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Feministische Geschlechtergerechtigkeit ist faschistisch

Auf AllesEvolution wird gerade die Frage diskutiert „Wo sollte sich Maskulismus aktiv für Frauen einsetzen, auch wenns Männern schadet?“ – und niemand dort erinnert sich an den Humanismus. Leider. Das ruft nach einem Captain-America-Einsatz für den analytischen Humanismus.

Übersicht:


quality : good

tl;dr:

Der Einsatz für die Menschenrechte von Frauen schadet weder Männern noch Maskulisten. Schon immer haben sich die Männerrechtler für die Menschenrechte von Frauen interessiert und eingesetzt, denn sowohl Frauen als auch Männer sind Menschen. In diesem Punkt stimmen interessanterweise alle sonst sehr kontrovers aufgestellten Strömmungen im Maskulismus überein.

Wenn die Frauen darüber hinaus Vorteile für ihr Geschlecht als soziale Geschlechterklasse wollen, dann müssen sie selbst und ohne Hilfe der Männer versuchen, sie zu bekommen. Aber alle Humanisten werden versuchen, zu verhindern, daß sie sie bekommen – unabhängig davon, ob das auf Kosten der einzelen Männer oder der Männer als Klasse geht oder nicht. Denn die feministische Vorstellung von Geschlechtergerechtigkeit ist faschistisch.

I. Kollektivrechte im Humanismus

Für diese Position kann man drei verschiedene Gründe geltend machen: Humanismus, Ablehnung von Fremdherrschaft und Antifaschismus.

Kein vernünftiger Maskulist wird freiwillig in das voraufklärerische Paradigma unmoralischer Kollektivrechte zurückfallen und aufhören, einzelne Menschen als Addressaten von Menschenrechten oder sozialen Rechten zu betrachten, die sich den auf irgendeine magische Weise gemittelten Interessen oder Belangen von genetischen Kollektiven unterzuordnen haben.

Diese Art durch von Feministen geforderte, angebliche Geschlechtergerechtigkeit erzeugt folglich eine versteckte Hierarchie und autoritäre Struktur, die einzelne Menschen sozialen Klassen unterordnet.

  • Dieses Merkmal weißt auch der Faschismus auf, in dem das Volk alles ist und der Einzelne nichts gilt. Und niemand würde vermutlich auf die Idee kommen, daß der Faschismus eine Form des Humanismus ist – im Gegenteil.

In einer Gesellschaft ist genau diese Unterordnung demütigend für einzelne Menschen und diese Vorgehensweise beraubt den einzelnen Menschen seines seine Menschenwürde begründenden Status, alle Moralakteuere zu schützen, die die tragenden Elemente in allen konkret formulierten Moralsystemen einer möglichen Gesellschaft sind. Denn Kollektive haben keine Intentionen weshalb sie auch nicht handeln können. Es handeln immer nur einzelne Menschen. Daher sind Kollektive auch keine eigenständigen Moralakteure, die in einer Gesellschaft eine eigene schützenswerte Würde für sich reklamieren könnten.

  • (1) Wir können demnach festhalten, daß feministische Geschlechtergerechtigkeit wie der Faschismus eine hierarchische und antihumanistische Struktur durch die Einführung von Kollektivrechten und die Schwächung von Individualrechten wünscht.

Wer aber Individualrechte, die sich nach der Menschenwürde oder der sozialen Würde von Individuen begründen lassen, Rechten oder Ansprüchen von Kollektiven autoritär unterordnen will, der ist nicht nur ein Antihumanist, er ist auch ein Antidemokrat. Das ist auch nicht verwunderlich, denn Humanisten können keine Antidemokraten sein, weil Humanismus primär durch personale Autonomie ausbuchstabiert wird.

II. Die Verweigerung von Fremdherrschaft

Die Pointe jeder Demokratie besteht darin, daß die Unterordnung der Rechte und Interessen eines Individuums unter die eines anderen Individuums grundsätzlich nicht gerechtfertigt ist. Alle Individualinteressen und Individualrechte sind untereinander und hinsichtlich kollektiver Belange gleichwertig – was eine zentrale Errungenschaft der Moderne ist.

