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Dennett’s Physikalismus: Theorie der Rationalität

Dieser post referiert die Rolle des Rationalitätsbegriffs – frühere Philosophen sprachen von Vernunft – den Daniel Dennett einerseits in der Theorie der Verhaltenserklärung und andererseits in der Alltagspsychologie verwurzelt sieht. Damit wird ein erster Schritt gemacht, um das Verhältnis des vom analytischen Humanismus benötigten nicht-reduktiven Physikalismus zu dem von ihm abgelehnten Biologismus zu bestimmen. Im nächsten post wird das Thema weiterverfolgt, indem Dennett’s Ansichten zur Verhaltensforschung und zur Evolutionstheorie diskutiert werden.

Übersicht:


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reminder: Die analytische Philosophie des Geistes ist von zwei Überzeugungen geprägt, von

  • i) der Ablehnung des Dualismus Substanzdualismus, der eine ontologische Differenz zwischen mentalen und physikalischen Entitäten behauptet, als schlechte Metaphysik und
  • ii) der Akzeptanz des physikalischen Weltbildes.

Die Konjunktion von i) und ii) nennt man materialistischen Monismus, der prinzipiell drei bereits auf diesem blog diskutierten Optionen hinsichtlich des Verhältnisses von Körper und Geist zuläßt:

Bei der Frage, welcher Ansatz Erfolg verspricht, kommt zwei unterschiedlichen Fragen eine zentrale Rolle zu:

  • a) Ist die Alltagspsychologie eine empirisch-normative Theorie zur Charakterisierung von Personen oder eine naive Beschreibung der zerebralen Funktionen? Im ersten Fall ist Reduktionismus oder Eliminativismus und damit Biologismus unmöglich und Humanismus aufgrund einer konzeptionell unabhängigen Alltagspsychologie möglich. Im zweiten Fall ist es genau anders herum (Bogdan 1991, Greenwood 1991).
  • b) Sind die Erklärungen intentionalen Verhaltens kausaler Natur? Der Biologismus bejaht dies und muß sich daher mit der Frage der kausalen Wirksamkeit von Wünschen und Überzeugungen stellen, dem Problem der kausalen Wirksamkeit des Mentalen. In Regel bemerken die Biologisten diese Bürde ihrer eigenen Theorie gar nicht. Lehnt man aber den kausalen Charakter von Handlungserklärungen ab – wie dies der analytische Humanismus tut – dann bleibt nur die Option, Handlungserklärungen eine Rolle beim Rationalisieren des Verhaltens zuzuschreiben. Denn rationalisierende Gründe sind keine Ursachen, die unabhängig von jeder Vernünfigkeit bestehen oder eben nicht bestehen: Mentale Zustände werden in Handlungserklärungen immer unter der Annahme von habitueller und lokaler Rationalität individuiert und klassifiziert.

Rationalität ist aber aufgrund ihres normativen Charakters funktional verschieden von Kausalität und stellt sich daher einer Reduktion des Mentalen auf Physikalisches in systematischer Weise entgegen.

  • Rationalität ist etwas, was der Computerbiologismus nicht braucht, da die Scharlatane des Biologie-Populismus sich nicht vorstellen können, daß Menschen in systematischer Weise den kausal determinierenden Kräften des zerebralen Geschehens und damit in mehr als in geringfügiger und zufälliger Weise entwischen können.

In dem auf Daniel Dennett zurückgehenden, nicht-reduktiven Physikalismus spielt sie jedoch eine entscheidende Rolle innerhalb der intentionalen Einstellung gegenüber einem System, deren Konsequenzen wir jetzt nachgehen werden.

I. Interpretationen komplexer Systeme

Dennetts zentrales Werkzeug der Verhaltensanalyse ist bekanntlich das Konzept der Einstellung gegenüber einem komplexen System:

  • physikalische Einstellung: Welche physikalischen Komponenten hat das komplexe System und nach welchen Naturgesetzen erzeugt ihre Interaktion das Systemverhalten? Alle Ereignisse in der Welt können prinzipiell mit der physikalischen Einstellung beschrieben werden und einer kausalen Erklärung zugeführt werden, die physikalische Einstellung ist immer möglich. Man nennt diese These Materialismus. Der Materialismus kann jedoch nicht alle Fragen beantworten wie z.B. der nach dem Zweck eines Ereignisses. Dafür benötigt man die funktionale Einstellung, sie ist daher keineswegs bloß optional.
  • funktionale Einstellung: Welche Funktionen erfüllen die Systemkomponenten bei der Erzeugung des Systemsverhaltens? Diese Einstellung wird benutzt, wenn es darum geht, das Verhalten des Systems aufgrund des Zwecks seiner Komponenten vorherzusagen, die Details der physikalischen Einstellung werden hierbei vernachlässigt und die Biologen sind mit dieser Einstellung recht weit gekommen, Lebewesen zu verstehen. Mit dieser Strategie bedienen wir offfenbar Computer oder Wecker, und wir sind erfolgreich, wenn wir den design-Zweck des Systems erkannt haben, so daß keine Bedienungsfehler vorkommen und das System keine Fehlfunktion hat. Alle Erklärungen und Prognosen, die in dieser Einstellung vom komplexen System gegeben werden, sind funktionaler Art.
  • intentionale Einstellung: Über welche Informationen muß ein System verfügen, um rationalerweise gewisse Ziele und Zwecke verfolgen zu können? Diese Rationalität wird beurteilt, indem wir dem komplexen System Wünsche und Überzeugungen zuschreiben, die wir ihrerseits benutzen, um vorherzusagen, daß sich das komplexe System danach verhalten werde (Dennett 1987, p.17).

Wer eine Naturalisierung des Geistes verlangt, muß genau begründen, warum er dabei mehr als blanken Materialismus zulassen will. Im Fall der funktionalen Einstellung ist das schwieriger, als man denkt, denn Dennett vertritt bzgl. der typisch biologischen Herangehensweise an das Verhalten von Lebewesen i.e. an komplexe Systeme zwei Thesen:

  • (1) Die intentionale Einstellung ist unvermeidlich.
  • (2) Die funktionale Einstellung setzt die intentionale Einstellung voraus.

Belegen wir diese beiden Thesen in gewohnter Reihenfolge.

Dennett sieht durchaus die Notwendigkeit, die Legitimität des Gebrauchs der intentionalen Einstellung zu begründen, und ihre Anwendung nicht allein dem Pragmatismus oder mangelnder Information über komplexe Systeme zu überlassen. Denn die intentionale Einstellung scheint im Grunde immer möglich zu sein, obwohl sie z.B. im Fall von fließendem Wasser oder Proteinfaltungen wenig Nutzen bringt. Wer meint, einem Schachcomputer gegenüber könne man spielend die physikalische oder funktionale Einstellung hegen, um seine Schachzüge zu erklären, da es sich um künstlich erschaffene Systeme handelt, deren Fähigkeiten programmiert sind, der hat Dennett allerdings so gar nicht verstanden. Denn laut Dennett hindert uns bereits die Komplexität des Schachcomputers daran, die wirklich ablaufenden physikalischen Vorgänge oder die wirklich seriell abgearbeiteten Anweisungen der software nachzuvollziehen (Dennett 1971, p.164). Wer daher wirklich Wissen über die Züge, das Verhalten eines Schachcompters generieren will, der kommt an der intentionalen Perspektive nicht vorbei.

