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Sind Frauen wirklich so doof?

Gunnar Kunz, Autor des jüngst erschienenen Schwarzbuch des Feminismus, hat gerade im alternativlos-aquarium an Hand einiger Beispiele darüber nachgedacht, daß Frauen oft so unreflektiert sind.

Nun bin auch ich der Meinung, daß die Hypothese „Ja, die Frau da vor dir ist wirklich so dumm und primitiv, wie es dir gleich am Anfang schon vorkam.“ deutlich öfter erfolgreicher ist als die Alternativhypothese „Du verstehst die Frau gerade deshalb nicht, weil sie so unfassbar subtil, raffiniert und feinfühlig vorgeht.“. Doch warum ist das so? Was steckt dahinter? Wo liegt das Problem?

Gunnar berichtet z.B. davon, daß Frauen weiblichen Psychoterror ignorieren und stattdessen von Schwesterlichkeit faseln, daß sie Ellenbogenmentalität als Kämpfergeist umdeuten und den notorischen Zwang bei vielen Frauen, an der emotionalen Pissrinne gemeinsamer Nachmittage unbedingt auch den letzten Tropfen abzuschütteln, als Friedfertigkeit und Liebesfähigkeit deklarieren – obwohl kein Mann sich sowas von Frauen wünscht, während Männer für die Liebe von Frauen doch sonst fast alles zu tun bereit sind. Sind Frauen deshalb unreflektiert?

Ich habe da Zweifel.

Denn alle diese weiblichen Manöver verlangen in der Tat einiges rhetorisches Geschick und eine Kaltschnäuzigkeit, die man nicht haben kann, ohne sich über die Folgen des eigenen Tuns genau im Klaren zu sein. Und heißt das nicht, daß wir über diese Folgen reden sollten? Ja, genau das heißt es, denn diese Folgen gibt es nicht.

Was ich sagen möchte, ist, dass es ein soziales Privileg darstellt, sich selbst durch unwahre Behauptungen eine soziale Position i.e. soziale Gestaltungsmöglichkeiten und die Inanspruchnahme sozialer Normen zu verschaffen, ohne für diese unwahren Behauptungen zur Rechenschaft gezogen zu werden, und folglich die angemaßte soziale Position sofort zu verlieren. Diese Vorteile sind übrigens nicht evolutionär, denn sie schwanken mit der kulturellen Entwicklungsstufe einer Gesellschaft und natürlich auch mit der Kultur selbst. Insbesondere sie lassen sich auch nicht ausdrücken in Termen von Verbreitungswahrscheinlichkeit oder Überlebenswahrscheinlichkeit von Genen.

Wenn also Frauen darüber reflektiert haben, daß sie durch Lügen soziale Vorteile gewinnen können, ohne dafür zur Rechenschaft gezogen zu werden, dann deutet ihr Handeln primär auf die Existenz von Privilegien hin, die mit verschiedenen sozialen Hierarchiestufen gekoppelt sind – und damit auf die Hierarchie selbst. Dieser Gedanke ist auch nicht neu, wissen wir doch, daß die Höflichkeitsformen von Männern gegenüber Frauen abgeleitet sind von dem Regeln, die im Mittelalter von Herrschern ihren Dienern auferlegt wurden.

Von diesem Standpunkt aus leuchtet es ein, daß Selbstreflexion weder eine männliche noch weibliche Verhaltenstenzdenz ist. Das ist auch der Grund dafür, daß diese Verhaltenstendenzen nichts Genetisches oder Biologisches sind. Tatsächlich handelt es sich IMHO um eine Eigenschaft der Top-Position innerhalb einer sozialen Hierarchie, die auch Männern offensteht – wenigstens im Prinzip.

Die wahre Mission der Maskulisten ist es damit, Gesellschaftskritiker zu sein und ihr Gegner ist eine hierarchische Gesellschaftsstruktur – von der im Moment zufällig primär Frauen profitieren. Folgerichtig ist der besonders von Frauen angeheizte Geschlechterkonflikt eigentlich ein Stellvertreterkonflikt.