Die Folge ist, daß alle Demokratien den Anspruch haben,

  • a) diese Rechte und Interessen zu aggregieren, statt einige von ihnen mit einer Art volonte generale oder einfach aus angemaßtem Geschlechterrevanchismus für unmaßgeblich zu erklären, wie das der Feminismus tut und dafür die ausgleichende Gerechtigkeit zwischen den Geschlechterkollektiven anführt.
  • b) die Rechte und Interessen von Minderheiten zu schützen, die notorisch bei einer solchen Aggregation zu kurz kommen.

(Das mag in den verschiednene Staaten unterschiedlich gut gelingen, aber das ist ein anderes Problem, das wir hier nicht verfolgen.)

Damit ist es eben NICHT so, wie z.B. die promovierte Soziologin und Berufsfeministin Antje Schrupp letztens verkündete, daß

  • Demokratie nicht bestimmt wird durch Strukturelemente wie Parlamentarismus, Meinungsfreiheit oder Wahlrecht,
  • sondern durch ein kulturelles Fundament aus Einstellungen wie Respekt vor anderen Meinungen, Empathie, Interesse an Differenzen, Aufgeschlossenheit.

Ganz im Gegenteil: Gerade weil alle Interesssen und Rechte der Individuen unter allen Umständen und damit auch unabhängig von ihrem Inhalt gleichwertig sind – es sei denn, sie sind versuchen eine Fremdherrschaft zu inthronisieren, das nennt man wehrhafte Demokratie – ist die demokratische Ordnung nichts anders als ein inhaltsleeres, formales Staatsorganisationsprinzip, daß allein durch Strukturelemente charakterisiert wird.

  • Natürlich kann man wieder fragen, wie gut denn eine Demokratie de facto klappt und man kann dazu die Vor- und Nachteile von direkter oder repräsentativer Demokratie diskutieren oder den Willen von Repräsentanten, den Willen des Volkes als Quelle der Staatsgewalt politisch auch umzusetzen.

Aber Demokratie klappt eben nicht besser dadurch, daß eine bestimmte Kultur gegeben ist, die sich z.B. durch Respekt vor anderen Meinungen, Empathie, Interesse an Differenzen und Aufgeschlossenheit auszeichnet – Eigenschaften, in denen sich Antje Schrupp zufolge Feministinnen angeblich besonders hervor tun.

  • Denn wenn z.B. jemand dem Islam anhängt, dann funktioniert unsere demokratische Interessenaggregation nicht dadurch besser, daß ich als atheistischer Humanist ihm für seine religiösen Wahnvorstellungen Respekt zolle, mit ihm fühle, wenn er z.B. die Moschee betritt, mich dafür einsetze, daß neben Schiiten und Sunniten auch z.B. Wahabiten gestärkt werden oder ihrem religiösen Wahn gegenüber aufgeschlossen bin. Denn die Interessenaggregation ist bereits optimal, wenn sein Glaube sich auf sein Privatleben beschränkt, ich ihm in sein Privatleben nicht reinrede und er sich mir gegenüber genauso verhält. Daß ein Moslem mich dafür verachtet, daß ich mich als Atheist von meiner von Allah gegebenen Natur abgewendet habe, ist sein Problem, seine Freiheit und mir egal – solange unserer religiöser Eiferer daraus keine gesellschaftlichen oder politischen Konsequenzen ableitet: Menschen müssen sich nicht gegenseitig toll finden. Sie müssen sich nur in Ruhe lassen.

