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Briffault’s Law

Biologismus, die überzeugung, daß soziale Phänomene in Wahrheit biologische Phänomene sind, ist im Grunde nur der naturwissenschaftliche Wiedergänger von Briffault’s Law – und versucht de facto darzulegen, warum es für Männer alternativlos ist, sich Frauen zu unterwerfen.

Robert Stephen Briffault wurde vermutlich irgendwann zwischen 1874 und 1876 entweder in Frankreich oder in London geboren und war Zeitzeuge eines der wichtigsten Höhenflüge, die die Biologie je durchmachte: der Entwicklung der Evolutionstheorie und der Korrektur und Weiterentwicklung der ursprünglichen, Darwin’schen Ideen z.B. durch Ernst Haeckel oder Ernst Mayr. Briffault war nicht nur Chirurg und  Sozialanthropologe, sondern auch ein sehr politischer Mensch, der mit Bronisław Malinowski und dem Mathematiker und Philosophen Bertrand Russell über die Institution der Ehe korrespondierte. Daraus entwickelte er lange vor Pinker, Dawkins, Leda Cosmides und John Tooby eine nicht-naturwissenschaftliche Neuauflage der Mutterrechtstheorie (in: „Die Mütter“ von 1927), die soziologische, psychologische und ethnologische Aspekte verbindet.

  • (1) Entsprechend sehe ich den Biologismus als eine oft irgendeine Art von Determinismus involvierende, geisteswissenschaftliche Theorie, die ihre eigenen Ursprünge zu Unrecht in der Biologie vermutet und nicht zufällig wenig erfolgreich damit ist, rein biologische Experimente zu finden, die seine Thesen wirklich stützen. Insbesondere dürfte nicht allzu verwegen sein, zu behaupten, daß der gegenwärtige, holzschnittartige Biologismus, der die Manosphäre weitestgehend gelähmt hat, mit den Ideen obiger Denker wie Pinker und Dawkins nicht allzuviel zu tun hat.

Vermutlich tut man der Theorie von Briffault Gewalt an, wenn man sie auf wenig These reduziert, aber in einem post kann man schwerlich mehr erreichen:

  • A) Briffaults Gesetz besagt, dass „ das Weibchen, nicht das Männchen, alle Bedingungen der Tierfamilie bestimmt. Wo das Weibchen aus der Verbindung mit dem Männchen keinen Nutzen ziehen kann, findet keine solche Verbindung statt .“

Angewendet auf die menschliche Spezies erhält man:

  • B) Auch wenn eine Frau frühere Vorteile aus ihrer Beziehung zu einem Mann gezogen hat, ist dies keine Garantie dafür, dass sie die Beziehung mit ihm fortsetzt.
  • C) Verspricht eine Frau einem Mann, ihre Beziehung mit ihm für die Zukunft gegen eine von ihm erhaltene Leistung auch in Zukunft fortzuführen, wird ihr Versprechen mit der Leistung hinfällig.
  • D) Das Versprechen eines Mannes auf eine zukünftige Leistung hat nur begrenzte Möglichkeiten, eine dauerhafte Beziehung zu einer Frau zu sichern, und sein Versprechen hat nur insofern Gewicht, als die Frau auf die Leistung kurz warten muss und sie darauf vertraut, dass er seine Leistung behält Versprechen.

Briffault scheint hier zu behaupten, daß intime Beziehungen zwischen Männern und Frauen aus einer kalkulierten Kosten-Nutzen-Analyse allein von Frauen resultieren. Alle Arten des Nutzens kommen dabei in Frage: Reichtum oder wenigsten wirtschaftliche Absicherung, sozialer Status, sexuelle Kompatibilität, erwartetes zukünftiges Glück, emotionale Sicherheit oder die Fähigkeit des Mannes zur Vaterschaft.

