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Zu lächerlich, um lustig zu sein – der Rassismusdetektor

Ich stehe ja bekanntlich auf Fragenkataloge – insbesondere dann, wenn sie vor Dummheit triefen. Here we go: [Nachtrag: Da sind noch mehr Fragen.]

Mit Rassismus verhält es sich wie mit Frauenfeindlichkeit: Wenn jemand etwas gegen eine Frau hat, obwohl ihm ihr Verhalten keinerlei Grund zur Abneigung gibt und sich stattdessen seine Antipathie allein auf das Geschlecht stützt, dann ist jemand frauenfeindlich. Mit der Hautfarbe oder der Religion ist es analog: Wer etwas wie ich z.B. gegen den Islam hat, weil er gegen den wichtigsten, moralischen Grundsatz der Universalisierbarkeit verstößt, insofern der Islam für Muslime und Nicht-Muslime ganz unterschiedliche Rechte, Regeln und Behandlungen vorsieht, dann liegt kein Fall der Islamfeindlichkeit vor. Oder ganz allgemein: Wer einen Grund zur Abneigung hat, hat keinerlei Phobie. Entsprechend verschwinden Sexismus oder Rassismus, wenn wir aufhören, darüber zu reden, ob jemand schwarz oder ein Mann ist. Genderasten oder Intersektionalisten sind somit die letzten, die für sich in Anspruch nehmen können, zur Abschaffung dieser absurden Anschauungen beizutragen. Denn sie verlangen Gruppenrechte und betreiben Identitätspolitik.

Soweit zur Vernunft in diesen Dingen – doch es geht auch auf Toastbrotniveau:

