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Die linke Kritik an den Neo-Linken erweitert das humanistische picture

In letzter Zeit hagelt es Schlagwörter in der manosphäre: Linke, Liberale, Biologisten, Humanisten, Antifeministen, Analytiker, Nicht-Feministen und Neo-Linke ringen darum, sich der Männerbewegung bzw. dem Maskulismus als Kompaß anzudienen. Dieser post erzeugt etwas Überblick i.S. einer opinionized introduction. Wer weiterführende links zu den in diesem post angeschnittenen Themen sucht, der findet sie hier oder in den posts dieses blogs.

Leszek und crumar arbeiten bekanntlich schon seit Längerem an einer Neupositionierung der Linken. In dieser Debatte haben sich nun auch djadmoros und Lucas Schoppe zu Wort gemeldet – dessen post auf genderama ausnahmeweise mal nicht als „dermaßen brilliant, daß“ charakterisiert wurde und schon deshalb als etwas Besonderes gelten kann. Die bisher kursierende, linke Kritik der Neo-Linken ist bereits an dieser Stelle referiert worden. Sie beruht auf einer Sichtweise des Neoliberalismus, die hier dargestellt wurde, so daß dieser post wenig verständlich ist für alle, die nicht beides auf irgendeine Weise zur Kenntnis genommen haben.

Denn was kümmert eigentlich die Männer die linke Kritik an der Neo-Linken?

I. Wie ist es eigentlich, ein Mann zu sein?

Das Leben von Männern ist mit zahlreichen, geschlechtsspezifischen Schwierigkeiten und Anforderungen gespickt. Einige sind rechtlicher Natur, andere nicht.

  • (1) Wenig verbreitet ist das Wissen, daß Männer heutzutage darum kämpfen, dieselben Rechte zu haben wie Frauen. Dabei geht es z.B. um die ausschließlich männliche Wehrpflicht inklusive der demütigenden Zwangsmusterung, die ausschließlich bei männlichen Kleinkindern erlaubte Genitalverstümmelung, das nur bei Männern vorkommende, völlige Fehlen reproduktiver Rechte (Zwangsvaterschaft und Kuckuckskindproblematik), die massive Entrechtug von Trennungsvätern inklusive dem damit verbundenen Kontaktverlust zu ihren Kindern, die geschlechterrassistischen Quoten der Arbeitswelt, das völlige Fehlen von Männerförderprogrammen, von Männerärzten und vieles andere mehr.

Solche geschlechtsspezifischen Ungerechtigkeiten Männern gegenüber sind leicht nachweisbar. Entsprechend früh hat sich eine Väter- und Männerrechtsbewegung entwickelt, die nach 20 Jahren Lobbyarbeit auch erste Erfolg erzielt, weil sie, um ihren Anspruch auf Menschenwürde durchzusetzen, damit argumentieren kann, daß vor allem die Kinder leiden, wenn Mütter ihnen ihre Väter wegnehmen. Deutlich schwieriger ist es, wenn man zu den nicht-rechtlichen Problemen übergeht.

Das Leben von Männern muß in sehr viel stärkerem Maße mit Härten und Schwierigkeiten überfrachtet sein, als dies für Frauen der Fall ist – was der generelle Ansatzpunkt für eine soziale Männerbewegung wäre. Die dafür als Indikatoren fungierenden Alltagsbeispiele sind zahlreich:

  • (2) So sterben Männer nicht nur weltweit um Jahre früher, sie begehen auch häufiger Selbstmord – und zwar tendenziell um so öfter, je jünger sie sind –  sind rund 4x so häufig obdachlos, stellen etwa 90% der Strafgefangenen, stellen nur in 30% der Fälle die Scheidungsanträge, werden für vergleichbare Rechtsverstöße häufiger schwerer bestraft, sind im Vergleich zu Frauen immer schlechter ausgebildet, sind nach Trennungen länger allein als Frauen, leiden häufiger an stressbedingten Krankheiten, sind in der Öffentlichkeit viel häufiger Opfer von Gewalt, werden am Arbeitsplatz häufiger sexuell belästigt, initiieren Beziehungsgewalt seltener als Frauen, pflanzen sich nur halb so oft fort wie Frauen, die Mehrheit von ihnen hat aufgrund des systematischen Partnerwahlverhaltens der Frauen fast nie Sex, sie bezahlen fast immer die Rechnungen der Frauen, an denen sie auf irgendeine Weise interessiert sind und so weiter und so fort.

