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Schlagwort-Archive: wissenschaftlicher Realismus

Die Naturalisierung des Inhalts intentionaler Zustände

Der sich in der manosphäre inzwischen auf dem Rückzug befindende Computerbiologismus vertritt einen methodologischen Individualismus in der Alltagspsychologie. Das bedeutet, daß danach alltagspsychologische Phänomene von nichts anderem als dem Gehirn der Personen abhängen und soziale Phänomene Aggregate dieser Phänomene sind. Ein weiteres experimentum crucis besteht daher darin, die Identitätsbedingungen des Inventars der Alltagspsychologie, der intentionalen Zustände zu untersuchen. Der Computerbiologismus wäre falsifiziert, wenn die Identitätsbedingungen der intentionalen Zustände nichts mit dem Gehirn zu tun hätten. Und genau das ist der Fall. (mehr …)

Ist intentionaler Realismus ein akzeptabler nicht-reduktiver Physikalismus?

Humanisten und Metaphysikkritiker wollen mit obskuren Objekten wie überempirischen Akteuren, Seelen oder mentalen Substanzen verständicherweise nichts zu tun haben. Die meisten versuchen sich daher an reduktiven Theorien des Geistes, bleiben stecken und schöpfen das volle Potential des Humanismus im Hinblick auf politische und gesellschaftliche Initiativen daher unnötigerweise nicht aus: Humanistische Positionen können nur dann für praktische Zwecke ausreichend präzisiert werden, wenn klar wird, worauf man sich einläßt, wenn man die Existenz mentaler Zustände zugibt. In der analytischen Philosophie nennt man das das Problem des nicht-reduktiven Physikalismus, der überraschenderweise eine gewisse Portion Wissenschaftstheorie erfordert. In diesem post gehen wir dem nach. (mehr …)

Was ist, wenn Prognosen keine Erklärungen sind?

Viele Biologisten und neuronale Deterministen verstehen ihre Position als Konsequenz einer Naturalisierung des Geistes. Naturalisierung bedeutet, daß die Welt identisch mit der Natur ist, daß es nichts Außer- oder Übernatürliches gibt. Naturalisierung des Geistes bedeutet, daß Geist und Bewusstsein das Naturgeschehen nicht übersteigen, insofern sie sich durch die Evolution des Nervensystems herausgebildet haben. Diese Position gehört zu den Kernüberzeugungen des analytischen Humanismus. Der nervtötende Streit mit den Biologisten dreht sich jedoch nicht darum, sondern um die Frage, was aus dieser Annahme eigentlich alles folgt. Und Biologisten sind sich interessanterweise mit Freudianern darüber einig, daß die Menschen im Grunde nicht Herr im eigenen Haus sind – wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Was sie jeweils dafür benötigen, sind willensunabhängige Verhaltensprognosen. Doch interessanterweise werden Erklärungen weder durch Prognosen erzeugt, noch werden sie durch Erklärungen geliefert. (mehr …)