Insbesondere bei Personen aber scheint die intentionale Einstellung unvermeidlich zu sein:

  • (3) Um das zu zeigen, stellt er sich einen superintelligenten Marsmenschen vor, der beansprucht, das menschliche Verhalten in physikalischer Einstellung erklären zu können (Dennett 1981, pp.23-25). Doch was diesem Marsmenschen Dennett zufolge dabei entgehen würde, ist, daß es verschiedene Realisationen derselben Handlung geben kann: Trinke ich Tee, kann ich die Tasse auf verschiedenen Bahnen, den Trajektorien, zum Mund führen, kaufe ich etwas, kann ich das in verschiedener Stimmlage tun. Dem Marsmenschen würde also in physikalischer Einstellung etwas Wesentliches entgehen: die Muster in all dem intentionalen Verhalten.

Es ist daher unumgänglich, anzunehmen, daß auch Dennett in (3) den hier entwickelten, humanistischen Unterschied zwischen Handlungen und Körperbewegungen kennt und ausnutzt: Seiner Ansicht nach sind Handlungen keine Ereignisse, denn dieselbe Handlung kann durch verschiedene Körperbewegungen realisiert sein. Dennetts Idee ist also: in der intentionalen Einstellung erklären wir etwas anderes, als es die physikalische Einstellung je erklären könnte – z.B. Handlungen, minimal expliziert als wiedererkennbares Muster unter allen möglichen Körperbewegungen.

  • (4) Aber auch die funktionale Einstellung kann nicht leisten, was die intentionale Einstellung bietet: Denn wenn Handlungen als Handlungen auch in funktionaler Einstellung erklärt werden könnten, dann wäre die Alltagspsychologie nicht mehr als ein praktisches Instrument und intentionale Zustände wären reine Fiktionen, so daß seine Theorie wieder reduktiv werden würde. Und die reduktiven Ansätze zur Erklärung der mentalen Phänomene sind ja bekanntlich bereits gescheitert. Mit anderen Worten: Die Annahme, Handlungen könnten unabhängig von der intentionalen Einstellung als Handlungen erklärt werden, erzeugt in jedem Fall falsche Implikationen (Dennett 1991).

Doch inwiefern könnte die funktionale Einstellung die intentionale Einstellung voraussetzen? Dennett (Dennett 1987) streitet nicht ab, daß jede Übernahme der intentionalen Einstellung eine bestimmte funktionale Interpretation des komplexen Systems voraussetzt. Doch andererseits wären wir ohne eine Verhaltensinterpretation in intentionaler Einstellung  nicht in der Lage, die konkreten Funktionen eines Systems zu klassifizieren:

  • i) Denn nur in intentionaler Einstellung kann man Aussagen darüber treffen, welcher Art ein bestimmter mentaler Zustand ist z.B. Wahrnehmung, Wunsch, Überzeugung.
  • ii) Und nur in intentionaler Einstellung können wir einem klassifizierten, mentalen Zustand einen konkreten repräsentationalen Gehalt zuordnen: Einem von einem Freßfeind angegriffenen Tier können wir nur in intentionaler Einstellung mehr als die Wahrnehmung eines sih nähernden Tieres, nämlich den Angriff eines Freßfeindes zuschreiben und daraufhin die Überzeugung, fliehen zu müssen, um seinem Wunsch nachzukommen, nicht gefressen zu werden.

Also: Ohne die intentionale Einstellung wüßten wir erstens gar nicht, welche Funktionen wir einem komplexen System in funktionaler Einstellung zuordnen sollten. Und zweitens könnten wir auch keine konkreten Untersuchungen auswählen, um nach den Kausalrelationen zwischen den funktionalen Zuständen des komplexen Systems zu suchen – die funktionale Einstellung wäre einfach nicht durchführbar. Wenn Dennett recht hat, dann folgen zwei wichtige Ergebnisse:

  • (5) Der Biologismus ist mit jeden eliminativen Materialismus unvereinbar.
  • (6) Der Biologismus möchte die bisherige und ihm unverständliche Alltagspsychologie gerne loswerden. Doch um eine biologische Erklärung auf der funktionalen Ebene erfolgreich durchführen zu können, kann er genau das nicht tun.

In der Praxis können wir daher voraussagen, daß die biologischen Experimente des Biologismus und die biologistische Dateninterpretation fehlgeleitet sind, weil bereits die unvermeidlichen, alltagspsychologischen Hintergrundannahmen nicht richtig gemacht wurden.

In Dennett 1987 wird das Problem der Rationalität, die in der intentionalen Einstellung eine zentrale Rolle spielt, weiter verfolgt und seine Ansichten sind deshalb interessant, weil Dennett quasi als Erfinder des antibiologistischen, nicht-reduktiven Physikalismus direkt Stellung nimmt zur Verhaltensbiologie und zur Evolutionstheorie.

II. Das Paradigma der Rationalität

Dennetts intentionale Einstellung besteht aus einer Rationalitätsunterstellung und Zuschreibungsregeln mentaler Zustände. Letztere bilden die Grundausstattung eines iterativen Verfahrens und lauten wie folgt:

  • (7) belief rule: Schreibe dem komplexen System alle wahren Meinungen zu, die relevant sind für die bisher dokumentierten Interessen oder die Wünsche eines Systems (Dennett 1987, p.18).
  • (8) Jedes komplexe System hat die und nur diejenigen Überzeugungen, die es angesichts der Tatsachen auch haben sollte (Dennett 1987, p.19).
  • (9) desire rule: Jedes komplexe System hat diejenigen Wünsche, die es haben sollte (Dennett 1987, p.20).
  • (10) desire-belief-rule A: Schreibe jedem System Wünsche nach all dem zu, von dem das System selbst glaubt, daß sie gut für es sind (Dennett 1987, p.20).
  • (11) desire-belief-rule B: Schreibe jedem System Wünsche nach all dem zu, von dem das System selbst glaubt, daß es die besten Mittel für seine anderen Wünsche sind (Dennett 1987, p.20).
  • (12) rationality-rule: Nehme für jedes komplexe System zunächst eine perfekte Rationalität an und korrigiere im Einzelfall „nach unten“, falls es dafür konkrete Hinweise gibt (Dennett 1987, p.21).

Sprachfähigkeit ist bei (7)-(11) noch irrelevant. Bei (8) ist sich Dennett klar darüber, daß wahre Überzeugungen nicht immer auch evolutionär gesehen am nützlichsten sind. Bei (9) nennt Dennett als Beispiele wie Überleben, Abwesendheit von Schmerz, Nahrung, Bequemlichkeit und Fortpflanzung. Die Anwendung dieses Verfahren soll durch erfolgreiche Verhaltensprognosen legitimiert werden.

Rationalität und intentionale Einstellung bilden nach Dennett’s schwachem, intentionalen Realismus zentrale Orientierungspunkte einer Alltagspsychologie, die als empirisch-normative Theorie zur Charakterisierung von Personen zum Teil aus rein pragmatischen Regeln und zum Teil aus impliziten Theoremen über Mentales besteht, deren Anwendung eine soziale Komptenz ist und die nicht in irgendeinem Sinne zerebrale Prozesse widerspiegelt. Daher ist die Rede von mentalen Zuständen grundsätzlich revisionsfähig, aber auch revisionbedürftig ist (Dennett 1987, p.55): Denn einerseits gehören mentale Zustände als Handlungsgründe ins ontologisch neutrale Paradigma der Rationalität, andererseits sind sie als Inventar der Alltagspsychologie dem wissenschaftlichen Realismus unterworfen und insofern sie wirklich existieren schreiben wir ihnen auch kausale Rollen bei der Erzeugung von Handlungen zu.