  1. Wie oft wirst du auf einer Party gefragt: Wo kommst du wirklich her? Eigentlich immer. Das ist auch wichtig, um eine Person zu verstehen, um eine erste, grobe Abschätzung über ihr Wissen und ihre wahrscheinlichen Erfahrungen zu gewinnen. Empathie ist nur möglich, wenn man weiß, was jemand anderes über sein eigenes Leben denkt und dafür muß man etwas davon erfahren. Die in der Frage liegende Forderung, mit jemanden einen persönlichen Kontakt aufzubauen, ohne sowas zu fragen, ist daher im Grunde eine Aufforderung, sich auf einen unpersönlichen Kontakt zu beschränken.
  2. Und wie oft fragst du selbst? Bei jeder sich bietenden Gelegenheit – mit der analogen Begründung wie oben.
  3. Fragst du Weiße beim Smalltalk nach ihren Großeltern? Ich frage immer nach den Familienverhältnissen, wenn mich die Person auf einer intimen Ebene interessiert. Meine Familienverhältnisse sind übrigens ziemlich übel und wenig geeignet, damit anzugeben. Umso erstaunlicher ist, was ich aus mir gemacht habe. Und das ist eine interessante Geschichte, die im richtigen Moment zu erzählen, viele Türen öffnen kann,
  4. Fühlst du dich jetzt schon von diesem Fragebogen angegriffen? Ja, selbstverständlich. Hier wird suggeriert, mehr über moralisch richtiges Verhalten zu wissen, als ich es tue aufgrund meiner Hautfarbe. Gleichzeitig nimmt sich niemand die Zeit,  ich über meine Meinungen zu befragen. Es ist wie eine Inquisition ohne Beweisaufnahme – und damit ein guter Grund zum Widerstand.
  5. Kannst du fluchen, Secondhand-Kleidung tragen, nicht auf Mails antworten – ohne, dass Menschen diese Entscheidung mit Sittenlosigkeit, Armut oder Faulheit verknüpfen? Nein, ich kann mich nicht wie ein asoziales Arschloch benehmen, ohne daß mir das jemand aufs Brot streicht. Ich bin ein Mann, die Welt hat es sich seit Jahrhunderten zur Gewohnheit gemacht, Männer wie mich den härtesten Disziplinierungsmaßnahmen zu unterwerfen – unabhängig von der Rasse.
  6. Denkst du, du bist nicht rassistisch, weil du einen Freund mit Migrationshintergrund hast? Ich frage mich nicht, ob ich rassistisch bin. Denn es gibt keinen Grund, mich allein aufgrund meiner Hautfarbe zu verdächtigen – es sei denn, der Frager ist selbst Rassist.
  7. Weißt du, wie viele Muslime in Deutschland leben? Nein, wozu auch? Wer hierher immigriert, von dem erwarte ich, daß er all seine Hoffnungen auf seine Zukunft richtet, und alle seine Kraft aufbringt, um sich selbst etwas Neues aufzubauen, anstatt sich darauf auszuruhen, woher er kommt oder welches Geschlecht er hat. Letzteres tun nur Leute, die den Gedanken an eine Zukunft zutiefst resigniert aufgegeben haben und ich kann nicht einsehen, warum es moralisch richtig sein soll, Menschen davon zu überzeugen, daß das Einzige, was ihnen in dieser Welt geblieben ist und ihnen realistischerweise vesprochen werden kann, ihre Herkunft ist.
  8. Wie viele enge Freunde hast du, die einen asiatischen, persischen oder nigerianischen Migrationshintergrund haben? Keine. Die kulturellen Unterschiede haben sich als zu groß erwiesen, aber ich respektiere sie und sie respektieren mich. Daher kommen wir miteinander aus. Anlegen muß ich mich nur mit Vollpfosten aus meiner eigenen Gesellschat, die alles tun um, ihren Mitgliedern weiß zu machen, daß sie gar keine gemeinsamen Interessen haben könnten und es daher sinnlos sei, gemeinsam etwas aufzubauen.
  9. Wusstest du, dass fast jeder Vierte in Deutschland einen Migrationshintergrund hat? Wenn wir die Kriegsflüchtlinge aus dem Osten berücksichtigen, die nach dem WKII nach Westen in die BRD zogen, dann dürfte diese Zahl stark untertrieben sein. Wir nehmen diese Migration nur nicht als Migration wahr, weil sich diese Leute angepaßt und eingegliedert haben – von selbst, freiwillig. Die geringen kulturellen Unterschiede haben ihnen das einfach gemacht und daher hat es einigermaßen geklappt. Soviel Optimismus ist bei islamischer Migration klarerweise fehl am Platz.
