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Warum Männer zu Prostituierten gehen – die Gene sind es nicht.

Männer suchen bei Prostituierten nicht die Unterdrückung der Frauen, nicht den Tausch Macht gegen Geld a la Alice Schwarzer, sondern einen persönlichen Kontakt und die Illusion von Vertrauen und der Intimität sowie ein Richtigkeitserlebnis, daß ihnen in der Gesellschaft nicht zur Verfügung steht, denn wir bringen ihnen von klein auf bei, sich für ihre Sexualität zu schämen – sagt eine ehemalige und bis heute feministische Prostituierte, die ihre Arbeit als therapeutisch versteht.

Sie sah es während ihrer Sexarbeit auch nicht als wesentlich oder nützlich an, ihr wahres Ich zu verleugnen, um sich mit Männern zu umgeben oder mit ihnen Sex zu haben. Wie Feminismus mit diesen Aussagen, die völlig frei sind von Männerhass, zusammenpaßt, ist ein Rätsel anderer Natur, daß ich hier nicht lösen kann. Aber dieser sehr kluge Bericht deckt sich erfreulicherweise annähernd mit meinen Analysen zu Prostitution hier und hier.

Interessant ist, daß die Moderatorin alles versucht, um das Gespräch in die übliche, Männerhasserinnen-Richtung zu drehen – doch vergeblich. Auch die schwächere Variante „Frauen als arme Opfer“, die die Moderatorin danach versucht, schlägt nicht wirklich durch. Ein solcher offenkundig demonstrierter Widerstand gegen die gesellschaftlichen Normen verlangt eine nicht unerhebliche Reife und Selbständigkeit, welche die Prostituierte sehr sympathisch wirken läßt.

Es ist immer beeindruckend, wenn eine Frau gegenüber Männern empathisch ist und angefangen hat, die soziale Lebensrealität der Männer zu verstehen. Soviel soziale Kompetenz erleben wir Männer bei Frauen recht selten. Insofern würde ich – trotz der feministischer Einstellung der interviewten Prostitutierten – geradezu von einer menschlichen Perle sprechen. Solche Frauen wünschcn wir Männer uns – da fällt der Hang zu seltsamen feministischen Verschwörungstheorien kaum ins Gewicht.

Auf alle anderen Frauen, die unsere Gesellschaft so hervorbringt, verzichten wir gerne.


6 Kommentare

  1. Sander Aale sagt:

    Also nach drei Minuten lernen wir, das unrealistischste Bild von Prostitution bekommt man, wenn man Alice Schwarzer im Deutsch LK ließt.

    • Wie kommst du darauf?

      • crumar sagt:

        Weil sie zu Hydra zum Frühstückstreffen geht und vor aller Normalität der dort anwesenden Frauen nicht merkt, dass sie die einzige anwesende Nicht-Prostituierte ist, weil sie eben die stereotypisch unterdrückten, armen Frauen erwartet hat, die Schwarzer ihr suggerierte hätten anwesend sein müssen.

        • Und reicht allein das aus, um zu wissen, daß sie die Männer, die sie ficken wollen, falsch einschätzt?

          • WerdenkenkannistklarimVorteil sagt:

            Ich verstehe als Outsider die Schärfe nicht, denn Solches scheint mir nirgendwo gesagt worden zu sein!?

            Almost OT: Arbeitest du die Seite gerade grundlegend um? Ich hatte in letzter Zeit öfters in den Rubriken rumgeschmökert, und Vieles kann ich nicht mehr sehen, siehe meinen Kommentar unter Feminismus/Poststrukturalismus.

  2. WerdenkenkannistklarimVorteil sagt:

    Ich finde auch, dass die Frau einigermaßen herzerfrischend ist, zumindest auch innerhalb der feministischen Matrix ihren Verstand und ihre Empathie nicht abschaltet, oder gar blind und autoritätshörig hinterhertrottet.
    Aber so Einiges finde ich doch sehr diskutabel, an erster Stelle stinkt es mir mittlerweile gewaltig, immer unter „Patriarch“ subsummiert zu werden, den „-arch“ bedeutet Herrscher, und ich stehe nun wirklich nicht besonders hoch in der sozialen Hierarchie, irgendwo unterhalb von Friede Springers Pudel, ökonomisch betrachtet, und nur messerscharf über Adolf Hitler, von der feministischen „Moral“ aus gesehen.
    Diese Klassifikation als Archatsmitglied erfüllt mich mit der Besorgnis, dass sich jederzeit irgendeine Opferin finden wird, die mir den Kopf endgültig unter die Wasserlinie drückt, über der ich gerade eben noch so strample, und selbst als dann Obdachloser wäre ich ja immer noch irgendwie Archat, so dass der nächstbeste Nazi oder desorientierte Jugendliche mich auf der Parkbank anzünden könnte, und immer noch würde die feministische Meute schreien „I bathe in male tears.“ bzw. “ I bathe in male ashes.“

    Die Frau scheint mir aber über einiges Urteilsvermögen zu verfügen, und wird vielleicht auch den Mythos vom Patriarchat eines Tages mal hinterfragen.
    Aber ich sehe wie gesagt hier noch einige Trigger, wie z.B. „In den Matriarchaten gab es keine Prostitution“ bzw.“Im Matriarchat gibt es keine Vergewaltigung“.
    Woher nimmt sie diese Gewissheiten?
    Ich kenne zumindest Berichte erster Hand aus Frauenknästen und lesbischen Beziehungen……also da sehe ich hier doch noch eine ziemliche Ignoranz gegenüber den Opfern weiblicher Herrschaft.

    Köstlich die Aussage „Da könnte ich genauso fragen ’Warum haben Sie noch nicht als Prostituierte gearbeitet'“
    Auch, als die bürgerliche Prostitution gestreift wurde, kein Widerspruch der Interviewerin.
    Aber triggernd für mich wiederum, dass die Ehe wie üblich einseitig nur als Gefänginis für die unterdrückte Frau dargestellt wird.
    Die Interviewerin konstatiert zwar messerscharf, dass auch zumindest einige Frauen nicht aus Liebe, sondern für materiellen Wohlstand die Ehe eingehen, aber irgendwie kommt dann mystischerweise hinten doch wieder raus, dank A. Schwarzers Gehirnwäsche fest und unlöschbar verdrahtet, dass selbst dann Frau hier nur Opfer, und nicht Ausbeuterin sei. Dies geht eben nur, wenn hier immer eine mystisch-parapsychologische Einflussnahme des abstrakten Fetisch-Überwesens „Patriarchat“ vorausgesetzt ist,
    So kann man in jeder realen Situation, sei Frau darin auch noch so selbstverschuldet, selbstgewählt geraten, noch so ausbeuterisch und inhuman handelnd, jeder Frau zu jeder Zeit eine Opferrolle zuschreiben, und dem Mann eine Täterrolle.
    Und solange das, wohlgemerkt mit der geballten Staatsmacht und ihren Institutionen hinter sich, immer noch der Punkt ist, an dem die (gezinkten) Würfel fallen, solange ist die Empathie und Auffassungsgabe der Dame zwar sehr schön anzuschauen, aber sie bestätigt dennoch das falsche, metaphysische Grundparadigma, und insofern nützt mir das alles als Mann in der Realität erstmal gar nix, außer dass ich mich ein wenig so fühle, als wenn mir jemand über den Kopf streichelt und sagt „du armes Männlein“.

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