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Zwangsvaterschaft – eine juristische Abtreibung gibt es nicht

Im Fernsehen-für-alle-Kanal der manosphäre, bei AllesEvolution, wird uns mal wieder ein besonderes Bonbon beschert, denn dort wird eine ominöse juristische Abtreibung diskutiert – vermutlich, weil dort niemand den Mut hat, gegen die von genderama exekutierte Leitlinie, das Wort „Zwangsvaterschaft“ nicht zu benutzen, zu verstoßen. Und wie nicht anders zu erwarten, wird der post eher von grobem Unfug als von irgendeinem Verständnis in der Sache dominiert. 

Bei der Abtreibung geht es darum, daß ein Embryo, aus dem einmal aller Voraussicht nach ein Mensch werden wird, und für dessen Entstehung beide Geschlechter verantwortlich sind,  das Leben genommen wird. Es sind daher mindestens 3 Menschen beteiligt, aber kein Gesetz, denn nicht das Gesetz nimmt dem Embryo das Leben, sondern der Arzt, der die alleinige Entscheidung der Frau ausführt. Folglich ist weder die Tötung des Embryos bloß rechtlich, noch bewirkt ein Gesetz eo ipso einen Eingriff in die reale Welt. Stattdessen hat der Mann ein Problem mit der alleinigen Entscheidung der Frau, die sich über sein Votum hinwegsetzt und der Embryo hat ebenfalls ein Problem mit der alleinigen Entscheidung der Frau, insofern seine potentielle Entscheidung gar keine Rolle spielt – Grund genug, niemals eine lexikalische Chimäre wie „juristische Abtreibung“ in die Welt zu setzen.

Aber wie gesagt – Fernsehen für alle ….

Sehen wir uns die Argumente an, welche dort zustande gebracht wurden.

I. Proargumente

Die sog. Pro-Argumente, die dort gebracht werden, lesen sich wie folgt:

  • (A) Ein Mann muss das gleiche Recht wie eine Frau haben, sich von dem Kind loszusagen. Die Frau kann abtreiben. Ein Mann kann das nicht gegen den Willen der Frau. Demnach muss ihn eine „juristische Abtreibung“ erlaubt sein
  • (B) Wenn hierfür entsprechende Pflichten gelten, dann könnte die Frau sich immer noch für eine Abtreibung entscheiden, ihre Position bleibt also geschützt
  • (C) Es motiviert Mütter die Schwangerschaft dem tatsächlichen Vater frühzeitig anzuzeigen.
  • (D) Es schränkt die Möglichkeit ein, einem Mann gegen seinen Willen ein Kind anzuhängen.

Was davon ist brauchbar? Machen wir das der Reihe nach.

Zunächst einmal sagt sich die Frau bei der Abtreibung nicht einfach von dem Kind los. Das würde geschehen, wenn sie ihre Schwangerschaft zu Ende bringen würde und nach der Geburt das Kind zur Adoption freigeben oder einfach in einer Babyklappe entsorgen würde. Doch Abtreibung bedeutet mehr:

  • (1) Eine Abtreibung erspart einer Frau nicht nur die körperlichen Unanehmlichkeiten und gesundheitlichen Risiken von Schwangerschaft und Geburt, sondern sie erlaubt es der Frau auch, die Art und Weise, wie sie ihre Sexualität auslebt, vor den Augen einer möglicherweise demgegenüber ungnädigen Gesellschaft zu verstecken. Insbesondere entkoppelt die Abtreibung endgültig das Sexualleben der Frau von der Ausübung ihrer reproduktiven Rechte – ein Vorzug, auf den Männer nach wie vor vergeblich warten.

Sodann kann der werdende Vater in aller Regel nicht mal mit dem Willen der Frau abtreiben – es sei denn, er ist Gynäkologe und für so einen Eingriff ausgebildet. Und last not least muß folgt allein aus der Tatsache des Abtreibungsrechtes der Frau + Geschlechtersymmetrie keineswegs, daß auch der Mann ein vergleichbares Recht hat. Denn erstens kann eine Frau auch dann abtreiben, wenn sie infolge einer Vergewaltigung schwanger wurde. Einem Vergewaltiger aber würden wir sicher nicht die Wahl lassen, sich aus den finanziellen Konsequenzen seines Verbrechens zu entziehen. Und zweitens würde Geschlechtersymmetrie bedeuten, daß in der Mann in die körperliche Unversehrtheit der Schwangeren eingreifen darf – was sich inakzeptabel wäre.

Das Argument unter (B) scheint anzudeuten, daß Männer sich entweder nicht ohne weiteres gegen eine Vaterschaft entscheiden können sollen, oder daß diese Entledigung nicht vollständig wäre – was eine Art Schutz der werdenden Mutter zur Folge haben soll. Doch insofern diese Pflichten der werdenden Väter gar nicht ausgeführt werden, bleibt der Effekt auf die werdende Mutter völlig im Dunkeln und auch die Schutzbedürftigkeit der werdenen Mutter vor den Entscheidungen des werdenden Vaters will sich nicht erschließen: Wenn überhaupt, dann wäre das später geborene Kind betroffen, die Mutter ereilt lediglich ein selbstgewähltes Schicksal.