Interessanterweise hat sich der Feminismus noch nie gegen solche sozialen Hierarchien gewehrt – obwohl sie zutiefst antihumanistisch sind. Feministen wollen vor allem, daß die Frauen auf den höchsten Stufen dieser Hierarchie stehen. Die Abschaffung dieser Hierarchien jedoch wird nie gefordert. Und deshalb kann der Feminismus auch keine linke oder humanistische politische Position sein. Stattdessen ist es nicht verwunderlich, daß Feminismus sich bestens mit der politisch rechten Ideologie des Neoliberalismus versteht.


20 Kommentare

  1. Gunnar sagt:

    Vielen Dank für deine Antwort auf meinen Artikel.
    In Bezug auf manche Fälle wirst du sicher recht haben, z.B. könnte ich mir das für das Beispiel mit den Grünen in meinem Artikel vorstellen, evt. auch für Mitscherlich und die Nahles-Berichterstattung.
    Hingegen glaube ich, dass dies für die befragten Frauen bei der Studie der Marie Claire nicht zutrifft, sondern dass die Betreffenden einfach ihrer Fantasie nach einer eierlegenden Wollmilchsau als Partner nachgegeben haben, ohne groß darüber nachzudenken.
    Auch beim Streit zwischen Emma und Courage glaube ich nicht daran, denn das war ja ein Streit zwischen Frauen, zudem war es damals (und ist z. T. heute noch) gedankenloser Usus, alle negativen Eigenschaften als „Männereigenschaften“ zu bezeichnen, das wurde einfach nicht hinterfragt.
    Bei der Stasi-Frau bin ich ebenfalls davon überzeugt, dass sie sich nicht dessen bewusst war, was sie gesagt hat. Verdrängung eigener Schuld und die Suche nach Sündenböcken sind ja grundsätzlich starke Triebfedern im Menschen, insbesondere wenn die eigenen Handlungen in krassem Gegensatz zum Selbstbild stehen.
    Insofern denke ich, es gibt sicher beides, die unreflektierte Haltung, die ich beschrieben habe, und das taktische Verhalten, das du beschreibst.
    Dass Feminismuskritik Gesellschafts- und Privilegienkritik ist oder zumindest sein sollte, sehe ich genauso.

    • @Gunnar

      „Hingegen glaube ich, dass dies für die befragten Frauen bei der Studie der Marie Claire nicht zutrifft, sondern dass die Betreffenden einfach ihrer Fantasie nach einer eierlegenden Wollmilchsau als Partner nachgegeben haben, ohne groß darüber nachzudenken.“

      Ich versteh das dahinterstehende Prinzip, aber ist realistischerweise vorstellbar, daß sich diese Art von Gedankenlosigkeit flächendeckend entwickeln kann, ohne die sozialen Privilegien einer hierarchischen Top-Position?

      • crumar sagt:

        Ich fürchte, wenn du so prinzipiell fragst, kann man das nur bejahen und ich glaube, wir können das nur eingeschränkt nachvollziehen.
        „Gynozentrismus“ ist eine zutreffende, aber auch leichte Analyse, denn wir haben die daraus resultierenden Aussagen oder Einstellungen kritisiert, aber nicht umfänglich das daraus resultierende Bewusstsein.
        Männer müssen sich dem Realitätsprinzip stellen, während für Frauen das Lustprinzip gelten soll – identischer Sachverhalt.
        Ich hatte einmal in AE ganz ernsthaft die Frage gestellt, warum Frauen permanent auf Lob und Bestätigung aus sind. Man kann das beobachten, ich verstehe es quasi „im gemeinten Sinne“, aber nicht wirklich.

        Das Frauen mit manipulativen Taktiken die Waffen der Schwächeren nutzen ist für mich nachvollziehbar, dass sich dies zur Rechtfertigung jeder Lüge auch als Machtspiel verwendet wird bereits nicht mehr.
        Für sie gilt mit „ohne für diese unwahren Behauptungen zur Rechenschaft gezogen“ zu werden die Kehrseite der Folgen- und Verantwortungslosigkeit, nämlich der Status eines Kindes.

