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Warum die Kirche die Hölle erfand

In jeder Religion geht es um Kontrolle.


3 Kommentare

  1. luisman sagt:

    Interessanter Fund.

  2. Lotosritter sagt:

    Die Kirche erfand nicht die Hölle, um die Gläubigen durch Strafe und Erlösung im Zaum zu halten. Die Hölle kam vor etwa 3500 Jahren mit dem Zoroastrismus auf, der die Welt als eine stete Auseinandersetzung zwischen Licht und Finsternis wähnte. Diese Idee fand zur Zeitenwende weite Verbreitung in den gnostischen Sekten. Es war eine Zeit, in der man aufgrund der Expansion des römischen Reiches rund ums Mittelmeer meinte, der Weltuntergang sei nahe. In dieser Zeit entstand das Christentum als eine jüdisch-gnostische Sekte. Gut und Böse, Himmel und Hölle spielen in ihrer Kosmogonie und Metaphysik auch eine große Rolle. Christus war der Archont, der die Seelen, die als Lichtfunken vom Demiurgen (Jehova) in der irdischen Finsternis festgehalten wurden, einsammeln und wieder zurück ins Lichtreich ins Paradies führen sollte. Das Christentum war bis zu Beginn der Neuzeit eine eschatologische Endzeitreligion. Von Anbeginn an bekämpfte das Christentum andere gnostischen Sekten mit Schwert, Gebet und Fluch. Die Kriege der Kirche gegen Albigenser und Katharer im Mittelalter zeigen, wie ernsthaft die Kirche sich durch ihre Brüder und Schwestern im Geiste bedroht fühlte.

    Himmel und Hölle sind keine kirchlichen Erfindungen, sondern wohnten dem Christentum von Anfang an inne. Diese Dichotomie hat heute freilich längst nicht mehr die Bedeutung, die sie einst hatte, wo man wirklich meinte, dass das Leben nur ein Durchgang war, bei dem es sich entschied, ob man am Ende in den Himmel oder in die Hölle kam. Wobei die Hölle etlichen Menschen schon durch Geburt beschieden war. Dies wiederum hat mit der Rechtfertigungslehre zu tun, die bei den Evangelen noch weiter auf die Spitze getrieben wurde, als bei den Katholiken. Bei letzteren konnte man wenigstens durch Ablass und Buse auf die richtige Seite fallen. Während die Evangelen hier viel gnostischer denken. Sie verstehen die Erlösung (Rechtfertigung) als eine göttliche Gnade; die man willkürlich erhält oder nicht. Sichtbar wird die Gnade am ehesten durch Reichtum; weshalb die armen Schlucker fleißig beten und glauben müssen, damit sie am Ende womöglich doch noch als eine zu erlösende Seele erkannt werden. Hier ist auch eine nachträgliche Läuterung im Fegefeuer nicht möglich, die die Katholiken ihren armen Sündern anbietet, sondern nur das lange Warten im Grab auf das Jüngste Gericht, mit dem schließlich die große Selektion beginnt.

    • „Die Kirche erfand nicht die Hölle, um die Gläubigen durch Strafe und Erlösung im Zaum zu halten. Die Hölle kam vor etwa 3500 Jahren mit dem Zoroastrismus auf,“

      Das mag sein, ich weiß fast nichts darüber. Was mir aber sehr einleutet, ist die These, daß die Kirche die Funktion der Hölle als Kontrollinstrument erfand. Und ehrlich gesagt, habe ich das video auch von vornherein so verstanden – und weniger als Schilderung historisch wahrer Fakten.

      Aber es ist gut zu wissen, daß es in der Geschichte wohl doch komplizierter zuging.

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