  • Dieses Postulat kausaler Rollen, daß ebenfalls Teil der intentionalen Einstellung ist, darf natürlich nicht mit den natürlichen Kausalrelationen durcheinander gebracht werden, denen die zerebralen Prozesse und Ereignisse folgen.

Daß die Kausalität der zerebralen Zustände zu den kausalen Beziehungen aus der alltagspsychologischen Selbstwahrnehmung nicht isomorph ist, ist natürlich ein systematisches Problem und Anlaß für viele Irrtümer und Täuschungen. Insbesondere lassen sich minimale Dosierungen von Epiphänomenalismus im Alltag daher nicht vermeiden. Laut Dennett ist es deshalb die Aufgabe der Theoretiker, hier Abhilfe zu schaffen. Zu diesem Zweck schlägt Dennett vor, die Alltagspsychologie in zwei Theorien aufzuspalten (Dennett 1987, p.58ff).

  • die pure intentional system theory (IST): Ihr Inventar sind die hier schon mehrfach (1, 2, 3, 4, 5, 6, 7) thematisierten intentionalen Zustände, die allein mit Hilfe der Rationalitätsvermutung das für die selbstwahrgenommene Personalität nötige mentale Selbstverständnis in der intentionalen Einstellung konstituiert. Kausale Rollen intentionaler Zustände werden hier nicht thematisiert.
  • die sub-personal-cognitive-psychology (SPCP): Sie beschäftigt sich mit der Realisierung der unterhalb der Selbstwahrnehmungsschwelle liegenden mentalen Zustände im Gehirn und ihrer kausalen Rollen. Die Zustände der SPCP werden nicht aus der intentionalen Einstellung, sondern mit Hilfe der Naturwissenschaften z.B. Psychologie oder cognitive science erforscht. Auch die Kommunikationswissenschaft, die Wissenschaft der Propaganda, arbeitet auf diesem Gebiet.

Für das Verständnis des Biologismus ist das Verhältnis von IST und Evolutionstheorie interessant. Dennett’s Thesen hierzu sind intensiv diskutiert worden, insbesondere von Paul Churchland und Stephen Stich. Im nächsten post werde ich diese über 10 Jahre andauernde Diskussion weiter verfolgen.


8 Kommentare

  1. pingpong sagt:

    Elmar, ich bin meist gespannt und neugierig wenn ein neuer Text von dir erscheint, und ich fange an ihn zu lesen. Leider habe ich nach wenigen Zeilen das Gefühl nichts zu verstehen und ich gebe auf. Das ist schade, denn ich denke du hast etwas wichtiges zu sagen. Lass mich kurz erklären, was mir Probleme bereitet.

    Die analytische Philosophie des Geistes ist von zwei Überzeugungen geprägt, von

    i) der Ablehnung des Dualismus, der eine ontologische Differenz zwischen mentalen und physikalischen Entitäten behauptet, als schlechte Metaphysik und

    Es gibt eine Dualismus, dieser hat etwas mit ontologischen Differenzen zwischen mentalen und physikalischen Entitäten zu tun. Der Dualismus wird abgelehnt. Das klingt kompliziert und ich bin mir nicht sicher was man unter diesem „Dualismus“ welcher abgelehnt wird, verstehen soll. Ok, zum Glück ist
    „Ablehnung des Dualismus“ verlinkt mit https://jungsundmaedchen.wordpress.com/2016/04/15/warum-analytische-philosophie-des-geistes-antibiologistisch-sein-mus/, also schaue ich dorthin. Der Artikel enthält jedoch das Wort „Dualismus“ nicht. Auch „mentale Entitäten“ oder „physikalische Entitäten“ findet man nicht (was soll man sich darunter vorstellen?). Es ist mir nicht klar, was i) eigentlich bedeuten soll.

    ii) der Akzeptanz des physikalischen Weltbildes.

    Das erscheint mir ziemlich einleuchtend und gewissermaßen alternativlos. Die physikalische Welt ist wie sie ist. Ich sehe nicht, wie irgendetwas unter der Voraussetzung dies nicht zu akzeptieren, möglich sein soll. Es ist gewissermaßen eine 1=1 Aussage. Jedoch scheint es wichtig zu sein, dass man diese Überzeugung teilt. Mir ist nicht klar, warum.

    Die Konjunktion von i) und ii) nennt man materialistischen Monismus, der prinzipiell drei bereits auf diesem blog diskutierten Optionen hinsichtlich des Verhältnisses von Körper und Geist zuläßt:

    Wenn man i) und ii) vereint, erhält man etwas neues, genannt „materialistischer Monismus“. Weshalb ist das wichtig? ii) erscheint mir fraglos, wenn man nicht dem Irrsinn die Tür öffnen will. Erhält man also den „materialistischen Monismus“ auch wenn man (nur) Überzeugung i) hat? Ergibt sich aus der Verbindung von i) und ii) etwas substantiell neues, ein Erkenntnisgewinn? Warum sollte man i) und ii) überhaupt vereinen?

    Warum lässt dieses Ding, von dem ich nicht genau weiß was es ist und wieso es wichtig ist, prinzipiell 3 Optionen zu? „Prinzipiell“ bedeutet „grundsätzlich, fundamental, immer, wesentlich“. Gibt es also neben diesen 3 prinzipiellen Optionen noch andere, oder ist „prinzipiell“ in einem ausschließenden Sinn (genau diese 3 fundamentalen, nicht mehr und nicht weniger) gemeint? Warum geht es jetzt um das Verhältnis zwischen Körper und Geist? Mir scheint, es hat etwas mit i) zu tun, dort wird die Überzeugung vertreten es gäbe keine wesensmäßige Differenz zwischen mentalen Entitäten (=Geist?) und physikalischen Entitäten (=Körper?) Wozu braucht man jetzt Optionen hinsichtlich eines Verhältnisses von dem in i) eine wesensmäßige Gleichheit behauptet wird? Mir scheint „wesenmäßige Gleichheit“ ist als Charakterisierung eines Verhältnisses bereits recht stark, ich sehe nicht wie und warum hier zusätzliche Optionen wichtig sind bzw. einen Erkenntnisgewinn bringen können.

    Es folgen also die 3 Optionen, gut.

    Bei der Frage, welcher Ansatz Erfolg verspricht, kommt zwei unterschiedlichen Fragen eine zentrale Rolle zu:

    Woher kommt die Frage welcher Ansatz Erfolg verspricht, was ist damit gemeint? Welcher Erfolg? Geht es um die zuvor genannten Optionen? Warum stellt sich die Frage? In welchem Sinn kann eine Option Erfolg haben? Erfolg im Sinne von „Ist wahr, richtig“, im Sinne von „bringt Erkenntnisgewinn“, im Sinne von „hilft Problem x besser zu verstehen bzw. zu lösen“… Das alles ist mir nicht klar.

    An dieser Stelle höre ich dann zu lesen auf. Es ist mir nicht klar worauf du hinaus willst, warum das alles wichtig ist, wie die einzelnen Dinge zusammenhängen. Dazu kommt eine m.M.n. komplizierte Sprache (ontologisch, Entität, Konjunktion), welche mal hierhin, mal dorthin schaut, dies und das erwähnt und mir als Leser ist nicht klar wohin die Reise gehen soll. ein Beispiel, warum ist es wichtig dass die 3 Optionen bereits auf diesem Blog diskutiert wurden? Dieser eingeschobene Nebensatz führt dazu, dass der Satzbau noch komplizierter wird, was ein Verständnis des ohnehin (für mich) sehr anspruchsvollen Themas zusätzlich erschwert.