        Wenn einzelne Incel drohen, 90% aller Frauen vernichten zu wollen, dann wird die gesamte „Bewegung“ zur terroristischen Vereinigung gemacht.
        Twittern das Feministinnen, dann bekommen sie Raum für ein Interview.
        Das ist nicht nur Doppelmoral – es nimmt sie einfach keiner ernst.
        Man hält das für folgenloses – nun ja – Maulheldentum: „Was bist du für ein wildes Mädchen!“
        Und auf diese externe Validierung sind sie doch offensichtlich aus.
        Sicherlich sind sie privilegiert, ihren Schmarren folgenlos herausplärren zu können, aber doch in erster Linie, weil man genau weiß, es hat keinerlei Folgen.

        • @crumar

          Dein Kommentar – wenn ich ihn richtig verstehe – geht weit über den post hinaus. Aber ich verfolge das gerne trotzdem. Korrigiere mich, wenn ich dich falsch verstanden habe.

          „denn wir haben die daraus resultierenden Aussagen oder Einstellungen kritisiert, aber nicht umfänglich das daraus resultierende Bewusstsein.“

          Ja, das ist auch meine These.

          „Ich hatte einmal in AE ganz ernsthaft die Frage gestellt, warum Frauen permanent auf Lob und Bestätigung aus sind.“

          Ich weiß es auch nicht, biete aber folgende Spontanidee an:
          i) Wäre die den Gynozentrismus implementierende, soziale Hierarchie wirklich evolutionären Ursprungs – wie luisman das behauptet – dann müßte man nichts tun, um sie aufrecht zu erhalten.
          ii) Aufrecht erhalten wird sie, indem Frauen immer wieder nicht aufgrund ihres Verhaltens so-und-so behandelt werden, sondern aufgrund ihres Geschlechtes. Im ersteren Fall müßten Frauen keiner Bestätigung hinterher jagen, sondern einem Verhalten, die diese Bestätigung automatisch nach sich zieht. Doch das tun vor allem Männer.
          iii) Die Vorteile des Gynozentrismus reißen daher auch zukünftig nicht ab genau dann, wenn Frauen in ihrer Weiblichkeit bestätigt werden & sie gelobt und bestätigt werden, ohne das verdient zu haben. Denn dann kommt als Quelle des Lobs nur noch das Geschlecht in Frage, was die Gültigkeit des Gynozentrismus bestärkt.

          „nämlich der Status eines Kindes.“
          Korrekt – aber das hat auch den Sonnenkönig nicht von seiner absolutistischen Macht verdrängt. Warum sollte dieser Preis der Macht Frauen also stören?

          „Und auf diese externe Validierung sind sie doch offensichtlich aus.“
          Ja, weil sie den Gynozentrismus stärken wollen, der sonst unter der Flut erodierender Tatsachen ganz schnell verschwinden würde.

          „Sicherlich sind sie privilegiert, ihren Schmarren folgenlos herausplärren zu können, aber doch in erster Linie, weil man genau weiß, es hat keinerlei Folgen.“
          Wenn meine Idee von oben stimmt, dann gibt es doch Folgen – schwere Folgen sogar, nur liegen sie in der Zukunft und heißen „Kein Untergang des instabilen, weil ungerechten & realitätsfernen Gynozentrismus“.

          Was sagst du?

          • crumar sagt:

            Hmmm.
            Die Kosten für die individuelle Zurechnung von Fähigkeiten sind auf unserer Seite höher, weil sie auch mit der individuellen Zurechnung von Niederlagen verbunden sind.
            Das ist aber normal, wenn man wirklich als Individuum behandelt wird.
            Der Gynozentrismus kennt aber keine Individuen, denn eine Frau wird auf der Basis des Geschlechts behandelt, also als Mitglied eines Kollektivs.
            Die Aufwertung des Geschlechts wertet sie als Individuum auf, während Niederlagen sich feministisch „strukturell“ auch nicht auf der Seite des Individuums befinden.
            Denn dort befindet sich das „Patriarchat“ = Gesellschaft = Mann.
            Was du unter Bestätigung von „Weiblichkeit“ fasst, folgt somit diesem sehr obskuren „kollektivistischen“ Pfad – sie möchte sich als Individuum in etwas bestätigt sehen, was sie individuell nicht ist.
            Es ist nicht verwunderlich, dass auf diese Art und Weise kein individuelles „Selbstvertrauen“ entstehen kann – die Fähigkeiten beziehen sich auf das weibliche Geschlecht und was es verhindert und aus was es zu lernen hätte, wird dem männlichen Geschlecht übereignet.
            Aus einer individuellen (männlichen) Perspektive ist das eine doppelte Enteignung und die Kehrseite von „Gynozentrismus“.
            Ich glaube es ist kein Zufall, dass bspw. Anne an den Rändern dieser Gleichung als Individuum entstanden ist.