Was in Wirklichkeit durch all diese von Antje Schrupp propagierten Maßnahmen im obigen Beispiel bewirkt wird, ist etwas anderes:

  • i) Wenn Respekt vor anderen Meinungen, Empathie, Interesse an Differenzen und Aufgeschlossenheit zur Demokratiedefinition gehören und von Moslems den Atheisten gegenüber einseitig eingefordert werden können, dann entsteht eine sozial dominante Position für Moslems.
  • ii) Gilt das aber auch wechselseitig, dann macht es letztlich keinen Unterschied mehr, ob jemand Atheist ist oder Moslem. Denn es gehört zu den definierenden Unterschieden, daß Atheisten jede Religion und Moslems den Atheismus ablehnen.

Was Dr. Schrupp hier also in Wahrheit propagiert, ist, daß divergierende Meinungen und Einstellungen von Individuen keine soziale Rolle mehr spielen sollen: Wir haben sie zwar, handeln aber nicht mehr so, daß man an unserem Handeln erkennen könnte, daß wir sie haben. Und das unterscheidet sich offenbar nicht von dem Fall, in dem wir sie de facto gar nicht mehr haben.

Doch genau das bezeichnet Dr. Schrupp als unzivilisiert: Daß Individuen aufgrund ihrer Meinungen und Wünsche selbstbestimmt in spezifischer Weise handeln, findet sie primitiv und die Abschaffung dieser Unterschiede keineswegs würdeverletzend. Dabei sie geht noch einen Schritt weiter, denn sie geht davon aus, daß natürlich die feministischen Werte wie Respekt vor anderen Meinungen, Empathie, Interesse an Differenzen und Aufgeschlossenheit weiterhin gesellschaftsweit dominant sind.

  • (2) Wir halten fest: Die feministische Vorstellung einer geschlechtergerechten Gesellschaft läuft darauf hinaus, daß die personale Autonomie der Individuen im Handeln, in der sozialen Realität, nicht mehr zum Tragen kommt, weil sich die Indiviuen einer Menge von moralisch konnotierten Idealen des Kollektivs unterordnet.

Wenn das aber so ist, dann wird Demokratie im Grund überflüssig, weil sich die Individuen nach Schrupps Vorstellung ohnehin aus eigener Einsicht in die richtige Moral und zivilisatorischer Selbstdisziplinierung de facto homogenisieren. Politische Parteien könnte es natürlich weiterhin geben, aber sie sind im Grunde funktionslos, weil wir zwar nach wie vor verschiedene Meinungen haben, das aber im Alltag nahezu keinen Unterschied mehr macht und das Leben der Menschen weitgehend homogen verläuft.

Was aber keineswegs funktionslos wäre, wäre eine Überwachung der kollektivistischen Moralstandards. Völlig konsequent fordert daher Schrupp:

  • Wir bräuchten eigentlich keine Frauenquote, sondern eine Feministinnenquote.

Doch selbst wenn wir annehmen, daß die Menschen Schrupps Vision folgen, wird es nach wie vor Heterogenität geben, weil die Menschen eben Fehler machen oder unvollkommen sind in ihrem Selbstdisziplinierungsbemühen. Was Schrupp mit diesen Menschen vor hat, sagt sie nicht, aber da sie solche Abweichungen zu Fällen der Verteidigung der kollektivistischen Moral gemacht hat, gibt es nur eine Möglichkeit (2) zu klassifizieren:

  • (3) Schupps Vorschlag ist durch und durch antidemokratisch.

Das ist kein Einzelfall, wie der feministische top-down-approach des gender-mainstreaming belegt, und funktioniert im Faschismus nicht anders. Und die Umerziehungslager der Roten Khmer im Dienste der Befreiung des Kollektivs wurden ebenfalls mit dieser Masche legitimiert.

III. Antifaschismus

Unabhängig vom gegenwärtigen Sprachgebrauch sind bezogen auf das politische Spektrum die Rechten die Gegner der Aufklärung:

  • Linke sind traditionell Vertreter der Aufklärung: Traditionell linke Themen sind daher Emanzipation, Autonomiestärkung, Kritik hierarchischer oder autoritärer Gesellschaftsstruktur, die Gleichwertigkeit der Individualrechte und Individualinteressen untereinander, moralischer Universalismus und systematische Vorurteilskritik.