    • Danke, für die Rückmeldung, ich werde versuchen, zu lernen und dir zu helfen:

      „Der Artikel enthält jedoch das Wort „Dualismus“ nicht. Auch „mentale Entitäten“ oder „physikalische Entitäten“ findet man nicht (was soll man sich darunter vorstellen?). Es ist mir nicht klar, was i) eigentlich bedeuten soll“

      Ich hatte gedacht, daß man „Dualismus in der Philosophie des Geistes“ selbst nachschauen kann bei Tante wiki oder so etwas. Was dann natürlich als Nächstes interessiert, sind die Konsequenzen dieser Ablehnung. Diese Konsequenzen lassen sich gerade dadurch illustrieren, daß man den Übergang von einer ontologischen zu einer epistemischen Sichtweise des Körper-Geist-Problems schildert: Denn Dualismus heißt, daß Physisches und Mentales jeweils für sich und unabhängig von einander existiert und auch Wirkungen entfaltet Ablehnung des Dualismus bedeutet, daß man den Status des Mentalen von „selbstänsdig existierendes Teil“ zu „facon de parler“ ändert, die eingeführt wurde, um etwas zu erkennen und zu verstehen. Und diesen Übergang schildert der post zu dem link ausführlich inklusive aller Konsequenzen.

      Ich werde in Zukunft meine links anders setzen, mit so einer Benutzung habe ich nicht gerechnet.

      „Die physikalische Welt ist wie sie ist. Ich sehe nicht, wie irgendetwas unter der Voraussetzung dies nicht zu akzeptieren, möglich sein soll.“

      Im Grunde ist das ein Bekenntnis zu einer umfassenden Naturalisierungsforderung: Nur die Naturwissenschaften können uns sagen, wie die Welt wirklich beschaffen ist und was immer wir sonst über die Welt und ihre Kräfte oder Phänomene muß ich – wenigstens irgendwann – in Zusammenhang bringen lassen mit der physikalischen Welt. Es gibt folglich weder von der Physik unabhängig existierende Welten, die von Zahlen oder abstrakten Begriffen, Ideen oder psychischen Vorstellungen bevölkert werden und die Vernunft ist auch ein weltumspannendes Prinzip, daß neben den natürlichen Kausalkräften eigene Wirkungen entfalten könnte.

      Ich habe hier schon oft über Naturalisierung berichtet. Vielleicht reicht das aber nicht aus, und ich werde ein eigenes Glossar anlegen, damit ich auf wiederkehrende Begriffe in meinen post verlinken kann. Für Feminismus und Co. habe ich das bereits gemacht:

      https://jungsundmaedchen.wordpress.com/glossary/geschlechterdefinitionen/

      „Weshalb ist das wichtig?“

      Ich rechne damit, daß die Leute versuchen, meine posts in die bereits existierende Literatur einzuordnen. Solche Hinweise wie „materialistischer Monismus“ sind in dabei in der Regel äußerst nützlich.

      „Erhält man also den „materialistischen Monismus“ auch wenn man (nur) Überzeugung i) hat?“

      Nein. Konjnktion bedeutet „logisches UND“.

      „Ergibt sich aus der Verbindung von i) und ii) etwas substantiell neues, ein Erkenntnisgewinn?“

      Ja. Denn wenn man nur den Dualismus ablehnt, dann könnte man ja auch behaupten, daß die physikalische Welt nicht existiere und nur Einbildung und Vorstellung sei. So was ist in der Tat schon einigen Idealisten wie Berkeley gemacht worden.

      „Warum sollte man i) und ii) überhaupt vereinen?“

      Weil man damit klar macht, daß man die Welt entzaubern möchte und das verbleiben von Rätseln nicht akzepiert. Man möchte, daß alles mit rechten Dingen zugeht und empirisch nachprüfbar ist.

      All dies habe ich schon mal in früheren post gesagt. Es ist immer eine Art Gradwanderung, sich zu entscheiden, mit Wiederholungen zu langweilen oder den Leser allein zu lassen. Seit den letzten 4-5 post bemühe ich mich schon, einige Sachen zu wiederholen und noch mal anders zu formulieren.

      Reicht aber offenbar noch nicht.

      „Warum lässt dieses Ding, von dem ich nicht genau weiß was es ist und wieso es wichtig ist, prinzipiell 3 Optionen zu?“

      Prinzipiell d.h. im wesentlichen, d.h. geringe Variationen der folgenden Standpunkte vernachlässigend, werden deshalb 3 Optionen zugelassen, weil die Behauptungen

      „Es gibt das Mentale nicht und die Rede davon ist unverständlich oder überflüssig.“ (Eliminativismus)
      „Es gibt mentale Phänomene, aber sie lassen sich restlos auf Physisches zurückführen.“ (Reduktionismus)
      „Es gibt mentale Phänomene, die sich nicht DIREKT auf Physisches zurückführen lassen.“ (Nicht-Reduktionismus)

      so ziemlich den Raum aller logischen Möglichkeiten ausschöpfen, wie man es in Bezug auf die mentalen Phänomene mit rechten Dingen zugehen lassen kann.

      „Warum geht es jetzt um das Verhältnis zwischen Körper und Geist?“

      Das war angekündigt. Der erste Satz beginnt mit „Die analytische Philosophie des Geistes ist von zwei Überzeugungen geprägt“.

      „Woher kommt die Frage welcher Ansatz Erfolg verspricht, was ist damit gemeint? Welcher Erfolg?“

      Das sogenannte Körper-Geist-Problem betrifft den Zusammenhang und das Problem der Erzeugung des Geistes und aller mentalen Phänomene. Es zu lösen, ist der Erfolg. Er liegt vor, wenn wir erklären können, wie das Gehirn den Geist erzeugt.

      „Geht es um die zuvor genannten Optionen?“

      Ja, denn offenbar sind Eliminativismus, Reduktionismus und Nicht-Reduktionismus jeweils Strategien, um die Frage des Zusammenhang von Gehirn und Geist zu beantworten.

      „Warum stellt sich die Frage?“

      Weil man den Geist und alle mentalen Phänomene naturalisieren möchte. Und das möchte man, weil man wirklich im Detail verstehen möchte, wie die Sache funktioniert. Das aber ist garantiert, wenn wir letztlich naturwissenschafliche Tatsachen und Methoden dafür einsetzen.

      Fortsetzung folgt.

      Hat dir das erst mal weitergeholfen?

      • pingpong sagt:

        Ich habe ein bisschen auf wiki umhergelesen, das hilft mir die Begriffe zu verstehen, danke für den Hinweis. Hätte ich tatsächlich auch von slebst drauf kommen können, sorry.

        Denn Dualismus heißt, daß Physisches und Mentales jeweils für sich und unabhängig von einander existiert und auch Wirkungen entfaltet

        Lt. wiki bedeutet Dualismus dass alles was ist (Ontologie) in 2 unterschiedliche Dinge zerfällt. Ich sehe nicht, wo die von dir behauptete Unabhängigkeit zwischen physischem und mentalem Teil des Dualismus ist. Wiki meint:

        Als ontologischer Dualismus werden philosophische Positionen bezeichnet […] die beschreiben, ob und wie Wechselwirkungen zwischen diesen Arten möglich sind.