Das Argument unter (C) ist nun wirklich absurd: Denn es ist völlig unerfindlich, inwiefern das Recht des Vaters, seine rechtliche Vaterschaft entweder gar nicht erst anzutreten oder diese niederlegen zu können, die werdende Mutter dazu motivieren könnte, den werdenden Vater überhaupt davon in Kenntnis zu setzen, daß sie von ihm schwanger ist. Aber tun wir mal so, als wäre das kein Problem und fragen wir nach dem rechtlichen Konflikt zwischen dem Empryo und der Schwangeren:

  • (2) Nur weil etwas eine Frau motiviert, ist das noch lange kein Grund, daß der Embryo deshalb auf sein Leben verzichten muß. Insbesondere scheint dieses Argument auf einer konsequentialistischen Moral zu beruhen – ein moralischer Standpunkt, der seit den 90igern überholt und widerlegt ist [Nida-Rümelin 1995].

Es liegt daher auf der Hand, daß eine legitime Abtreibungsentscheidung der Frau schon gewichtigere Gründe beibringen können muß, die darlegen, wieso die Rechte und Interessen des Embryos denen der Frau nachstehen sollen.

Einzig (D) ist wahr. Doch fehlt hier jede Erläuterung, was daran in welchen Sinne gut oder schlecht ist. Aus (D) hätte also etwas werden können. Aber es wurde einfach nicht durchgeführt.

Aber vielleicht ist ja auch was dran an der Hypothese, daß Christian von AllesEvolution heimlich völlig gegen alle reproduktiven Rechte von Männern ist. Zum Glück für uns arbeitet er sich auch an der gegenteiligen Position ab.

II. Kontra-Argumente

Als sog. Kontra-Argumente wird uns die folgende Grütze verkauft:

  • (E) Eine Entscheidung für eine Abtreibung ist in ihrer Schwere, Gewissensbelastung und auch aufgrund des medizinischen Eingriffs und des potentieller Folgen und auch bezüglich gesellschaftlicher Ächtung mit einer Erklärung der „juristischen Abtreibung“ nicht zu vergleichen.
  • (F) Die Ausübung übt einen erheblichen Druck auf eine schwangere Frau aus, ihr Kind abzutreiben, selbst dann wenn es ursprünglich ein gemeinsamer Entschluss war oder es eine von ihr nicht verschuldete oder selbst von ihm verschuldete Verhütungspanne war.
  • (G) Der Anspruch auf Unterhalt ist ein Anspruch des Kindes, dass auf diese Weise keine Unterstützung erhält und dafür nichts kann.
  • (H) Anders als bei der Abtreibung ist das Kind auf der Welt und niemand kann verhindern, dass der Vater dann nicht doch eine emotionale Beziehung aufbaut. Ab welchem Grad würden die Rechte wieder „aufleben“`? Beispiel: Er bleibt weiterhin mit der Mutter in einer Beziehung, er versorgt das Kind auch „als Freund“ und dies baut eine entsprechende Bindung auf. Er erklärt aber immer kein Vater sein zu wollen und das jederzeit beenden zu wollen, er unterstütze nur als Freund.
  • (J) Es kann Väter veranlassen, die „juristische Abtreibung“ zu erklären, da die Mutter dann zusätzliche staatliche Unterstützung erhält, die er sonst zurückzahlen müsste.

Vermutlich läuft (E) auf die Behauptung hinaus, daß Frauen etwas dürfen, was Männer nicht dürfen, weil das alles für sie belastender ist. Doch kein Jurist würde z.B. für die Frage der Strafbarkeit einer Körperverletzung in Betracht ziehen, ob es emotional belastend war, sich dazu zu entschließen. (F) ist nicht weniger rätsehaft: Hier wird behauptet, daß eine Rechtsoption der Männer auf Frauen einen psychologischen Druck ausübt – was wenig einleuchtet, denn auch die Kündigungsoption einer Wohnung durch den Vermieter wird nicht als unzumutbare psychologische Situation für de Mieter gewertet. Insbesondere ist völlig unklar, warum selbst dann, wenn das alles stimmt, es für die Frau unzumutbar sein soll, mit so einem Druck zu leben.

(G) hingegen ist ein interessantes Argument: Es scheint zu besagen, daß die Versorgung des Kindes dem Wunsch des werdenden Vaters, sich seiner Unterhaltspflichten durch Aufgabe der rechtlichen Vaterschaft zu entziehen, vorgeht – und das BVerfG hat diesen Standpunkt auch häufiger in seinen Entscheidungen wiederholt.

  • (3) Doch in Wahrheit besagt (G), daß die Ausübung der reproduktiven Rechte der Frau derart, daß sie das Kind bekommt, der Ausübung der reproduktiven Rechte des Vaters derart, daß er kein Kind bekommt, vorgeht. Denn wäre das Kind nicht geboren worden, dann würde sich die Unterhaltsfrage nicht stellen. De facto geht also (G) am Thema vorbei und nimmt an, daß bereits entschieden sei, was eigentlich hätte diskutiert werden sollen.

Argument (H) knüpft die Rechtsentstehung – mitsamt den Pflichten – an Emotionen. Es kann wohl kaum einen Fall geben, in dem sich Recht weniger berechenbar entwickelt und damit jedem vernünftigen Bedürfnis an Rechtsicherheit zuwiderläuft, daß eine prosperierende Gesellschaft benötigt.