            • crumar sagt:

              Ich glaube, ich muss das noch einmal verdeutlichen, weil es so obskur klingt.

              Als Junge wird dir sehr schnell klar gemacht, du hast (A) für dein eigenes Leben zu sorgen und (finanziell) unabhängig zu sein – von der Gesellschaft hast du nichts zu erwarten.
              Und darauf wirst du verpflichtet.
              An dieser Stelle kann man das gesellschaftliche shaming für scheitern und die mangelnde sexuelle Attraktivität wg. Status außen vor lassen.
              „Eine Familie ernähren“ wird fälschlich als primäres Ziel ausgegeben, ist es aber gar nicht, denn das wird als Paket (B) auf das eigentliche Ziel drauf gesattelt.

              Jetzt sehen wir uns das für Mädchen an.
              Sie haben zwar auf den ersten Blick inzwischen einen ähnlichen Auftrag für A, aber spätestens mit B die Möglichkeit A zu suspendieren.
              Wenn sie nicht von vorne herein A so gestalten, dass B wie erwünscht eintritt oder A nur als Etappe zu B ansehen.

              Es ist logisch, dass sich auf dieser Basis ein unterschiedliches Bewusstsein entwickeln wird.

              Ich versuche, das an dem geflügelten feministischen Spruch, „Frauen sind/machen sich ökonomisch abhängig von Männern!“ klar.
              Das war erstens kein Nebeneffekt des „Patriarchats“, sondern die Suspendierung des Auftrags an sich selbst, für sein eigenes Leben zu sorgen.
              Ich komme auf den Anspruch von oben zurück.
              Dreht man die Sichtweise auf eine männliche, dann erfordert die Unterverantwortlichkeit der Frau, für das eigene Leben zu sorgen auf seiner Seite eine Verpflichtung und Mehrarbeit.
              D.h. die Unterverantwortlichkeit ist implizit das Recht, auf dessen Basis die schädlichen Folgen (für Frauen!) als „Abhängigkeit“ gefasst werden.
              Während die Verpflichtung zur Mehrarbeit und die Überverantwortlichkeit des Mannes als Naturkonstante erscheinen. Faktisch ist er gezwungen, sie per Mehrarbeit durch Erwerbsarbeit zu finanzieren, von der er umso abhängiger ist – während auf ihrem (feministischen) Saldo nur auftaucht, dass sie von ihm abhängig ist.

              Bereits der Blick auf diese Beziehung im feministischen Sinne macht aus einem „strukturellen“ Problem eines zwischen Personen.
              Ein „Beziehungsproblem“.
              Wie kann das entstehen?
              Weil Mädchen zwar auf den ersten Blick inzwischen einen ähnlichen Auftrag für A haben, aber spätestens mit B die Möglichkeit A zu suspendieren.
              Wenn sie nicht von vorne herein A so gestalten, dass B wie erwünscht eintritt oder A nur als Etappe zu B ansehen.
              Aus dieser Warte sind das alles Beziehungsprobleme, weil es immer einen Mann/den Staat braucht, um sie sicherzustellen.
              Es geht demzufolge auch im Feminismus permanent um Dinge, wie „Anerkennung“ und „Wertschätzung“ – alles interpersonal aufgelöste „Strukturen“.