        Wenn ich das was auf wiki steht richtig verstehe, dann beschäftigen sich dualistische Positionen explizit mit der Frage ob und wie Interaktionen und Wechselwirkungen zwischen physikalischen und mentalen funktionieren, also ob und wie der Geist den Körper beeinflusst und umgekehrt. Vielleicht kannst du erklären, wie deine Position „jeweils für sich und unabhängig voneinander existieren (!) und wirken (!)“ dazu passt?

        Im Grunde ist das [Akzeptanz des physikalischen Weltbildes] ein Bekenntnis zu einer umfassenden Naturalisierungsforderung: Nur die Naturwissenschaften können uns sagen, wie die Welt wirklich beschaffen ist

        Vielleicht verstehen wir etwas unterschiedliches unter „Akzeptanz des physikalischen Weltbildes“. Kannst du kurz erläutern was du darunter verstehst? Ich verstehe darunter: In dem Raum in dem ich mich aufhalte steht ein Tisch. Dieser hat eine physikalische Ausdehnung und gewisse Eigenschaften, z.b. tut mir der Fuß weh wenn ich dagegen trete weil der Tisch hart ist. Akzeptanz der physikalischen Welt bedeutet, dass ich das anerkenne. Die Alternative wäre, es nicht anzuerkennen, also zu verneinen dass in dem Raum ein Tisch steht. Das geht spätestens in dem Moment schief, wo ich dorthin gehen will wo der Tisch ist. Dann befinde ich mich mit meiner Nicht-Akzeptanz der physikalischen Welt (Der Tisch existiert nicht bzw. hat andere Eigenschaften als er hat etc.) im Widerspruch. Es ist klar, zu wessen Gunsten dieser Widerspruch sich auflösen muss. Insofern meinte ich, die Akzeptanz der physikalischen Welt steht außer Frage. Sie ist wie sie ist.
        Wie sich daraus ein „ein Bekenntnis zu einer umfassenden Naturalisierungsforderung“ ergibt, ist mir nicht klar. Die beiden Standpunkte „Der Tisch existiert“ und „Es gibt Dinge die die Naturwissenschaften nicht erklären können“ schließen sich nicht aus. Warum sollten sie?

        Nein. Konjnktion bedeutet „logisches UND“.

        Es geht hier aber um Überzeugungen und Positionen, nicht um Aussagenlogik. Das Ergebnis einer aussagenlogischen Verknüpfung ist einer der beiden Wahrheitswerte „wahr“ oder „falsch“. Dies trifft auf deine „Konjunktion von i) und ii)“ offensichtlich nicht zu, das Ergebnis davon ist nicht „wahr“ oder „falsch“, sondern etwas „was man materialistischen Monismus nennt“. Das sind philosophische, metaphysische Fragen. Aus wiki:

        Von formalen, innerlogischen Fragen klar unterschieden sind außerlogische Fragen: Solche nach der Nützlichkeit (Anwendbarkeit) einzelner Systeme für einen bestimmten Zweck und solche nach dem philosophischen, speziell metaphysischen Status einzelner Systeme.

        Deine Verwendung von „Konjunktion“ in diesem m.M.n.unpassenden Kontext trägt zum schwierigen Verständnis des Textes bei, ich habe das oben bereits erwähnt.

        „Ergibt sich aus der Verbindung von i) und ii) etwas substantiell neues, ein Erkenntnisgewinn?“

        Ja. Denn wenn man nur den Dualismus ablehnt, dann könnte man ja auch behaupten, daß die physikalische Welt nicht existiere und nur Einbildung und Vorstellung sei. So was ist in der Tat schon einigen Idealisten wie Berkeley gemacht worden.

        Wo ist da der Erkenntnisgewinn, die neue Einsicht? Du sagst: „Wenn man ii) [Akzeptanz des physikalischen Weltbildes] nicht bejaht, dann könnte man behaupten dass die Welt nicht exisitiert“. Nun ja, das stimmt. Die Frage war aber, was der Erkenntnisgewinn aus Verbindung von i) und ii) ist. Beispielsweise: Was ist der Erkenntnisgewinn aus der Verbindung der beiden Überzeugungen a) Die Gravitation auf der Erde hat eine Kraft von soundso und b) Beton ist härter als Äpfel. Die Antwort „Wenn man a) ablehnt dann könnte man auch mit einem Sprung zum Mond fliegen“ beantwortet diese Frage nicht. Eine Antwort, die einem neue Erkenntnis verschafft wäre beispielsweise: „Das bedeutet, wenn man einen Apfel aus einer Höhe von soundso fallen lässt, dann wird er zermatscht.“

        Weil man damit klar macht, daß man die Welt entzaubern möchte und das verbleiben von Rätseln nicht akzepiert. Man möchte, daß alles mit rechten Dingen zugeht und empirisch nachprüfbar ist.

        Das ist gut verständlich und einleuchtend. Warum kann das nicht so in dem Artikel stehen? Das würde fürs Verständnis worum es dir geht unglaublich hilfreich sein!

        „Warum geht es jetzt um das Verhältnis zwischen Körper und Geist?“

        Das war angekündigt. Der erste Satz beginnt mit „Die analytische Philosophie des Geistes ist von zwei Überzeugungen geprägt“.

        Ok, wenn das Thema dieses posts „Verhältnis von Körper und Geist“ ist, wozu dann das ganze Brimborium? Könnte man nicht einfach beginnen mit „Bei der Diskussion über das Verhältnis von Körper und Geist spielen die folgenden 2 Fragen eine wichtige Rolle“. Das wäre aus meiner Sicht wesentlich einfacher zu verstehen, man weiß dann worum es dir geht.

        Wir diskutieren hier über nicht einmal die ersten 10 Zeilen deines posts. Es mag durchaus sein dass ich einige Begrifflichkeiten nicht verstehe und mir der Background fehlt. Wenn aber bereits wenige Sätze eine so großen Erklärungsbedarf/Diskussionsanstoß haben, dann ist es m.M.n. nicht von der Hand zu weisen dass hier ein systematisches Problem vorliegt.
        Mir fällt öfters auf, wenn du in Kommentaren erklärst was dein Anliegen ist und Argumente vorbringst, dann ist das wesentlich einfacher zu verstehen als deine Artikel hier im Blog. Vielleicht wäre es eine gute Strategie, die Verständlichkeit die du beim Kommentarschreiben hast auch in deine Artikel zu übernehmen. Bei den Artikeln bin ich nach wenigen Zeilen verloren, bei deinen Kommentaren verwendest du mehr „Alltagssprache“ (ich weiß nicht wie ich das sonst ausdrücken soll). Dies erleichtert das Verständnis enorm.

        • „Lt. wiki bedeutet Dualismus dass alles was ist (Ontologie) in 2 unterschiedliche Dinge zerfällt.“

          Dualismus bedeutet in den verschiedenen philosophischen Subdisziplinen etwas Unterschiedliches – ein Phänomen, das man häufiger trifft. Hier geht es um den Dualismus, den Descartes sich ausgedacht hat:


          https://www.uni-bielefeld.de/philosophie/personen/nimtz/Vorlesungen/10S%20VLGeist%202%20Substanzdualismus.pdf

          „Wiki meint:“

          Das ist hier irreführend, weil diese Textstelle für Dualismus im allgemeinen gilt.

