen kamen später als biologischer Determinismus wieder in verschiedenen Formen u.a. als nazistische Rassenbiologie oder z.B. bei Arthur Jensen, der 1969 einen Artikel im Harvard Educational Review, vol. 30, pp.1-123 publizierte, in dem er behauptete, daß Schwarze aus genetischen Gründen weniger intelligent seinen als Weiße: Alle wissenschaftlichen Tests sprächen dafür, das Offensichtliche könne vernünftigerweise nicht geleugnet werden und sei ja auch nicht schlimm, denn der Neger könne ja schließlich gar nichts dafür.

Ich taufe das „politischer Biologismus„.

  • Beim politischen Biologismus bekommt der durchschnittliche Feminist Schaum vor dem Mund und er gilt als rechtsradikal und unmoralisch.
  • Offensichtlich hat der politische Biologismus nichts zu tun mit dem Computer-Biologismus oder dem Anti-Queer-Biologismus.
  • Politischer Biologismus ist mit jedem Humanismus unverträglich.

Daß diese verschiedenen Versionen von Biologismus von den in der Regel etwas unterbelichteten Feministen nicht auseinander gehalten und alle Maskulisten für Biologisten gehalten werden, scheint mir eine einleuchtende Quelle der üblichen, feministische Diffamierung aller Männerrechtler als rechtsradikal zu sein.


6 Kommentare

  1. […] Daniel Dennett den ersten ernstzunehmen, nicht-reduktiven Physikalismus der Geschichte, in dem für Computerbiologismus (kurz: Biologismus) kein Platz mehr, für Humanismus hingegen mehr als genug Luft zum Atmen […]

  2. […] Projekte – die Verhaltenspsychologie und der Computerbiologismus (kurz: Biologismus) – und liegen aber im […]

  3. […] Theorie und keine wie immer geartete Verlängerung der Neurobiologie ist. Das zeigt, daß der Computerbiologismus von unseren psychischen Phänomenen im Alltag nicht die leiseste Ahnung […]

  4. […] sich in der manosphäre inzwischen auf dem Rückzug befindende Computerbiologismus vertritt einen methodologischen Individualismus in der Alltagspsychologie. Das bedeutet, daß […]

  5. […] überholten und irreführenden metaphysischen Fragestellung nach der Natur des Mentalen beruhen: Computerbiologismus teilt in diesem Sinne das Schicksal der veralteten Phlogistontheorie, die später von der […]

  6. […] wie erwartet, steht der ohnehin zirkulär argumentierende Computerbiologismus diesen Phänomenen komplett hilf- und sprachlos gegenüber, weil er das ontologische Paradigma des […]

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