Den Rechten ist das normative Ideal einer prinzipiellen Gleichwertigkeit aller Menschen suspekt.

  • (4) Folglich gelten nationalistische, chauvinistische und rassistische Einstellungen als politisch rechts und ihr Gesellschaftsideal ist das einer kulturell annähernd homogenen und hierarchisch-elitär organisierten Volksgemeinschaft, in die sich der Einzelne einzufügen und deren Autorität er sich unterzuordnen hat.

Und jetzt wird es einfach – was wir bisher über die Vorstellungen feministischer Geschlechtergerechtigkeit wissen, ist Folgendes:

  • Sei ist wegen (1) antihumanistisch – wie der Faschismus.
  • Sie ist wegen (2) hierarchisch und autoritär – wie der Faschismus.
  • Sie ist wegen (3) antidemokratisch – wie der Faschismus.
  • Sie ist wegen (4) politisch rechts – wie der Faschismus.

Aber ist sie auch genuin faschistisch? Deklinieren wir mal die üblichen Merkmale durch, die man auf wikipedia so findet:

  • Faschismus ist eine rechte, antiindividualistische, antiliberale Position, er verherrlicht eine Rasse oder eine Nation – im Feminismus: die Frauen – und träumt von einer Art Wiedergeburt nach einer Periode des Niedergangs – im Feminismus: das Patriarchat oder die Heteronormativität – und propagiert eine spirituelle Revolution – im Feminismus: die Gleichstellung der Geschlechter. Der Faschismus beschäftigt sich obssesiv mit der Opferrolle einer Gemeinschaft – im Feminismus: der Opferrolle des weiblichen Geschlechtes – und propagiert eine massenbasierte Partei nationalistischer Aktivisten – hier: die feministischen Aktivisten – die in unbequemer, aber effektiver Zusammenarbeit mit traditionellen Eliten – hier: die SPD, Linken und Grünen – demokratische Freiheiten aufgibt – hier: vom mainstream abzuweichen und auch öffentlich danach zu handeln – und mittels einer als Symbiose von Partei und Staat – hier: dem paternalistischen Staatsfeminismus – Ziele der inneren Säuberung verfolgt – hier: die Einstellungs- und Meinungsanpassung der Männer.

Noch Fragen? Es stimmt: Der Feminismus ist nicht nationalsozialistisch – Femi-Nazis gibt es nicht.

Feministische Geschlechtergerechtigkeit ist faschistisch.

Und wenn crumar’s Analyse stimmt, nach der primär der Feminismus dazu geführt hat, daß die Linken postmodern wurden, ihre vormals linken Ideale verrieten und damit zu Neo-Linken wurden, dann kann man sich der Konsequenz nicht entziehen, daß der Feminismus dafür verantwortlich ist, daß die Neo-Linken heute de facto faschistische Positionen vertreten.

Danke – verflucht noch mal – ich war mal links.

Meiner Meinung nach kann genau deshalb kein adäquater Maskulismus mit dem Feminismus kooperieren. Doch leider ist Antifeminismus im Maskulismus immer noch nicht Konsens. Insbesondere der linke und der biologistische Maskulismus lehnen Antifeminismus strikt ab.

Links zum Thema:


10 Kommentare

  1. Ob Macho, Feminist, ob Frauenversteher oder Feminismuskritiker – ich finde die GANZE frauenzentrierte (!) Diskussion völlig falsch.
    Die männlichen Bedürfnisse für sich als Mann zu formulieren, dafür einzustehen, bringt die wirkliche Befreiung.
    MGTOW ist sicher zu frustriert im Unterton zu wenig dialogfähig Aber „in der TAT“ ist der Weg zur Gleichberechtigung (wenn sie denn wirklich wichtig ist?!) nur für die Männer gehbar, die sich ihrer SELBST- bewusst sind. Und das werden Sie nicht, nie und nimmer in Abhängigkeit von frauenzentriertem Partnerschafts- oder gar Gesellschaftsbild.
    Wetten?