          „Wenn ich das was auf wiki steht richtig verstehe, dann beschäftigen sich dualistische Positionen explizit mit der Frage ob und wie Interaktionen und Wechselwirkungen zwischen physikalischen und mentalen funktionieren, also ob und wie der Geist den Körper beeinflusst und umgekehrt.“

          Nicht so ganz: Substanzdualistische Positionen habe gerade das Problem, daß sie völlig im Unklaren lassen, wie die Wechselwirkung zwischen Gehirn un Geist eigentlich möglich ist.

          „Vielleicht kannst du erklären, wie deine Position „jeweils für sich und unabhängig voneinander existieren (!) und wirken (!)“ dazu passt?“

          Das ist nicht meine Position – im Gegenteil. Meine Position ist der nicht-reduktive Physikalismus. Er besagt, daß es nur Dinge, Ereignisse und Personen gibt und die mentalen Phänomen zum Teil direkt vom Gehirn erzeugt werden wie z.B. qualia

          https://de.wikipedia.org/wiki/Qualia

          oder aber theoretische Postulate der kognitiven Zustände des Gehirns sind, als Elemente von Theorien, die man sich ausdenkt, um Personen zu charakterisieren..

          „Kannst du kurz erläutern was du darunter verstehst?“

          Nur die Physik sagt uns, wie die Welt wirklich beschaffen ist und was in ihr enthalten ist, philosophische Spekulationen sind da fehl am Platze. Letzteres ist das Bekenntnis.

          „Warum sollten sie?“

          Ich sage nirgendwo, daß sie das tun.

          „Es geht hier aber um Überzeugungen und Positionen, nicht um Aussagenlogik.“

          Doch, es geht um Aussagen.Das paßt schon.

          „Wo ist da der Erkenntnisgewinn, die neue Einsicht?“

          Es ist eine Erläuterung meiner Position.

          „Die Frage war aber, was der Erkenntnisgewinn aus Verbindung von i) und ii) ist.“

          Die Ablehnung des Dualismus und die gleichzeitige Akzeptanz des physikalischen Weltbildes läßt für den Lösung des Körper-Geist-Problems nur wenig Spielraum. Dieser Spielraum wird durch die 3 Optionen ausgeschöpft. Das ist der Gewinn.

          „Warum kann das nicht so in dem Artikel stehen?“

          Weil ich nicht immer an alles denke und für „normale Leute“ zu schreiben für mich schwierig – ungefähr so schwierig wie Mathe-Nachhilfe. Als Dr. der Mathematik ist mir der Sinn für die simplen Verständnisschwierigkeiten teilweise abhanden gekommen und das hier ist das auch so. Jemand, der Korrektur ließt wäre gut. Aber den habe ich nicht.

          „Ok, wenn das Thema dieses posts „Verhältnis von Körper und Geist“ ist, wozu dann das ganze Brimborium?“

          Ist es nicht. Ich weite den post mit einer allgemeinen Orientierung zu dem Thema „Verhältnis von Körper und Geist“ ein. Das Thema ist die Konsequenz, die Daniel Dennett aus seiner persönlichen Lösung des Körper-Geist-Problems, den nicht-reduktiven Physikalismus, für die Alltagspsychologie zieht.

          „Könnte man nicht einfach beginnen mit „Bei der Diskussion über das Verhältnis von Körper und Geist spielen die folgenden 2 Fragen eine wichtige Rolle“. Das wäre aus meiner Sicht wesentlich einfacher zu verstehen, man weiß dann worum es dir geht.“

          Ist das ein Angebot, meine posts in Zukunft vor einer Beröffentlichung Korrektur zu lesen?

          „dann ist es m.M.n. nicht von der Hand zu weisen dass hier ein systematisches Problem vorliegt.“

          Nein.

          Daraus folgt keineswegs, daß ich was falsch mache. Dieser post ist einer von vielen einer langen Reihe. Du kannst nich erwarten, daß jeder post unabhängig von allen anderen verständlich ist. Sie behandeln Einzelprobleme, die alle zusammen später einmal ein Gewebe von Lösungen entstehen lassen werden. Das ist wichtig und wird gebraucht, um adaptiv eine komplexe Theorie entwickeln zu können. Die ganze Gender-Debatte kann nicht beliebig runtergekocht werden, ohne das man die Orienierung verliert. Den Feministen gehet das z.B. dauernd so.

          „Mir fällt öfters auf, wenn du in Kommentaren erklärst was dein Anliegen ist und Argumente vorbringst, dann ist das wesentlich einfacher zu verstehen als deine Artikel hier im Blog.“

          Das liegt daran, daß die Kommentare nicht die belastbare Argumentation enthalten. Offenbar möchtest du, daß ich die gar nicht mehr bringe. Aber das wird nicht passieren.

          „Vielleicht wäre es eine gute Strategie, die Verständlichkeit die du beim Kommentarschreiben hast auch in deine Artikel zu übernehmen.“

          Nein. Ich kann nicht darauf verzichten, Texte zu schreiben, auf die ich verweisen kann, wenn jemand von mir eine präzise Detailargumentation verlangt. Ich kann zusätzlich Texte schreiben, die andeuten, was das Argument ist. Aber das enthebt mich nicht der Notwendigkeit irgendwo mal deduktiv korrekt zu argumentieren. Wenn du das mit weniger Aufwand kannst, bin ich gerne bereit, von dir zu lernen.

          „Dies erleichtert das Verständnis enorm.“

          Ich kann versuchen, noch mehr Zeit in den blog zu stecken, um post zu schreiben, die das bisher Gesagte metaphorisch umschreiben und wiederholen – und besser verständlich sind. Leider ist meine Zeit sehr knapp bemessen.

          • pingpong sagt:

            Dualismus bedeutet in den verschiedenen philosophischen Subdisziplinen etwas Unterschiedliches […] Hier geht es um den Dualismus, den Descartes sich ausgedacht hat […] Das ist hier irreführend, weil diese Textstelle [wiki über dualismus] für Dualismus im allgemeinen gilt.

            Dann soltest du dazusagen dass du dich auf ein spezielles Verständnis von „Dualismus“ beziehst. Aus dem Artikel geht das nicht hervor. Das ist problematisch, denn du sagst

            Dualismus heißt, daß Physisches und Mentales jeweils für sich und unabhängig von einander existiert und auch Wirkungen entfaltet

            , d.h. physisches u. mentales kann nicht wechselwirken. Während man auf wikipedia nachlesen kann, dass dualistische Positionen sich gerade mit der Wechselwirkung zwischen physischen und mentalen Entitäten beschäftigen.

            Ich sage nirgendwo, daß sie das tun.

            Ok, dann habe ich dich ev. missverstanden. Es fällt mir schwer im Überblick zu behalten was du meinst. Ich wollte darauf hinweisen, dass aus der Akzeptanz der physische Welt nicht zwingend folgt dass nur die Naturwissenschaften sagen können wie die Welt beschaffen ist. Ich hatte deine Erklärung

            Im Grunde ist die Akzeptanz des physikalischen Weltbildes ein Bekenntnis zu einer umfassenden Naturalisierungsforderung: Nur die Naturwissenschaften können uns sagen, wie die Welt wirklich beschaffen ist

            so verstanden, dass du auf diese Implikation hinaus möchtest: Wenn Akzeptanz d. phys. Weltbildes, dann (zwingend) Naturalisierung.

            Doch, es geht um Aussagen.Das paßt schon.