              Weil ein ganz entscheidender Schritt vorab nicht stattgefunden hat: „Als Junge wird dir sehr schnell klar gemacht, du hast (A) für dein eigenes Leben zu sorgen und (finanziell) unabhängig zu sein – von der Gesellschaft hast du nichts zu erwarten.“
              Bildlich gesprochen kann die Nabelschnur eines Jungen gar nicht früh genug getrennt werden, während die mütterlich/gesellschaftlich/staatliche Symbiose mit dem Mädchen endlos verlängert wird.
              Was zu einer völlig unterschiedlichen Entwicklung von Individuen führt. Wobei der Auftrag im Grunde ist, die Individualentwicklung von Junge brutal zu forcieren und die von Mädchen zu verhindern.
              Beides ist schädlich auf eine ganz eigene Art und Weise.

              Es wundert mich daher NULL, dass wir das sehen können und die feminin-istische Seite nicht.
              Wir wurden zur Individualentwicklung/Autonomie verpflichtet, auf der Gegenseite fand das nicht statt.

            • @crumar

              „Es ist nicht verwunderlich, dass auf diese Art und Weise kein individuelles „Selbstvertrauen“ entstehen kann – die Fähigkeiten beziehen sich auf das weibliche Geschlecht und was es verhindert und aus was es zu lernen hätte, “

              Diesen psychologischen move hatte ich nicht vorausgesehen, aber er gefällt mir sehr viel besser als mein Vorschlag.

            • @crumar

              „Ich glaube, ich muss das noch einmal verdeutlichen, weil es so obskur klingt.“

              War schon verständlich.

            • crumar sagt:

              Vielen Dank! 🙂 Ich habe – mit djad – eine solide Abneigung gegen psychologische Erklärungen entwickelt. Aber mir fällt nichts anderes ein, um zu erklären, warum sich unsere Sichtweisen nach Geschlecht so fundamental unterscheiden. Selbstredend versuche ich, eine materialistische und historische Note en passant mit zu liefern, aber bei einigen (entscheidenden) Punkten misslingt mir das.
              Die Obsession bspw., „männliche Autonomie“ zu „dekonstruieren“ ist dermaßen auffällig, dass ich mich frage, warum es ihnen nicht selber auffällt.
              Der „blinde Fleck“, der hinter der Absicht steht ist geradezu peinlich sichtbar.
              Zumindest für mich.
              Deshalb interessiert mich die Frage auch, wie dieser „blinde Fleck“ hat entstehen können und ich lande immer wieder bei den Ausgangsbedingungen der Entstehung des bürgerlichen Feminismus.
              Um so mehr sie (als Geschlecht) beschützt und in den Mittelpunkt gestellt worden sind, desto weniger war das zuträglich für ihre Entwicklung zum Individuum.
              Es geht nicht um „Penisneid“, sondern um Individualneid>/i> und ihre (privilegierte) Perspektive ist, die Kosten dieser Entwicklung völlig auszublenden und ggf. zu verleugnen.
              Mir ist nicht klar, wie vor diesem Hintergrund „Gleichberechtigung beginnt zu zweit“ funktionieren soll.

      • Gunnar sagt:

        @Elmar:
        „Denn alle diese weiblichen Manöver verlangen in der Tat einiges rhetorisches Geschick und eine Kaltschnäuzigkeit, die man nicht haben kann, ohne sich über die Folgen des eigenen Tuns genau im Klaren zu sein.“
        Das sehe ich anders. Eine kohärente Haltung würde rhetorisches Geschick verlangen, hingegen im 2. Satz zu ignorieren, was man im 1. gesagt hat, weil es immer nur darum geht, das Narrativ Frauen = gut, Männer = schlecht zu bedienen, verlangt gar nichts. Und da die beschriebenen Frauen von der moralischen Ungleichwertigkeit der Geschlechter überzeugt sind, verlangt ihre Argumentationsweise nicht mal Kaltschnäuzigkeit, weil sie nicht das Gefühl haben, etwas Verwerfliches zu tun. Dass es ein Privileg ist, dass Frauen all dies tun können, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen, da sind wir uns einig.
        Was die Frage nach Evolution betrifft, da hatten wir ja schon mal drüber diskutiert; ich sehe das eher wie Luisman.
        Selbstreflexion hat keinen biologischen Ursprung, da bin ich wieder deiner Meinung. So wollte ich meinen Ursprungsartikel auch nicht verstanden wissen. Mangelnde Selbstreflexion ist hier die Folge von Bequemlichkeit: Frauen haben es nicht nötig, in ihren Aussagen kohärent zu sein, weil sie, wie du richtig schreibst, das Privileg Frau besitzen.