  2. Muriel sagt:

    Öh.
    Ich habe den Verdacht, dass diesem Text sehr verquere Vorstellungen von Feminismus und Demokratie zugrunde liegen.
    Magst du erklären (oder verlinken), was du jeweils darunter verstehst?

    • @muriel

      „Ich habe den Verdacht, dass diesem Text sehr verquere Vorstellungen von Feminismus und Demokratie zugrunde liegen.“

      Wie kommst du auf diesen Verdacht?

      „Magst du erklären (oder verlinken), was du jeweils darunter verstehst?“

      Das ist im Text bereits verlinkt, aber ich kann es hier noch einmal wiederholen:

      Demokratie:
      https://jungsundmaedchen.wordpress.com/2016/10/09/warum-ich-nicht-mehr-links-sein-kann/

      Feminismus:
      https://jungsundmaedchen.wordpress.com/2016/01/11/was-ist-feminismus-teil-1/
      https://jungsundmaedchen.wordpress.com/2016/01/13/was-ist-feminismus-teil-2/
      https://jungsundmaedchen.wordpress.com/2016/01/15/was-ist-feminismus-teil-3/

      • Muriel sagt:

        Naja. Wenn ich es mir mal leicht mache und Wikipedia als Grundlage nehme, die gebräuchliche Bedeutung der beiden Begriffe zu ermitteln, dann finde ich zu Demokratie:
        „Herrschaftsformen, politische Ordnungen oder politische Systeme, in denen Macht und Regierung vom Volk ausgehen.“
        Es ist ein Pet Peeve von mir, dass Leute diese Regierungsform, mit der man prinzipiell ja alles mögliche machen kann, aufladen mit Respekt vor anderen Meinungen und Aufgeschlossenheit, weil ich nicht sehe, was das soll. Kennst du eine belastbare Definition (also eine aus einem Wörterbuch oder sonstigen Quelle mit einer gewissen Autorität), die das mit einschließt?
        Und Feminismus wäre dann ungefähr “ sowohl eine akademische als auch eine politische Bewegung, die für Gleichberechtigung, Menschenwürde, die Selbstbestimmung von Frauen sowie gegen Sexismus eintritt“.
        Woher nimmst du da zum Beispiel die Verherrlichung einer Rasse oder eines Volkes?
        Und Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern als spirituelle Revolution? Aufgeben demokratischer Freiheiten? Welche demokratischen Freiheiten will der Feminismus denn abschaffen? Und wenn innere Säuberung jede Überzeugung anderer von der eigenen Meinung ist, dann herzlichen Glückwunsch, du hast deine Definition soweit aufgeweicht, dass jetzt jeder, der andere überzeugen will, eine innere Säuberung anstrebt.
        Ich meine, ehrlich, ja, jede darf natürlich Wörter so benutzen, wie sie es für richtig hält, aber wenn ich öffentlich schreibe und dann immer von Brei spreche, wenn ich eigentlich Italiener meine, dann lade ich völlig unnötig zu missverständnissen ein, oder? Was soll denn das?

        • @muriel

          „Herrschaftsformen, politische Ordnungen oder politische Systeme, in denen Macht und Regierung vom Volk ausgehen.“

          Dem widerspreche ich doch gar nicht. Im Gegenteil – oben heißt es:

          „Natürlich kann man wieder fragen, wie gut denn eine Demokratie de facto klappt und man kann dazu die Vor- und Nachteile von direkter oder repräsentativer Demokratie diskutieren oder den Willen von Repräsentanten, den Willen des Volkes als Quelle der Staatsgewalt politisch auch umzusetzen.“

          „Es ist ein Pet Peeve von mir, dass Leute diese Regierungsform, mit der man prinzipiell ja alles mögliche machen kann, aufladen mit Respekt vor anderen Meinungen und Aufgeschlossenheit, weil ich nicht sehe, was das soll.“

          Aha. Dann bist du offenbar nicht der Meinung von Antje Schrupp, sondern du teilst meine Meinung.