  • (4) Das Argument (H) ist folglich grotesk und es stellt sich die Frage, warum stattdessen nicht andere Punkte wie z.B. die Menschenwürde der Männer und das Problem der Leihmutterschaft erörtert wurden, das genau dann relevant wird, wenn der werdende Vater die Fortsetzung der Schwangerschaft in Ausübung seiner reproduktiven Rechte von der Schwangeren verlangen kann.

Argument (J) hält uns ebenfalls nicht weiter auf – es ist das übliche „keine Rechte, weil Kosten-Argument“, das zu erneut zu widerlegen, den Einsatz von Sätzen nicht lohnt.

Insgesamt scheint mir meine Hypothese von oben nun falsch: Man kann angesichts der erbärmlichen Leistung, mögliche Kontra-Argumente darzustellen, kaum schließen, daß Christian gegen reproduktive Rechte von Männern ist.

Fazit: Im Grunde haben wir nichts gewonnen. Kein Wunder, daß der mainstream unsere Themen nicht ernst nimmt, wenn solche posts darüber gemacht werden.

Doch erfreulicherweise gibt es in den Kommentaren darunter zwei interessante Standpunkte, die zu diskutieren in einem morgen erscheinenden post durchaus lohnt.

Nachtrag:

Abtreibungen 2016:

Insgesamt 98.721
Medizinische Indikation 3.785 (3,83 %)
Kriminologische Indikation 28 (0,03 %)
Beratungsregelung 94.908 (96,14 %)

https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Gesundheit/Schwangerschaftsabbrueche/Tabellen/RechtlicheBegruendung.html;jsessionid=EF569B46C8EE8FB20F8981DF38791E66.cae1


45 Kommentare

  1. […] Nachtrag, Juli 2017: Elmar Diederichs betrachtet die „Juristische Abtreibung“ […]

  2. Emannzer sagt:

    Vielen Dank Elmar, gute Betrachtung, welche ich bei mir gerne verlinkt habe. Es ist aber immerhin erstaunlich zu sehen, dass das Thema zumindest rudimentär, trotz Zwangsvaterschaft-Bann, angekommen zu sein scheint.

    • Ist vermutlich nur ein Lapsus von EvoChris – den wir aber gründlich ausnutzen werden. 😉

      • vagina > logic sagt:

        Noch simpler, PUA.
        Die ganze deutsche Szene ist ja davon geplagt, das setzt aber fairer Weise bei den Angelsachsen an.
        Die können nicht zugeben, dass ihr Warren Farrel bei Esther Villar geklaut und abgeschrieben hat.

        Und LPS scheint am gründlichsten von Karen Straughan erklärt zu sein. Vor 5 Jahren … wenn ich also hier nur ein Stückchen weiter unten lese, dann kommt mir nur das Wort Kindergarten in den Sinn.

        LPS Part 1- men have an equal responsibility? by Karen Straughan

        Imho ist das einzig legitime in der Mitte anzusetzten. Frauen und Kinder zuerst. Also bei „Und Kinder?“
        Ein Kind sollte ein Anrecht darauf haben von Mutter und Vater geliebt werden zu können, das geht nun weder mit Zwangs- Mutter- noch Vaterschaft.

        Bei den Argumenten, so auf den ersten Blick, fehlt das Sozialistisch Ideologische.
        Die Frau bekommt die Option sich selbst auf Kosten des Kindes und der Steuerzahler im allgemeinen an den Staat als Ersatzvater zu binden. Das ist ein ewig Elend bringender Teufelskreis, wie ihn nicht wenige zum Beispiel als einen der ursächlichsten Gründe für den Zustand schwarzer Communities in den USA ausmachen.

        Aber die deutsche Männleinszene hat ernste Angststörungen schon nur irgendwo hin zu schauen und irgendwas genannt zu werden. Mit derartigen Denkhemmnissen ist kein Blumentopf zu gewinnen, geschweige denn den Kindergarten aufzuräumen.

        pS. Elmar, ich hab jetzt rausgefunden wie Whatsapp funktioniert – also so mit Videochat, ist eventuell einfacher als Mail.

  3. Du scheinst dich da sehr an einem Begriff aufzuhängen.
    Ich habe den Streit schlicht unter diesem Begriff kennengelernt, andere anscheinend auch:
    https://www.google.de/search?q=juristische+abtreibung&#q=%22juristische+abtreibung%22

    Hat „Genderama“ da deiner Meinung nach eine „Leitlinie ausgegeben? Ich hätte jedenfalls nichts davon mitbekommen

    Ich verstehe immer nicht, warum es dir so wichtig ist, daraus eine Streitigkeit zu machen und dich da an Begriffen hochzuziehen. Ich hatte ja einen reinen Diskussionsartikel gemacht, der noch nicht einmal eine Meinung, sondern nur Positionen widergegeben hat.
    Dennoch siehst du das anscheinend als eine Form des Angriffs?

    • @EvoChris
      „Dennoch siehst du das anscheinend als eine Form des Angriffs?“

      Nein. Wie kommst du darauf?

      Alles was ich sage, ist, daß du hanebüchenden Quatsch erzählst, der den Anliegen der Männer schadet.