            Ja, um philosophische und metaphysische Aussagen. Diese sind aus gutem Grund von der Aussagenlogik abgegrenzt. https://de.wikipedia.org/wiki/Aussagenlogik#Abgrenzung_und_Philosophie
            Die Werkzeuge der Aussagenlogik (Konjunktion) sind hier m.M.n. fehl am Platz und schaffen zusätzliche Verwirrung. Statt

            Die Konjunktion von i) und ii) nennt man materialistischen Monismus

            könnte man z.B schreiben

            Werden die Überzeugungen i) und ii) bejaht, ergibt sich der sog. materialistischen Monismus

            Das wäre m.M.n. einfacher zu verstehen und lässt weniger Raum für Missverständnisse.

            Es ist eine Erläuterung meiner Position.

            Das ist mir klar. Meine Frage war, ob es einen Erkenntnisgewinn bringt. Wenn es dir darum geht dass du „materialistischer Monismus“ anbringst um deinen Artikel in die Literatur einzuordnen kann ich das verstehen. Das kann man aber in einer Fußnote o.ä. machen. Es würde das Lesen erleichtern, denn so weiß ich nicht was diese Information soll. Ist sie wichtig, bringt sie neue Erkenntnis, ist es eine bloße Erwähnung zwecks Literatureinordnung, beziehst du dich später noch darauf…? Du sagst es auch nicht dazu, der Leser bleibt da im dunkeln. Das macht es für mich anstrengend zu lesen.

            Ich weite den post mit einer allgemeinen Orientierung zu dem Thema „Verhältnis von Körper und Geist“ ein.

            Elmar, ich weiß nicht ob ich einfach zu dumm bin, aber anhand dieser länglichen Diskussion über die ersten paar Zeilen scheint es mir eher eine Desorientierung zu sein. Falls die Einleitung orientierende Wirkung haben sollte ist das bei mir gründlich daneben gegangen.

            Ist das ein Angebot, meine posts in Zukunft vor einer Beröffentlichung Korrektur zu lesen?

            Warum nicht? Wenn es sich zeitlich ausgeht wäre das interessant, ich denke wie gesagt dass du wichtiges zu sagen hast.

            Nein.
            Daraus folgt keineswegs, daß ich was falsch mache.

            Ich behaupte nicht dass du etwas falsch machst. Ich sage, die Möglichkeit (!) für ein systematisches Problem ist angesichts des Erklärungs-/Diskussionsbedarfs der ersten paar Zeilen nicht von der Hand zu weisen (!). Das ist bei weitem keine (zwingende) Folgerung.

            Dieser post ist einer von vielen einer langen Reihe. Du kannst nich erwarten, daß jeder post unabhängig von allen anderen verständlich ist.

            Das erwarte ich nicht. Ich erwarte aber wohl, dass der Artikel für sich selbst verständlich ist. Dies scheint mir aufgrund der langen Diskussion über die Einleitung (!) nur begrenzt der Fall zu sein.

            Das liegt daran, daß die Kommentare nicht die belastbare Argumentation enthalten. Offenbar möchtest du, daß ich die gar nicht mehr bringe. Aber das wird nicht passieren.

            Ich habe den eindruck hier liegt ein mittelschweres Kommunikationsproblem vor 🙂 Es ist mir völlig schleierhaft wie du darauf kommst ich könnte wollen dass du keine belastbaren Argumente mehr bringst. Das Gegenteil ist der Fall. Je belastbarer die Argumente um mit dem Genderfeminismus aufzuräumen, desto besser! Ev. gibt es eine Möglichkeit für dich, wie du belastbare Argumente in einer Form bringen kannst die so gut verständlich ist wie deine Kommentare. Im Moment besteht eine große Diskrepanz in der Verständlichkeit zwischen deinen Artikeln und deinen Kommentaren.

            Nein. Ich kann nicht darauf verzichten, Texte zu schreiben, auf die ich verweisen kann, wenn jemand von mir eine präzise Detailargumentation verlangt.

            Bei allem Verständnis für deinen Wunsch nach einer präzisen Ausdrucksweise: Die Ungenauigkeiten beim Begriff Dualismus sowie die unpassende Verwendung von aussagenlogischen Begriffen in einem philosophisch/metaphysischen Kontext trägt nicht zu deinem Ziel bei. Und das sind wie gesagt nur die ersten paar Zeilen zur Einleitung.

            • „Aus dem Artikel geht das nicht hervor.“

              Stimmt. Betriebsblindheit. Mein Fehler.

              „Das ist problematisch, denn du sagst

              Dualismus heißt, daß Physisches und Mentales jeweils für sich und unabhängig von einander existiert und auch Wirkungen entfaltet

              d.h. physisches u. mentales kann nicht wechselwirken.“

              Nein. Das steht da nicht. Da steht, daß Physisches seine Wirkungen hat und Mentales ebenfalls. Und das Substabzdualismus davon ausgeht, daß Mentales auch ohne physische Grundlage in die Welt gesetzt wird. Von einem Außschluß der Wechselwirkung steht da nichts – nur das der Substanzdualismus nicht weiß, wie das gehen soll.

              „Während man auf wikipedia nachlesen kann, dass dualistische Positionen sich gerade mit der Wechselwirkung zwischen physischen und mentalen Entitäten beschäftigen.“

              Du mußt damit rechnen, daß wikipedia nicht immer ganz richtig ist. Eine wesentlich bessere Quelle ist plato.stanford.edu .

              „Ja, um philosophische und metaphysische Aussagen. Diese sind aus gutem Grund von der Aussagenlogik abgegrenzt. https://de.wikipedia.org/wiki/Aussagenlogik#Abgrenzung_und_Philosophie

              Nein, das ist falsch. Aussagenlogik ist eine formale Semantik, die sie nicht um die semantischen Strukturren unterhalb der Satzebene kümmert. Sie ist immer anwendbar, egal worum es in dem Satz geht. Solltest du dich an diesem Satz aufhängen „Von formalen, innerlogischen Fragen klar unterschieden sind außerlogische Fragen:“, so verstehst du ihn falsch. Dort geht es um den Gegensatz von Logik als Strukturanalyse oder Formalsemantik vs. konkretes, inhaltliches Satzverständnis über jede Struktur hinaus. Von einem inhaltlichen Gegensatz von Logik und Metaphysik ist nicht die Rede.

              „Werden die Überzeugungen i) und ii) bejaht, ergibt sich der sog. materialistischen Monismus“

              Nein, kann man nicht. Denn auf diese Weise wird verschleiert, WIE GENAU (Antwort: durch Konjunktion) sich der materialistische Monismus ergibt.

              „Das wäre m.M.n. einfacher zu verstehen und lässt weniger Raum für Missverständnisse.“

              Ganz im Gegenteil. Aber ich nehme deine Anregung ernst und habe angefangen, ein weiteres Glossar zu entwickeln, auf das ich in Zukunft verweisen kann. Doch es wird noch viele Stunden Arbeit bis zur Fertigstellung brauchen.

              „Falls die Einleitung orientierende Wirkung haben sollte ist das bei mir gründlich daneben gegangen.“

              Kann ich im Moment nicht nachvollziehen. Begründung: Die Aufspaltng der gewohnten Alltagspsychologie in IST und SCSP, die Dennett vornimmt, ist nur nötig und möglich, weil er sie als empirisch-normativen Theorie ansieht. Und die Alltagspsychologie als empirisch-normative Theorie anzusehen, ist nur nötig, weil man den Dualismus ablehnt UND das phsyikalische Weltbild akzeptiert UND DENNOCH erklären will, wie das Gehirn mentale Phänomene erzeugen will. Daher zeichnet meine Einleitung schon völlig zurecht diesen ganzen Kram nach – damit klar wird, wie Dennett zu seiner Aufspaltung eigentlich kommt: Das ist der große Überblick.