Wenig Einigkeit besteht darüber, welche Ursachen für welche dieser Symptome in Anschlag zu bringen sind. Doch im Grunde würden wir von empirischen Wissenschaften wie Psychologie oder den Sozialwissenschaften wesentliche Beiträge zur Beantwortung dieser Fragen erwarten.

II. Warum kein Biologismus für irgendwas ausreicht

Die Pointe von (1) und (2) an dieser Stelle ist, daß wir zwar sicherlich z.B. die Frauenquoten oder die Frauenparkplätze dem Feminismus verdanken, es aber alle anderen gelisteten Männerprobleme schon gab, bevor der Feminismus mit dem Start der zweiten Welle durch Simone de Beauvoir eine Theorie bekam und auf diese Weise flächendeckend wirksam wurde.

  • (3) Zwar besteht wiederum kein Zweifel, daß der Feminismus viele Einschnitte in die soziale und sexuelle Würde der Männer verschärft hat, aber Gunnar Kunz hat akribisch überzeugende historische Belege [1, 2] dafür gesammelt, daß das sowohl öffentlich akzeptierte, wie auch im Privaten gepflegten Empathieembargo gegenüber Männern, welches sich an (1) und (2) ablesen läßt, durch einen erfolgreichen Antifeminismus nicht durchbrochen werden würde. Leider ist dieser Beitrag von Gunnar Kunz, der im Grunde eine Art Startschuß für eine historische Analyse der Geschlechterproblematik darstellt, bisher in der manosphäre kaum beachtet worden.

Für diese bedauerliche Ignoranz historischer Zusammenhänge gibt es Gründe: Ein großer Teil der männerbewegten Aktivisten sind im Moment Biologisten. Biologisten vertreten oberflächlich betrachtet einen kruden Mix aus populärwissenschaftlicher Soziobiologie, metaphysisch ausgelegter Evolutionstheorie, biologischen Irrtümern und evolutionärer Psychologie. Räumt man das Brimborium biologistischer Selbstpräsentation beiseite, zeigt sich, daß Biologisten zwischen einem genetischen, einem neuronalen und einem biologischen Determinismus menschlichen Verhaltens pragmatisch hin- und herwechseln – je nachdem, aus welcher Richtung sie gerade angegriffen werden. Aus diesem Grund glauben sie auch, z.B. die Sozialwissenschaften ohne Verluste ersetzen zu können.

Kreuzt man nun den an sich von Männerinteressen freien Biologismus mit den Anliegen einer Männerlobby, so wird ein relativ düsteres Bild für die Männer entworfen:

  • (4) Denn weil die Biologisten behaupten, daß wir heute noch wollen und denken, was wir schon im Pleistozän gewollt und gedacht haben – wenigstens im Mittel und näherungsweise – gibt es erstens keine Notwendigkeit eines historischen Verständnisses des Geschlechterkonfliktes, da die Geschichte aus uninformativen Wiederholungen und nicht aus informativen, dynamischen Prozessen besteht. Und zweitens nimmt der Biologismus den Männern jede Hoffnung, daß außer den rechtlichen Zuständen ihre Lage je verbesserungsfähig wäre. Denn was Menschen tun, tun sie nach biologistischer Vorstellung aufgrund ihrer in Äonen der Evolution herausselektierten biologischen Natur, gegen die man nicht wesentlich oder nachhaltig verstoßen kann.