  • (2) Wer auch nur eine Spur psychologischen Verständnisses besitzt, der versteht sofort, daß allgemeine, kurzfristige Handlungsprinzipien wie Nutzen, Risikovermeidung oder Ausgleich von Ungerechtigkeit für die Erklärung der einzelnen Handlungen der Individuen bestenfalls subsidiär sind und tatsächlich die Menschen je nach Situation zwischen ihren Handlungsgründen wechseln – in der Regel ohne dabei die geringsten Skrupel wegen Inkonsistenz zu haben. Andere langfristige Handlungsgründe von Personen, wie z.B. etwas zu tun, was dem Handelnden selbst einen Wert oder eine übergeordnete z.B. historische Bedeutung verleiht, werden von Briffault komplett übersehen.

Mit etwas Abstand sieht man natürlich sofort, daß Briffault Standpunkt nur eine Verklausierung des guten, alten Gynozentrismus ist und der Biologismus sich trotz aller Feminismuskritik de facto abmüht, für diesen eine naturwissenschaftliche und somit irgendwie unumstößliche Rechtfertigung zu geben.

  • (3) Für die Biologisten in der Manosphäre – die interessanterweise in der Mehrzahl weder Biologen noch Naturwissenschaftler sind – ist leider das in keiner Weise einzusehen: Denen dann würden sie das letzte Mittel verlieren, welche ihnen ein Verständnis des manipulativen Handelns der Frauen und damit selbst eine Wirkungsmacht zur Handlung gibt. Andere Biologisten sind meiner Ansicht nach Frauen mit männlichem Pseudonym, die recht erfolgreich daran arbeiten, die deutsche Manosphäre nachhaltig zu torpedieren: Der Schreib- und Argumentationsstil eines Menschen ist eben doch zu eng mit seiner Sozialisation verbunden, als daß das Geschlecht an dieser Stelle nicht durchschimmern würde. Das kann jeder selbst nachprüfen.

Inhaltlich ist es dem gegenwärtigen Biologismus nicht gelungen, über den Gynozentrismus als Narrativ von Frauen als omnipotente, einzig wertvolle, menschliche Wesen hinaus zu gehen – und das obwohl Daniel Bergner schon 2014 in seinem Buch Die versteckte Lust der Frauen eine auch für Nicht-Naturwissenschaftler verständliche Sammlung von Hinweisen auf rein naturwissenschaftliche Experimente zur Sexualität der Frau veröffentlicht hat, die mit Briffaults Law nicht kompatibel sind. Natürlich ist das in der Manosphäre nie systematisch verfolgt worden – Dank unseres Biologismus.

  • (4) Daß das biologistische Verständnis des Geschlechterverhältnisses und sein verengter Blickwinkel auf tierische Fortpflanzungsstrategien, die sich von den menschlichen klar unterscheiden, wenigstens antiquiert ist, belegen z.B. die jüngsten Forschungen zur Evolutionären Psychologie von Prof. Steve Stewart Williams, der einmal sagte: „Wenn Männer in unserer evolutionären Vergangenheit nicht in Nachkommen investiert hätten, hätten sie keine strikten Partnerpräferenzen entwickelt und Frauen wären somit so eintönig wie Erbsenhühner. Die Tatsache, dass Frauen nicht so eintönig sind wie Erbsenhühner, deutet auf eine lange Geschichte der männlichen Partnerwahl hin, was wiederum auf eine lange Geschichte der Paarbindung und hohen Investitionen der männlichen Eltern hindeutet. “ (The Ape that Thought It Was a Peacock, 2013, S. 149)

Damit widerspricht Williams offenbar Briffault’s Law der ausschließlich weiblichen Partnerwahl. Andere Publikationen von ihm sind leicht verfügbar, aber man kann sicher sein, das unsere Biologisten sie und viele andere Publikationen, die den Gynozentrismus aus mannigfachen Perspektiven kritisieren, auch weiterhin ignorieren werden. Eine Liste interessanter und einprägsamer Zitate von Williams findet sich hier.