  10. Fühlst du dich fremd, wenn Leute um dich herum Arabisch oder Russisch sprechen? Ich fühle mich sogar fremd, wenn sich Leute auf Deutsch über Vorabendserien oder Bahnverspätungen unterhalten. Das Gleiche gilt, wenn ich den realitätsfernen Tiraden der Politiker zuhören muß.
  11. Fühlst du dich fremd, wenn Leute um dich herum Englisch sprechen? Obwohl ich selbst fließend Englisch spreche, fühle ich mich in jeder Fremdsprache wie eine andere Person, wie jemand mit einer anderen Persönlichkeit und zwar durch Benutzung der Fremdsprache. Also – ja.
  12. Wenn du ein Kind hättest, würdest du es in eine Kita mit mehrheitlich Kindern mit Migrationshintergrund schicken – wenn es in der Nähe eine Kita mit mehrheitlich weißen Kindern gäbe? Auf keinen Fall – ich müßte mich ja schämen, wenn ich die sprachliche und damit intellektuelle Entwicklung meines Kindes einer politischen Ideologie opfern würde, weil die 20 anderen Kinder in der Kita 15 andere Sprache sprechen und daher kaum wissen, wie sie miteinander spielen und sich im Spiel ausprobieren können sollen. Die meisten Gedanken kann man nämlich nur haben, wenn man das Argument dafür versteht. Und Argumentieren kann man nur in einer Sprache.
  13. Wischt du bei dating-apps tendenziell weiter, wenn die angezeigte Person nicht weiß ist? Immer. Schwarze und Asiaten sind für mich in keiner Weise attraktiv. Vermutlich finden sie, daß ich Blondchen auch scheisse aussehe – was für mich völlig ok und kein Grund zur Panik ist. Schließlich soll Sex Spaß machen und sich nicht auf die Erfüllung einer politischen Pflicht beschränken.
  14. Kennst du fünf Bücher von Autorinnen, die nicht weiß sind? Vermutlich, aber es hat mich noch nie interessiert, wer etwas sagt, sondern nur, was gesagt wird – wegen der Wahrheit des Gesagten, falls du noch weißt, was ich meine. Mit anderen Worten: Wenn du ein Gehirn hast wie ein Planet, dann kannst du sicher sein, daß der ganze andere Mumpitz wie Hautfarbe, Religion, mit wem du ins Bett gehst oder was für ein Geschlecht du hast, völlig scheissegal ist – dann ich will wissen, was du denkst. Sollte das aber nicht der Fall sein, dann nützt es auch nichts, wenn du eine Frau, schwarz oder lesbisch bist. Das wird enttäuschend für dich sein, aber deine Privilegien haben einen Dämpfer ziemlich nötig.
  15. Wie viele hast du davon gelesen? Ich lese in allen meinen Büchern. Der Beifall hingegen, den ich in irgendwelchen peer groups damit bekommen kann, zur richtigen Zeit, die richtigen Zitate herzusagen, ist mir völlig scheissegal.
  16. Wie ehrlich warst du bei Frage 13? Die Gefahr, in den Untiefen einer scripted reality zu versinken, stellt sich typischerweise bei Frauen ein. Und ich finde auch nichts clever von dem, was du machst.
  17. Stell dir vor, du siehst eine rassistische Diskussion im Netz. Würdest du dich einmischen? Nein. Wer im Netz etwas liest, was ihm nicht gefällt, ist selbst schuld.
  18. Hast du dich schon mal eingemischt – im Netz, auf der Straße, in ein Gespräch mit Freunden? Nein. Ich kann auf diese Blockwartmentalität gerne verzichten. Aber ich würde dir ohne zu zögern die Fresse polieren, wenn ich dich auf der Strasse dabei erwischen würde, wie du versuchst, wildfremde Menschen zu belästigen und unter Druck zu setzen.
  19. Wie oft wurdest du schon von der Polizei angehalten und kontrolliert? Wenn ich nachts mit zwei Rädern gleichzeitig fahre, dann eigentlich immer – sonst so gut wie nie. Das liegt vermutlich daran, daß ich nur äußerst spuradisch Scheiben einschlage oder Bauwagen anzünde.
  20. Also in diesem Monat? Das kommt sicher noch.
  21. Wirst du auch ohne blonde Begleitung in die meisten Clubs gelassen? Ich werde eigentlich nirgendwo ohne Frauenbegleitung reingelassen. Mein Wert als Mensch bemißt sich in dieser Gesellschaft darin, inwieweit ich Frauen diene, so daß sie mich durch ihre Gegenwart salonfähig machen. Das war bereits im traditionellen Gynozentrismus so und im feministischen Gynozentrismus ist es nicht anders. Ein weißer, heterosexueller Mann wie ich liegt als Person irgendwo zwischen „wertlos“ und „uninteressant“.