      • Es war mein Eindruck, weil du aus eine simple Auflistung von pro und contra Argumenten so aggressiv reagierst und gleich eine Verschwörungstheorie mit hinein bringst.
        Ich finde die Darstellung von Gegenargumenten immer sinnvoll, weil man sich ja nun wenn man es durchsetzen will damit auseinandersetzen muss. Dabei wird man auch verstehen müssen, dass andere Abtreibung wesentlich emotionaler sehen als du. Ihnen einfach zu sagen, dass sie ja die Wahl haben wird da wohl nicht überzeugen. Und auch das Argument, dass das Kind, wenn es nun einmal geboren ist, nichts dafür kann, und Unterstützung braucht, wird man diskutieren müssen. Du scheinst der Auffassung zu sein, dass man das ohne Emotionen durch bekommt. Aber die Unterstützung von Frauen und Kindern wird immer ein hochemotionales Thema sein. Das sieht man ja an der Abtreibungsdebatte

  4. luisman sagt:

    Fernsehen fuer alle Kanal – hihihi
    Ich sag immer, der Evo-Chris steht im politisch Butterweichen. Scheint aber der Leserschaft keinen Abbruch zu tun.

    Anyway. Gut dass Elmar mal wieder Thors Hammer auspackt. Hat ja lange genug gedauert.

  5. gripseljagd sagt:

    Der Mann, der es nicht will, der muss halt verhüten. Das ein Elternteil, einseitig die Unterstützung für das Kind aufkündigt, geht halt nicht.

    • @gripseljagd

      Wie würdest du deinen Standdpunkt begründen?

      • gripseljagd sagt:

        Verhütung? Begründen? ist doch selbsterklärend, wenn ein Mann auf seine Verhütung verzichtet, ist er für die Folgen seiner Tat selbst verantwortlich. Die Frau, die darauf verzichtet, ja schließlich auch.
        Das Kind, konnte nicht entscheiden, Unterhalt ist erforderlich, also von beiden Eltern. Sind ja beide beteiligt.
        Eine Benachteiligung gibt es nicht, die Frau hat eben aus der Biologie heraus, eine besondere Möglichkeit. Dafür muss sie ja auch 9 Monate eine besondere Belastung tragen, von dem der Mann verschont bleibt. Das ist nichts, was mit Recht zu greifen ist.

        • @gripseljagd

          „Eine Benachteiligung gibt es nicht, die Frau hat eben aus der Biologie heraus, eine besondere Möglichkeit.“

          Unabhängig von den biologischen Unterschieden gibt es rechtliche Asymmetrien, die man einfach dadurch beheben könnte, daß unabhängig von Schwangerschaft und Geburt eine rechtliche Vaterschaft und eine rechtliche Mutterschaft eingeführt werden, die beide freiwillig vor dem Staat erklären müssen. Aber stattdessen bekommt die Frau via Schwangerschaft alle Rechte – was den Vater entrechtet. Und keiner kann mir erzählen, daß das nicht gewollt ist.

          Denn auch wenn die Frau nicht verhütet, kann sie sich nach gegenwärtiger Rechtslage den Folgen ihres Sexuallebens durch Abtreibungspille, Abtreibung, Babyklappe oder Freigabe zur Adoption entledigen. Der Mann kann keinerlei vergleichbare Option, wenn er kein Kind haben möchte. Andererseits kann er das Kind nicht bekommen, gegen die Abtreibungsentscheidung der Frau. Wir haben also eine rechtliche Asymmetrie, die der Frau ein Sexualleben jenseits ihrer reproduktiven Rechte gibt, den Männer aber keine reproduktiven Rechte gibt, so daß für ihn Sex und Reprouktion zusammenfallen. Männliches Dasein wird also im Grunde auf den Status eines Zuchtbullen reduziert, der hinterher auch noch für die Entscheidung der Frau zahlen darf. Das ist Objektifizierung par excellence und wiedergleicht dem Gleichheitsgedanken der Geschlechter.

          Du scheinst gegen das Abtreibungsrecht der Frau zu sein – das ich einräume.

          Das Zwangsvaterschaftsproblem entsteht aber auch dann, wenn man das Abtreibungsrecht nicht einräumt z.B. via Kuckuckskind. Eine gute Übersicht dazu findest du hier:

          https://emannzer.wordpress.com/category/zwangsvaterschaft/

          • gripseljagd sagt:

            Kuckuckskinder lassen sich doch heute einfach feststellen. Der Anteil soll ja erstaunlich hoch sein.
            Der Mann kann verhüten und damit verhindern, in diese Situation zu kommen. Wenn er das nicht tut, entscheidet er sich ja für das Risiko, Vater zu werden. Bei dir liest sich das ja so, als wenn Männer ständig vergewaltigt werden und dem permanenten Samenraub unterliegen.
            Eine Frau, wird auch in der Regel verhüten wenn sie kein Kind möchte.
            Wenn es zu Kind kommt, darf sich aber eben keiner per Erklärung rausmogeln aus der Verantwortung,
            Adoption ist doch nicht an das Geschlecht gebunden.