Mit anderen Worten: Ohne eine Geschichte gibt es auch keine Zukunft für die Männer, denn ohne Freiheit kann es keine Geschichte geben. Zwar streitet niemand ab, daß der Biologismus gegen den Genderfeminismus und die queer theory einen Punkt macht, insofern er gegen die beliebige Wählbarkeit von sexuellem Interesse und Geschlechtsidentität opponiert. Doch das allein reicht einfach nicht aus.

  • (5) Denn Feminismus kombiniert die normative Vorstellung einer von Männern den Frauen durch Abwertung unberechtigterweise vorenthaltenen Selbstbestimmung mit der normativen Forderung einer im Wege der ausgleichenden Gerechtigkeit legitimierten und die Güter aller Lebensbereiche betreffenden Umverteilung von den Männern weg hin zu den Frauen. Damit ist der Feminismus im Kern ein normatives Projekt, der Biologismus aber immer ein deskriptives, weil es sich allein auf die Autorität der Naturwissenschaften beruft.

Doch selbst wenn das alles kein Problem wäre, haben wir bereits dargelegt, daß kein Antifeminismus die Mehrzahl der historisch gewachsenen Männerprobleme auch nur im Ansatz informativ angehen könnte.

III. Was kommt nach dem Biologismus?

Biologismus ist schon immer ein Aufreger und Aufmerksamkeitsmagnet in der Geschlechterdebatte gewesen – was ihn für einige Menschen psychologisch interessant macht. Doch wie immer die Diskussion um den Biologismus auch ausgeht – dem vor allem vom Humanismus vorgeworfen wird, daß er den biologischen Beitrag zur Geschlechterdebatte massiv verzerrt – jede soziale Männerbewegung und jeder sich als theoretischer Arm einer sozialen Männerbewegung verstehende Maskulismus wird versuchen, einen sehr viel umfassenderen Rahmen zu finden, in dem er Geschlechterprobleme beschreiben und lösen kann.

  • (6) Jeder Maskulismus muß versuchen, die normative Pointe des Feminismus zu addressieren. Ohne ein Konzept vergeltender Gerechtigkeit ist das wegen (3) nicht möglich. Und da der Feminismus mit Hilfe der Theorie der Intersektionalität immer stärker eine Fragmentierung der kompletten Gesellschaft in paarweise konfligierende Klassen betreibt, ist das auch ohne ein Konzept sozialer Gerechtigkeit nicht möglich.

Nun wissen Psychologen und Philosophen schon lange, daß Menschen mit rudimentären Fähigkeiten zur Beurteilung von Ungerechtigkeiten geboren werden, die sich im Laufe des Lebens entweder ausdifferenzieren oder korrumpiert werden.

  • (7) Daher kann man nicht irgendein beliebiges Moralsystem als Gegenpol zum Feminismus vorschlagen, sondern man muß sich fragen, was zum Moralerbe der Menschenheit eigentlich gehört. Denn das historisch gewachsene Moralsystem enthält neben Gerechtigkeitsvorstellungen auch Vorstellungen über das Verbot von Demütigungen, ist fast unkaputtbar und spieltheoretische Experimente zeigen, daß es in der Tat wenig erfolgversprechend ist, dagegen vorzugehen.

Die Folge ist, daß man als Maskulist gut beraten ist, wegen (7) von einem normativen Standpunkt des Moralerbes der Menschheit aus einen Humanismus als Tragpfeiler eines adäquaten Maskulismus zu entwickeln.

Sucht man als humanistischer Maskulist für die praktische Umsetzung politische Partner, findet man Folgendes:

  • (8) Traditionellerweise sind in einem politischen Sinne Linke Vertreter der Aufklärung, deren Themen die Emanzipation und die Autonomiestärkung der Menschheit ist, so daß die Geschichte der Menschheit als eine Entwicklung hin zu Wissen, Freiheit und Frieden verstanden wird. Und im Grunde sind das humanistische Grundintuitionen. Aufklärer verfolgen eine allgemeine Gleichheitsidee, einen moralischen Universalismus und eine systematische Vorurteilskritik. Politisch „links“ steht cum grano salis für Vorstellungen über die Menschen und ihre Möglichkeiten gesellschaftlich gerechten Zusammenlebens, die in einem historischen Prozeß gewonnen wurden. Und das ist offenbar ein vielversprechender Ansatz, wenn es um die Probleme aus (2) geht.