Ich kann mir das seltsame Verhalten der Biologisten, die eben keine naturwissenschaftliche Theorie vertreten, sondern nur den Gynzentrismus wiederholen, nur psychologisch erklären. Doch das würde anderen Männern nicht weiterhelfen.


16 Kommentare

  1. luisman sagt:

    OK, aber wann wirst du darueber hinwegkommen, aus allen rhetorischen Rohren gegen angebliche Biologisten zu schiessen, und stattdessen einfach nur die wissenschaftlichen Fakten so populaerwissenschtlich wie moeglich darzustellen?

    • Ja, du hast recht. Auch das muß gesagt werden. Aber es muß biologisch korrekt sein und da ich kein Biologe bin, brauche ich etwas Anlauf. Und dieser blog ist ja nicht das einzige Projekt.

      • crumar sagt:

        @Elmar

        Ich habe mir den Originaltext als PDF besorgt (die ursprünglich 3 Bände umfassende Ausgabe in einem Band). Der originale Satz (!) von Briffault befindet sich auf S. 21 und beschreibt das Verhalten von Schimpansen. Nirgendwo steht bei ihm, es handle sich um ein „Gesetz“.

        Briffault als Kommunist (dadurch wiederum der Einfluss auf Fromm) in der Tradition von Engels.
        Der hat einen Teil des „Ursprungs der Familie…“ quasi von Bachhofen (einen weiteren via Marx von Spencer) und sein „Das Mutterrecht“ übernommen.
        In Ermangelung eines anderen und besseren Stands der Forschung – auf was er damals auch hinwies.

        Wenn man von „Mutterrecht“ spricht ist damit ansatzweise (!) das zu verstehen, was wir heute unter „Matriarchatsthese“ verhandeln.
        D.h. ursprünglich gab es demnach einmal ein Matriarchat, was von einem später folgenden Patriarchat überwunden/zerstört worden ist – Herrschaft der Mütter/Frauen besiegt, es folgt die Herrschaft der Väter/Männer.

        Die „Matriarchatsforschung“ hatte im feministischen Lager demzufolge eine erhebliche Anhängerschaft in den 1970ern und 80ern, bis die „feministische Archäologie“ (kein Scheiß) irgendwann einmal sehr rigide von sich gab, es gäbe keinerlei Beweis dafür, dass ein „Matriarchat“ jemals existiert hat.
        Was anders herum heißt: die Idee ist hinfällig.

        Engels ging es darum zu zeigen, es gibt keine Entsprechung der bürgerlichen Gesellschaft und ihrer Geschlechterverhältnisse rückwirkend aus der Geschichte als „Natur des Geschlechts“ oder des „Geschlechterverhältnisses“ zu gewinnen.
        Das Problem der Idee, es müsse dafür ein Matriarchat existiert haben, „essentialisiert“ beinahe zwangsläufig Verhältnisse unter Primaten als menschliche.
        Das „ursprüngliche“ wird zum „eigentlichen“.

        Du zitierst: „Wenn Männer in unserer evolutionären Vergangenheit nicht in Nachkommen investiert hätten, hätten sie keine strikten Partnerpräferenzen entwickelt“ – ja, denn warum sollten sie?
        Wenn die Spermien billig und die Eier teuer sind, warum reden wir überhaupt von einer „elterlichen Investition“?
        Rein biologisch braucht eine Frau in der Stillphase, die deshalb so lang ist, weil der mit einem großen Gehirn bereits bei Geburt versehene Säugling sonst nicht mehr kompatibel zu ihrer Anatomie wäre, eine Menge mehr Kalorien, als sie selber erarbeiten könnte.
        Was dann heißt, eine Paarbindung ist die sicherste Voraussetzung des Überlebens von Mutter und Kind.
        Weil die Verpflichtung auf deren Versorgung durch mindestens einen Mann eindeutig geregelt ist.