  22. Wurdest du schon du schon mal dafür verprügelt, dass du aussiehst, wie du aussiehst? Ja, in der Grundschule, denn ich war ein sehr feminines, hübsches Jüngelchen und ich bin oft darauf angesprochen worden, ob ich ein Mädchen sei. Entsprechend war der Ärger dort groß – täglich. Mit 11 ging ich dann zum Karate und von da an nahmen die Dinge ihren Lauf. Heute bin ich ein 1,94m großer nordischer Kleiderschrank von knapp 100kg. Das Problem hat sich erledigt, denn meine Freunde sagen immer: „Mit Elmar durch Berlin zu gehen, ist wie einen personal bodygard zu haben – da ich werde nie von irgendwelchen Mullahs angepöbelt.“. Und es freut mich sehr, daß meine bloße Präsenz ausreicht, um diejenigen, die uns verachten und darum angreifen, in Schach zu halten.
  23. Stört es dich, wenn deine Eltern ganz anders über Migrantinnen denken als du? Du mußt jetzt ganz stark sein, Hoppelhase: Ich kann damit leben, daß andere Menschen andere Meinungen haben als ich. Und sollten sie ihre Freiheiten, die ihnen ihre Menschenrechte geben, nutzen, ist das für mich kein Grund, sie als Feinde zu betrachten, die man ausmerzen muß. Das gilt auch dann, wenn es um die Hautfarabe geht. Von der Aufklärung haben wir das gelernt, eine Sache, mit der du dich auch mal beschäftigen solltest.
  24. Haben Fremde schon mal ungefragt deine Haare angefasst? Klar, machen bei mir aber nur Frauen, sonst traut sich das keiner.
  25. Gibst du dir viel Mühe, die Namen spanischer, italienischer oder französischer Fußballspieler richtig auszusprechen, die von türkischen und vielen anderen aber nicht? Ich rede nicht über Fußball.
  26. Wie würdest du dich fühlen, wenn deine neuen Nachbarn eine afghanische Familie wären? Etwa so: MIRDOCHEGAL.
  27. Wie würdest du dich fühlen, wenn deine neuen Nachbarn eine schwedische Familie wären? Kommt drauf an, wenn sie eine blonde Tochter um die 20 haben …. na ja … 😉
  28. Bezieht es irgendjemand auf dein Aussehen, wenn du etwas nicht so gut kannst? Mich nervt es eher, daß immer alle vermuten, daß ich alles mal eben so könnte. Denn das ist nicht so.
  29.  WELCHES BILD KOMMT DIR IN DEN KOPF, WENN DU AN SCHWARZE MÄNNER DENKST? Eine schier entlose Schlange von Olympiasiegern und Weltmeistern im 100m-Sprint.
  30. Welches Bild kommt dir in den Kopf, wenn du an muslimische Frauen denkst? Keines. Muslimische Frauen zwischen 6 und 70 dürfen typischerweise nicht das Haus verlassen. Woher also soll ich wissen, wie sie aussehen?
  31. Hast du schon mal gedacht: Wenn ich könnte, würde ich nur mit Menschen zusammenarbeiten, die so sind wie ich? Nein, dann würden sich die Schwächen des Teams verdoppeln, was unklug wäre.
  32. Siehst du Menschen, die dich repräsentieren, wenn du den Fernseher anschaltest oder eine Zeitung aufschlägst? Was ist denn das für eine bescheuerte Frage? ICH BIN WEISS, HETEROSEXUELL, MÄNNLICH. Ich sehe im Fernsehen nur Menschen, die öffentlich dafür eintreten, Menschen wie mich am besten gleich umzubringen. Schließlich sind wir ja nur Müll. #menaretrash #killallmen
  33. Wie oft geben dir Menschen in deinem Umfeld das Gefühl, dass du nicht zu dieser Gesellschaft gehörst? Kommt drauf an, wie oft ich so am Tag auf Frauen treffe….

Also: Nichts von diesen Fragen hat irgendwas mit irgendeinem Test auf Rassismus zu tun. Wer aber im Sinne dieser Fragen gut wegkommt, der ist mit Sicherheit ein asozialer, dummer Vollpfosten.

 

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1 Kommentar

  1. […] gibt einen neuen Fragebogen, der kein Fragebogen ist, sondern eine als Frage verkleidete Anklage, man sei ein Rassist. Die […]

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