            • @grinseljagd
              Der Kuckuckskindanteil lag in den 50-zigern so bei 30%. In bestimmten, englischen Bergarbeitersiedlungen sogar bei fast 60% – meine ich mich zu erinnern. Dank Verhütung ist er gesunken. Näheres erfährt man hier: https://kuckucksvater.wordpress.com/

              Du gehst du auf meine Argumente nicht ein, sondern wiederholst du deinen Standpunkt „Der Mann kann verhüten und damit verhindern, in diese Situation zu kommen. Wenn er das nicht tut, entscheidet er sich ja für das Risiko, Vater zu werden. “ .

              So bringt das nichts.

              Außerdem geht es bei der Freigabe zur Adoption sehr wohl um die Rechtsstellung, die im Moment die Mutter hat und nicht der Vater, der seine Rechtsstellung als Vater von der Mutter erhält. indem sie ihn als Vater eintragen läßt. Verstehst du es jetzt?

            • gripseljagd sagt:

              Die Mutter gibt an wer der Vater ist, das ist erst einmal so. Wenn diese Aussage falsch ist muss der „Vater“ halt dagegen klagen. Ist sie richtig, ist er in der Verantwortung. Was soll daran falsch sein? Das Gesetz schützt das Kind, wie soll es denn sonst gehen? Der Vater vögelt rum, sagt sich dann los und die Allgemeinheit muss dann zahlen? Es gibt doch keine andere Lösung.
              Theoretisch, kann ein Mann doch seinen Teil zu Adoption frei geben, nur wird es ja niemand nehmen.
              Das Kuckuckskind Problem hat nur einen Haken wenn man verheiratet ist. Dann zählt ein Kind automatisch als das eigene.
              Dann mach doch einfach mal einen Lösungsvorschlag, der das Kind nicht benachteiligt und die Verantwortung nicht abwälzt.

            • @gripseljagd
              „Die Mutter gibt an wer der Vater ist, das ist erst einmal so. “

              Wie gesagt – das muß nicht so sein: Die Rechtsstellung als Mutter müßte nicht an Schwangerschaft oder Geburt gebunden sein. Es fehlt die Begründung, warum man dabei bleiben sollte.

              „Was soll daran falsch sein?“

              Es wurde von mir bereits ausführlich erläutert, daß das das Problem der Zwangsvaterschaft erzeugt.

              „Das Gesetz schützt das Kind“

              Nein, wie bereits bei der Diskussion von Argument (G) in (3) erläutet, legt sich das Gesetz auf eine Priorität der mütterlichen Rechtsstellung gegenüber der väterlichen Rechtsstellung fest.

              „Der Vater vögelt rum,“

              So wie ich das sehe, läßt die Frau den ungeschützten Schwanz freiwillig rein. Die Verantwortung kann daher nur bei der Frau liegen, die alles zuläßt.

              „Es gibt doch keine andere Lösung.“

              Wenn keine andere Lösung möglich ist, dann gibt es auf jeden Fall ein oder mehrere Argumente, die besagen, daß jede andere Lösung inakzeptabel ist. Mir fehlt von deiner Seite nach wie vor jeder Argument dieser Art.

            • gripseljagd sagt:

              Die Mutter wird gefragt, soll das nicht passieren und erst von allen Männern eine Gen Datenbank angelegt werden und diese dann abgefragt? Die Mutter wird bei Geburt gefragt ist also der einzige Weg. Dann kann der angegebene Vater ja klagen und das auch auf Schadenersatz, Verleumdung oder was auch immer.
              Nur die Frau ist in Verantwortung ist jetzt der ausgemachteste Schwachsinn den ich hier bisher gelesen habe. Es ist das Kind von Beiden und Beide sind in Verantwortung.
              Die alternative Lösung wäre ja eine allgemeine Unterhalts-steuer für alle, egal ob sie Kinder haben oder nicht.

            • „Die Mutter wird bei Geburt gefragt ist also der einzige Weg.“

              Im Gegenteil: Die Mutter hat den Schwanz ja reingelassen. Daher muß sie via DNA-test nachweisen, daß sie gegenüber demjenigen Mann anspruchsberechtigt ist, denn sie als Vater gerne hätte. Eine Gendatenbank aller Männer ist dafür nötig.

              „Es ist das Kind von Beiden und Beide sind in Verantwortung.“

              Eben nicht, die Frau kann sich entziehen, wie sie will. Das wurde von mir mehrfach dargelegt.

              Eine allgemeine Unterhaltssteuer für alle würde nur den Frauen nützen und nur den Männern schaden. Warum sollten sich die Männer von den Frauen über den Tisch ziehen lassen?

            • gripseljagd sagt:

              Du drehst dich im Kreis. Es ist beider Kind ob nun die Frau sich entziehen kann oder nicht. Wenn sie es nicht tut, dann eben nicht. Ändert ja nichts an der Tatsache, dass es einen Vater gibt.
              Warum alle mit diesem Gen Zeugs belasten, wenn eine Einzelfallprüfung reicht. Die Frau gibt den wahrscheinlichen Vater an und das kann im Zweifel überprüft werden. Da wird niemand benachteiligt. bei negativer Auskunft muss die Frau die Kosten tragen, wenn sie recht hat dann ist der Vater sogar per gen test verifiziert.
              Und noch einmal, die Frau kann, muss sich aber nicht entziehen, ihre Entscheidung, genau wie die des Vaters kein Kondom zu benutzen. Das du abstreitest, dass es das Kind von Beiden ist, ist schon auf dem Niveau vom Alten Testament , Windbestäubung, jungfräuliche Empfängnis 😉 😉

            • Wie immer fehlen hier die Argumente. So bringt das nichts. Aber ich werde in einem anderen post, versuchen, deine Perspektive einmal durch zu spielen.