Dennoch: Linke können, müssen aber keine Humanisten sein und Humanisten können, müssen aber nicht links sein: Linke politische Positionen bilden ein weites Spektrum und ihre Vertreter haben schon immer ausschweifende Gewohnheiten praktiziert, wenn es darum ging, sich gegenseitig zu massakrieren. Wie können sich Humanisten, die sich für Männer interessieren, im politischen Geschehen behaupten?

IV. Natürliche Verbündete

Jede soziale Bewegung, die politische Ambitionen zeigt, wird von anderen politischen Gruppen, die es auf der politischen Bühne nicht aus eigener Kraft schaffen, gekapert – und das ist auch nichts Neues.

  • (9) Die Grünen sind in den 1980igern von den sog. K-Gruppen gekapert worden, was ihnen 10 Jahre lang einen innerparteilichen Konflikt zwischen Fundamentalisten und Realisten eingebracht hat. Die Piraten und Linken sind von den Feministen gekapert worden, was für die Piraten das politische AUS zur Folge hatte und im Moment versuchen die Anti-Deutschen die Linke und die Grünen zu kapern – was kaum gut gehen wird.

Jede Kaperung bedeutet, daß die gekaperte Bewegung ihre als Motivation fungierenden Probleme nicht oder nicht mehr adäquat lösen kann. Daher kann keine soziale Bewegung auf Selbstreinigungsprozeße verzichten. Im Gegenteil, sie muß sie gezielt danach suchen, um ihre politische Wirksamkeit nicht auf Dauer zu verlieren.

  • Wenn die Rechtsradikalen die Männerbewegung kapern, kann sie nicht mehr aufklärerisch und humanistisch sein. Insbesondere wird man dann die alten Geschlechterrollen nicht mehr los, nach denen Leben, Gesundheit und Interessen der erwachsenen Männer am wenigsten von allen wert sind. In den 2000er Jahren ist das versucht worden und wir haben es dem linken Maskulismus zu verdanken, daß dies nicht geschehen ist.
  • Wenn die Neo-Liberalen die Männerbewegung kapern, dann nimmt die Chimäre des neoliberalen Selbst den Männern den Rest ihrer narrativen Identität. Denn Letztere wurzelt in den sozialen und historisch eingebettenen Beziehungen der Menschen untereinander und kann nicht auf einen arbiträren Warenkorb aus ökonomischen Präferenzen reduziert werden. Insbesondere ist keine solidarische Bewegung auf diese Weise möglich. Doch jede Männerbewegung ist im Kern eine Solidarbewegung, die Mittel zur Wiederherstellung der personalen Autonomie, sowie der menschlichen und sozialen Würde der Männer bereitstellen will.
  • Wenn die Neo-Linken die Männerbewegung kapern, dann zerstört ihr moralischer Relativismus nicht nur die Männerrechtsbewegung, ihr epistemischer Relativismus verhindert auch die Aufklärung der unter (2) beschriebenen Probleme. Stattdessen wird die Neo-Linke ihrer Theorie der Intersektionalität folgend die Solidarbewegung der Männer zu zerstören versuchen, indem sie heterosexuelle gegen homosexuelle, weiße gegen schwarze, arme gegen reiche oder junge Männer gegen alte Männer völlig überflüssigerweise gegeneinander aufhetzt.

Damit haben wir eine Art Zwischenergebnis:

  • (10) Keine humanistische Position kann schon aus logischen Gründen rechts, neo-liberal, neo-links oder biologistisch sein. Insbesondere ist die neo-liberale Marktradikalität als Mittel der Realisation des neo-liberalen Selbst mit einem Humanismus i.S.v. (7) unverträglich. Und das bedeutet: Kapitalismuskritik ist prima facie im Sinne des Humanismus.
  • (11) Die linke Kritik der Neo-Linken – zu der interessanterweise auch eine Kritik der political correctness gehört – ist im Moment daher für jeden Humanisten – sei er nun zusätzlich Nicht-Feminist oder analytischer Maskulist oder etwas anderes – eine Art natürliche Verbündete, wenn es um politischen Einfluß geht. Und das liegt nicht an einem Mangel an Alternativen.