        Feministische Archäologinnen beschweren sich übrigens darüber, dass in der Jungsteinzeit die Lebenserwartung von Frauen 30 und die der Männer 40 Jahre war.
        Was dem Spruch „they hit the wall“ noch einmal eine besondere Bedeutung verleiht. 🙂
        Allerdings hat sich die These, die Großeltern wären an der Aufzucht der Kinder mit beteiligt worden damit auch – wie soll ich sagen? – beerdigt.

        • @crumar

          „Nirgendwo steht bei ihm, es handle sich um ein „Gesetz“.“

          In der Tat erwähnt Briffault Menschen nur am Rande. Das Interessante ist, daß er sich so früh in diesere Weise geäußert hat und meine Vermutung ist, daß er gelesen, mißverstanden, weitergegeben, umgedeutet wurde und am Ende kam etwas ganz anderes dabei heraus. Letztlich ist das ein exegetische Frage.

          Dennoch vermute ich, daß die Sache in derselben Weise Kreise gezogen hat, wie das bonmot von Hanna Arendt, daß sich Kommunismus und Nationalsozialismus am Ende nur wenig unterscheiden – eine These, die a) ich bezweifeln würde, b) alles andere als sicher bin, ob die Gute das wirklich so gesagt hat.

          • crumar sagt:

            @Elmar

            „meine Vermutung ist, daß er gelesen, mißverstanden, weitergegeben, umgedeutet wurde und am Ende kam etwas ganz anderes dabei heraus“

            Dem schließe ich mich an.
            Mein Problem ist, in der MGTOW-Szene wird das wiederholt und wiederholt und wiederholt.
            Colttaine (noch auf youtube, wenn sie ihn nicht bereits rausgeworfen haben) ist wahrhaftig kein Idiot, aber für ihn ist Biologie (d.h. Evolutionsgeschichte) primär und Ideologie und Kultur nur daraus abgeleitet. Während tatsächlich der kulturelle und ideologische Blick auf die Biologie eine Geschichte erzeugt hat, die es nie gegeben hat.

            Es hilft aber nichts, ständig von „Biologismus“, „biologischem Determinismus“ oder „Essentialismus“ zu sprechen, sondern man muss sich m.E. klar darüber werden, dass die Frontstellung gegen einen radikal sozialkonstruktivistischen Flügel seitens der Linken (hier wegen der Vorbilder ohne Anführungszeichen) erfolgt ist und erfolgt.
            Die Frontstellung hat den Nachteil, dass das von letzterem prognostizierte Verhalten von (insbesondere) Frauen nicht eingetreten ist – insbesondere nachdem die sozialistischen Staaten untergegangen sind, die diese Theorie vertreten und das Verhalten unterstützt haben.

            Es gab in der BRD abgefragte positive Einstellungen zu „modernen Beziehungsvorstellungen“ von Frauen (als Anspruch gegenüber Männern) – das ist aber nicht das tatsächlich gewünschte oder gelebte Beziehungsmodell gewesen.
            Es entstand eine Erklärungslücke und in dem haben sich biologische Erklärungsmodelle und es hat sich ein biologischer Determinismus breit gemacht.
            An den Rändern ist der politisch rechts/reaktionär – gar keine Frage; historische Vorbilder gibt es genug.

            Das ist aber nicht „Mainstream“ und auch Christian ist weder rechts, noch reaktionär und er liegt in vielen Fällen schlicht nicht daneben.
            Sondern er thematisiert die Auslassungen und die Ignoranz eines (politischen) Flügels, der geboren worden ist, als noch nicht einmal seine Eltern geboren worden sind, die ihn zur Welt gebracht haben.
            Wir spielen hier ein Spiel also, das etwas austrägt, an dem niemand von uns an der Formulierung der Spielregeln beteiligt war, weil wir als Geburt noch nicht einmal angedacht waren.