              „Warum nicht? Wenn es sich zeitlich ausgeht wäre das interessant, ich denke wie gesagt dass du wichtiges zu sagen hast.“

              Ok, ich schicke dir das Zeug per mail, ja? Die angebene *.at-Adresse?

              „Das ist bei weitem keine (zwingende) Folgerung.“

              Ich versuche, mich zu bessern. Aber die sachlichen Erfordernisse kann man nicht beliebig der leichten Verständlichkeit unterordnen. Das ist ein Mythos des Wissenschaftsjournalismus, der sich hartnäckig hält.

              „Ich erwarte aber wohl, dass der Artikel für sich selbst verständlich ist.“

              Da muß ich dich enttäuschen. Aber ich kann dir verraten, daß diese Strategie intern „american paper philosophy“ genannt wird und ca. seit den 60igern mit großen Erfolg praktiziert wird: Man isoliert ein kleines Problem und löst es. Dann wiederholt man das und wartet 20 Jahre. Das ist in der Philosophie erfolgreicher gewesen als alles bisher Dagewesene.

              „Es ist mir völlig schleierhaft wie du darauf kommst ich könnte wollen dass du keine belastbaren Argumente mehr bringst.“

              Weil ich alles leicht verdaulich machen soll. Und das geht zu dem geforderten Grad nur, wenn man die deduktive Korrektheit opfert. Das wäre so, als würde man einem Mathematiker den Formalismus verbieten und verlangen, er solle trotzdem keinen Fehler machen – unmöglich.

              „Ev. gibt es eine Möglichkeit für dich, wie du belastbare Argumente in einer Form bringen kannst die so gut verständlich ist wie deine Kommentare.“

              Ich sehe keine.

              „Die Ungenauigkeiten beim Begriff Dualismus sowie die unpassende Verwendung von aussagenlogischen Begriffen in einem philosophisch/metaphysischen Kontext trägt nicht zu deinem Ziel bei.“

              Scheint mir ein wenig übertrieben: Jeder, der weiß, daß es sich um das Generalthema mind-body handelt, und meine posts verfolgt hat, hätte sofort „Dualismus=Substanzdualismus“ gesetzt.

    • „Dazu kommt eine m.M.n. komplizierte Sprache (ontologisch, Entität, Konjunktion), welche mal hierhin, mal dorthin schaut, dies und das erwähnt und mir als Leser ist nicht klar wohin die Reise gehen soll. ein Beispiel, warum ist es wichtig dass die 3 Optionen bereits auf diesem Blog diskutiert wurden? “

      Ja, diese Art von Kritik höre ich öfters. Leider kann ich da wenig machen – aus folgenden Gründen:

      1. Solange die Maskulisten keine eigene Propaganda entwickeln – und danach sieht es nicht aus – wirken sie auf andere Menschen nur durch das, was sie sagen. Und wenn das, was wir sagen, falsch, irrelevant oder uninformativ ist, dann brauchen wir uns nicht zu wundern, daß uns keiner Ernst nimmt.

      2. Diese ganze Geschlechterdebatte nagt und zehrt permanent von den großen, ungelösten Rätseln, auf die bislang keiner so richtig antworten konnte z.B.: „Legt die Biologie Eigenschaften von Personen fest oder von Geschlechtern? Wie und welche sind es?“, „Wie funktioniert Gesellschaft, was hält sie zusammen und weshalb entwickelt sie sich in welche Richtung weiter?“, „Wer kann die Gesellschaft wie beeinflussen und wie beeinflußt die Gesellschaft die einzelnen Personen?“, „Wie funktioniert das zwischen Mann und Frau im Binnenverhältnis?“

      Gelegentlich kann man in der Geschlechterdebatte einen Fortschritt erzielen, indem man zeigt, daß die Geschlechterdebatte bestimmte neue Erkenntnisse einfach noch nicht mitbekommen hat. Beim Biologismus z.B. ist das der Fall in Sachen Biologie, Sexualität und Körper-Geist-Problem. Beim Feminismus ist das der Fall z.B. in Sachen Moral, Biologie und Gesellschaftsanalyse.

      3. Dabei hat man immer zwei Aufgaben: Erklären, was diese veralteten Theorien WIRKLICH besagen – dafür muß man sie analysieren – und eben das neue Wissen darstellen. Aber das muß eben wirklich stimmen, handfest nachprüfbar sein, so daß man um eine gewisse Wissenschaftlichkeit nicht herumkommt. Sonst gibt es ganz praktisch keinen Fortschritt in der Glaubwürdigkeit und Verbreitung des Maskulismus, weil wir durch Gelaber niemanden überzeugen können.

      Diesen Fortschritt gibt es natürlich auch dann nicht, wenn mich niemand versteht. Ich könnte daher quasi einen schwierigen und einen leichten post über dieselbe Sache machen. Nur dafür fehlt mir einfach die Zeit. Also mache ich das Minimalprogramm, die schwierigen posts. Denn Leute, die seichte posts machen, denen man zustimmen kann oder auch nicht, weil sie nichts Zwingendes an sich haben, die gibt es bereits genug. Meine eigenes Leben würde daher leichter werden, wenn mir einer die Arbeit, dicke Bretter zu bohren, abnehmen würde. Aber da ist leider keiner. Also – was soll ich tun?

      Seid 65 Jahren beschwehren sich die Feministen, daß die Männer sie wie Objekte behandeln und damit entwürdigen, weil sie sie nicht als Personen sehen. Seid 15 Jahren gibt es linken Maskulismus. Bisher ist er noch nicht auf die Idee gekommen, zu untersuchen, ob die hinter der angeblichen Objektifizierung der Frauen stehende Instrumentalisierung immer unmoralisch sein muß oder gegen den Menschenwürde verstößt. Dabei liegt diese Frage doch eigentlich auf der Hand. Warum wird das nicht gemacht? Und ist es angesichts dessen nicht völlig klar, weshalb Maskulismus unwirksam und eine Nischentheorie bleibt?

      Also muß das offenbar jemand machen. Denn Feminismus arbeitet primär mit moralischen Ansprüchen und gerechter Vergeltung zwischen biologischen Geschlechtern.

      Für Biologismus könnte ich genauso argumentieren: Kein vernünftiger oder intelligenter Mensch nimmt eine Theorie ernst, die behauptet, daß wir Sklaven unserer Gene oder Hormone wären. Und das ist auch von vornherein klar. Daher muß man versuchen, zu verstehen, was am Biologismus, der im Grunde eine Antwort auf alle o.g. Rätsel zu geben verspricht, falsch ist. Und man muß erklären, wie es stattdessen wirklich ist. Denn niemand wird über Maskulismus sprechen, wenn er Gefahr läuft, sich damit lächerlich zu machen, weil z.B. die Maskulisten alle moralisch inkompetente Biologisten sind.

      Ok – soweit: Was soll ich tun – deiner Meinung nach?

      Ich kann immer versuchen, etwas zu verbessern. Aber wirklich ändern wird es sich hier nicht. Schon aus Zeitgründen werde ich das kaum schaffen.

  2. […] Realismus unterliegen. In Dennett 1987, p.58ff schlägt er darüber hinaus vor, die begrifflichen Spannungen in der gewohnten Alltagspsychologie aufzulösen, indem er sie in zwei Theorien […]

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