            • gripseljagd sagt:

              Wieso, willst du wirklich abstreiten, dass der Vater mit beteiligt ist? Müssen wir jetzt erst über Befruchtung sprechen? Zwei haben es verbockt, also sind zwei in der Verantwortung. Daran ändert doch nichts, dass die Frau einen Notausgang hat. Genau wie der Vater sie nicht zwingen kann durch diesen zu gehen.
              Den Schwanz rein stecken und dann später sagen, dass habe ich so nicht gewollt….Taten haben Konsequenzen, sind wir hier im Kindergarten?

            • Du gehst auf meine Argumente nicht ein – solche Diskussionen sind Zeitverschwendung.

            • @elmar
              „So wie ich das sehe, läßt die Frau den ungeschützten Schwanz freiwillig rein. Die Verantwortung kann daher nur bei der Frau liegen, die alles zuläßt.“

              Das finde ich nicht logisch.

              Wenn beide sich auf eine Verhütungsmethode einigen, etwa die Pille oder aber Sex ohne Condom in der Hoffnung, dass es nicht zur Schwangerschaft kommt, warum sollte dann das Reinstecken ohne Verantwortung sein, dass sich Reinstecken lassen aber mit Verantwortung?

              Beide Akteure gehen das Risiko einer Schwangerschaft ein, also müssen auch beide grundsätzlich die Verantwortung tragen.
              Gerade auch dann, wenn es keine abschließend sichere Verhütungsmethode gibt.

              Bitte begründe noch einmal, warum reinstecken im Vergleich zu reinstecken lassen von der Verantwortung befreit.

            • Ich werde auf deine Einwände im nächsten post eingehen – Zeit ist gerade sehr knapp.

      • Ich würde den Standpunkt so begründen: das Kind ist der unbeteiligte Dritte. In dem Moment, in dem es in die Welt gesetzt ist, hat es Anspruch auf Versorgung.

        Das mag weh tun, wenn der Vater ein unfreiwilliger solcher ist. Denkbar wäre eventuell, dass er das Kind tutto completto übernimmt und großzieht, und die Mama aus dem Spiel wäre … falls (FALLS) er es besser erziehen kann als sie. Würde ich anstreben. (Disclaimer, ich bin frewilliger Paps, und zwar ein Vollblut-Solcher.)

        Die bloße Tatsache, dass über Alleinlassen des Kindes diskutiert wird, finde ich erbärmlich. Tut man nicht!

        • @Wolf-Dieter Busch

          „Tut man nicht!“
          Doch – tut man. Diskussionsverbote werden auf diesem blog streng geahndet. Denn über etwas nachzudenken, tut niemandem weh. Aber nützen tut es gewaltig – und zwar immer. Wenn du das anders siehst, hast du auf diesem blog keine Zukunft.

        • @Wolf-Dieter Busch

          Und damit kommen wir zur Sache:

          „In dem Moment, in dem es in die Welt gesetzt ist, hat es Anspruch auf Versorgung.“

          So sieht es auch das BVerfG. Doch die Frage ist, wer zu welchen Bedingungen für diesen Anspruch einsteht. Das ist es, was Zwangsvaterschaft meint: eine rechtliche Asymmetrie in diesen Bedingungen und Möglichkeiten, sich solchen Ansprüchen zu entziehen.

        • Pjotr sagt:

          Aber abtreiben tut man. Es ist immer wieder erstaunlich, dass die „juristische Abtreibung“ als moralisch verwerflich gilt, die Abtreibung jedoch als das selbstverständliche Recht der Frau auf ihren eigenen Körper. Rational ist eine derartige Diskussion offensichtlich nicht. Die bürgerliche Prägung, der Mann hat die Pflicht zu versorgen, verhindert offensichtlich eine unvoreingenommene Sichtweise.
          Gleiches Recht kann es in dieser Sache nicht geben. Dagegen spricht die Biologie. Ein Rechtsäquivalent jedoch schon.

  6. „vermutlich, weil dort niemand den Mut hat, gegen die von genderama exekutierte Leitlinie, das Wort „Zwangsvaterschaft“ nicht zu benutzen“

    Dazu noch kurz:
    https://www.google.de/search?q=site%3Agenderama.blogspot.de+zwangsvaterschaft&oq=site%3Agenderama.blogspot.de+zwangsvaterschaft&

    Und zu den Begriffen:

    „Zwangsvaterschaft“ scheint mir ein merkwürdiger Begriff zu sein, gerade wenn man auf der anderen Seite dafür kämpft, dass auch unverheiratete Väter ein automatisches Sorgerecht haben.
    Der Mann, der das Kind gezeugt hat, ist erst einmal der Vater.