Der Feminismus spielt übrigens eine wesentliche Rolle, wenn es darum geht, die anti-humanistische, neoliberale Politik gegen das Volk als besitzlose Klase auch durchzusetzen.

  • Denn die sozialen und politischen Folgen der Umprägung einer rechtsstaatlichen Demokratie als Volksherrschaft in eine verfssungsrechtlich gebundene Lobbykultur durch jene, die sich auf Lobby verstehen und sie sich leisten können, ist unabhängig von jeder zusätzlichen Fragementierung der Gesellschaft nachteilig für alle anderen Menschen aller sozialen Klassen. Eine Entscheidung oder ein Projekt kann man aber nicht kritisieren, ohne die Person zu kritisieren, die diese Entscheidung fällt. Doch Frauen kritisiert man nicht, so benimmt man sich gegenüber Frauen einfach nicht, niemand! – und feministisch empowerned ist es schon gar nicht. Und da Frauen nicht weniger korrumpierbar sind als Männer, sind Frauen in politischen Machtpositionen als Personal einfach das effizientere Mittel neoliberaler Politik.

Es ist also durchaus zweckrational, daß die neoliberale Lobby und ihre Klientel die feministische Praxis langfristig unterstützen. In diesem Sinne hat humanistischer Antifeminismus durchaus einen anti-neo-liberalen Zug.

V. Linke und Neo-Linke – was bisher geschah

Wer genderama, das Schlachtschiff des Maskulismus, regelmäßig verfolgt hat, konnte nicht umhin, zu bemerken, daß Arne Hoffmanns Äußerungen ihn in den letzten 2 Jahren immer stärker an die Positionen der Neo-Linken herangebracht haben. Auch in seinem jüngsten Buch zum linken Maskulismus propagiert Hoffmann die Theorie der Intersektionalität. Widerstand dagegen von links konnte auf Dauer daher gar nicht ausbleiben:

  1. Auch wenn kein Humanismus irgendein Klassenbewußtsein oder den traditionellen, linken Auftrag der Klassenbefreiung als historisches Ziel für sinnvoll hält, ist er an einer Zähmung des Kapitalismus interessiert, da unbeschränkte Marktradikalität die soziale Solidarität zerstört und ein Klima der Korrumpierbarkeit erzeugt: Wir erinnern z.B. daran, daß der Kapitalismus – von Liverpool ausgehend – den Sklavenhandel hervorgebracht hat und der Rassismus erst nachträglich zu dessen moralischer Rechtfertigung erfunden wurde. Wie ein gebändigter Kapitalismus im Detail aussehen kann, ist jedoch keine Frage mehr, die in die Kompetenz des Humanismus fällt.
  2. Die Parteienkritik der traditionellen Linken bringt den Humanismus dazu, ihre Kritik an der political correctness als Mittel zur Steuerung des politischen Diskures durch die ökonomischen Eliten zu teilen. Denn die PC verlagert zu Unrecht den politischen focus von einer Kapitalismuskritik i.S.d. Humanismus hin zu einer letztlich nur die Fragmentierung der Gesellschaft fördernden Antidiskriminierungespolitik, deren Vergeltungswille nur als ungerecht bezeichnet werden kann.
  3. Erstmals wird auch vorsichtige Kritik am bisher vom linken Maskulismus hochgehaltenen Intersektionalismus laut: „Ein Problem dieser Menschenrechtskritik ist, dass sie Menschen nicht als Individuen in ihrer individuellen Situation, sondern jeweils allein als Mitglieder bestimmter Gruppen wahrnimmt. Schutzbedürftig sind Menschen hier eben dann, wenn sie einer schutzbedürftigen, also unterdrückten oder marginalisierten Gruppe angehören – und nicht schon einfach deshalb, weil sie eben Menschen sind.„. Doch leider wird dieser Gedanke von Schoppe im Folgenden nicht konsequent verfolgt.