          „Kennst du eine belastbare Definition (also eine aus einem Wörterbuch oder sonstigen Quelle mit einer gewissen Autorität), die das mit einschließt?“

          Definitionen sind nicht belastbar, das können nur Belege von Meinungen. Aber grundsätzlich ist Demokratie ein Staatsorganisationsprinzip und mit einer sehr großen Klasse von politischen Kulturen vereinbar.

          „Und Feminismus wäre dann ungefähr “ sowohl eine akademische als auch eine politische Bewegung, die für Gleichberechtigung, Menschenwürde, die Selbstbestimmung von Frauen sowie gegen Sexismus eintritt“.“

          Ja, das ist die wikipedia-Definition. Doch es gibt seit Jahrzehnten einen eklatanten Widerspruch, zwischen dem, was Feministen vorgeben zu wollen und dem, was sie in Wirklichkeit tun. Nimm ein einfaches Beispiel: 92% der Frauen sind für Gleichberechtigung, aber nur 7% verstehen sich als Feministen. Wenn Feminismus nichts anderes macht, als für Gleichberechtigung zu sein, warum haben dann so viele für Gleichberechtigung eintretenden Frauen kein Interesse daran? Antwort: Weil sie gemerkt haben, daß Feminismus etwas anderes macht, was sie nicht unterstützen.

          „Woher nimmst du da zum Beispiel die Verherrlichung einer Rasse oder eines Volkes?“

          Da gibt es viele Beispiele z.B. von der Feministin Margarete Mitscherlich „Die friedfertige Frau“. Du kannst auch mal in meiner Literaturliste nachsehen, da fallen dir eine Menge Bücher dieser Art schon vom Titel ins Auge – z.B. von Hanna Rosin oder Karen Duve.

          https://jungsundmaedchen.wordpress.com/literature/feminismus/

          „Und Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern als spirituelle Revolution?“

          Nee, da steht was anderes. Oben steht:

          “ und propagiert eine spirituelle Revolution – im Feminismus: die Gleichstellung der Geschlechter. “

          … und Gleichberechtigung ist nicht Gleichstellung.

          „Welche demokratischen Freiheiten will der Feminismus denn abschaffen?“

          Das steht genau im Text inwiefern Antje Schrupp das vorantreibt:

          “ vom mainstream abzuweichen und auch öffentlich danach zu handeln “

          Bei Demokratie geht es nicht nur um Wahlen, sondern auch darum, daß es überhaupt reale Unterschiede gibt, die Wahlen und Koalitionen erst nötig machen.

          „Und wenn innere Säuberung jede Überzeugung anderer von der eigenen Meinung ist, dann herzlichen Glückwunsch, du hast deine Definition soweit aufgeweicht, dass jetzt jeder, der andere überzeugen will, eine innere Säuberung anstrebt.“

          Nein. Denn ich schrieb, daß der Trick an Feminismus ist, zu behaupten, daß vom feministischen mainstream abweichende Meinungen zu haben, unmoralisch sei. Wer andere überzeugen will, tut das nicht, weil er dem anderen moralische Fehler nachweisen will, sondern weil er meint, daß die geglaubte Aussage falsch sei. Das ist was völlig anderes.

          „Ich meine, ehrlich, ja, jede darf natürlich Wörter so benutzen, wie sie es für richtig hält, aber wenn ich öffentlich schreibe und dann immer von Brei spreche, wenn ich eigentlich Italiener meine, dann lade ich völlig unnötig zu missverständnissen ein, oder? Was soll denn das?“

          Ich muß dir ehrlich sagen, daß du meinen Text entweder nur überflogen oder nicht richtig verstanden hast. Meine Texte sind kompliziert und präzise. Nicht jeder steht auf gutem Fuß mit sowas.

