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Männer in Russland

Als ich 2013 nach Moskau ans MIPT ging. kam mir die russische Gesellschaft in vielen Punkten recht widersprüchlich vor. Inzwischen geht das auch russischen Männern so.

Einerseits sind die russischen Frauen im Alltag und Beruf enorm selbstbewußt, karriereorientiert und folgen in ihrem Leben ihren eigenen Ideen und Vorstellungen, während sie Männer durch die Bank als minderwertig und unfähig verachten. Andererseits liegt der ganze Stolz russischer Frauen darin, nöglichst früh geheiratet zu werden und Kinder zu bekommen. Geschieden zu sein, ist hingegen so normal, daß es kaum erwähnt wird. Über russische Frauen habe ich hier schon einmal berichtet. Und mit dem Ergebnis meines Berichtes stehe ich keineswegs allein.

Damals schien es mir kaum vorstellbar, daß ein russischer Durchschnittsmann aus seiner traditionellen Rolle als kostenloser Dienstbote und Bezahlesel der russischen Frau ausbrechen könnte. Doch die Zeiten haben sich verändert, wie jüngst ein Artikel belegt. Ich trage mal die wesentlichen Fakten zusammen.

Russische Männer beklagen sich über:

  1.  Väter können nach der Scheidung nicht das Sorgerecht für ihre Kinder bekommen.
  2.  Russische Frauen gehen mit 60 in Rente, Männer mit 65.
  3.  Die sozialen Umgangsformen in Russland gegen den Frauen alle Vorteilen und Vergünstigungen und den Männern den Rest. Inbesondere können Frauen sich gegenüber Männern unmoralisch verhalten, ohne daß dies für Männer das Recht auf Vergeltung nach sich ziehen würde.
  4.  Die russische Wehrpflicht gilt nur für Männer.
  5.  Männer zählen für Frauen eher zu den mehr oder weniger praktischen Einrichtungsgegenständen ihres Lebens und werden nicht als Personen wahrgenommen, denen eine Frau, die etwas auf sich hält, echte Gefühle entgegen bringen würde.
  6.  Es sind die Frauen, welchen die soziale Definitionsmacht zugestanden wird, festzulegen, was ein guter Mann ist und was nicht.
  7.  Das Konzept der Vaterschaft ist im Grunde inexistent: Es gibt eine einmalige Zahlung für eine Geburt und Leistungen nur für alleinerziehende Mütter. Väter sind nach der Scheidung auf die Bezahlung von Alimenten reduziert.
  8. Männliche Homosexualität ist ein gesellschaftliches Tabu, weibliche Homosexualität nicht.
  9. Insbesondere beim dating läßt sich eine russische Frau mit Aufmerksamkeiten und Geschenken überhäufen und tut selbst gar nichts, um für einen Mann interessant zu sein, denn sich Herauszuputzen, ist eine Sache, die eine russische Frau bereits für die Öffentlichkeit erledigt.

Für die russische Bevölkerung, die erst in den letzten 15 Jahren das Konzept der Selbstverwirklichung entdeckt hat, ist es ein beachtlicher Fortschritt, wenn auch russische Männer bemerken, daß ihnen dasselbe Recht auf Glück zusteht, wie Frauen.

Hoffen wir, daß sich die Sache so weiterentwickelt.


8 Kommentare

  1. djadmoros sagt:

    Der (Stadt-)Kosak als Musterbeispiel des unbeweibten Kriegers – »Baby poslednjeje delo« – »Weiber kommen letzter Stelle« 🙂

  2. Matze sagt:

    Russische Frauen: Sein Geld ist unser Geld und mein Geld ist mein Geld.

    Ich habe unter dem Video mal nachgefragt was die Frauen im Gegenzug anbieten und statt einer Antwort wurden mir alle mögliche Schlechtigkeiten unterstellt. Die Frau kriegt sozusagen harte Währung. Etwas das ihr garantiert einen Vorteil bringt. Was kriegt der Mann?

    • Die Ehre von der Frau beachtet zu werden. Alles andere wäre materialistisch – bei Männern.

    • Mir kommt das vor wie eine MGTOW für Frauen, die diesee Position ausnutzen, um ökonomische Vorteile zu erlangen.

      • crumar sagt:

        Einspruch.
        Men Going Their Own Way als – sehr individualistisches – Konzept basiert u.a. auf Selbstständigkeit, Eigenverantwortlichkeit und Autonomie.
        Das hat mit dem Lebensmodell dieser Frauen nichts zu tun.
        Wenn ein anderer dein Leben finanzieren muss, dann ist diese „Autonomie“ ein Selbstbetrug.

        Die im Video vorgetragene Haltung „sein Geld ist unser Geld und mein Geld ist mein Geld“ ist lediglich ein weiterer Selbstbetrug.
        Wenn sie weder die Hälfte der Miete, noch die anderen Lebenshaltungskosten in einer Partnerschaft hälftig bezahlen, dann simulieren sie mit „ihrem Geld“ ein individuell frei verfügbares Einkommen und damit ein Konsumniveau in einer Höhe, das sie als Single gar nicht hätten. Das ist der Bonus dieses Modells.

        An dem „das war schon immer so“ (selbstverständlich zurück bis in die Zeit als Jäger und Sammler) finde ich lustig, in der UdSSR waren bereits Ende der 1970er nur noch 7,5% aller Frauen reine Hausfrauen.
        D.h. die Behauptung einer geschichtlichen Kontinuität ist eine satte Lüge und Geschichtsfälschung.
        Ihre Mütter können ihnen von der „Rolle der Frau“ als „Hausfrau und Mutter“ gar nichts erzählt haben, denn die war selten und betraf nur Frauen mit vielen Kindern.

        Der „Traditionalismus“ sowie die Ablehnung des „westlichen“ Feminismus (hier wird u.a. Alexandra Kollontai souverän „vergessen“, weil es nicht ins Narrativ passt) ist lediglich eine weitere Spielart der Durchsetzung von Fraueninteressen.
        Sie argumentieren mit einem konservativen Lebensmodell, welches im „Westen“ in den 1950ern als Systemalternative zu dem des „realen Sozialismus“ entworfen worden ist und den hiesigen Feministinnen ist peinlich, genau deshalb haben Frauen mehrheitlich CDU gewählt.
        Weil es ihnen genützt hat.

        Der Haken des konservativen Alleinernährermodells ist, man muss nicht nur Männer überzeugen, die Alleinverantwortung als männliche Aufgabe zu begreifen, sondern es braucht auch einen Klassenkompromiss für den Alleinernährerlohn, der in die Lage versetzt, damit eine Familie zu ernähren.
        Dieser Kompromiss wurde mit dem Untergang des „realen Sozialismus“ gekündigt, demzufolge stirbt dieses Modell auch im „Westen“ langsam aus.

        • „Wenn ein anderer dein Leben finanzieren muss, dann ist diese „Autonomie“ ein Selbstbetrug.“

          Na ja … diese Frauen sorgen sehr wohl für sich selbst, aber hören sofort damit auf, wenn ein Mann mit ernsten Absichten naht und einer Frau die in ihren eigenen Augen höherwertige Existenz ermöglicht.

          Mit MGTOW hat das insofern zu tun, als aus einer Position der Stärke und Unabhängigkeit gehandelt wird. Der Rest ist natürlich grundverschieden.

          „Das ist der Bonus dieses Modells.“

          Korrekt.

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