        „Ich versteh das dahinterstehende Prinzip, aber ist realistischerweise vorstellbar, daß sich diese Art von Gedankenlosigkeit flächendeckend entwickeln kann, ohne die sozialen Privilegien einer hierarchischen Top-Position?“
        Schließt sich das denn gegenseitig aus?

        „So gehen z.B. bei einer Kooperation von 100 Wissenschaftlern 50% aller Publikationen auf 10 Autoren zurück.“
        Das muss nicht zwangsläufig etwas mit Hierarchien zu tun haben, sondern kann ebenso gut auf unterschiedliches Engagement zurückzuführen sein. In Arbeitsgruppen mache ich immer wieder dieselbe Erfahrung, dass es nämlich einige Menschen gibt, die sich engagieren und etwas tun, und andere, die bloß mitlaufen.

  2. luisman sagt:

    Was Du als Humanismus bezeichnest habe ich ja schon mal kritisiert. Ich denke der Begriff ist abschaffenswert, da er mit dem realen Verhalten von Menschen nichts zu tun hat und nur in einer seltsam idealisierten Welt Bedeutung hat.

    M.A. entstehen Hierarchien ganz automatisch, und vor allem bei Maennern ist das evolutionaer gepraegt. Frauen haengen sich nur dran, weil sie ihre Partner nach den von Maennern etablierten Hierarchien auswaehlen (Status). Das ist das Urproblem des Feminismus, dass Frauen ihren Status, ihren Platz in den Hierarchien nur ueber ihre Maenner erhielten. Im Feminismus wollen Frauen ihre eigenen Hierarchien entwickeln. Im wirklichen Leben treffen sie dann auf die Konkurrenz von Maennern und verlieren regelmaessig. Ihre Strategie ist dann typisch weiblich, die Beklageritis. Dadurch haben sie den Diskurs auf diese weibliche Schiene umgelenkt. Somit diskutieren wir nicht mehr ueber meritokratische Hierarchien, sondern darueber, wer sich am meisten benachteiligt fuehlen darf. Das zerstoert die Gesellschaft und die Prosperitaet.

    • @luisman

      „Was Du als Humanismus bezeichnest habe ich ja schon mal kritisiert.“

      Da ist in der Tat was dran: der Begriff des Humanismus wird in dem post eher als politischer Kampfbegriff verwendet, denn als Werkzeug der Analyse. Insbesondere streite ich nicht ab, daß sich in der Realität oft Hierarchien bilden – selbst da, wo man es nicht erwarten würde. So gehen z.B. bei einer Kooperation von 100 Wissenschaftlern 50% aller Publikationen auf 10 Autoren zurück. Bei 1000 gleichen Wissenschaftler sind es 30, die 50% aller Publikationen verfassen – was nur durch eine Hierarchie zu erklären ist.

      Die Frage, ob solche Hierarchien evolutionären Ursprungs sind, halte ich sachlich für nebensächlich, praktisch aber für irreführend, weil sie die wahre, die soziale Quelle von Matriarchat und Gynozentrismus verdeckt. Worauf es mir bei den Gleichheitsforderungen des Humanismus tatsächlich ankommt, ist, daß sich diese Hierarchien nicht entlang der falschen Merkmale bilden wie z.B. entlang angeborener Merkmalen wie Haarfarbe, Hautfarbe, Rechtshändigkeit oder was auch immer.