Im Moment kann man daher schließen, daß die linke Kritik der Neo-Linken das Zeug hat, einmal eine Erweiterung des humanistischen pictures abzugeben. Dieser blog wird die künftige Entwicklung dieser Initiative aufmerksam verfolgen.

weitere links zum Thema:

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9 Kommentare

  1. […] positive humanistische Veränderungen zu wollen. Das ist mir gerade beim jüngsten Artikel im Blog Jungs & Mädchen […]

  2. […] Jungs und Mädchen: Die linke Kritik an den Neo-Linken erweitert das humanistische picture […]

  3. quellwerk sagt:

    Ich gebe zu, dass ich zwischenzeitlich die Möglichkeit ins Auge gefasst hatte, dass die Idee der Männerrechtsbewegung in Deutschland schon erfolgreich vom Feminismus/Neoliberalismus gekapert sein könnte. Vielen Dank für diesen klaren, informativen und politischen Artikel.

    • @quellwerk

      „dass die Idee der Männerrechtsbewegung in Deutschland schon erfolgreich vom Feminismus/Neoliberalismus gekapert sein könnte.“

      Was hat dich auf diese Idee gebracht?

      • quellwerk sagt:

        Die seltsame Weigerung/ Passivität/ Unfähigkeit die losen Enden aus Politik, Biologie, Männerinteresse, Humanismus und strukturale Analyse aufzugreifen und daraus ein konsequentes, theoretisches Paket zu schnüren. Du bist einer der wenigen, die diesen Weg gehen und das Männerinteresse als theoretischen Anker im Fokus lässt. Möglicherweise fehlt mir aus Zeitmangel auch der Überblick über die aktuellen Strömungen und ich bin zu stark auf unsere kleine Bewegung fokussiert, die zum großen Teil reaktiv, situativ oder relativierend ist. Der Blog von Christian Alles Evolution könnte, wider der eigenen Absicht, ein Beispiel neoliberaler Verpuzzlung (meine Wortschöpfung) von Begrifflichkeiten darstellen. Es gibt kein Thema, das er auslässt, aber nach einem Tag ist es wieder vergessen und ein oder zwei Monate später wird es recycelt, ohne dass ein Fortschritt feststellbar wäre.

        • @quellwerk

          „Der Blog von Christian Alles Evolution könnte, wider der eigenen Absicht, ein Beispiel neoliberaler Verpuzzlung (meine Wortschöpfung) von Begrifflichkeiten darstellen.“

          Eine interessante These, an die ich auch schon gedacht habe. Bisher aber hatte ich zu wenig Ahnung von Neo-Liberalismus, um dem nachgehen zu können.

          Der Maskulismus benötigt ohnehin ein Vehikel, das ihn ins spotlight der gesellschaftlichen Aufmerksamkeit bringt. Vielleicht läßt sich daraus etwas machen.

          Aber für Versprechungen ist es noch zu früh.

  4. […] Blog „JungsundMaedchen“ schrieb der Autor einen Artikel „Die linke Kritik an den Neo-Linken erweitert das humanistische picture“. Darin sind durchaus einige gute Gedanken enthalten, aber es überwiegt leider, dass die […]

  5. […] nicht der Meinung sind, daß die Parteien des heutigen linken Spektrums noch eine Politik machen, die an die ursprüngliche Idee der Aufklärung anknüpft und damit im Paradigma der Moderne operiere… und die sich daher eine gründliche Erneuerung der politischen Linken im o.g. traditionellen Sinne […]

  6. […] der laufenden Debate um die Einfluß von Postmoderne, Neoliberalismus und Feminismus [1, 2, 3] auf die politische Linke gibt es einen nächsten Schritt, den wir in diesem post dokumentieren. […]

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