    Davon ab beschreibt der Begriff einen Zustand, nämlich die fehlende Möglichkeit des Vaters sich in einer Form von den Folgen einer ungewollten Schwangerschaft zu distanzieren.
    „juristische Abtreibung“ ist eine der möglichen wie das geht. Eine andere wäre zB ein Recht darauf eine tatsächliche Abtreibung zu verlangen oder aber auch eine Reform des Unterhaltsrechts dahingehend, dass ohne Zustimmung allenfalls Mindestbeträge etc für das Kind zu zahlen sind (in Form einer halben Lösung) etc

  7. „Weil dort niemand den Mut hat, gegen die von genderama exekutierte Leitlinie, das Wort „Zwangsvaterschaft“ nicht zu benutzen, zu verstoßen. “

    https://www.google.de/search?q=site%3Agenderama.blogspot.de+zwangsvaterschaft&

    Der Begriff kommt auf Genderama vor. Woher leitest du da eine „leitlinie“ her?

    Ich würde folgende Unterscheidung machen:
    Zwangsvaterschaft ist erst einmal der Überbegriff für das Thema „Frauen haben die Möglichkeit ein Kind abzutreiben, Väter nicht“
    Ich finde den Begriff unglücklich, weil man andererseits ja dafür kämpft, dass zB auch unverheiratete Väter das gemeinsame Sorgerecht ab Geburt haben, ohne wenn und aber und ohne Erklärung.
    Es geht ja weniger darum , dass man Vater ist, denn das ist aus meiner Sicht eher eine rein biologische Sache. Es geht eher darum, dass man trotz der biologischen Vaterschaft eine Möglichkeit hat, die entsprechenden Rechte abzulehnen, weil Frauen die auch haben.
    Das kann theoretisch auf verschiedene Weise erfolgen, etwa durch ein Recht des Vaters eine Abtreibung durchzusetzen oder eben dadurch, dass er zwar Vater ist, weil das Kind geboren ist, aber die Pflichten und Rechte daraus gekappt werden, so als wäre das Kind nicht da. Diese Lösung ist dann eben die „juristische Abtreibung“.
    Weitere Möglichkeiten gibt es sicherlich, etwa eine vermittelnde Lösung, wo bei Erklärung dann nur noch Mindestpflichten bestehen, höhere Ansprüche aber nicht.
    Deswegen ist es sinnvoll, die verschiedenen Lösungen des Problems anders zu bezeichnen als das Problem selbst.

    • Emannzer sagt:

      Lieber Christian. Ja, der Begriff „Zwangsvaterschaft“ kommt vor – aber es mutet an wie ein Versehen: Alle Links führen immer wieder zur Agenda des „Gender Kongress“. Da wird Elmar mit seinem Workshop zum Thema nun mal zwangsläufig aufgeführt …

      Als er Elmar in seinem Rücklick zum stattgefunden Kongress direkt nannte, umschiffte er das Ganze mit de Worten: „Aus der Blogger-Community ist Elmar Diederichs erschienen; er leitet einen Workshop und gehört zum Orga-Team …“

      Quelle: http://genderama.blogspot.de/2017/05/der-zweite-deutsche-genderkongress-und.html

      Simple Frage No. I dazu: Warum nannte er den Namen der Arbeitsgruppe nicht explizit an dieser Stelle; vergessen, was ihm sonst eigentlich nie passiert?

      Simple Frage No. II dazu: Weshalb verweist er bei dieser Thematik, ob nun als „Zwangsvaterschaft“ oder „Rechtliche Abtreibung tituliert, immer wieder auf englischsprachige Beiträge aus dem Ausland, währenddessen sich hier in Deutschland in einem gemeinsamen Blogprojekt von mehreren Personen, genug ‚heimische‘ Artikel finden ließen; Absicht, denn entgangen sind ihm diese sicherlich nicht?!

      Simple Frage No. III dazu: Weshalb versucht er scheinbar zwanghaft, dieses, für ihn offenbar böse Wort, in der Tastatur zu vermeiden bzw. erwähnt es mit keiner Silbe, außer es lässt sich eben nicht vermeiden, wie im Hinweis auf die GK-Agenda?

      Ich kann in diesem Zusammenhang schon verstehen, dass einem da solche Gedanken kommen können, wie sie hier im Artikel eingangs erwähnt worden sind: „… vermutlich, weil dort niemand den Mut hat, gegen die von genderama exekutierte Leitlinie, das Wort „Zwangsvaterschaft“ nicht zu benutzen …“

      • Ich glaube du überpräsentierst das. Wenn du wissen will, ob er das Wort mag oder nicht, dann frag ihn doch einfach.
        Ich selbst hatte ja auch schon angeführt, dass es sich durchaus damit beißen kann, dass man ansonsten für gleiche Vaterrechte streitet und ja gerade eine automatische zwangsvaterschaft im Sinne des gemeinsamen Sorgerechts ab Geburt will.
        Euch ist anscheinend der Begriff wichtig. Anderen nicht. Daraus macht ihr eine Glaubenssache als würde sich daran alles entscheiden.
        Was gar nicht der Fall ist. Wenn jemand es juristische Abtreibung nennt und damit durchkommt und etwas bewegt, weil es für ihn der bessere Begriff ist, was wäre dann genau schlimmes passiert?