    • Gunnar sagt:

      @luisman
      „Ich denke der Begriff ist abschaffenswert, da er mit dem realen Verhalten von Menschen nichts zu tun hat“
      Bedeutet das Wort nicht einfach, menschlich zu handeln? Also nicht bloß den eigenen Vorteil im Auge zu haben, sondern auch andere Menschen zu berücksichtigen? Das Prinzip: leben und leben lassen? Beispielsweise auf Handlungen zu verzichten, weil sie anderen Menschen Schaden zufügen würden? Oder ganz simpel: In einem Streit dem anderen zuzugestehen, dass er ein Anrecht auf eine andere Meinung hat, die ebenso begründet sein kann? Oder jemandem, der einen Fehler begangen hat, eine zweite Chance zu geben? Zu verzeihen? Empathie für jemanden zu empfinden, der in einer völlig anderen Situation ist als man selbst? Das würde ich als eine humanistische Einstellung bezeichnen.

      • luisman sagt:

        QED Elmar, denn das ist was DU ueber den Begriff denkst. Andere denken Humanismus waere, einen 90 Jaehrigen so lange an eine ECMO zu haengen, bis sein Fleisch anfaengt zu faulen. Wieder andere denken, Humanismus waere, einer Familie ihr Kind weg zu nehmen, weil die Eltern irgendwie „rechtes Gedankengut“ pflegen. Etc.pp.

        Humanismus ist, wie Menschenrechte (wobei diese wenigstens halbwegs klar definiert sind), ein ideologischer Gummibegriff, den man zu allem missbrauchen kann.

        Sinnvoll waere der Begriff nur, wenn er bezeichnete, SO und SO verhalten sich ueber 99% aller Menschen, und das sollte unsere Messlatte sein. Ist aber nicht so. Jeder hat seinen individuellen Humanismus. Manche denken Steuern sind Diebstahl, andere denken sich jeden Tage neue Steuern aus. Beide halten sich fuer die Guten(TM) und den anderen fuer den Anti-Humanisten.

        • Gunnar sagt:

          Mir ist nicht ganz klar, auf wen du antwortest. Ich bin Gunnar, nicht Elmar.

          Falls die Antwort an mich geht: Was ist daran QED? Menschen haben über so ziemlich alles andere Vorstellungen, ohne dass man deshalb die zugrunde liegenden Begriffe für überflüssig halten würde. Jeder hat nicht nur seinen individuellen Humanismus, sondern auch sein individuelles Gefühl von Gerechtigkeit, sozialem Verhalten, Heimat, Glauben, Ehrlichkeit, Freundschaft, Liebe … Wollen wir diese Begriffe jetzt alle abschaffen?

          Und warum sollte ein Begriff bloß dann sinnvoll sein, wenn sich 99 Prozent danach richten? Ich verstehe, ehrlich gesagt, deine Argumentation nicht.

          Wenn du sagen würdest, der Begriff ist unklar, deswegen ist es wichtig, ihn zu definieren, da würde ich dir sofort zustimmen. Aber abschaffen?

          Und warum vermengst du jetzt Gutmenschentum und Humanismus? Dass es Leute gibt, die den Begriff okkupieren, um sich als Gutmenschen darzustellen, kann man kaum dem Humanismus ankreiden.

          • luisman sagt:

            Antwort war an Dich, aber das Avatar von Elmar erschien in meinem WP-Admin, weshalb ich dachte Elmar haette das geschrieben.

            In einer rationalen oder wissenschaftlichen Diskussion, in der es wichtig ist klar definierte Begriffe zu verwenden, wuerde ich den Begriff nicht verwenden. Das ist ja auch eines der Proble heutzutage, warum sich Menschen nicht mehr verstehen. Linke und Geisteswissenschaftler haben zu einer Begriffsaufweichung beigetragen, auch z.T. von Begriffen, die frueher mal klar und spezifisch waren.

  3. Hans sagt:

    Sagen wirs mal so: Was nützt es, wenn der Mann von der Jagd ein fettes Wildschwein anschleppt, wenn dasselbe durch eine Intrige der hungrigen Nachbarsfrau und viel Geschwätz derselben im Stammesrat zum Stammesgemeinschaftseigentum umdeklariert wird? – Die aufmerksame Ehefrau des erfolgreichen Jägers hätte die Intrige wahrscheinlich früh bemerkt und das Revier mit Zähnen und Klauen, vor allem aber mit der Zunge verteidigt. Und die Nachbarsfrau würde mich vielleicht einlullen, aber meine Frau bliebe bockig. Wer gewinnt, kriegt das Schwein.
    Insofern: Keiner von beiden ist doof, jeder hat seine Stärken und blinden Flecken und gemeinsam wird was draus.