            • @crumar

              „dass die Frontstellung gegen einen radikal sozialkonstruktivistischen Flügel seitens der Linken (hier wegen der Vorbilder ohne Anführungszeichen) erfolgt ist und erfolgt.“

              Vollkommen richtige Diagnose. Doch die Folgen dieses emotional aufgeblasenen Grabenkrieges treten unabhängig von ihren Motiven ein. So fragt z.B. nie jemand was genau es heißt, daß Kultur aus der Biologie abgeleitet wird. Und was nach der entsprechenden Selbstkastration noch übrig bleibt, ist Gynozentrismus. Das hilft niemandem.

              Und vor allem: Niemand sieht irgendwelche Nachteile oder bemührt sich, Erklärungslücken zu schließen.

            • crumar sagt:

              „So fragt z.B. nie jemand was genau es heißt, daß Kultur aus der Biologie abgeleitet wird. Und was nach der entsprechenden Selbstkastration noch übrig bleibt, ist Gynozentrismus. Das hilft niemandem.

              Und vor allem: Niemand sieht irgendwelche Nachteile oder bemührt sich, Erklärungslücken zu schließen.“

              Korrekt.
              Das findet nicht statt.
              Ich lese gerade „Incel“ von Veronika Kracher und die Frau hat definitiv mehr psychische Probleme als „nur“ eine klinisch diagnostizierte Depression.
              Aber ihr „Feminismus“ hat definitiv damit zu tun, eine „Haltung“ anzubieten, einen existierenden Gynozentrismus zu leugnen und ihr eine faktische „Blackpill-Ideologie“ zu bieten (alle Männer unterdrücken alle Frauen etc.), dessen Wahrheit nur Auserwählte erkennen können (weil sie kein „Patriarchat“ internalisiert haben, das andererseits allmächtig ist, wie auch immer das geht), die sich in einem heroischen Widerstand gegen ein unterdrückerisches Regime „Patriarchat“ befinden, ohne bemerken zu müssen, sie wiederholt spiegelbildlich das, was Incel-Ideologie ist.
              Auch Incels merken nicht, sie wiederholen spiegelbildlich die Opfer-Ideologie des Feminismus.
              D.h. damit geht es nirgendwo hin.

            • @crumar

              „Auch Incels merken nicht, sie wiederholen spiegelbildlich die Opfer-Ideologie des Feminismus.“

              Das ist korrekt.

              Nur eine Analyse des sozialen Geschehens inklusive der dazugehörigen Alltagspsycholige könnte eventuell einen Ausweg bieten. Was mich so aufregt ist, daß der Biologismus diese einzige Chance konsequent ablehnt und verlacht.

        • @crumar

          „Wenn die Spermien billig und die Eier teuer sind, warum reden wir überhaupt von einer „elterlichen Investition“?“

          Weil es mehr als eine Strategie gibt, die Chancen auf einen Nachwuchs auf Nachwuchs zu vergrößern. In der manosphäre wird immer nur eine diskutiert.

          „Rein biologisch braucht eine Frau in der Stillphase, die deshalb so lang ist, weil der mit einem großen Gehirn bereits bei Geburt versehene Säugling sonst nicht mehr kompatibel zu ihrer Anatomie wäre, eine Menge mehr Kalorien, als sie selber erarbeiten könnte.“

          Moderne Menschen greifen nur dann zu allgemeinen Handlungsprinzipien wie Kosten- oder Risiokminierung, wenn sie ansonsten nicht wissen, was sie tun sollen. Diese einfach und jeden Tag hundertfach vorhandene Tatsache wird konstant ignoriert.

          • crumar sagt:

            Der Punkt ist, es ist biologisch unmöglich für Frauen einen fertig entwickelten Säugling zur Welt zu bringen, der also nicht hilflos ist.
            Er kann nicht stehen, nicht gehen, sich nicht selber zeitnah mir Nahrung versorgen.
            Weil die Kopfgröße – also Hirngröße, also das, was uns von Primaten unterscheidet – eine Hilflosigkeit des Nachwuchses generiert, die diktiert, wie wir uns gegenüber dem Nachwuchs verhalten müssen.
            Wir haben nicht irgendwann die Biologie einschalten müssen, weil sie unsere Kultur bestimmt, sondern biologische Erfordernisse haben kulturelle von Anfang an bestimmt, weil sie diese erst ausgelöst haben.
            Die Rückwirkung von kulturellen Erfordernissen auf die Biologie ist die tatsächliche Emanzipation vom Irrationalismus. Das Eingeständnis, männliches Sperma habe etwas mit Vaterschaft zu tun und nicht der Tanz um den Felsen Umgutuzutiplwodu macht ein Ursache-Wirkungs-Fenster auf.
            Spermien-Vaterschaft-und- Hallelujah-Verantwortung.
            Das gab es vorher nicht.