        • Emannzer sagt:

          „.. Euch ist anscheinend der Begriff wichtig ..“

          Wer ist dieses „Euch“, Christian? Ich bin nicht der Pluralis Majestatis, sondern einch ganz einfach „Ich“ und meine Meinung.

          Und nein, mir ist der Begriff ganz sicher nicht wichtig, sondern das Thema, welches dahinter steckt. Ob nun Juristische Abtreibung oder Zwangsvaterschaft, ist mir persönlich pottenpiepegal. Hauptsache ist in erster Linie doch, dass(!) es ein Thema ist (oder wird).

          „.. . Wenn jemand es juristische Abtreibung nennt und damit durchkommt und etwas bewegt, weil es für ihn der bessere Begriff ist, was wäre dann genau schlimmes passiert? ..“

          Nichts, denn es wäre wunderbar, weil es endlich aufs öffentliche Tapet käme.

          Und das hat nichts mit „Überrepräsentation“ zu tun, sondern mit einem Nachhaken mit meinen Eingangsfragen, von denen hier in meinen Augen versucht wird abzulenken – und welche man wohl nicht diskutieren mag

          Ich bin kein Arne-Gegner, dazu haben er und ich schon genug zusammen gemacht in einer Dekade.

          Und ich bin auch kein Verteidiger dieser „Euch“’s. Sondern ich habe simple Fragen gestellt, auf die, außer Nebelbomben nichts kam.

          Mich interessieren keine Privatfehden, sondern konkrete Fakten, zu denen auch eine fundierte Bestandsanalyse gehört. Insofern empfinde ich das auch als Lavieren und nicht unbedingt als konstruktiv.

          Insofern verstehe ich auch diesen vermeintlichen Einwand nicht. Denn das ist ein unnötiger Frontenaufbau, der im aktuellen Artikel, aus meiner Sicht, ebenfalls erfolgte.

          Entscheidend ist, was hinten rauskommt und nicht, was da vernebelt wird – oder nicht? Es frustriert, immer wieder zu wiederholen, dass „Wir“ eine Graswurzelbewgung sind.

          Und es frustriert zu sehen, wie manche dieses durch Ignorieren nicht gerade ‚düngen‘. Warum?

          Die Themen liegen auf dem Tisch – man muss sie nur anpacken, finde ich.

          Egal, wie man sie benennen mag, Christian.

          • luisman sagt:

            Die Begriffsfindung und Definition halte ich schon fuer wichtig, in der politischen wie auch der rein juristischen Diskussion.

            In der politischen Diskussion wird jeder Begriff zur Propagandawaffe und da sollte die fordernde Seite (hier die Zwangsvaeter) schon darauf achten, ob der gewaehlt Begriff nuetzlich fuer das Anliegen ist. Hier ist ‚Zwangsvater‘ die Zustandsbeschreibung und ‚juristische Abtreibung‘ eine moegliche Loesung des Dilemmas. ‚Zwangsvater‘ drueckt Opferstatus aus und ‚Abtreibung‘ ist bei normalen Menschen (besonders bei Christen), aber nicht unter Feministinnen negativ konnotiert. Im Vergleich ist Zwangsvater fuer politische Zwecke besser.

            Fuer eine rein juristische Diskussion empfiehlt es sich Begriffe zu waehlen, die ein Thema so praezise wie moeglich ausdruecken, ansonsten kommt genau der Dreck heraus, den Maas eifrig produziert, da kaum einer weiss worueber er eigentlich abstimmt. In diesem Fall passt ‚juristische Abtreibung‘ wohl besser.

            • Emannzer sagt:

              Das hat was, deine Argumentation, @luismann und ich denke, der Begriff „Zwangsvaterschaft“ ist geeignet, die Leute erst mal wachzurütteln – und zu einer gewissen Druckausübung zu bewegen.

              Sowas werden Leute in der Legeslative wohl niemals aufgreifen, denn die zartbesaiteten Juristen würde eine solche Nomenklatura nur mit der Kneifzange anfassen.

              Insofern wäre der Begriff Juristische Abtreibung eventuell geeignet, ich tendiere aber eher zu der, von Claudia Klinger vorgeschlagenen Option „Opt-In“, welche aus dem Bereich des Permission-Marketings entnommen wurde, vor:

              http://www.claudia-klinger.de/digidiary/2016/03/05/vorschlag-die-opt-in-elternschaft-fuer-alle-geschlechter/

              Inhärent wäre dann eben auch ein Opt-Out, also der Ausstieg aus dem Thema Vater werden zu müssen.

              Google schlägt übrigens bei der Eingabe des Wortes „Zwangs“ optional den Appendix „vaterschaft“ als Suchbegriff vor.

              Ein kleiner Erfolg, wenn man es so sehen mag. Insofern hat deine Anregung einer Doppelgleisigkeit durchaus ihren Reiz.

              Sensibilisieren (Schlagwort) und in die Judikative einbringen (Anderes Schlagwort).

              Danke für deine Anregung diesbezüglich.

            • luisman sagt:

              Ich mag den Begriff juristische Abtreibung auch nicht. Klingt wie ‚Mord wegen Selbstverteidigung‘, nichts was neutral rezipiert wird, sondern immer negativ. Hoffen wir dass die Juristen einen Begriff finden der neutral genug und praezise genug ist.

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