  4. Emannzer sagt:

    „.. Nun bin auch ich der Meinung, daß die Hypothese „Ja, die Frau da vor dir ist wirklich so dumm und primitiv, wie es dir gleich am Anfang schon vorkam.“ deutlich öfter erfolgreicher ist als die Alternativhypothese „Du verstehst die Frau gerade deshalb nicht, weil sie so unfassbar subtil, raffiniert und feinfühlig vorgeht.“. Doch warum ist das so? Was steckt dahinter? Wo liegt das Problem? ..“

    Nun, Männers, ich denke, dass ihr hier teilweise recht interessant und tief abgestiegen seid. Und irgendwie reflektiert doch genau das, dieses „.. unfassbar subtil, raffiniert und feinfühlig..“ etc.pp. Und damit zu meiner provokanten These: Nehmt Frauen einfach nicht zu ernst! (zumindestens viele dieser Sorte).

    Frauen denken, leben und handeln zuallererst:

    – Egozentrisch (d.h. nicht nur die Welt dreht sich um sie, sondern sie hat es auch zu tun!)
    – Damit stehen sie immer noch jenseits aller Heliozentrik und bleiben eindimensional stecken
    – Ergo sind viele Frauen nur auf sich selbst fixiert und meinen, die Sonne hat für sie zu scheinen
    – Entsprechend eiskalt gehen sie dann auch vor, das fängt schon mit der Schnorrerei beim Essen an
    – Und wenn es dann ernst wird, dann reagieren sie halt streng buchhalterisch nach Soll & Haben
    – D.h.: Wer Madames Soll (aka Will) kein persönliches Haben entgegensetzen kann, muss weg!
    – Und wenn er später rumzickt und sie nicht wie eine Sonne umkreist, dann muss er das auch
    – Doppelte Buchführung auf Doppelstandards eben – nur nach ihren Vorstellungen eben

    Das könnte nun vielen übel aufstoßen oder das Gefühl hinterlassen, ich wäre ein verbitterter Revanchist und Frauenhasser. Dem ist nur leider nicht(!) so. Und ich kenne viele Frauen, die sich dennoch immer in den obigen Themengebieten „bewiesen“ haben.

    Daher braucht’s für mich auch keine theoretischen Abhandlungen, sondern nur den schwer verdienten Hinweis, dass man bei der leisesten Ahnung hinsichtlich obiger Punkte lediglich eins tun sollte: Ganz schnell die Beine unter den Arm klemmen und Reißaus suchen. Wohl dem, der diese Indizien nicht vorfindet, nebenbei.

    Wie auch immer: Seid genauso egostisch und lasst euch nicht auf diese ausnutzenden Spiele ein. Dann braucht’s auch keine Schmerzen hinterher. Und fragt euch immer, warum es geschiedenen Frauen hinterher zumeist besser geht, als vorher.

    Ich könnte nun noch das Wort Schma****** benutzen, möchte das aber an dieser Stelle nicht.
    Doch seht euch nur das Government-Care-Programm unserer geliebten Legeslative dazu an.

    • Na ja, dein Rat hat schon was: viele Frauen sind einfach zu verstehen, denken nicht weit und was sie verbal absondern, beschränkt sich oft auf platte Manipulation. Aber im Einzelfall können die Unterschiede eben sehr groß sein. Es genügt imho nicht – wie einige MGTOWs das tun – Frauen generell zu ignorieren. Wir sollten gerade den Frauen, die herausstechen – und die gibt es definitiv – durch Kooperation ein im Vergleich zu den Frauen, die wir ignorieren, herausragendes Leben verschaffen. Den Rest der Frauen mag getrost die Evolution ereilen.

      Und diese gezielte Bevorzugung ist eben nur möglich, wenn wir uns weiterhin den Kopf zerbrechen über Frauen. Daß wir das noch geschickter tun müssen, steht außer Frage.

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