            • @crumar:

              „Wir haben nicht irgendwann die Biologie einschalten müssen, weil sie unsere Kultur bestimmt, sondern biologische Erfordernisse haben kulturelle von Anfang an bestimmt, weil sie diese erst ausgelöst haben.“

              Fair enough. Nur – aus meiner Sicht erzeugt das allein keinen Geschlechterunterschied, sondern erst mal einen Bias für alle möglichen Kulturen.

              Es gibt einen Grund, weshalb die Manosphäre es nicht geschafft hat, etwas Besseres zu Geschlechterrollen abzuliefern als der Feminismus: Nicht. was es einem Mann erlauben würde, als Mann eine Zukunft zu haben, wurde diskutiert.

              Ich bemühe mich nach wie vor selbst um einen konstruktiven Vorschlag.

            • crumar sagt:

              @elmar

              „Es gibt einen Grund, weshalb die Manosphäre es nicht geschafft hat, etwas Besseres zu Geschlechterrollen abzuliefern als der Feminismus: Nicht. was es einem Mann erlauben würde, als Mann eine Zukunft zu haben, wurde diskutiert.

              Ich bemühe mich nach wie vor selbst um einen konstruktiven Vorschlag.“

              Auch ich sage dazu nur: Fair enough.
              Selbst als MGTOW sage ich (selbst-) kritisch, etwas Besseres als ein Spiel nicht mitzuspielen, bei dem von vorne herein klar ist, dass du es verlieren wirst, ist mir und uns auch nicht eingefallen.
              Ich lehne den radikalen (!) Individualismus von MGTOW ab.
              In die Erklärungslücke einer „positiven Männlichkeit“, die es qua feministischer Ideologie nicht geben kann, springt ein konservatives Erklärungsmodell, das Männlichkeit auf ein überholtes Muster festnageln möchte.
              An dem Punkt würde ich gerne noch einmal ansetzen.
              Aber später! 🙂

            • „etwas Besseres als ein Spiel nicht mitzuspielen, bei dem von vorne herein klar ist, dass du es verlieren wirst, ist mir und uns auch nicht eingefallen.“

              Wir sind uns trotz aller Unterschiede einig darüber, daß die Frauen die soziale und auch sexuelle Kooperation verweigern oder torpedieren, um Vorteile aller Art zu erlangen. Der Unterschied liegt nur in der Begründung: Ich sage, daß die Frauen das absichtlich und aus Kalkül tun und die Biologisten sagen sowas wie „Irgendwie kann sie nicht anders“ – wobei unklar ist, was sie genau demit meinen. Und natürlich ist klar, daß MGTOW da Gegendruck aufbaut und genau deshalb funktioniert. Doch es ist schwer vorstellbar, daß das die einzig mögliche Gegenwehr ist.

              „In die Erklärungslücke einer “positiven Männlichkeit”, die es qua feministischer Ideologie nicht geben kann, springt ein konservatives Erklärungsmodell, das Männlichkeit auf ein überholtes Muster festnageln möchte.“
              Die Philosophen haben da was. Ich arbeite gerade daran.

  2. Shitlord sagt:

    Ich bin mir recht sicher, dass die 14jährige Sexsklavin des Anführers der Taliban Herrn Briffault als einen Schwachsinn redenden Dummkopf bezeichnen würde, wenn sie dazu was sagen dürfte. Darf sie aber nicht.

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