  3. Muriel sagt:

    „Aha. Dann bist du offenbar nicht der Meinung von Antje Schrupp, sondern du teilst meine Meinung.“
    Ich teile sehr vehement weder ihre, noch deine.
    „92% der Frauen sind für Gleichberechtigung, aber nur 7% verstehen sich als Feministen. Wenn Feminismus nichts anderes macht, als für Gleichberechtigung zu sein, warum haben dann so viele für Gleichberechtigung eintretenden Frauen kein Interesse daran?“
    Dafür gibt es viele mögliche Gründe, die ich nicht kenne. Sie mögen den Begriff vielleicht nicht, weil sie ihn mit Dingen assoziieren, denen sie nicht zustimmen, weil sie zum Beispiel so irreführenden Posts gelesen haben wie diesen hier. Oder so. Es bezeichnen sich auch nicht alle Atheisten als solche. Das sagt ja nicht unbedingt (nur) was über Atheismus aus, sondern eher, was diese Leute damit assoziieren.
    „Da gibt es viele Beispiele z.B. von der Feministin Margarete Mitscherlich „Die friedfertige Frau“.“
    Das ändert doch aber nichts dran, dass das nicht „der Feminismus“ ist. Es gibt Christen, die glauben, die Welt wäre 6.000 Jahre alt. Ist das deshalb DIE Position DES Christentums? Nö.
    „… und Gleichberechtigung ist nicht Gleichstellung.“
    Da muss ich natürlich zugeben, dass ich dich irrtümlich falsch zitiert habe. Weniger albern finde ich die tatsächliche Wortwahl aber nicht.
    „Das steht genau im Text inwiefern Antje Schrupp das vorantreibt:“
    Unter Antje Schrupp ist der Feminismus, oder wie?
    „Ich muß dir ehrlich sagen, daß du meinen Text entweder nur überflogen oder nicht richtig verstanden hast. Meine Texte sind kompliziert und präzise. Nicht jeder steht auf gutem Fuß mit sowas.“
    Äh. Ja, das muss es sein. Dann machs mal gut und viel Spaß mit deinen Texten und allem und so. Küsschen.

    • @muriel

      “ Ich teile sehr vehement weder ihre, noch deine.“

      Das überrascht mich. Inwieweit weichen denn unsere Meinungen voneinander ab?

      „Das ändert doch aber nichts dran, dass das nicht „der Feminismus“ ist.“

      Meine o.g. gegeben lnks gehen auf deinen Einwand DEN EINEN Feminismus gäbe es nicht, sehr wirkungsvoll ein. Wenn dich das Problem interessiert, dann kannst du da mal nachlesen.

      „Weniger albern finde ich die tatsächliche Wortwahl aber nicht.“

      Ich kann im Moment nicht sehen, was daran albern sein soll. Vielleicht willst du das mir und den anderen, schweigenden Mitlesern noch mal sagen?

      „Antje Schrupp ist der Feminismus, oder wie?

      Sie ist sehr populär, in der feministischen Szene wirkungsmächtig und ein guter Repräsentant. Daß es einige Feministen gibt, die andere Ansichten haben, mag ein Grund sein, eine neue Spielart des demokratischen Feminismus zu gründen. An der Tatsache, daß Feministen typischerweisee antidemokratisches Verhalten zeigen und dämliche Faschisten sind, ändert es aber nichts.

      • Muriel sagt:

        “An der Tatsache, daß Feministen typischerweisee antidemokratisches Verhalten zeigen und dämliche Faschisten sind, ändert es aber nichts.“
        “Meine Texte sind kompliziert und präzise.“
        Merkste was?

  4. […] Vom dummen, männlichen Wähler Genderwahn: Offener Brief Genderwahn: #SchweizerAufschrei Jungs & Mädchen: Feministische Geschlechtergerechtigkeit ist faschistisch Aufschrei: Was Feministinnen wirklich über Frauen […]

  5. […] betone, daß ich nach wie vor die linken Parteien für Verbrecher halte. Denn mit deren faschistoiden und gehirnamputierem Geschwurbel aus Neoliberalismus, Postmodernismus, Multikulturalismus und […]

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